Im Garten des Schlosses Bühl in Tübingen zeigt Bildhauer Ralf Ehmann eine Auswahl seiner Skulpturen.
Unweit des Neckars, kurz vor Rottenburg, liegt Schloss Bühl umgeben von einer alten Befestigungsmauer. Dahinter öffnet sich dem Besucher ein Garten, der in diesem Sommer Ausstellungsort für die Skulpturen des Bildhauers Ralf Ehmann ist. Acht Skulpturen und Plastiken – neu und alt – sind es, die seit Juli 2018 hier zu sehen sind. Ehmann nennt sie „Sitzende“, „Hockende“ oder „Drei Aussichten“. Ihnen gemeinsam ist, wie all seinen Werken, dass sie den Menschen als Figur in Stein gemeißelt zeigen. Körper in Kalkstein, Köpfe in Marmor. Immer zu sehen: die rohen Überbleibsel des Naturwerkstoffes. Blöcke und Fundamente, die den Figuren Halt geben, sie umfließen. Wie auch die Skulptur „Chronische Nackenbeschwerde“.
„Europa mit dem Stier“ ragt 2,20 Meter in die Höhe. Foto: Ralf EhmannAcht Skulpturen stehen seit Juli 2018 im Garten von Schloss Bühl. Darunter auch die hier abgebildete „Sitzende“. Foto: Ralf EhmannInspiriert von den Gedichten des Lyrikers Eduard Mörike entstand „Chronische Nackenbeschwerde“. Foto: Ralf EhmannBildhauer Ralf Ehmann arbeitet mit Kalkstein und Marmor. Hier zu sehen: „Drei Aussichten. Foto: Ralf Ehmann„Hockende“. Ein roter Faden des Künstlers ist der Mensch als Figur, gemeißelt in Stein. Foto: Ralf EhmannNeben Steinskulpturen findet sich auch die ein oder andere Bronzefigur. Hier mit dem Titel „Lebenspfeiler“. Foto: Ralf Ehmann
Ein Kopf sticht am unteren Rand der Skulptur hervor, zärtlich berührt von einem stehenden Akt, der sich in einer Umarmung mit dem steinernen Material befindet, eine Spiegelformation bildet und sich wie zu einem Kuss hingibt. „Diese Skulptur ist angelehnt an den Zyklus der Peregrina-Gedichte von Eduard Mörike“, erklärt Ehmann auf die Frage, was es mit dem Titel auf sich habe. „In diesen Gedichten schreibt Mörike über seine Geliebte, Maria Mayer, die ihn ein Leben lang beschäftigte und lebenslange Liebschaft blieb.“ Eduard Friedrich Mörike, Lyriker des frühen 19. Jahrhunderts aus Ludwigsburg, bot hier eine inspirierende literarische Grundlage für Ehmanns Werk. Die Geliebte, die über Jahre im Nacken des Dichters liegt und ihm nicht aus dem Kopf gehen mag.
Die Ausstellung im Garten des Bühler Schlosses ist noch bis 21. Oktober 2018 zu sehen.
Schloss Bühl David-von-Stein-Weg 26 72072 Tübingen
Das Bochumer Architekturbüro soan architekten hat die sandsteinfarbene „Alte Kirche“ in Bochum-Wattenscheid saniert und durch einen Anbau erweitert. Während in dem historischen Gebäude der Boden mit Platten aus regionalem Ruhrsandstein neu verlegt wurde, schmückt dunkler armenischer Basalt die Grundstücksmauer sowie die Fassade und den Boden des Neubaus.
Wie auf einer kleinen Insel, leicht erhöht und von einer langen Grundstücksmauer umgeben, steht die schlichte denkmalgeschützte Alte Evangelische Kirche im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Seit letztem Jahr ergänzt ein moderner anthrazitfarbener Anbau, entworfen vom Bochumer Architekturbüro soan architekten, das historische Gebäude. Das kleine, kontrastreiche Ensemble dient den Gläubigen als Gemeindezentrum.
Die „Alte Kirche“ mit ihrer sandsteinfarbenen Natursteinfassade ist umgeben von einem neuen Anbau und einer Mauer aus armenischem Basalt. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)Ein schöner Kontrast: Die helle hammergerechte Ruhrsandsteinfassade und die antrazithfarbene lineare Fassade des Neubaus. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)Auch im Inneren des Anbaus findet sich der armenische Basalt in Form von Bodenplatten wieder. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)Ein rechteckiger Durchbruch im ehemals zugemauerten Rundbogen dient als neuer Zugang zur alten Kapelle. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)Neuer Ruhrsandstein schmückt den Boden der „Alten Kirche“. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
Der eingeschossige Anbau mit seiner dunklen Fassade aus massiven Basaltsteinen steht in schönem Kontrast zu der kleinen „Alten Kirche“ mit ihrer hellen Außenhülle aus hammergerechten Ruhrsandsteinen. L-förmig konzipiert, scheint der Neubau sich wie ein Arm um das historische Bauwerk zu legen. Der schlichte, lichtdurchflutete Saal der „Alten Kirche“ hat im Zuge der Baumaßnahmen neue Bodenplatten aus regionalem Ruhrsandstein bekommen. Einige noch recht gut erhaltene Steinelemente wurden aussortiert und mit großer Sorgfalt wie ein Puzzle um den Altarbereich wieder neu verlegt. Die restliche Bodenfläche wurde mit neuen Platten ausgestattet. Den hierfür verwendeten Ruhrsandstein haben die Steinbruchbetriebe Grandi aus Herdecke geliefert, während alle Natursteinarbeiten des Projekts von Hanser + Pfafferott aus Kaarst vorgenommen wurden.
Wie die großen anthrazitfarbenen Namenstafeln auf dem „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum kommt auch der Basalt für das neue Gemeindezentrum aus Armenien. Aber nicht nur die Verkleidung der Fassade ist aus armenischem Basalt, sondern auch die verwendeten Bodenplatten – sowohl im Inneren des Anbaus als auch im Außenbereich. Die ursprüngliche Grundstücksmauer aus dem 19. Jahrhundert war statisch instabil geworden und musste abgetragen werden. Das bestehende Bild der idyllischen Kirche, die wie auf einem kleinen Podest thront, sollte beibehalten werden.
Die vereinzelten Ausblühungen, die man momentan vor allem an der Grundstücksmauer sieht und die den idyllischen Anblick etwas trüben, werden durch wasserlösliche Salze aus dem Mörtel verursacht. Sie werden aber durch den Regen im Laufe der Zeit abgewaschen, ansonsten können sie auch einfach abgebürstet werden. Ein kleiner Wermutstropfen sind die in drei verschiedenen Farbtönen verlegten Betonwerksteine links neben dem Eingang. Insgesamt ergibt sich aber, trotz einiger Kleinigkeiten, ein stimmiges, schönes Ensembles, das durch die kontrastreiche, aber dennoch zurückhaltende Gestaltung lebt.
Erfahren Sie mehr über die Sanierung der “Alten Kirche” in Bochum in STEIN im November 2016.
Viele Bauherren wünschen sich statt eines klassischen Profils eine Verkleidung mit Keramikelementen im Randbereich. Der Hersteller Gutjahr Systemtechnik hat jetzt einen neuen Randabschlusshalter entwickelt.
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