Werbeverbot auf dem Friedhof

Stein Magazin

Die Relevanz des Werbeverbots auf Friedhöfen

In einem aktuellen Urteil vom 10. November 2016 hat das Landgericht Stade einem Bestatter verboten, seine auf Friedhöfen aufgestellten Grabkreuze mit dem Firmenlogo zu versehen. Laut Gericht müssten Besucher auf dem Friedhof vor Werbung geschützt werden.

Nachdem ein Wettbewerber nach erfolgsloser Abmahnung gegen den Bestatter auf Unterlassung geklagt hat, bekräftigte das Landgericht Stade in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen 8 O 100/16), dass Friedhofswerbung zu untersagen ist. So heißt es im Urteil: „Der Beklagte stellt Holzkreuze im Auftrage seiner Kunden auf Grabstellen, die im oberen Bereich über dem Querbalken mit dem aufgeklebten Firmenlogo, einem stilisierten Engel, versehen sind.“

Das in der Friedhofssatzung enthaltene, uneingeschränkte Werbeverbot „soll auch den Interessen der Friedhofsbesucher (Verbraucher) dienen, auf dem Friedhof als einem Ort des Gedenkens an Verstorbene und der Trauer von Werbung verschont zu werden“, heißt es im Urteil. Die Werbemaßnahme des Bestatters auf Grabkreuzen würde Besucher an ihrem Rückzugsort belästigen.

Das Landgericht Stade hat darüber hinaus geurteilt, dass „aufgrund der Platzierung des Firmenlogos oben auf dem Holzkreuz sich Hinterbliebene und sonstige Besucher der grafischen Darstellung nicht entziehen können.“ Zudem sieht das Gericht einen offensichtlichen Wettbewerbsnachteil für andere Bestattungsunternehmen, die sich an das Werbeverbot halten, wenn Grabkreuze mit einem sichtbaren Logo versehen werden.

Nähere Informationen zum Urteil erhalten Sie bei alexander.helbach@aeternitas.de.

Könnte dich auch interessieren

Marble Architectural Awards 2014

Stein Magazin

Advertorial Artikel Parallax Article

Jedes Jahr verleiht die Internazionale Marmi e Macchine Carrara die »Marble Architectural Awards« (MAA) auf der Messe Carraramarmotec. Dabei steht jeweils eine von sechs verschiedenen Regionen im Mittelpunkt. 2014 war dies Nordamerika, genauer gesagt die USA, Kanada und Mexiko. So zeigen sich deutliche Trends und Entwicklungen jeweils innerhalb einer Region. Auf der diesjährigen CarraraMarmotec wurden nun die Gewinner geehrt.

Das Lakewood Cemetery Garden Mausoleum in Minneapolis (USA)
Foto: Paul Crosby

Im Zuge der Wirtschaftskrise nach 2007 zeigte sich in Nordamerika ein deutlicher Trend zu mittelgroßen Projekten. Weniger Naturstein wurde nachgefragt; wo jedoch die Wahl auf ihn fiel, legte man großen Wert auf die Qualität und Oberflächenverarbeitung. Der Einsatz von Naturstein aus allen Teilen der Welt zeigt erneut die Globalisierung des Handels.

None

Die Lobby des Gebäudes 135 Main Street, San Francisco (USA)
Foto: Matthew Millman

Den ersten Preis der Kategorie »Außenraum« ging an die HGA Architekten und Ingenieure für das Lakewood Cemetery Garden Mausoleum in Minneapolis, bei dem weißer Carraramarmor und verschiedene amerikanische Granite zum Einsatz kamen. Gewinner in der Kategorie »Innenraum« ist das Studio Aston Pereira and Associates mit der Lobby für das Gebäude der 135 Main Street in San Francisco. Sie verwendeten dort den griechischen Marmor, Jurakalkstein aus Deutschland, italienischen Marmor und französischen gelben Onyx. Und die Gewinner der Kategorie »Urban Design« ist Jacobo Micha Mizrahi für seine »Parallel Lives« in Vera Cruz (Mexiko). Das Monument besteht aus verschiedenen mexikanischen Gesteinen.

