Das Motto “Steine als Handelsgut und Zeichen des Wohlstandes der Hanse” passt zu Lübeck als Veranstaltungsort der 13. Arbeitstagung „Steine in der Stadt“. Das gleichnamige Netzwerk „Steine in der Stadt“ lädt zusammen mit dem GeoPark Nordisches Steinreich unter diesem Leitspruch dazu ein, vom 13. bis 15.04.2018 die Gesteinswelt der Ostseeregion zu erkunden und dabei mit anderen Steinprofis ins Gespräch zu kommen. Anmeldungen werden jetzt entgegengenommen.

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Die restaurierte Feldsteinkirche Ratekau stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist eines der Exkursionsziele. Foto: Genet / Wikimedia Commons
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Am Abschluss der Arbeitstagung steht eine geologische Exkursion zum Brodtener Steilufer bei Travemünde. Foto: Jürgen Howaldt / Wikimedia Commons

Vorträge und Exkursionen

Gestein im urbanen Raum ist ein Thema für Steinmetze und Architekten genauso wie für Restauratoren, Geologen, Archäologen, Historiker und Kulturvermittler. In der geschichtsträchtigen Hansestadt Lübeck wird der Schwerpunkt der Vorträge auf Naturwerksteinen als Handelsgut und Zeichen des Wohlstandes im Mittelalter liegen. Besonders im Fokus stehen also – geografisch und kulturgeschichtlich passend – skandinavische Gesteine und ihre historischen und natürlichen Transportwege. Bereits zur Wikingerzeit wurden etwa Kalksteine von Öland und Gotland exportiert und seit dem 13. Jahrhundert Bodenplatten, Tauffünten, Grabplatten, Epitaphe und Beischlagwangen im größeren Stil im Ostseeraum gehandelt.

Gleichzeitig nähert sich die 13. Arbeitstagung „Steine in der Stadt“ dem Thema Stein auch aus anderen Richtungen. Ob Steinmetz oder Geowissenschaftler, alle haben ihren speziellen Zugang zu diesem Material und seiner Geschichte. Das spannende Element soll sein, dass all diese verschiedenen Perspektiven zusammenkommen und die Teilnehmer sich fachübergreifend austauschen. Ein interessantes Konzept, um neue Anregungen für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Auf dem Programm stehen Impulsvorträge und gemeinsame Exkursionen. Besucht werden historische Bauwerke der Lübecker Innenstadt, die Natursteinmanufaktur Wolf und mit der restaurierten Feldsteinkirche Ratekau aus dem 12. Jahrhundert eine der letzten Vicelinkirchen der Region. Zum Abschluss gibt es einen Abstecher an die Ostsee zur geologischen Führung am Brodtener Steilufer bei Travemünde.

Für Schnellentschlossene beträgt die Anmeldegebühr bis zum 15. Dezember 2017 nur 50 Euro pro Person (ermäßigt für Studierende und Arbeitslose 25 Euro). Danach kostet die Teilnahme 60 Euro (ermäßigt 30 Euro). In der Gebühr ist der Tagungsband enthalten. Zur Veranstaltungsseite mit dem Online-Anmeldeformular hier klicken.

 

Zu den Veranstaltern:
Das Netzwerk „Steine in der Stadt“ will Naturstein-Fachpublikum überregional zusammenbringen.
Der GeoPark Nordisches Steinreich, Deutschlands nördlichster GeoPark, verfolgt den Ansatz, Laien für die faszinierende Welt der Gesteine zu gewinnen.

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Scuola di Scultura öffnet wieder

Stein Magazin
etwa Bildhauen für Fortgeschrittene und Gipsmodelle. Foto: Scuola di Scultura

Am Fuße des Marmorbergs im Tessiner Peccia geht’s wieder los. In Sommer-Kursen wie figürliches Modellieren und Bildhauen für Fortgeschrittene sind Plätze frei.

Im Mai startete die Scuola di Scultura ein Crowdfunding. Denn wegen Corona konnte sie monatelang lang weder Kurse anbieten noch Gäste empfangen. Das angestrebte Fundingziel von 50.000 CHF wurde weit übertroffen. Insgesamt kamen 93.724 CHF zusammen. Seit Anfang Juni gibt die Schule nun wieder Kurse.

