Save an Elephant: Wie eine Bruchbetreiberin Elfenbein durch Marmor ersetzen will



Barbara Giuntoni, Geschäftsführerin von Marba Marmi aus Carrara, will mit ihrer Initiative „Save an Elephant“ Nachhaltigkeit und Tierschutz verbinden.

Die Idee zu ihrem Kunstprojekt kommt Barbara Giuntoni, als sie die Reststücke sieht, die beim Sägen eines Kundenprojektes entstehen: halbrunde Marmorabfälle, die sie unwillkürlich an Stoßzähne von Elefanten erinnern. Könnten sie nicht, statt als Abfall weggeworfen zu werden, nachhaltig wiederverwendet Elefanten das Leben retten? – Gedacht, getan. Giuntoni lässt aus den Marmorresten Stoßzahnnachbildungen fertigen. Manche kunstvoll verziert, manche, wie im echten Tierleben auch, scheinbar abgebrochen, jeder für sich individuell.

Und sie gründet das Projekt Save an Elephant, startet eine Kampagne dafür in den sozialen Medien bei Facebook und Instagram. Auf der Marmomac stellt sie die Zähne, für die kein Elefant sterben muss, erstmals aus. Die Präsentation in einem Seecontainer, inszeniert wie eine echte Zurschaustellung von Jagdtrophäen, macht eindringlich auf das Problem aufmerksam: Allein in Tansania haben Wilderer zwischen 2009 bis 2014 mehr als 60 Prozent des Elefantenbestandes – das sind mehr als 60.000 Tiere – für Trophäen-Tourismus und illegale Elfenbeinhandel erlegt, recherchiert die Tierschutz-Initiative Pro Wildlife.

Der Slogan des Projekts: Save an Elephant – choose Marble tusk

Giuntoni sagt, Marmor eigne sich perfekt, um Elfenbein zu ersetzen, denn beide Materialien teilen einige Attribute: einzigartig, kostbar, weiß, natürlich. Unter Tierschutzaspekten gedachtest Elfenbeinhandel und die damit verbundene, leidvolle Elefantenwilderei ohnehin nicht vertretbar. Save an Elephant will mit den handgefertigten Marmor-Stoßzähnen aber das Original ersetzen, ohne die Wirkung der daraus entstehenden  Kunstwerke zu schmälern. So soll eine echte Alternative für Elfenbein-Liebhaber entstehen. Marba Marmi sucht deshalb nun nach Kooperationspartnern, die helfen, den globalen Handel dieser „harmlosen Trophäen“ und ein Umdenken anzustoßen. Dann, so heißt es auf der Messe, im Gespräch im Seecontainer, sei auch denkbar, dass die Stoßzähne nicht mehr nur aus Abfallstücken, sondern in größerem Umfang produziert werden – für die grauen Riesen aus der Tierwelt ein hoffnungsvolles Zeichen.