Werbeverbot auf dem Friedhof

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Die Relevanz des Werbeverbots auf Friedhöfen

In einem aktuellen Urteil vom 10. November 2016 hat das Landgericht Stade einem Bestatter verboten, seine auf Friedhöfen aufgestellten Grabkreuze mit dem Firmenlogo zu versehen. Laut Gericht müssten Besucher auf dem Friedhof vor Werbung geschützt werden.

Nachdem ein Wettbewerber nach erfolgsloser Abmahnung gegen den Bestatter auf Unterlassung geklagt hat, bekräftigte das Landgericht Stade in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen 8 O 100/16), dass Friedhofswerbung zu untersagen ist. So heißt es im Urteil: „Der Beklagte stellt Holzkreuze im Auftrage seiner Kunden auf Grabstellen, die im oberen Bereich über dem Querbalken mit dem aufgeklebten Firmenlogo, einem stilisierten Engel, versehen sind.“

Das in der Friedhofssatzung enthaltene, uneingeschränkte Werbeverbot „soll auch den Interessen der Friedhofsbesucher (Verbraucher) dienen, auf dem Friedhof als einem Ort des Gedenkens an Verstorbene und der Trauer von Werbung verschont zu werden“, heißt es im Urteil. Die Werbemaßnahme des Bestatters auf Grabkreuzen würde Besucher an ihrem Rückzugsort belästigen.

Das Landgericht Stade hat darüber hinaus geurteilt, dass „aufgrund der Platzierung des Firmenlogos oben auf dem Holzkreuz sich Hinterbliebene und sonstige Besucher der grafischen Darstellung nicht entziehen können.“ Zudem sieht das Gericht einen offensichtlichen Wettbewerbsnachteil für andere Bestattungsunternehmen, die sich an das Werbeverbot halten, wenn Grabkreuze mit einem sichtbaren Logo versehen werden.

Nähere Informationen zum Urteil erhalten Sie bei alexander.helbach@aeternitas.de.

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Versunkene Steingeheimnisse

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Noch bis 16. Juli 2017 kann im Museum Rietberg Zürich die Ausstellung „Osiris – das versunkene Geheimnis Ägyptens“ besucht werden. Zu sehen sind faszinierende jahrhundertealte Steinobjekte, die im 8. Jahrhundert im Meer versanken.

Auf rund 1.300 Quadratmetern werden 250 Werke – Statuen, Kultgegenstände, Sarkophage und Götterbilder aus sechzehn Jahrhunderten – ausgestellt. Sie wurden bei Unterwassergrabungen des Europäischen Instituts für Unterwasser-Archäologie (Institut Européen d’Archéologie Sous-Marine, IEASM) in der Bucht von Abukir, Ägypten, entdeckt. Die Forschungsarbeiten wurden – unter der Leitung von Franck Goddio und in Kooperation mit dem Ägyptischen Ministerium für Altertümer an Ägyptens Mittelmeerküste und der Hilti Foundation – in den beiden Städten Thonis-Herakleion und Kanopus vor der Küste Ägyptens durchgeführt. Die Sammlung wird um 40 Stücke ergänzt, die aus Museen in Kairo und Alexandria stammen. Der Großteil wird zum ersten Mal außerhalb Ägyptens präsentiert.

Kolossalstatue-Gott-Hapi-Granit
Die Ausgrabung der Kolossalstatue Hapi aus rosa Granit.(Foto: Christoph Gerigk, Franck Goddio / Hilti Foundation)
Osiris-Stele von Thonis-Herakleion-Granodiorit
Auch die knapp zwei Meter hohe Stele aus schwarzem Granodiorit… (Foto: Christoph Gerigk, Franck Goddio / Hilti Foundation)
Osiris-Statuettenkopf-Kalkstein
… und der Kopf einer zypriotischen Statuette aus Kalkstein wurden in der versunkenen Stadt Thonis-Herakleion entdeckt. (Foto: Christoph Gerigk, Franck Goddio / Hilti Foundation)
AUFBAU STATUEN AEGYPTEN AUSSTELLUNG
Aufbau der Kolossalstatuen auf dem Museumsvorplatz. (Manuel Lopez / PPR)
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Der Apis-Stier aus Basalt wurde am Eingang der unterirdischen Galerien des Serapeums in Alexandria entdeckt. (Foto: Christoph Gerigk, Franck Goddio / Hilti Foundation)
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Aus schwarzem Granit wurde die Statue der Arsinoë aus dem 3. Jahrhunder v. Chr. gemeißelt. (Foto: Christoph Gerigk, Franck Goddio / Hilti Foundation)

