13. Internationale Stein Konferenz

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GLASGOW

Methodische Probleme der Steinkonservierung

Alle vier Jahre findet die internationale Stein-Konferenz „Deterioration and Conservation of Stone“ statt. Die 13. Ausgabe war vom 6. bis 10. Oktober 2016 im schottischen Paisley und stand unter dem Motto „A Future for Stone“. Die Konferenz gilt als das bedeutendste Forum für die Steinkonservierung und Richtungsweiser für innovative Entwicklungen und Methoden.

Auf der fünftägigen Konferenz wurden 200 Beiträge zum Thema Steinverwitterung, neue Mess- und Untersuchungsmethoden und zahlreiche Praxisbeispiele aus der Steinkonservierung 200 Gästen aus aller Welt vorgestellt und diskutiert. Insgesamt arbeiteten 635 Wissenschaftler aus 39 verschiedenen Ländern an allen Beiträgen. Davon kamen jeweils 100 Forscher aus Frankreich und Italien. Die Studien wurden an Universitäten, Institutionen und Unternehmen verschiedener Länder erarbeitet. In Italien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den USA sind die meisten Studien entstanden (25 bis 19 Studien). Gefolgt von Polen Österreich, Mexiko, Belgien, Japan und Spanien mit fünf bis zehn Studien und jeweils vier Studien in Ungarn, Korea Griechenland und der Schweiz.

Zahlreiche junge Konservierungswissenschaftler beschäftigten sich mit dem Thema der Verwitterungsprozesse. Timothy Wangler von der ETH Zürich präsentierte Ergebnisse zum Verhalten von Quellminderern. Dabei fokussierte er sich auf die langfristige Auswirkung der Spannung, die im Steinmaterial nach einer Behandlung induziert wird. Andere Wissenschaftler befassten sich mit der Untersuchung der Porenraumveränderung nach Festigungsmaßnahmen sowie deren Einfluss auf Schädigungsprozesse. Darüber hinaus wurden Themen, wie die Prozesse der Salzkristallisation, die Frostsprengung oder Gründe für die Schalenbildungen an Kalksteinen untersucht.

Matea Ban von der TU Wien befasste sich mit einem Lösungsansatz für ein methodisches Problem der Steinkonservierung. So wendete sie an bruchfrischen Probenkörpern verschiedene Methoden künstlicher Alteration an. Auf diese Weise untersuchte sie, in welchem Maß die hier induzierten Schäden den Verwitterungsformen am Baugestein entsprechen. Einen weiteren Untersuchungsgegenstand stellte in vielen Arbeiten der Einfluss von architektonischen Schutzkonzepten, der Einhausung und Überdachung dar. Entsprechende Maßnahmen führten unter anderem an archäologischen Stätten auf Malta oder in Buddhastatuen in Japan zu Folgeschäden durch eine ausgeprägte Salzverwitterung. Anhand der Beispiele konnte festgestellt werden, dass Überdachungen und Einhausungen sich kontraproduktiv auswirken können und die wesentlichen Schadensfaktoren bisher unzureichend verstanden wurden. Es ist festzuhalten, dass sich die Forschung zunehmend auf das Verständnis der Verwitterungsprozesse fokussiert und auf der Suche nach methodischen Wegen ist. Erst dann ist es möglich, die Prozesse der Verwitterung zu beeinflussen.

Um den Anteil an deutschen Beiträge bei der nächsten Konferenz zu erhöhen, wurde zum Ziel gesetzt, dass entsprechende Hochschulen sowie das deutsche Nationalkomitee von ICOMOS und der Verband der Restauratoren (VDR) stärker mitwirken. Zudem wurde im Abschlussstatement von Hilde de Klerk hervorgehoben, dass die Zusammenarbeit zwischen der Grundlagenforschung und der angewandten Wissenschaft intensiviert werden müsse. Restauratoren und Konservatoren sind immer noch sowohl im Komitee der Konferenz als auch im „International Scientific Committee for Stone“ (ISCS) schwach vertreten. Die Zukunft der Steinkonservierung als angewandte Wissenschaft hängt von ihrem entsprechenden Mitwirken hier ab.
Die nächste Konferenz findet 2020 in Göttingen/Kassel statt. Die Tagungsbände Vol. 1 und Vol. 2 sind Online und als Print-Version im Fachhandel erhältlich.

