Sieben Tage brauchten acht Fachmänner, dann war das Werk vollbracht: In der Woche nach dem Reformationstag begann die Grundreinigung der Stadt- und Pfarrkirche St. Marien in Wittenberg. Das UNESCO-Welterbe, in dem Luther die erste protestantische Predigt in deutscher Sprache hielt, vereint viele sensible Werkstoffe und verfügt zu deren Schutz auch noch über Feuchtesensoren. Das inoffizielle Motto der Aktion war demnach „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“, verrät Projektleiter Gerd Heidrich.

Kaercher Reinigungsaktion Wittenberg Marienkirche
Kultursponsoring zum 500. Jubiläum des Reformationsbeginns: Ein Spezial-Team von Kärcher reinigte die Wittenberger Stadtkirche St. Marien (Foto: Kärcher)
Kaercher Reinigungsaktion Wittenberg Marienkirche
Wischen und Absaugen in einem Arbeitsgang: Für eine möglichst sanfte Reinigung des Sandsteinbodens funktionierte die Scheuersaugmaschine in der Ein-Schritt-Methode (Foto: Kärcher)
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Viel Feingefühl: Das Kerzenwachs wurde mit relativ kühlem Dampf vom empfindlichen Sandsteinboden in Altarnähe gelöst, das Schmutzwasser sofort abgesaugt (Foto: Kärcher)
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Nicht nur der Segen kommt von oben: Das Reinigungsteam arbeitete sich konsequent vertikal durch das Kirchenschiff bis zum Boden (Foto: Kärcher)
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Sichtbar sauberer: Das älteste erhaltene Bauwerk Wittenbergs vor (links) und nach der aufwendigen Grundreinigung (Foto: Kärcher)
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Flechten und Moose am Sockel außen mussten dem Heißwasser-Hochdruckreiniger weichen (Foto: Kärcher)
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Goldkrone: Die dick verstaubten Blattgoldverzierungen an der Kanzelhaube wurden sanft abgesaugt (Foto: Kärcher)

Dem Wachs zu Leibe rücken, nicht dem Boden

Beim Großreinemachen zum Jubiläum in Wittenberg mangelte es nicht an Herausforderungen. 500 Jahre nach Beginn der Reformation konnte Luthers alte Wirkungsstätte, die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien, eine umfassende, aber sanfte Säuberung gebrauchen. Ob Grabmäler, Gesimse, Böden, Verzierungen oder Vorplatz: Verschiedene Werkstoffe mit unterschiedlichen Verschmutzungsprofilen, zu großen Teilen Natursteine, wurden fachmännisch vom Schmutz befreit.

Eine besonders sensible Aufgabe bestand in der materialschonenden Entfernung des Kerzenwachses aus dem empfindlichen Belag im Altarraum. „Der Boden aus Sandstein beispielsweise darf beim Reinigen kein Wasser ziehen, da er sonst Schaden nimmt“, erklärt Gerd Heidrich, der die Maßnahmen im Auftrag der Firma Kärcher leitete, welche die Durchführung der Säuberung im Reformationsjahr stiftete. Gleichzeitig erreicht der Feuchteschutz in dieser speziellen Raumsituation noch eine zusätzliche Dimension: „Die Kirche ist mit Feuchtigkeitssensoren ausgestattet, die die Luftfeuchtigkeit zum Schutz der Tafelbilder Cranachs permanent messen und zu hohe Werte anzeigen würden“, ergänzt der Projektleiter. Anstatt mit viel Wasser zu schrubben, lösten sie das Wachs mit ca. 90 °C heißem Dampf, das Schmutzwasser wurde direkt wieder abgesaugt.

Auch in der Gebetskapelle, ein Raum mit per se feuchtem Klima, galt es dieses nicht noch zu verstärken. Der Klinkerboden und die originalen Felssteine in den Lichtschächten wurden mittels Nasstrockensauger von losem Schmutz und Staub befreit. Weil das verwendete Modell NT 30/1 Tact Te alle 15 Sekunden seinen Filter abreinigt, war die Saugleistung dabei konstant.

