Verachtet mir die Meister nicht!

Stein Magazin

Das Buch “Verachtet mir die Meister nicht” beleuchtet das Verhältnis von Handwerk und Oper.

Das Handwerk und die Musik sind nicht so weit voneinander entfernt, wie man meinen könnte. So gäbe es wohl kein Konzert ohne Instrumentenbauer. Letzte Woche haben wir den Steinmetz und Steinbildhauer Philipp Friedrich vorgestellt, der Instrumente aus Naturstein herstellt. Seine Klangsteine eröffnen ganz neue Dimensionen des Hörens. Heute wechseln wir die Perspektive und erkunden mit dem Autor Heiko Schon die Oper und ihre Repräsentation des Handwerks. Ein Buchtipp:

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Das Buch „Verachtet mir die Meister nicht“ beleuchtet das Verhältnis von Handwerk und Oper.

Handwerker tauchen oft als Figuren auf den Opernbühnen der Welt auf. Der Musikkritiker Heiko Schon zeigt in seinem Buch “Verachtet mir die Meister nicht. Das Handwerk auf der Bühne”, wie stark Barbiere, Tischler, Schlosser, Brauer etc. das Operngeschehen beeinflussen. Denn auch die Komponisten wissen, dass das Bühnenbild, die Kostüme oder die Elektrik essentiell für eine Aufführung sind. Und so würdigten viele von ihnen die handwerkliche Leistung in ihren Werken. Handwerkliche Haupt- und Nebenfiguren treten auf oder sogar der Titel beinhaltet den Berufsstand.

500 Opern berücksichtigte Heiko Schon in seinem Werk, das humorvoll geschrieben das Handwerk im Rahmen der Oper in Szene setzt. Interessant sind auch die Anekdoten, die der Autor vom “Backstage”-Bereich erzählt. So mancher Bass oder manche Sopranistin verdiente sich mit der Kraft seiner oder ihrer Hände hinter der Bühne, bis er oder sie schließlich ins Rampenlicht rückte und sich allein vom Gesang ernähren konnte. „Verachtet mir die Meister nicht – und ehrt mir ihre Kunst!“ ist ein in Festreden oft und gerne zitierter Satz aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. Schon verweist mit seinem Titel auf die handwerklichen Meister, deren Kunst auch nicht in Vergessenheit geraten sollte – auch im Musikbetrieb!

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Der Musikkritiker Heiko Schon aus Berlin beschreibt, was Meister der Musik und des Handwerks verbindet.

Das leinengebunde Buch mit einer Zeichnung von Walter Hanel auf dem Titel, erschienen bei der Verlagsanstalt Handwerk GmbH in Düsseldorf, hat 228 Seiten und kostet 19,80 € zzgl. Versandkosten. Hier erfahren Sie mehr.

Eine kleine Anekdote zum Schluss, die nicht aus dem Buch stammt: Der österreichisch-ungarische Steinmetzmeister Peregrin Teuschl (1822-1870) übernahm von seinem Vater einen Steinbruch im Ort Kaisersteinbruch, der den “besten” und “härtesten” Kaiserstein (Kalkstein) lieferte. Ab 1861 fertigte man aus diesem Stein hauptsächlich Werkstücke für die Wiener Oper.

 

 

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Scuola di Scultura öffnet wieder

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etwa Bildhauen für Fortgeschrittene und Gipsmodelle. Foto: Scuola di Scultura

Am Fuße des Marmorbergs im Tessiner Peccia geht’s wieder los. In Sommer-Kursen wie figürliches Modellieren und Bildhauen für Fortgeschrittene sind Plätze frei.

Im Mai startete die Scuola di Scultura ein Crowdfunding. Denn wegen Corona konnte sie monatelang lang weder Kurse anbieten noch Gäste empfangen. Das angestrebte Fundingziel von 50.000 CHF wurde weit übertroffen. Insgesamt kamen 93.724 CHF zusammen. Seit Anfang Juni gibt die Schule nun wieder Kurse.

In verschiedenen Kursen sind Plätze frei:

Figürliches Modellieren und Gipsabguss

vom 28. Juni bis 3. Juni 2020
Unter der Leitung von  Thomas Hunziker modellieren die Teilnehmenden einen weiblichen Akt in Ton. Sie arbeiten an drei Tagen an dem Modell gearbeitet. Die Figur wird dann mit Gips abgeformt und kann in Gips oder Zement gegossen werden.



Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Resculpting
vom 19. bis 31. Juli
Alle Teilnehmenden bringen eine Fotografie, Zeichnung oder ein Video eines plastischen Werks mit. Unter Anleitung von Kursleiter Roland Hotz meißeln sie die persönliche, soweit wie möglich von Hand, als „Taille-Direct“ in ein Stück Peccia-Marmor.

Gips direkt
vom 2. bis 7. August 2020
In dieser Kurswoche leitet Hansulrich Beer  die Teilnehmenden an, direkt mit Gips Modelle zu gestalten, die später in Stein oder Holz umgesetzt werden können.

Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Drehung

vom 16. bis 28. August 2020
In diesen beiden Kurswochen steht das Thema “Drehung” im Fokus. Kursleiter Hans-Peter Profunser leitet die Teilnehmenden an, ihre individuelle Formensprache zu entwickeln und herauszuarbeiten.



Alle Kurse sowie die Anmeldungsformulare finden sich auf der Seite der Schule.

Holz und Stein Hand in Hand

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Jury hat gewählt

Wer im Münchner Großstadttrubel derzeit Entspannung sucht, ist im ruhigen Innenhof des Künstlerhauses am Lenbachplatz genau richtig: Dort sind unter dem Motto „Holz und Stein im Einklang“ noch bis zum 24. November 2017 zehn Stelenskulpturen und elf Steinobjekte ausgestellt.

Entstanden sind sie im Rahmen der Ausbildung an der Münchner Fachschule für Steintechnik und Meisterschule für Holzbildhauerwerk, die jedes Jahr einen Wettbewerb unter den Schülern ausruft. Neu in diesem Jahr: Holzbildhauer und Steinmetze sollten Hand in Hand arbeiten, und das im wörtlichen Sinne. Ein dreidimensionales Objekt als 230 Zentimeter hohe Stelenskulptur war das Ziel, welches aus mindestens zwei zusammengesetzten Teilen aus den Materialien Holz und Stein bestehen sollte. Beide Materialien sollen sich dabei gegenseitig sowohl formal als auch inhaltlich bedingen, was die Materialwahl, die Oberflächenbearbeitung und das Gesamtbild als schlüssige Einheit angeht.

Die Jury, die aus Mitgliedern der Schule, der Danner-Stiftung, des Diözesanmuseums Freising, der Glyptothek, des Künstlerhauses am Lenbachplatz, Bayerische Nationalmuseums und der Galerie Handwerk HWK für München und Oberbayern bestand, hat insgesamt drei Werke prämiert. Die Wettbewerbe des Kooperationsprojekts der Meisterschule des Holzbildhauerhandwerks und des zweiten Jahrgangs der Fachschule für Steintechnik gewannen zwei Gruppen: Quirin A. Herzinger und Florian Ludwig mit ihrem Werk „Metamorphose Kastanienblatt“ sowie Carolin Hinterseer und Clemens Glaß mit der Skulptur „Lebensfluss“.

„Die Symbiose aus Stein und Holz sieht man hier besonders gut. Der Stein ohne das Holz wäre zu wenig, genauso wie andersrum. Im Gegenteil: Die Weiche des Holzes ergänzt sich wunderbar mit der Härte des Steins“, meint der Gestaltungslehrer an der Fachschule Hartmut Hintner zum Werk „Lebensfluss“.

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Der Innenhof des Münchner Künstlerhauses zeigt derzeit Arbeiten von Schülern der Fachschule für Steintechnik und Meisterschule für das Holzbildhauerwerk. Foto: Friederike Voigt
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Die Arbeiten entstanden im Rahmen eines von der Danner-Stiftung geförderten Wettbewerbs. Foto: Friederike Voigt
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Einer der Gewinner: „G‘ Foitat“ von Maximilian Taube. Foto: Friederike Voigt
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Detail: Die horizontalen Linien wurden mit Hand angefertigt. Vorlage für das Objekt war eine Papiertüte. Foto: Friederike Voigt
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„Lebensfluss“ von Carolin Hinterseer und Clemens Glaß ist ebenfalls prämiert worden. Foto: Friederike Voigt
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Detail: Tulpenbauholz und Stein San Sebastian sollen die Natur und das Leben darstellen. Foto: Friederike Voigt

Aus Papier werde Stein

An der Fachschule für Steintechnik ging der Preis im ersten Jahrgangs an Maximilian Taube für seine Arbeit „G ‘ Foitat“. „Vorbild für diese Arbeit war eine gefaltete Papiertüte, die Maximilian dann in Naturstein übertragen hat. So wurde aus etwas Vergänglichem etwas Massives“, so Hintner.

Ein Ausstellungswerk ist bereits verkauft. Die Erlöse gehen zu einem kleinen Teil an die Schule, den Rest bekommt der Schüler. Dieser muss das Werk bei Verkauf allerdings noch einmal für die Schule anfertigen. „Schließlich wollen wir die Ausstellungswerke als Ensemble behalten“, begründet Hintner.

Der kommende Wettbewerb läuft bereits. Die Steinmetzen sowie Holzbildhauer der Schule sind angehalten, eine Krippe aus Naturstein zu gestalten. Auftraggeber ist diesmal das Diözesanmuseum Freising, das ein paar Krippen aufkaufen will. Ab 18. Dezember 2017 werden die Werke in der Karmeliterkirche in München für vier Wochen zu sehen sein.

Über den von der Danner-Stiftung geförderten Wettbewerb lesen Sie einen ausführlichen Bericht in STEIN 3/2017.