„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“

Streik-Natursteinbranche
Streikende vor der Norddeutschen Naturstein GmbH. Foto: IG BAU

 

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ – so lautet die Forderung der Natursteinwerker in ostdeutschen Ländern. Die Mitarbeiter der Norddeutschen Naturstein Gesellschaft (NNG) befanden sich letzte Woche im Ausstand. In den nächsten Tagen und Wochen soll der Streik auf weitere Betriebe der Baustoffindustrie in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen ausgeweitet werden.

Unterschiede zwischen Ost und West

Grund für den Streik: Die Kollegen aus dem Westen erhalten bis zu 15 Prozent mehr Gehalt als die Natursteinwerker im Osten Deutschlands. „Damit muss Schluss sein“, forderten die Streikenden.

Ein Argument für den Lohn- und Gehaltsunterschied von Seiten der Branche ist, dass die Baustoffe im Osten günstiger sind. Gewerkschaftssekretär Thomas Waldheim von der IG Bauen-Agrar-Umwelt hält dagegen: „Das Argument kann nicht gelten, denn die Arbeit für die Leute in der Baustoffindustrie ist gleich schwer.“

Streik in der Firma Wegener Kalkstein

An der Zufahrt der Firma Wegener Kalkstein in Walbeck waren letzte Woche Schilder mit der Aufschrift „Streik“ zu sehen – Arbeitnehmer aus der Frühschicht kamen um fünf Uhr morgens zusammen. Viele Angestellte arbeiten bereits über 20 Jahre für die Firma.

„Fast alle Kollegen der Frühschicht stehen hier. Wir haben jetzt 28 Jahre nach der Deutschen Einheit. Der Unterschied ist immer noch krass. Vergleichbare Arbeitnehmer in Niedersachsen verdienen für die gleiche Tätigkeit 2,56 Euro die Stunde mehr“, erklärt Thomas Waldheim. „Da kann man den Frust der Kollegen verstehen.“

Die Tarifforderung

Der Streik kommt nicht überraschend. Es gab mehrere Warnstreiks der NNG-Mitarbeiter, nachdem die Verhandlungen um das letzte Arbeitgeberangebot gescheitert waren. Darin war eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen in zwei Stufen vorgesehen: 3,5 Prozent zum 1. Januar 2018 und nochmals 3,0 Prozent zum 1. Juli 2018. Auf Arbeitnehmerseite liegt die Forderung allerdings bei 4,8 Prozent in Stufe eins und bei 4,2 Prozent in Stufe zwei.