Erstes Sachverständigenseminar

Am 28. und 29. Oktober 2016 fand an der Akademie des Handwerks auf Schloss Raesfeld das erste Sachverständigenseminar für Naturstein-, Fliesen- und Estrichverlegung statt. Das zweitägige Herbstseminar wurde vom euroFEN Sachverständigenkreis organisiert und beschäftigte sich unter anderem mit Änderungen in den Regelwerken, aktuellen Entscheidungen der Rechtsprechung und Praxisbeispielen aus dem Berufsalltag.

herbstseminar-eurofen-seminarleitung

Die neue Seminarleitung Werner Hagemann, Dr. Jürgen Sieksmeier und Prof. Steffen Witzleben (v.l.n.r.). (Foto: euroFEN)

Am Freitag, dem ersten Teil des Seminars, informierte Werner Hagemann über die Neugliederung des DIN-Normenwerks „Bauwerksabdichtungen“ DIN 18195. Dabei fokussierte er sich auf DIN 18535 „Abdichten von Behältern und Becken“. Er erläuterte die begrifflichen Regelungen und brachte die Neuerungen näher. Im Anschluss referierte Dr. Jörg Sieksmeier über die Planung, Verlegung und Bewertung von Designestrichen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die planerische Vorstellung und die technischen Möglichkeiten, die Einfluss auf die Kosten haben können.  Sieksmeier scheidet nach diesem Seminar aus der Leitung aus, wird aber weiterhin als Referent zur Verfügung stehen.

Die Neuerungen der ATV DIN 18332 Naturwerksteinarbeiten stellte Achim Mehmcke den Teilnehmern des Seminars vor. Zu den Änderungen gehören unter anderem die neuen Anforderungen an die Bemusterung sowie die neu gegliederten Abrechnungsmodalitäten. Darüber hinaus wurden Natursteinfliesen- und Mosaik sowie Monokorn in DIN 18332 aufgenommen.

Neuheiten aus dem Bereich Platten

In seinem Vortrag zum Thema „Trockenbau als Untergrund für die Fliesen- und Natursteinverlegung in Feucht- und Nassräumen“ erläuterte Dipl. -Ing. Klaus Arbeiter, dass bei Gipskartonplatten zwischen den a.a.R.d.T. und den Systembeschreibungen der Hersteller unterschieden werden muss. Zumal sie von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich gefertigt werden. Zudem gehören nach DIN 18340 Abschn. 3.5 Trockenböden zu Sonderkonstruktionen. Für diese gibt es somit keine allgemeingültigen Regeln und Produktnormen.

Am Nachmittag wurde in einem Vortrag von Heiko Ollarius ein Einblick in den Herstellungsprozess und die Materialeigenschaften von Fliesen und Platten gewährt. Darüber hinaus wurden sowohl ihre Textur- und Farbvarianten als auch die Vor- und Nachteile großformatiger Platten diskutiert. Abgerundet wurde der Vortrag durch Praxisbeispiele und Objektlösungen.

Trend der Natursteinbranche

Den letzten Beitrag des Seminars präsentierte Ing. Emanuel Schreiber. Er brachte den Teilnehmern den Trend Barrierefreiheit, der für ältere Menschen eine immer stärkere Rolle im Wohnbereich spielt, näher. Beim Kauf oder Mieten von Wohnungen wird zunehmend darauf geachtet, dass diese über barrierefreie Übergänge verfügen. Schreiber informierte in seinem Vortrag über die Chancen und Herausforderungen, die sich aus dem Trend für die Natursteinbranche ergeben.

Am zweiten Tag des Herbstseminars wurde zunächst anhand von Beispielen aus der Praxis Themen, wie der mangelhafte Einbau von Wannendichtbändern in Privatbädern sowie Fliesenschäden in Reihenhäusern diskutiert. Anschließend berichtete Rechtsanwalt Carsten Seeger über aktuelle Themen in der Rechtsprechung. Neben Themen, wie der Behandlung von Mängelrügen und den Bau-Abnahmemodalitäten informierte er über notwendige Gesetztestexte sowie die Kündigung eines Bauvertrags.

Erfahren Sie mehr über die kommenden Frühjahrsseminare 2017.