Steinexponate im Museum Rietberg Zürich

In der Osiris-Ausstellung sind auch zahlreiche Steinobjekte zu finden. Viele wurden in der Stadt Thonis-Herakleion entdeckt, wie die Statue der Arsinoë aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Sie wurde aus schwarzem Granit gemeißelt und stellt die ptolemäische Königin Arsinoë II. in der Gestalt der Göttin Isis dar. Die Stele von Thonis-Herakleion, ein weiterer Fund aus der versunkenen Stadt, besteht aus schwarzem Granodiorit und trägt die Maße 199 Zentimeter x 88 Zentimeter.
Besonders beeindruckend ist eine der drei Kolossalstatuen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Die Statue aus rosa Granit präsentiert den ägyptischen Gott Hapi – Gott der Nilflut und Fruchtbarkeit. Die 5,40 Meter hohe Figur wurde in der Nähe eines Tempels in Thonis-Herakleion gefunden und ist die größte Statue einer Gottheit, die bisher in Ägypten ausgegraben wurde.
Auch der Apis-Stier – eine Leihgabe aus dem Griechisch-Römischen Museum in Alexandria – kann im Museum Rietberg besichtigt werden. Die Lebensgroße 1,90 Meter hohe Basaltstatue wurde am Eingang der unterirdischen Galerien des Serapeums in Alexandria entdeckt.

Die Restaurierungsarbeiten

Die Funde aus dem Meeresgrund mussten zunächst vorsichtig von Sedimenten und Salzen befreit werden. Aufgrund des Salzes im Meerwasser bekommen besonders Steinobjekte, nach der Reinigung und der Berührung mit Sauerstoff, Risse. Um diese Reaktion zu verhindern, werden die Figuren, nach einer ersten Reinigung mit Skalpell und Mikro-Meißel auf dem Forschungsschiff, in ein Entsalzungsbad gelegt. Vor allem bei Stein kann die Entsalzung manchmal Jahre dauern. In Alexandria werden die Stücke in eigenen Kunststoffbehältern aufbewahrt und weiter behandelt. Zum Schutz vor Verwitterung werden bestimmte Steine mit einem Acrylharz infiltriert. Viele der Objekte sind aufgrund der verschiedenen Schichten von Sediment, Seepocken, Korallen und anderen Meeresorganismen gut erhalten.

Erfahren Sie mehr über die Ausstellung der jahrhundertealten Steinobjekte. 

Zur Lage der Handwerksnation

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Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und selbst Malermeister

Nächstes Wochenende, am 24. September 2017, steht die 19. Bundestagswahl an. Ein guter Anlass für STEIN-Autorin Bärbel Daiber, bei Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer einmal nachzufragen, wie es um das Verhältnis zwischen Handwerk und Bundespolitik steht und welche Forderungen und Erwartungen der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) an die künftige Regierung hat.

STEIN: Herr Wollseifer, Handwerk und Mittelstand erfahren von der Politik endlich mehr Wertschätzung. Wie wirkt sich das aus, und wo hapert es noch?

