Traco liefert Limes Dolomit für Petersberg in Erfurt

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Buga-Aufhübschung: Die Wege der Zitadelle werden mit dem Kalkstein aus Bayern gepflastert. Traco verarbeitet dafür rund 1000 Kubikmeter Rohblöcke zu Bodenplatten und Pflaster.

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Rund 1000 Kubikmeter Rohblöcke Limes Dolomit verarbeitet Traco zu Bodenplatten und Pflaster. Foto: Stadtverwaltung Erfurt
Petersberg
Der Petersberg soll im Rahmen der Buga „zur Krone der Stadt“ aufgewertet und komplett umgestaltet werden. Foto: Pixabay/C00

Limes Dolomit: tausalz- und wetterbeständig, rutschfest, offenporig

Der Petersberg in Erfurt wird anlässlich der Buga 2021 komplett neugestaltet. Denn laut Stadtverwaltung gehört er zwar zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten, sei als touristisches Ziel und Aufenthaltsort für die Einwohner aber “entwicklungsfähig”. Mit den Fördermitteln für die Buga 2021 will die Stadt den Ort deshalb aufwerten, zur “Krone der Stadt”, barrierefrei und vielfältig. 

Die Traco Natursteinwerke sicherten sich bei diesem Projekt den Auftrag für den Bodenbelag.

Sie liefern: grau-beigen Limes Dolomit als Bodenplatten und Pflaster, 20 bis 25 Zentimeter dick, an der Unterseite aufgeraut. Den Naturstein baut das Unternehmen seit 2015 wieder ab, im Anlautertal im Landkreis Eichstätt in Bayern. Seinen Namen verdankt der Limes Dolomit dem römischen Befestigungswall, der sich unmittelbar hinter dem Steinbruch entlang zieht. Das Carbonatgestein ist vor 140 Millionen Jahren entstanden und laut Traco der robusteste Kalkstein, der sich in Deutschland finden lässt. Sein sehr hoher Magnesium- und erhöhter Kalzium-Anteil macht ihn tausalz- und wetterbeständig. Seine Struktur ist leicht porig und dadurch rutschfest – gut geeignet für den Außenbereich.

Passend zur historischen Substanz

Der Abbau selbst ist durch die hohe Festigkeit recht aufwändig. Fünf Mitarbeiter gewinnen den Limes Dolomit mit schweren Maschinen: Sie schneiden mit Schrämsägen ganze Blöcke aus dem Kalksteinmassiv heraus. 

Erfurts Gartenamtsleiter Sascha Döll sagt, der Kalkstein sei “schick anzusehen und passt hervorragend zur historischen Bausubstanz auf dem Petersberg”. Denn rund um die Peterskirche wurde schon früher Kalkstein verlegt – die Stadt hat entsprechende Pflastersteine zu Beginn der Tiefbauarbeiten gesichert. Sie kommen wieder zum Einsatz, reichen aber nicht für alle Wege.



Kleine Pflaster für die Wege, große für die Plätze

Die Plateauflächen sollen ab Frühjahr gepflastert werden. Musterflächen mit verschiedenen Verbänden und Fugenbreiten dienen als Vorgabe für Planer und Verleger. “Die größeren Pflastersteine verwenden wir für die Plätze vor der Kirche und der Glashütte. Die Kleineren sind für die Wege gedacht. So spiegelt sich das Platzangebot im Pflaster wider”, so Döll. In einem dreiminütigen Video gibt die Stadt Erfurt Einblick in die Produktion bei Traco.



Fassaden-Reinigung der Peterskirche

Auch die Peterskirche selbst wird anlässlich der Buga restauriert. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten stellt dafür fünf Millionen Euro zur Verfügung. Die Kirche hat eine wechselvolle Geschichte: Sie wurde 1813, in den Befreiungskriegen, erst in Brand gesteckt und danach von preußischen Truppen in ein Proviantlager umgewandelt. Dazu brach das Militär die Reste der Kirchtürme ab und zog drei Lagerebenen in den Bau ein. 

Das Hauptaugenmerk bei der Restaurierung liegt auf der Fassade. Sie ist bereits gereinigt und konserviert. Denkmalpflegerische Zielsetzung war dabei “eine konservatorische Behandlung des überkommenen Bestands”. Im Innenraum soll unter anderem der preußische, hölzerne Lagerboden zum Teil geöffnet und die Bodenbeläge überarbeitet werden.

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Gestaltungswettbewerb Grabzeichen

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Der Landesinnungsverband Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk Baden-Württemberg führt seit 1965 jährlich den Gestaltungswettbewerb „Grabzeichen“ durch. Seit knapp 20 Jahren wird der Wettbewerb auch bundesweit ausgeschrieben. Die nächste Einreichungsrunde endet im Februar 2017.

Steinmetze aus ganz Deutschland können sich mit ihren Arbeiten bewerben. Die Jury legt dabei besonderen Wert auf die gestalterische Qualität der Grabzeichen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die eingereichten Arbeiten bereits auf einem Friedhof stehen müssen. Am Ende des Wettbewerbs darf sich der Gewinner über ein Preisgeld bis in Höhe von 1.000 Euro freuen. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Arbeiten zu fördern und die zeitgenössische Bestattungskultur zu stärken.

