Save an Elephant: Wie eine Bruchbetreiberin Elfenbein durch Marmor ersetzen will

Stein Magazin
das ist die Idee des Projektes Save an Elephant. Foto: Anne Fischer



Barbara Giuntoni, Geschäftsführerin von Marba Marmi aus Carrara, will mit ihrer Initiative “Save an Elephant” Nachhaltigkeit und Tierschutz verbinden.

Titel
Realistisch nachgebildete Elefanten-Stoßzähne – allerdings aus Marmor, das ist die Idee des Projektes Save an Elephant. Foto: Anne Fischer
Marmomac
Auf der Marmomac präsentiert Marba Marmi aus Carrara das Projekt stilecht im Seecontainer. Foto: Anne Fischer
Reste
Die Idee kam Barbara Giuntoni dank solcher Reststücke eines Kundenprojektes, die sie an Stoßzähne erinnerten. Foto: Anne Fischer

Der Slogan des Projekts: Save an Elephant – choose Marble tusk

Die Idee zu ihrem Kunstprojekt kommt Barbara Giuntoni, als sie die Reststücke sieht, die beim Sägen eines Kundenprojektes entstehen: halbrunde Marmorabfälle, die sie unwillkürlich an Stoßzähne von Elefanten erinnern. Könnten sie nicht, statt als Abfall weggeworfen zu werden, nachhaltig wiederverwendet Elefanten das Leben retten? – Gedacht, getan. Giuntoni lässt aus den Marmorresten Stoßzahnnachbildungen fertigen. Manche kunstvoll verziert, manche, wie im echten Tierleben auch, scheinbar abgebrochen, jeder für sich individuell.

Und sie gründet das Projekt Save an Elephant, startet eine Kampagne dafür in den sozialen Medien bei Facebook und Instagram. Auf der Marmomac stellt sie die Zähne, für die kein Elefant sterben muss, erstmals aus. Die Präsentation in einem Seecontainer, inszeniert wie eine echte Zurschaustellung von Jagdtrophäen, macht eindringlich auf das Problem aufmerksam: Allein in Tansania haben Wilderer zwischen 2009 bis 2014 mehr als 60 Prozent des Elefantenbestandes – das sind mehr als 60.000 Tiere – für Trophäen-Tourismus und illegale Elfenbeinhandel erlegt, recherchiert die Tierschutz-Initiative Pro Wildlife.

Giuntoni sagt, Marmor eigne sich perfekt, um Elfenbein zu ersetzen, denn beide Materialien teilen einige Attribute: einzigartig, kostbar, weiß, natürlich. Unter Tierschutzaspekten gedachtest Elfenbeinhandel und die damit verbundene, leidvolle Elefantenwilderei ohnehin nicht vertretbar. Save an Elephant will mit den handgefertigten Marmor-Stoßzähnen aber das Original ersetzen, ohne die Wirkung der daraus entstehenden  Kunstwerke zu schmälern. So soll eine echte Alternative für Elfenbein-Liebhaber entstehen. Marba Marmi sucht deshalb nun nach Kooperationspartnern, die helfen, den globalen Handel dieser “harmlosen Trophäen” und ein Umdenken anzustoßen. Dann, so heißt es auf der Messe, im Gespräch im Seecontainer, sei auch denkbar, dass die Stoßzähne nicht mehr nur aus Abfallstücken, sondern in größerem Umfang produziert werden – für die grauen Riesen aus der Tierwelt ein hoffnungsvolles Zeichen.

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Steinpflege-Profis gefunden

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Im Juni hatten wir bereits über die Sommer-Aktion „Best of Steinpflege“ der Finalit Deutschland GmbH berichtet. Das Unternehmen hat mit dem Wettbewerb die besten Vorher-Nachher-Fotos von gereinigten Fliesen, Natursteinen und Kunststeinen gesucht. Voraussetzung war, dass die Steine mit Finalit-Produkten behandelt wurden. Nun stehen die Preisträger fest.

„Die eingereichten Arbeitsbeispiele und die Vielfalt der behandelten Materialen von Betonstein, Schiefer, Granit, Feinsteinzeug, Marmor, Terrazzo, Solnhofener, Sandstein und Cotto hat uns überrascht und gefreut“ so Evangelos Iordanidis, Geschäftsführer Finalit Deutschland GmbH. Aus den zahlreichen Einsendungen kürte die Finalit-Jury die Gewinner des Wettbewerbs:

Die Preisübergabe fand am 21. Juli 2016 im neuen Büro von Finalit in München statt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen über 50 Teilnehmer. Im Anschluss an die Prämierung der besten Fotos wurden Michael Duthoo, Andreas Falkensteiner und alle anderen Preisträger mit kühlen Getränken und einem Abendessen im Biergarten gefeiert.

Innovative Kombination

Erst in den 1980er–Jahren hatte die Ruhrgebietsstadt Castrop-Rauxel den zentral gelegenen Marktplatz neugestalten lassen. Doch in halbgebundener Bauweise ausgeführt, nahmen die Mängel am Belag immer mehr zu. Der Stadt war klar, dass nur eine umfassende Baumaßnahme langfristig helfen konnte. Die erste Planung sah vor, den Platz in gebundener Bauweise zu sanieren. Doch durch die Firma Metten aus Overath bei Köln wurden die Verantwortlichen auf das Verlegesystem ecostone aus Belgien aufmerksam.

Aufgrund der großen Anzahl von auftretenden Schäden am Belag suchte der Bauingenieur Guy Van Camp aus Belgien nach den Gründen der Mängel und einer entsprechenden Lösung. Die Erkenntnis, dass die Fuge bei hoher Belastung die Schwachstelle ist, führte zu einem Umdenken. Anstatt die Fuge immer steifer auszubilden, um sie stabiler zu machen, musste sie entlastet werden. So entstand die Idee von ecostone.

Einfaches Prinzip

Die Verlegearbeiten hat die Garten- und Landschaftsbaufirma Boymann aus Dortmund durchgeführt. Beim Reihenverband mussten die Pflasterer zunächst sorgfältig die rund zwei Meter langen Kunststoffschienen auf der ebenen, unverdichteten Bettung anordnen. Die Straße ist im Ellbogenverband verlegt. Aber die Verlegearbeiten folgen dem gleichen Prinzip, auch wenn sie etwas zeitintensiver sind. Denn bei diesem Muster setzt der Pflasterer immer einen Stein, dann eine Schiene, dann wieder einen Stein und so weiter. Und zwischen diesen Arbeitsschritten muss er auch noch die Abstandshalter richtig platzieren. Das Verfahren war nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Mitarbeiter der Firma Boymann eine Premiere, die problemlos verlief.

Besonderheiten und positive Erfahrungswerte

Das System von ecostone hat etliche Vorteile. Der größte Vorteil liegt in der geringeren Steindicke. Ein weiterer Pluspunkt des Schienensystems ist die sofortige Nutzung nach der Verlegung. Zudem ist die Verlegetechnik schnell zu erlernen. Und die Erfahrungen hinsichtlich der horizontalen Stabilität sind positiv, denn bis heute musste keine einzige Fläche ausgebessert werden.

Erfahren Sie mehr über die innovative Verlegetechnik in STEIN 06/2017.