Skulptur des Monats: Oloid

Paul Schatz, ein Schweizer Bildhauer und Maschinenbauer, gilt als der Entdecker des Oloids – ein geometrisches Objekt, das sich über seine gesamte Oberfläche abrollen kann. In der Kunst wurde das Oloid bereits aus verschiedensten Materialien und in unterschiedlichen Größen gestaltet. Auch die Steinbildhauerin Sabine Rassow hat sich mit dem faszinierenden Körper beschäftigt – unsere Skulptur des Monats Januar.

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Das Oloid aus kretischem Marmor. (Foto: Piet Freitag)

Die Form des Oloid wurde 1929 von Paul Schatz gefunden, als er sich mit dem Umstülpungsprozess des Würfels beschäftigte. Dabei wird das Innere nach Außen gedreht. Das Objekt besitzt zwei Kanten und kann als zwei Kreise gesehen werden, die sich senkrecht schneiden. Die Umstülpung zwischen den Kanten stellt eine Brücke dar -„zwischen Punkt und Sphäre, zwischen Ich und Welt, zwischen Denken und Handeln, auch zwischen Leben und Tod“, erklärt Sabine Rassow. Sie hat sich mit der Form des Oloids befasst, um das Phänomen der Umstülpung zu entdecken. Die mathematische Form besitzt weder einen Anfang noch ein Ende und vereint Rhythmus, Mensch und Geist in sich.

Die Skulptur „Oloid“

Die Skulptur „Oloid“ entstand in dem kretischen Dorf Lagolio, wo Sabine Rassow seit 2010 Bildhauerkurse in den Sommermonaten – Mai bis Oktober – anbietet. Die 15 x 24 x 15 Zentimeter große Skulptur wurde aus kretischem Marmor gestaltet. „Ich habe es in klassischer Handarbeit geschaffen, also mit Fäustel und Meißel. Anschließend wurde es von Hand poliert“, erklärt Rassow. Ihr Material erhält sie von einem Steinhändler und Besitzer eines nahen gelegenen Marmorsteinbruchs.

 

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