Trauer im Zeitalter der Individualität

Mathias Horx ist Trend- und Zukunftsforscher und beschäftigt sich mit der Zukunft des Friedhofs und der Trauerkultur. Zusammen mit Soziologen, Theologen und Psychiatern, aber auch mit Kunsthistorikern und Volkskundlern spricht er im Herbst über die Trauerkultur im Zeitalter der Individualität – welchen Veränderungen ist die Arbeit von Trauerbegleitern, Friedhofsplanern und -praktikern unterworfen?

Foto Matthias Horx
Matthias Horx ist Trend- und Zukunftsforscher und beschreibt den Status Quo auf Deutschen Friedhöfen: Die aktuelle Bestattungspraxis hilft den Menschen nicht, mit der schmerzhaften Erfahrung von Verlust umzugehen.

Die bestehenden Angebote zur Beisetzung in Deutschland helfen vielen Trauernden und Hinterbliebenen kaum bis gar nicht, so die These, die es auf dem Kongress „Heilsame Abschiede“ diesen Herbst zu besprechen gilt. Sowohl die Trendstudie „Trauerkultur der Zukunft“, erarbeitet vom Zukunftsinstitut Mathias Horx gemeinsam mit dem internationalen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov, als auch die Untersuchungen der Soziologen Thorsten Benkel und Matthias Meitzler am Lehrstuhl für Soziologie der Universität Passau in ihrem Abschlussbericht „Zur soziologischen Forschung über die Umgangsweisen mit Grabstätten“ kommen zu dem Ergebnis, dass die Bedürfnisse vieler Menschen in der aktuellen Friedhofspraxis unberücksichtigt bleiben, die aktive Auseinandersetzung mit Trauer und Schmerz nicht vorgesehen sei. Die Möglichkeit für Hinterbliebene, in der Bestattungspraxis selbst handeln zu dürfen, wäre beispielsweise ein wichtiger Ansatz, jedoch bei den meisten Beisetzungsorten nicht möglich. Diese Haltung sei mitverantwortlich für die mangelnde Attraktivität und die zunehmend schwindende Akzeptanz bestehender Friedhöfe.

Wie ein Umdenken zugunsten einer auf heute Bedürfnisse angepassten Gestaltung der Trauerkultur gelingen kann,  darüber referieren und diskutieren am 25. Oktober 2019 im Maternushaus in Köln unter dem Titel „Heilsame Abschiede“ Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen: Referenten sind unter anderem der Soziologe und Akademische Berater Dr. Thorsten Henkel am Lehrstuhl Soziologie der Universität Passau, Prof. Bart Brands, Landschaftsarchitekt und Friedhofsplaner, Dr. Dirk Pörschmann, Kunsthistoriker, Direktor des „Zentralinstituts und des Museums für Sepulkralkultur“ in Kassel sowie Geschäftsführer der „Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.“. Ideeller Träger der Veranstaltung ist die „Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V“.

Heilsame Abschiede

Vom Wandel der Trauerkultur im Zeitalter der Individualität

Die Bedeutung von Raum, Zeit und Ort für die Trauer

Ein Kongress zur Weiterentwicklung von Friedhöfen

25. Oktober 2019, Maternushaus in Köln 

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.heilsame-abschiede.de 

 

Coverbild: Pixels/pixabay.de