In verschiedenen Kursen sind Plätze frei:

Figürliches Modellieren und Gipsabguss

vom 28. Juni bis 3. Juni 2020
Unter der Leitung von  Thomas Hunziker modellieren die Teilnehmenden einen weiblichen Akt in Ton. Sie arbeiten an drei Tagen an dem Modell gearbeitet. Die Figur wird dann mit Gips abgeformt und kann in Gips oder Zement gegossen werden.



Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Resculpting
vom 19. bis 31. Juli
Alle Teilnehmenden bringen eine Fotografie, Zeichnung oder ein Video eines plastischen Werks mit. Unter Anleitung von Kursleiter Roland Hotz meißeln sie die persönliche, soweit wie möglich von Hand, als „Taille-Direct“ in ein Stück Peccia-Marmor.

Gips direkt
vom 2. bis 7. August 2020
In dieser Kurswoche leitet Hansulrich Beer  die Teilnehmenden an, direkt mit Gips Modelle zu gestalten, die später in Stein oder Holz umgesetzt werden können.

Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Drehung

vom 16. bis 28. August 2020
In diesen beiden Kurswochen steht das Thema “Drehung” im Fokus. Kursleiter Hans-Peter Profunser leitet die Teilnehmenden an, ihre individuelle Formensprache zu entwickeln und herauszuarbeiten.



Alle Kurse sowie die Anmeldungsformulare finden sich auf der Seite der Schule.

Kraftprotz mit Geschichte

Stein Magazin
bis auf kleine Bereiche

In der Oktoberausgabe 2017 berichtet die STEIN über die Fassadenrestaurierung des historischen Wasserkraftwerks Raffelberg in Mülheim an der Ruhr. Das fast 100 Jahre alte Querbauwerk ist mit Ettringer und Weiberner Tuffsteinen verkleidet und hatte im Laufe der Zeit schwarze Patina angesetzt. Die erforderlichen Maßnahmen waren vielfältig: Reinigen, Rückverankern, Fugenmaterial erneuern, Vierungen setzen. Wie auch bei der ehemaligen Bahndirektion in Köln (siehe STEIN 04/2017) hat die Firma Denkmalpflege Schorn die fachmännischen Arbeiten durchgeführt.

01-schwarze Patina
Vor der Reinigung: Blick von der Raffelbergerbrücke auf die fast 100 Jahre alte Tuffsteinfassade, die von einer schwarzen Patina überzogen ist. Foto: Denkmalpflege Schorn
02-Fassadenschäden
Nach der Reinigung: Detailfoto von Steinkonsole und Bogenstein sowie fehlendem Fugenmaterial. Foto: Denkmalpflege Schorn
03-neue Bogensteine
Stark beschädigte Steine mussten ersetzt werden. Die neuen Steine, hier ein Bogenstein, wurden in der Werkstatt aus dem gleichen Tuff gefertigt. Foto: Denkmalpflege Schorn
04-alte Balkonbrüstung
Die Balkonbrüstung: Durch Frost-Tau-Wechsel rosteten die Eisenteile und sprengten die Betonabdeckung. Foto: Denkmalpflege Schorn
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Zuerst hat man die brüchige Betonabdeckung und die rostigen Eisenteile mit dem Stemmeisen entfernt … Foto: Denkmalpflege Schorn
06-neuer-Edelstahl
… und neue Edelstahlteile stattdessen eingebaut. Foto: Denkmalpflege Schorn
07-neue Brüstung
Den Abschluss bilden jetzt neue anthrazitfarbene Steine aus Mendiger Basaltlava mit feingeschliffener Oberfläche. Foto: Denkmalpflege Schorn
08-nach Restaurierung
Die Natursteinfassade ist mittlerweile, bis auf kleine Bereiche, gereinigt und restauriert. Foto: Tanja Slasten
09-Innenraum
In der großen Halle, deren Innenwände mit Travertin verkleidet sind, stehen noch die Originalgeneratoren aus den 1920er-Jahren. Foto: Tanja Slasten

Interessierte können bei einer Hafenrundfahrt auf der Ruhr unter anderem auch hinter die Kulissen des denkmalgeschützten Wasserkraftwerks schauen und dabei die Originalgeneratoren aus den 1920er-Jahren bewundern.

Standort:                   Raffelbergbrücke 8 in 45478 Mülheim an der Ruhr

Anmeldung unter:     0208 960 960 oder 0208 960 999 6