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Natursteine schützen mit Imprägnierungen

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Was sind Imprägnierungen?

Stone+tec abgesagt – Unsere Messe-Themen für Sie zum Nachlesen.

Die derzeitige Situation trifft die gesamte Wirtschaft und hat auch vor der Natursteinbranche keinen Halt gemacht. Planungen für die Stone+tec in Nürnberg waren bereits in vollem Gange und wurden mit Absage der Messe obsolet.

Unser Fokus für die Messe lag auf Imprägnierungen. Wir möchten Ihnen die Inhalte nicht vorenthalten und haben die häufigsten Fragen zusammengefasst. Einen Auszug finden Sie hier – die komplette Aufstellung auf unserer Website: www.lithofin.de/impraegnierungen

Imprägnierungen beugen tiefsitzenden Verschmutzungen von Natursteinoberflächen vor, indem sie in das Gesteinsgefüge einziehen. Durch die reduzierte kapillare Saugfähigkeit können Flecken durch Wasser, Fett und Öl kaum noch entstehen.

Wo werden Imprägnierungen eingesetzt?

Sinnvoll ist der Einsatz von Imprägnierung dort, wo Natursteinoberflächen extremen Fleckbildnern (z.B. Fette, Öle) ausgesetzt sind. Dies können Küchenarbeitsplatten, Waschtische, Böden im Innen- oder Außenbereich sein.

Was gibt es bei der Anwendung zu beachten?

Es können nur Ergebnisse erzielt werden, wenn der Belag trocken, sauber und fettfrei ist. Um die Schutzwirkung entfalten zu können, bedarf es der korrekten Verarbeitung.

Warten Sie die richtigen Temperaturen ab: Die optimale Oberflächentemperatur liegt zwischen 10°C und 25°C. Rechnen Sie mit einer Trocknungsdauer von ca. 20 – 30 Minuten, je nach Temperatur und Untergrund. Die volle Schutzwirkung entsteht innerhalb von etwa 2 bis 5 Tagen. Während dieser Zeit sollte die Fläche nicht mit Wasser oder Öl belastet werden.

Nutzen sich Imprägnierungen ab?

Der Schutz von imprägnierten Küchenarbeitsplatten verliert auf Grund der täglichen Belastung durch Öl und Fett auf Dauer seine Wirkung. Diese sollte daher gelegentlich aufgefrischt werden.

Unser Tipp:

Lithofin bietet praktische Pflege-Sets im handlichen Koffer oder als Compact-Set in der Faltschachtel zum Auffrischen an. Die Produkte in den Sets sind einfach zu handhaben, dass sie auch gut von Endverbrauchern verarbeitet werden können. Bleiben Sie Ihren Kunden in Erinnerung, indem Sie ihnen ein Set nach dem Einbau der Arbeitsplatte als Geschenk überreichen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website unter: www.lithofin.de/impraegnierungen

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Koffer mit Lithofin MN Grundreiniger, wässrige Imprägnierung Lithofin Fleckstop >W< und Spray für die tägliche Reinigung Lithofin MN Easy-Clean. Foto: Lithofin
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Set mit wasserbasierender Imprägnierung Lithofin Fleckstop >W< und Spray für die tägliche Reinigung Lithofin MN Easy-Clean. Foto. Lithofin
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In der Übersicht finden Sie alle Imprägnierungen des Lithofin-Sortiments. Foto: Lithofin

42-Tonner im Keller

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der Säbel darauf dient zum Köpfen von Flaschen. Im Torweg Franziska Bauer

Staunen in der Sektkellerei Stocker: Bei den Aushubarbeiten zur Erweiterung der Kelleranlage stießen die Südtiroler auf einen 15-Kubikmeter-Findling, der unbemerkt seit Urzeiten im Erdreich schlummerte – direkt neben der alten Hauswand. Genau dort, wo der Zugang zum neuen Untergeschoss geplant war. Was manche geärgert hätte, empfand Betreiber Sigmar Stocker als glückliche Fügung und band seinen Hausstein gleich mehrfach in die Familie ein.