Hans Peter Wollseifer: Der deutsche Mittelstand und als dessen wichtiger Bestandteil die mehr als eine Million Handwerksbetriebe haben sich in Krisenzeiten als sehr robust erwiesen. Sie haben sich zugleich als der Wirtschaftsbereich hervorgetan, auf den die Politik gerade auch mit Blick auf herausragende gesellschaftspolitische Herausforderungen wie etwa die Flüchtlingsintegration zählen kann. Das Handwerk wirkt gesellschaftspolitisch wie wirtschaftlich stabilisierend. Das hat entscheidend auch mit dem dualen Ausbildungssystem zu tun, das für Ausbildungsqualität und für den Nachschub an qualifizierten Fachkräften sorgt. Auch wenn das inzwischen in der Politik überwiegend so gesehen wird, ist bei der finanziellen Unterstützung der beruflichen Bildung und der Ausbildungsförderung, etwa bei der Höheren Berufsbildung, noch viel Luft nach oben. Damit unsere Betriebe weiter erfolgreich sein können, braucht es zudem entsprechende Rahmenbedingungen. Überflüssige Bürokratie muss weiter abgebaut werden. Und was die Belastungen durch Steuern und Sozialabgaben angeht, sind unsere Betriebe an der Schmerzgrenze. Damit sie wettbewerbsfähig bleiben, dürfen auch künftig die Sozialabgaben 40 Prozent keinesfalls überschreiten.

STEIN: Was wurde in der vergangenen Legislaturperiode an dringenden Maßnahmen für das Handwerk versäumt, was jetzt dringend angegangen werden müsste?

Hans Peter Wollseifer: Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es dringlich, die berufliche Bildung wieder attraktiver für junge Menschen zu machen. Dazu braucht es eine bessere Ausstattung unserer Berufsbildungsstätten, ein Update für die Berufsschulen und eine insgesamt stärkere Förderung der beruflichen Bildung. Nach dem erfolgreichen Hochschulpakt muss es nun einen Berufsbildungspakt geben, auch als Ausdruck der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Wir haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass viel mehr energetische Sanierungen von Gebäuden nötig sind, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen – steuerliche Anreize können entscheidend dazu beitragen, dass investiert wird. Hier könnte man bereits viel weiter sein. Es ist in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Strompreise für mittelständische Betriebe und Privathaushalte im Griff zu behalten, die EEG-Umlage steigt und steigt. Aus Sicht des Handwerks kann nicht hingenommen werden, dass kleinere und mittlere Betriebe für die Privilegierung der Großunternehmen, die von der Umlage befreit sind, zur Kasse gebeten werden.

STEIN: Welches sind die drei wichtigsten Themen des Handwerks, um die sich die Politik jetzt dringend kümmern muss? Und welche zentralen Forderungen des Handwerks an die künftige Bundesregierung leiten Sie daraus ab?

Hans Peter Wollseifer: Dass dringend etwas bei der Finanzierung der Energiewende geschehen muss, habe ich schon angesprochen. Die Kosten müssen fair verteilt und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden, und es muss eine sichere und bezahlbare Energie- und Stromversorgung gewährleistet sein. Gerade für die Handwerksbetriebe in ländlichen Regionen ist es sehr wichtig, dass sie Zugang zu schnellem Internet haben. Hier müssen wir bei der Anbindung deutlich schneller werden. Notwendig ist für die Betriebe außerdem ein zeitgemäßes Datenrecht. Bei Steuern und Sozialabgaben darf es keine weiteren Belastungen für unsere Betriebe geben. Beispielhaft verweise ich auf den Bereich der Rente: Hier rächen sich Fehler der Vergangenheit wie die Mütterrente oder die Rente mit 63. Dadurch wird die Rentenkasse jedes Jahr mit mehreren Milliarden Euro belastet. Wir müssen dringend die Kosten bei der Rente im Griff behalten. Es sollte daher auf keinen Fall weitere Leistungsausweitungen geben, die dann aus Beitragsmitteln zu finanzieren sind. Vielmehr muss es darum gehen, die Rente demografiefest zu gestalten, indem beispielsweise das Renteneintrittsalter – wie künftig in Dänemark – an die Lebenserwartung geknüpft wird.

STEIN: Vielen Dank für das Gespräch.