Von oben nach unten durch den Kirchenraum

Die Abfolge der vielen einzelnen Reinigungsschritte erfolgte vertikal von oben nach unten. Von allen Gesimsen, Grabmälern und Ornamenten wurden zunächst Staub und Schmutz abgesaugt, selbiges gilt für das Kirchengestühl und schließlich den Boden. „Einerseits brauchten wir aufgrund der starken Verschmutzung eine hohe Saugleistung, andererseits gilt seit 1. September 2017 die Energieverbrauchsordnung ERP 2 der EU“, unterstreicht Heidrich eine Problematik. Neu entwickelte Trockensauger konnten aber mit 500-Watt-Turbinen nahezu die gleiche Saugeistung wie die älteren 1.300-Watt-Apparate entfalten.

Nach dem Abstauben bedurfte es aber doch etwas Wasser. Für die geölten Holzfußböden wie für die Holzsockel der Kirchenbänke gilt, dass eigentlich nur nebelfeucht gewischt werden sollte, um Schäden zu vermeiden. Hier wurde die extra schmale Scheuersaugmaschine BR 30/4 in Ein-Schritt-Methode verwendet. Dabei bleibt das Wasser nur einen Augenblick auf dem Objekt und wird sofort wieder abgesaugt. Ähnlich anspruchsvoll war die Nassreinigung der restlichen Sandsteinfußböden mit möglichst wenig Wasser und hoher mechanischer Kraft. Das Team rückte in Abschnitten von 20 Quadratmetern vor und konnte mit der Scheuersaugmaschine 40/10C bei 1.100 Umdrehungen und 260 Gramm Anpressdruck in Kombination mit Reinigungslösung und Walzenpads den Verschmutzungen beikommen.

Innen hui – außen auch

Eher klassische Reinigungsaufgaben folgten auf dem Weg aus dem Gotteshaus hinaus: Im Vorraum erhielt der Kalksteinboden durch eine langsamlaufende Einscheibenmaschine mit Diamant-Pads in drei Körnungen den Feinschliff. Außen wurden mit einem Heißwasserhochdruckreiniger Flechten und Mose am Sockel entfernt. „Durch das heiße Wasser (80 °C) wurde sehr schonend gereinigt“, betont Projektleiter Heidrich. „So konnte der Druck reduziert und auf Reinigungsmittel vollständig verzichtet werden.“

Sahnehäubchen Kanzelhaube

Trotz der modernen Maschinen war bei der reich verzierten Kanzelhaube Handarbeit gefragt. Für derlei diffizile Fälle gehören zwei Gebäudereinigermeister mit Spezialausbildung für restauratorisches Reinigen zum Team. Sie saugten die völlig verstaubten Blattvergoldungen der Kanzel mit Rosshaarbürsten und um die Hälfte reduzierter Geräteleistung und säuberten sie dann mit imprägnierten Tüchern. Gleiches gilt für die Grabdeckel aus Alabaster. Neben dem gereinigten Gesamtkunstwerk steht schließlich ein glücklicher Projektleiter Heidrich: „Es war für uns wirklich etwas Besonderes, auf Luthers Spuren einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Kirche auch in Zukunft für viele Besucherinnen und Besucher erhalten bleibt.“

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Berchtesgaden vergibt beliebte Grabplätze per Los

Stein Magazin
äußerst beliebte letzte Ruhestätte. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Losverfahren sichert faire Vergabe

Deutschlandweit leeren sich die Friedhöfe. Deutschlandweit? Nein. Ein kleines bayrisches Städtchen hat so beliebte Grabstätten, dass es ein Losverfahren durchführt.


Berchtesgaden
Berchtesgaden in Bayern hat mit dem Alten Friedhof eine altehrwürdige, äußerst beliebte letzte Ruhestätte. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Der Alte Friedhof in Berchtesgaden ist schön und altehrwürdig, 1685 an einem terrassierten Steilhang angelegt. Er steht unter Denkmalschutz und ist geprägt durch imposante Grabmäler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Und er ist eine begehrte letzte Ruhestätte – die Friedhofsverwaltung der Gemeinde hat deshalb einen ungewöhnlichen Entschluss gefasst: Die Wiederbelegung hat im Juli mittels Losverfahren stattgefunden. 140 Erdbestattungs- und 60 Urnengräber hat die Stadt neu vergeben. Rund 280 Bewerber nahmen am Verfahren teil. Zugelassen wurde, wer einen Wohnsitz im Friedhofsverbandsgebiet und einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

Oliver Wirthmann, der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Bestatter, hält das unkonventionelle Verfahren für ein gutes Zeichen für die Friedhofskultur. In Zeiten, in denen der Trend zu Urnenwänden und Friedwäldern stetig wächst, klagen deutsche Friedhöfe sonst ja eher selten über Platzmangel.