»Parallel Lives« in Vera Cruz, Mexiko
Foto: Archetonic/Eduardo Zaletas/Quitagrapas Estudio Mexico City

Die mit dem Marble Architectural Awards geehrten Projekte sind in einem Katalog zusammengefasst. Dieser Katalog legt dabei besonderen Wert auf den Stein selbst, seine technischen Details und seine Verarbeitung. Die Messe Carraramarmotec fand zuletzt im Mai 2014 im italienischen Carrara statt.

Das heimische Grün als Auftragsfeld

Stein Magazin

Der Garten ist in wie noch nie. Die Gestaltung der Oasen rund ums Haus gehört noch nicht zu den priorisierten Arbeitsgebieten der Steinmetze. Zeit zum Umdenken! Denn der Bedarf an Terrassen, Brunnen, Teichen, Mauern oder Skulpturen aus Naturstein steigt ständig.

Gartenarbeit kann etwas Meditatives haben: Durch „Slow Gardening“ wollen die Menschen der Hektik des modernen Lebens entkommen, um wieder eins mit der Umwelt und ihrer Umgebung zu werden. Vor der Haustür gibt es also viel zu tun, und Steinmetze erwartet ein breites Aufgabenspektrum. Steinmetz- und Bildhauermeister Andreas Scherer aus Kirchberg an der Jagst widmet etwa 50 Prozent seiner Arbeitszeit der Gestaltung von Gärten.

Terrassenplatten aus Tittlinger Feinkorn-Trittsteine aus Fürstensteiner Granit
Der private Saunahof wurde mit Terrassenplatten aus Tittlinger Feinkorn belegt.
Die Trittsteine bestehen aus Fürstensteiner Granit. (Foto: Kusser Granitwerke GmbH)
Gartenmauer aus Jurakalkstein
Eine Mauer aus Jurakalkstein
trennt einen Teil des Gartens ab,
schafft Gemütlichkeit und schützt
vor Wind. (Foto: Norbert Kreipl, Kusser Granitwerke GmbH)
Garten-Becken-Bayerwald-Granit
Großformatige Platten in 90 x 90
Zentimetern aus Bayerwald-Granit
säumen das Schwimmbad im
Garten. (Foto: Norbert Kreipl, Kusser Granitwerke GmbH)
Garten-Teich-Trittsteine Nero Assoluto
Nero Assoluto und Wasser: Die
großzügigen Trittsteine führen
durch den Teich und setzen im
Wasser Akzente. (Foto: Norbert Kreipl, Kusser Granitwerke GmbH)
Terrasse sandgestrahlte Bayerwald-Granit-Platten
Terrassenbelag aus großformatigen sandgestrahlten Bayerwald-Granit-Platten. Ein schmales Band aus
Nero Assoluto fasst den Sitzbereich in der Mitte ein. (Foto: Kusser Granitwerke GmbH)

Kooperationen als Schlüssel

Damit am Ende das Ergebnis stimmt, kooperiert Andreas Scherer mit anderen Handwerkern, insbesondere mit Garten- und Landschaftsbauern. Seiner Meinung nach müssen Steinmetze nicht die komplette Bandbreite des Gartenbaus abdecken: „Wir sollten vielmehr das tun, was wir können, und dies verfeinern und verbessern.“ Der Gartentrend bietet für uns Steinmetze jede Menge Potenzial, auch wenn wir erst einmal über ein paar Schatten springen müssen.“

Steter Tropfen höhlt den Stein

Das sieht auch Steinmetz- und Bildhauermeister Stefan Königsfeld so: „Aber wir müssen uns kümmern und Einsatz zeigen – am besten durch die Teilnahme an Gartenmessen“, weiß der stellvertretende Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung Essen. Dabei sei eine regelmäßige Teilnahme wichtig, denn „steter Tropfen höhlt den Stein“.

Tag der offenen Tür als Zugpferd

Franziska Kreipl-Poller, Steinmetzmeisterin und Bildhauerin aus Weidenbach in Oberbayern, bietet ebenfalls Objekte für den Garten an. Bisher hatte sie mit Kooperationen und Messen wenig Erfolg. Stattdessen präsentiert die Steinmetzin ihre Einzelobjekte unter anderem im Frühjahr am Tag der offenen Tür in ihrer Werkstatt.

Erfahren Sie mehr über die Gartengestaltung mit Naturstein in STEIN im Mai 2017.