Was aussieht wie eine Marmorwand ist ein Trompe-l’œil: Bei „Marble Wallpaper“ handelt es sich um eine Tapetenkollektion in Marmor-Optik.
Dunkelblau mit Wolkeneffekt. Foto: Mural WallpaperBronze mit feiner Textur. Foto: Mural WallpaperBronze mit grober Struktur. Foto: Mural WallpaperHelles Rosa. Foto: Mural WallpaperGrün-weiße Struktur. Foto: Mural WallpaperHellblau. Foto: Mural WallpaperBlau mit Bronze. Foto: Mural Wallpaper
Herstellung und Papier
Hergestellt werden die Tapeten mit einer digitalen Drucktechnik: Dabei wird der Marmoreffekt durch HD-Fotografie auf die Tapete übertragen. Es gibt drei verschiedene Papier-Stärken: „Lightweight“, „Medium Weight“ und „Heavyweight“. Letzteres hat eine Stärke von 350 g/m² und wird durch Vinyl gestärkt.
Laut dem Hersteller Murals Wallpaper können die Tapeten selbst angebracht werden – damit das Bild am Ende zusammenpasst, sind die 1,2 Meter breiten Elemente auf der Rückseite nummeriert.
Insgesamt gibt es 27 verschiedene Designs in Farben wie schwarz, weiß, rosa, blau. Weil Marmor eine schlichte Optik hat, lassen sich auch die Tapeten mit vielen verschiedenen Stilen kombinieren – und auch mit bestehenden Innenarchitekturen ergänzen.
Der italienische Designer Moreno Ratti möchte ein Zeichen gegen die Verschwendung natürlicher Ressourcen setzen. Darum nutzt er Natursteinabfall, um neue Objekte zu schaffen. Seine Serie „Contrasti“ besteht aus recyceltem Marmor.
Serie „Contrasti“ vom italienischen Designer Moreno Ratti. Foto: Lea AnouchinskyDie Schalen und Vasen bestehen aus recyceltem Marmor. Foto: Lea AnouchinskyGegensätzliche Volumen: Eine Hälfte ist ausgearbeitet, bei dem Block werden nur die Kanten geschnitten. Foto: Lea AnouchinskyAusgangsmaterial sind Steinplatten aus Marmor-Resten. Foto: Lea AnouchinskyDas Material stammt von der Firma Stonethica. Foto: Lea Anouchinsky
Natursteinabfall als Ausgangsmaterial
Die Schalen und Vasen der Serie „Contrasti“ bestehen aus jeweils zwei Volumen: Einem rechtwinkligen Block und einem runden Element. Der Designer spielt also mit gegensätzlichen Formen – Kontrasten, wie der italienische Titel übersetzt lautet.
Eine Hälfte des jeweiligen Objekts ist ausgearbeitet; bei der anderen werden nur die Kanten geschnitten. Um dennoch eine visuelle Einheit zu schaffen, erfolgt eine einheitliche Behandlung der Oberflächen.
Ratti kooperiert mit der italienischen Firma Stonethica. Das Unternehmen recycelt Naturstein, um neue Ausgangsmaterialien herzustellen. Dabei handelt es sich um Platten aus Marmor-Riemchen, die in der Region um Carrara anfallen. Verklebt werden die Elemente laut Angaben der Firma mit ungiftigem Harz.
Moreno Ratti erklärt: „Das Ergebnis von Stonethicas ökologischem Produktionszyklus ist die Schaffung eines homogenen Materials. Die Schichtstruktur resultiert aus der Kombination und Überlappung von Steinplatten.“
Die Mineralien Hamburg, viertgrößte Messe der Welt, bietet dieses Jahr Sonderschauen zu Meteoriten, Kopffüßern, sächsischen Schätzen und dem Mondstein.
Nicht von dieser Welt: Ein Exponat aus der Sonderschau „Meteoriten – Botschafter ferner Galaxien“. Foto: Hamburg Messe und Congress / BodeEin Erythrin aus Schneeberg im sächsischen Erzgebirge, aus der Sonderschau „Sachsens Schätze“. Foto: Hamburg Messe und Congress / TU Freiberg
Mineralien Hamburg zeigt vier Sonderschauen
Bei der Mineralien Hamburg zeigen 400 Aussteller sowohl Fachbesuchern als auch Laien drei Tage lang ihre Exponate und Fundstücke – und verkaufen sie zum Teil auch. Die Messe gliedert sich in die Bereiche Mineralien, Fossilien, rohe und verarbeitete Edelsteine, Schmuck und Schmuckzubehör, Geozubehör, Ausstattung und Zubehör und Fachliteratur. 2018 gibt es vier Sonderschauen.
„Meteoriten – Botschafter ferner Galaxien“ gewährt Einblicke ins Universum anhand zahlreicher Steine aus dem Weltall. Meteoriten, das älteste bekannte Gestein, sind meistens magnetisch und schwerer als irdisches Gestein. Viele weisen eine Schmelzkruste auf, die sich bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre bildete. Ihr Name lässt meist Rückschlusse auf ihren Fundort zu. Die Mineralien Hamburg präsentiert unter anderem ein 1,36 Kilogramm schweres Teilstück des Hoba-Meteoriten. Ein Bauer entdeckte ihn 1920 in Namibia beim Pflügen. Der Meteorit ist mehr als 60 Tonnen schwer. Weil eine Probenentnahme nicht mehr erlaubt ist, gelten selbst kleine Splitter als Kostbarkeit.
Eine zweite Sonderschau widmet sich dem Mondstein, dem Stein des Jahres. Sie zeigt von der Feldspat-Varietät sowohl Natursteine aus fernen Vorkommen wie Indien, Tanzania oder Madagaskar als auch besondere Schmuckstücke. Der Mondstein wird ausschließlich als Schmuckstein verwendet. Die bedeutendsten Lagerstätten befinden sich in Sri Lanka.
Dazu kommt die Sonderschau „Sachsens Schätze“, die Edelsteine aus vergangenen Jahrhunderten ausstellt. Denn Sachsens Rang unter den europäischen Fürstenhöfen beruhte vor allem auf den Reichtum an Bodenschätzen im Erzgebirge. Juweliere verwendeten Topas, Amethyst, Pyrop und Achat schon vor rund 300 Jahren. Das älteste Exponat der Sonderschau ist ein Topas vom Schneckenstein, der aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt. Der Schneckenstein ist ein topashaltiger Felsen im Vogtland, der sächsische König ließ ihn bereits Anfang des 18. Jahrhunderts ausbeuten. Die abgebauten Topase sind auch als „Sächsische Diamanten“ bekannt.
Die Sonderschau „Kopffüßer. Von Geradhörnern, Ammoniten und Donnerkeilen“ zeigt mehr als 200 Exponate. Sie stammen aus allen Teilen der Welt. Die Geologisch-Paläontologische Arbeitsgemeinschaft Kiel und der Urzeithof Stolpe präsentieren die Schau. Letzterer zieht gerade um und muss deshalb sowieso alle Stücke verpacken und verschicken – da bot sich ein Abstecher auf die Mineralienmesse an. Zu den ältesten Exponaten gehören die 480 Millionen Jahre alten Vorfahren unserer heutigen Tintenfische. Sie standen senkrecht im Wasser und konnten ein bis drei Meter lang werden.
Die Mineralien Hamburg findet vom 7. bis 9. Dezember 2018 statt und ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro.
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