Eine Umfrage des Forschungsinstituts Emnid spiegelt diese Entwicklung wider: Nur jeder vierte Deutsche will demnach noch in einem Sarg und unter der Erde begraben werden. Fast zwei Drittel lassen sich einäschern. 13 Prozent derer, die auf einem Friedhof bestattet werden wollen, setzen dabei auf Urnenwände oder ein Grab unter einem Baum – Motto: möglichst pflegeleicht für die Hinterbliebenen.

Für die Grabplätze in Berchtesgaden haben sich vor allem Bürger beworben, die in ihrer eigenen Gemeinde bestattet werden wollen. Der Alte Friedhof war zuvor jahrzehntelang voll belegt. Nur Alteingesessene, deren Familien noch ein Grabrecht besaßen, konnten ihre Verstorbenen auf dem Friedhof bestatten. Er umfasst ingesamt rund 1.500 Grabstätten. 200 von ihnen sind nun in einem fairen Verfahren neu vergeben.

Homeoffice mit Han Solo

Stein Magazin

Seit 40 Jahren schlägt das Imperium zurück: Am 17. Mai 1980 wurde die nach heutiger Zählung fünfte, damals zweite Star-Wars-Episode „The Empire Strikes Back“ im Kennedy Center zu Washington D.C. uraufgeführt. Die globale Fangemeinde der mächtigen Space-Opera-Saga ist groß und das Portfolio an Merchandise-Artikeln scheint unendlich. Eine ganz besondere persönliche Hommage an seine Helden aus einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit hat sich Hausbesitzer Rob Equi aus Sacramento geschaffen – mit hellen und dunklen Belägen von Neolith.

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Der Boden des Star-Wars-Homeoffice soll an das Holo-Schachbrett aus dem Millennium Falken erinnern. Es besteht aus Neolith in den Varianten „Basalt Black Satin“ und „Cement Satin“. Foto: Neolith
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Kreatives Umfeld für die Heimarbeit: Augenarzt Rob Equi hat sich, unterstützt von der Designerin Miche Victoria, sein privates Star-Wars-Universum ins Büro geholt. Foto: Neolith
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Vorn kann der Hausherr chillen, dahinter ist Han Solo in Karbonit eingefroren. Foto: Neolith
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Das Homeoffice finden Sie ganz leicht: Links an Boba vorbei, und dann treffen Sie auch gleich den Death Trooper, der es bewacht. Foto: Neolith
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California Dreaming: Krieg-der-Sterne-Erfinder George Lucas hat in Marin County seine fulminante Skywalker Ranch, Dr. Rob Equi hier in Sacramento sein persönliches kleines Star-Wars-Universum. Foto: Neolith

Ein neues Homeoffice

An seinem sechsten Geburtstag spürte er zum ersten Mal die Macht: Es war der 25. Mai 1977, der Tag an welchem der erste Star-Wars-Film „A New Hope“ in den Kinos anlief, und wie Rob Equi sich erinnert, fand ein Familienausflug dazu statt. Seither ist der Krieg der Sterne fester Bestandteil seines Lebens. Der kleine Junge von damals ist heute Arzt und Netzhautspezialist, was ihm – ähnlich wie seinen Jedi-Vorbildern – erlaubt, beruflich Laser zu benutzen.

Als er nun mit seiner Familie das Wohnhaus renovierte, entschloss er sich, seinem Homeoffice und dem angrenzenden Loungebereich einen besonderen Touch zu verleihen: „Ich wollte einen Raum haben, der unter dem Star-Wars-Motto stand. Ich hatte eine ganze Reihe von hochwertigen Erinnerungsstücken, die ich auf coole, lustige und eindrucksvolle Weise zur Schau stellen wollte und dafür wollte ich einen Platz haben, zu dem ich nach der Arbeit hingehen und in meine Kindheit eintauchen kann.”

