Restaurierung auf Schloss Doberlug

Im Süden von Brandenburg, in der Niederlausitzer Heidelandschaft, liegt Schloss Doberlug. Das Renaissanceschloss blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, gehörte es doch im Laufe der Zeit sowohl zu Sachsen als auch zu Preußen. Auch im 20. Jahrhundert diente es verschiedensten Zwecken, unter anderem als Quartier für die Volkspolizei und später für die Nationale Volksarmee.
Ende der 1980er-Jahre beendete man die Fremdnutzung. Damals zeigten sich zahlreiche Substanzschäden am Schloss. Seit 1999 wurde daher unter der Regie der Brandenburgischen Schlösser GmbH umfassend saniert und restauriert. Dazu gehörte – neben den Arbeiten an der Fassade auch die Restaurierung des Westportals, das das Wappen der Nebenlinie Sachsen-Merseburg trägt.

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Bei den Voruntersuchungen des Portals stellte der Diplomrestaurator Tom Zimmermann verschiedene Schadensbilder fest, unter anderem Schmutzauflagen, Gipskrusten, Risse und desolate Verfugungen. Zudem war die Struktur des Steins an mehreren Stellen zerstört; er sandete ab oder es hatten sich mürbe Zonen sowie Schalen gebildet. Der für das Portal verwendete Cottaer Elbsandstein war durch die häufigen Frost-Tau-Wechsel sowie die thermischen Beanspruchungen gefährdet. Das zeigte sich vor allem in geschützten Zonen durch Ausblühungen und Absprengungen; Wind und Wetter ausgesetzte Bereiche waren rückgewittert.

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Zu Beginn der Arbeiten wurden die biogenen Auflagen mit weichen Bürsten, Skalpellen und Spateleisen – teilweise auch mit Heißdampf – mechanisch abgenommen. Die verschwärzten Krusten auf den Oberflächen ließen sich maschinell mit einem Mikrofeinstrahlverfahren reduzieren. Salzreduzierende Maßnahmen waren nicht nötig.

Zur Festigung der sandenden Oberflächen fluteten die Fachleute den Wappenbereich mit Kieselsäureester. Zur Rissverschließung für die Anböschungen und kleinen Kittungen fanden konfektionierte, mineralische Restaurierungsmörtel Verwendung.

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Nach der Restaurierung wurden die Sandsteinbauteile erneut farblich gefasst.
Um das Wappen erneut polychrom zu fassen, recherchierten die Restauratoren nach vergleichbaren Familienwappen. Nachdem sie die Ergebnisse zusammengeführt hatten, ließen sie für die Farbfassung die Oberflächen zweifach mit Halböl nass in nass ein und trugen dann zwei ölhaltige Grundierungsanstriche auf. Der darauf folgende dreilagige Farbschichtenaufbau bestand aus zwei deckenden Anstrichen. Abschließend folgte eine Lasur oder Vergoldung beziehungsweise eine Versilberung. Letztere legten die Fachleute jeweils zweifach auf Anlegeöl an.

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Mehr zur Restaurierung des Wappens finden Sie in STEIN im Juni 2014. Doch auch vor Ort lässt sich das Portal besichtigen: Am 7. Juni öffnet in den Gemäuern des Schlosses zu Doberlug die Ausstellung »Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft«.