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Sesam, öffne Dich! Durch ein Portal im 15-Kubikmeter-Findling gelangt man in den unterirdischen Neubaubereich der Sektkellerei Stocker. Foto: Philipp Neuman
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Der Weg der Säge: Im Durchgang erkennt man, wie sich das Diamantseil seinen Weg durch den Ergussstein bahnte. Foto: Philipp Neuman
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Die Bank im neuen Sektkeller stammt aus dem Findling, der Säbel darauf dient zum Köpfen von Flaschen. Im Torweg Franziska Bauer, in deren Haus nun Platten aus dem Koloss liegen, ihr Sohn Maximilian Stocker, der in Onkels Sektkeller aushilft und Steinmetz Hans Trojer von südtirol.stein (v.l.n.r.). Foto: Philipp Neuman
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Stilvolle Sanierung: Franziska Bauers Haus stammt aus dem Hochmittelalter. In ihm wurden Platten aus dem Sektkeller-Findling verlegt. Foto: Philipp Neuman
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Das vulkanische Ergussgestein hat viele Brekzien-Einlagerungen und ist herrlich bunt. Foto: Philipp Neuman
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Einzigartiger Fußboden: Der farbenfrohe Findling aus dem Keller des Familienbetriebs als Bodenbelag im Wohnhaus. Foto: Philipp Neuman
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Schmuck auch in der Vertikalen: Im Waschraum dient der Stocker-Stein auch als Raumtrenner. Foto: Philipp Neuman
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Im Raum für die besonderen Firmenschätze der Terlaner Sektkellerei – ausgewählte alte Flaschen und Erinnerungsstücke – wurde ein massiver Stehtisch aus dem Hausstein installiert. Im Hintergrund Firmengründer Sebastian Stocker sen. Foto: Philipp Neuman

Seit 1968 gibt es die Sektkellerei Stocker in Terlan, 2015 war es an der Zeit für eine Erweiterung der Anlage. Als die Bagger anrückten, förderten sie eine große Überraschung zutage: Hochgerechnet 42 Tonnen wog der 15-Kubikmeter-Brocken aus vulkanischem Ergussgestein, der unterirdisch direkt außerhalb der Kellerwand des Altbestands lag. „Und das ist nur der sichtbar gewordene Teil. Wie weit der Findling noch nach unten reicht, kann man nicht sagen“, erklärt Peter Watschinger von der zu Hilfe gerufenen Firma südtirol.stein. „Der abgerundeten Form nach zu schließen, ist der Fels vor langer Zeit mit einem Wasserlauf oder Gletscher hier gelandet.“

Der Riese versperrte den geplanten Weg in den neuen Sektkeller, doch eine Zerteilung und Bergung wäre mit unabwägbar großem Aufwand verbunden gewesen. Außerdem betrachtet die Familie den Stein als großes Geschenk. „Laut dem Südtiroler Landesgeologen Dr. Volkmar Mair ist unser Findling ungefähr 276 Millionen Jahre alt. Wer hat schon so etwas Tolles im Haus?“, lacht Sigmar Stocker, dessen Freude es auch keinen Abbruch tat, wegen des Steinfunds die Statik seines Bauvorhabens neu berechnen lassen zu müssen.

Zusammen mit den Material-Profis von südtirol.stein fasste er den Entschluss, sich seinen Koloss im Keller gleich auf mehrfache Weise zunutze zu machen: Mittels Diamantseilsäge wurde ein Durchgang in den Monolithen geschnitten, wodurch ein einzigartiges Portal zwischen Alt- und Neubau entstand. Ein Teil der entnommenen sieben Kubikmeter Ergussgestein mit bunten Brekzien-Einlagerungen schmückt jetzt als Monolithbank und –stehtisch die neuen unterirdischen Räumlichkeiten. Der Großteil fand eine andere Verwendung im familiären Umfeld: Sigmar Stockers Schwägerin Franziska Bauer renoviert gerade im selben Ort ihr historisches Wohnhaus aus dem Hochmittelalter. Der bunt gemusterte Vulkangesteinfund ziert nun in Form von 50 Quadratmetern satinierten Platten den Boden im Hochparterre und kommt im Sanitärbereich zudem als Raumtrenner zum Einsatz.

 

Passend zur Marmomac 2017 stellen wir die wichtigsten Natursteinregionen Italiens vor.
Weitere Geschichten aus den spannenden Steinewelten Südtirols lesen Sie in Teil 1 unserer Serie „Italiens Klassiker“ in Heft 09|17, das am 22.08.2017 erscheint.
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