Die Designerin schlägt zurück

Nachdem Equi schon während der ersten drei Bauphasen mit Miche Victoria, Senior Designerin bei Benning Design Construction, zusammengearbeitet hatte, vertraute er ihr vorbehaltlos an, sein ganz besonderes Anliegen zu verwirklichen. „Ich habe ihr in groben Zügen gesagt, was ich wollte. Es musste ein bewohnbarer Büroraum sein, deshalb durfte es nicht aussehen wie an einem Filmset, aber gleichzeitig wollte ich auch einige Designelemente, die mich an dieses Universum erinnerten. Beispielsweise ist die Beleuchtung in diesen Filmen ein sehr wichtiges Motiv.” Auf ihrer Suche nach ikonischen Szenen fand Victoria Inspiration in der ursprünglichen Trilogie.

Die Rückkehr des Holo-Schachbretts

Oft ist der Bodenbelag der erste Schritt in Miche Victorias Designprozess, weil er die Grundlage für alles andere ist – so auch hier. So zeigt sich das Geläuf in Equis Homeoffice unwissenden Augen als ein kreisförmiges, modern anmutendes Schwarz-Weiß-Muster. Für Star-Wars-Fans ist es eine Hommage an das Brett, auf dem Chewbacca und C-3PO in Han Solos Raumschiff, dem Millennium Falken, Holo-Schach spielen.
Designerin Victoria wollte ein Material, das zu den anderen Designelementen passt und auf das sie große Stücke hält: Neolith-Beläge, vom Hersteller gesinterter Stein genannt, hatte sie schon mehrfach in anderen Projekten eingesetzt und ist von diesen Porzellankeramiken überzeugt. Sie geht sogar so weit, zu sagen: „Für mich kommen keine anderen Materialien in Frage. Für ein kundenspezifisches Design wie dieses war Neolith ein Kinderspiel. Man kann so viel damit machen. Die Möglichkeiten der Anpassung sind unglaublich. Es hebt sich wirklich dank seiner vielen Stärken und Finishs von seinen Wettbewerbern ab. Ich liebe diese nahtlosen Übergänge.” Um die Ästhetik des Raumschiffs aus dem Film einzufangen, vermied sie den sauberen Kontrast eines herkömmlichen Schachbretts und entschied sich stattdessen dafür, die beiden Neolith-Varianten „Basalt Black Satin“ und das Industrial-Charme verströmende „Cement Satin“ zu kombinieren.
Bei der Umsetzung des kundenspezifischen Motivs bekam die Designerin Unterstützung von den Vertriebspartnern Evolv Surfaces und Natural Stone Design Fabrication. Bauherr Rob Equi zeigt sich sehr glücklich mit dem Ergebnis: „Die Neolith-Materialien sind einfach fantastisch. Das matte Finish passt perfekt zum bewohnten Universum von Star Wars. Es ist nicht das typische Science-Fiction-Design, bei dem alles auf Hochglanz poliert, neu und utopisch ist.”

Jedi-Design-Tricks

Neben dem Bodenbelag ist auch die Beleuchtung wichtig für das richtige Flair: Hinter Equis Schreibtisch erinnern zwei große hinterleuchtete Wandplatten an das Set der Kampfszene zwischen Obi-Wan und Darth Vader aus dem ersten Teil „A New Hope“, die restlichen illuminierten Wandbekleidungen in der Büro-Rotunde sind von der „Ich bin dein Vater“-Szene inspiriert. Weitere liebevolle Details und Exponate: An der Wand des Loungebereichs nebenan steht eine lebensgroße Nachbildung von Han Solo in Karbonit an der Wand. Hier ist man umgeben von Star-Wars-Devotionalien des Hausherren, wie etwa Kostümen, einem X-Wing-Pilotenhelm und einem Blaster-Nachbau. Auch wenn er selbst der größte Fan der Filmreihe im Hause ist, Rob Equis Frau und Kinder tragen seine Liebe mit zum Heldenepos aus einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit: Sie teilen sich ihr Heim mit Boba Fett, einem imperialen Death Trooper und Han Solo – sowie natürlich Chewie, bei dem es sich in diesem Fall nicht um den Wookie und besten Freund Solos handelt, sondern den Labradoodle der Familie.