Erfahren Sie mehr über den Gestaltungswettbewerb und reichen Sie Ihre Arbeiten noch bis zum 28. Februar 2017 ein.

Grabpflege muss man sich leisten können. Das Problem betrifft nicht nur viele zeitgenössische Normalsterbliche, auch für die anstehende Ertüchtigung des Florentiner Grabmals von Michelangelo fehlen derzeit die Mittel. Daher lief ursprünglich bis zum 30. Oktober 2017 eine Spendenaktion der zuständigen gemeinnützigen Organisation Opera di Santa Croce. Weil der notwendige Betrag leider noch nicht zusammengekommen ist, wurde die Kampagne aktuell verlängert, die Arbeiten am Grabmonument und dem dazugehörigen Altar sollen baldmöglichst beginnen.

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Er hat schon bessere Zeiten gesehen: Die Grablege Michelangelos und seiner Familie muss dringend gesäubert und restauriert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Doppelter Andachtsort: Links der Familienaltar der Buonarroti, rechts das Grabmal. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vor dem Sarkophag aus Breccia di Seravezza (auch Breccia Medicea genannt) trauern die personifizierten Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei um Michelangelo. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Die Nahaufnahme zeigt: Die Skulpturen aus Bianco di Carrara müssen dringend gesäubert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Erst 2016 entdeckt: Am linken Bildrand etwa auf halber Höhe hat Vasari den verstorbenen Michelangelo als Pharisäer Nikodemus im Altargemälde versteckt. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Seit der Überschwemmung von Florenz 1966 weist das Gemälde des Familienaltars der Buonarroti gravierende Schäden auf, dazu kommen die Ablagerungen der Jahrhunderte. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vormals Weiß trifft Purpur – Carrara-Marmor und Breccia di Seravezza am Grab Michelangelos und der Seinen. Noch bis 30. Oktober kann für die Restaurierung gespendet werden. (Foto: Opera di Santa Croce)

Es steht nicht gut um das Familiengrab der Buonarroti. Zusammen mit 66 Verwandten ruht Michelangelo in der Basilika Santa Croce zu Florenz, das Andenken an den berühmtesten Sohn des Geschlechts steht im Fokus des Grablege-Ensembles bestehend aus steinernem Monument und angrenzendem Altar. Für die dringenden erhaltenden Maßnahmen werden insgesamt 100.000 Euro benötigt, 15.000 stehen bis dato noch aus.

„Die Skulpturen aus Carrara-Marmor wurden zum letzten Mal vor 22 Jahren gesäubert und haben seither wieder viele Ablagerungen angesetzt“, erklärt Paola Vojnovic, zuständig für die Spendenaktion #InTheNameOfMichelangelo bei Opera di Santa Croce. „Aufgrund der porösen Struktur des Steins können diese eindringen und ihn zerbröseln lassen.“ Eine Säuberung des Ensembles, das im Zentrum eine Büste des Meisters aus Bianco di Carrara auf einem Sarkophag aus purpurner Breccia di Seravezza zeigt, vor dem weiße Carrara-Marmor-Allegorien seiner drei Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei trauern, ist unbedingt sinnvoll.

Direkt links neben dem Grabmal, 1570 von Michelangelos Freund Giorgio Vasari entworfen, findet sich der Familienaltar der Buonarroti mit einem Altargemälde, geschaffen vom selben Künstler. Hier reichen die Schäden weiter – und das seit vielen Jahren. Das Bild (Öl auf Pappelholz, 1572) wurde durch die große Überschwemmung in Florenz 1966 stark beschädigt. Weil der gesamte Reparaturbedarf in der Stadt immens war, wurde das Gemälde damals nur notdürftig gesichert. Zudem ist es durch Staub und Schmutzablagerungen der Jahrhunderte stark eingedunkelt. So entdeckte man erst kürzlich eine Darstellung Michelangelos in der Figurenkomposition, der zu seiner eigenen letzten Ruhestätte hinüberblickt. Säuberungs- und Sicherungsarbeiten sind dringend durchzuführen.

Für das Projekt werden noch 15.000 Euro benötigt, spenden kann man online über den Donate-Button auf http://santacroceopera.it/michelangelo/. Auch Kleinbeträge helfen, wie Paola Vojnovic unterstreicht: „Wir freuen uns über jeden, der vielleicht auch nur 25 oder 50 Euro beisteuert.“ Alle Spender werden übrigens ebenfalls in Santa Croce verewigt: In einem Buch der Spender im Archiv dieser Basilica minor. Für größere Zuwendungen von Privatpersonen oder Firmen (5.000, 10.000 oder gar 15.000 Euro) sind noch speziellere Ehrungen vorgesehen, wie z. B. eine Plakette am Eingang des Gotteshauses.

 

Zu Carrara-Marmor, aus dem Michelangelo zu Lebzeiten herausragende Kunstwerke schuf und welchen auch Vasari für das Grabmal des Meisters heranzog, lesen Sie übrigens mehr in STEIN 11/17 in Teil 3 unserer Serie „Italiens Klassiker“.