Skulptur des Monats: Der Mops

Stein Magazin

Der Schaffensprozess

Im Rahmen seiner Meisterprüfung an der Meisterschule für Handwerk in Kaiserslautern gestaltete der ehemalige Schüler Steve Seguin Clavell die Skulptur „Der Mops“. Der Hundeliebhaber ließ sich von dem Lebewesen und seiner Gestalt inspirieren – unsere Skulptur des Monats Dezember.

„Erst belächelte ich nur diese Idee. Dann aber dachte ich mehr aus fachlicher Sicht darüber nach. Ein Mops ist ein kleines, kompaktes Modell mit vielen Einzelheiten und einem sehr markanten Gesichtsausdruck. Kurz, er eignete sich ziemlich gut“, erklärt der Künstler. Inspiration bekam Seguin Clavell besonders durch den berühmten Loriot-Mops und dessen ulkigen Darstellungen.

Mit mehreren Skizzen angefangen bemerkte er schnell, dass er ohne Modell nicht weiterkommt. Abhilfe verschafften zunächst Fotos eines Mopses. Später konnte der Künstler auch seine ersten Erfahrungen damit sammeln, an einem lebenden Objekt Maß zu nehmen und zu modellieren. Nach einigen Wochen, viel Stress und viel Verbrauch von Ton und Gips war das Modell schließlich fertig.

Die Skulptur „Der Mops“ wurde aus Udelfanger Sandstein gehauen. Der Steinmetz wählte diesen Stein, da er farblich der typischen Fellfarbe eines Mopses ähnelt. Zudem war es dem Künstler wichtig, dass er mit dieser Art von Material bereits öfter gearbeitet hat und es regional verfügbar ist. Für die Bearbeitung des 70 x 55 x 53 Zentimeter großen Rohblockes wählte Seguin Clavell die Punktiermaschine und gestaltete so die zahlreichen Einzelheiten der Skulptur.

Während seiner Zeit in der Meisterschule Kaiserlautern hat der ehemalige Schüler sehr viel gelernt und möchte sich „herzlich bei den Lehrmeistern aus der Meisterschule für die Unterstützung und die großartige Zeit” bedanken. Steve Seguin Clavell hofft, „zukünftig noch mehr Arbeiten in dieser Richtung machen zu können.“

Hier sehen Sie die Skulpturen der letzten Monate:

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November 2016: „Homme“ aus weißem Marmor von Alberto Giacometti. (Foto: Foto: Kunstmuseum Basel / Martin P. Bühler)
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Oktober 2016: Der liegende Eisbär aus Carrara Marmor von Peter Hecht. (Foto: Peter Hecht)
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September 2016: Die Skulptur „Traumsaat“ aus grünlichem Diabas von Emanuel Wagner. (Foto: Steinmetz Hans Wagner KG)
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August 2016: Die Schwingungen der Skulptur „Steinskúfa“ von Karin Reichmuth versetzen sie in Bewegung. (Foto: Þröstur Eggertsson)
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Juli 2016: „Nautilus“ aus Marmor von Ulrike Glaubitz. (Foto: Künstlerin)
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Juni 2016: „Hände“ aus Carrara Marmor von Sabine Harborth . (Foto: Künstlerin)
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Mai 2016: „Die Träumende“ von Florian Widmann aus Untersberger. (Foto: Birgit Rilk)
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April 2016: „Der goldene Schlüssel“ von Ralf Ehmann in Hanau. (Foto: Künstler)
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März 2016: Die Skulptur „Letzter Herzschlag“ aus Portokalk von Julia Dietrich auf dem Friedhof in Lauterhofen. (Foto: Künstlerin)
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Februar 2016: „Wa(a)gnis Geometrie“, Figurenensemble aus Anröchter Grünkalkstein, von Ina Michalski. (Foto: Künstlerin)
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Januar 2016: „Sternenhimmel“, eine hängende Skulptur aus Carrara Marmor und Blattgold, von Riccardo Atta. (Foto: Künstler)
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Dezember 2015: Der „Zeitstein“ von Steinmetzmeister Sebastian Langner auf dem Ottensteinplatz in Wittlich, Skulptur des Monats 2015. Jan Mußweiler
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November 2015: „Sun Up“ von Günter Schinn. (Foto: Franziska Schinn)
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Oktober 2015: Eine Familienstele als Gartenskulptur von Kathrin Post-Isenberg. (Foto: Künstlerin)
Skulptur_des_Monats_Stele für die Opfer der Hexenverfolgung in Eichstätt an der Hinr
September 2015: Hexendenkmal in Eichstätt von Rupert Fieger. (Foto: Heinrich Stürzl)
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August 2015: Boot-Skulptur aus anröchter Sandstein von Christine Prinze. (Foto: Stahl + Stein)
Skulptur_des_Monats_Schale von Katja Stelljes
Juli 2015: Schale aus Auerkalk von Katja Stelljes. (Foto: Stefan Schmiedbauer)
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Juni 2015: Handgefertigter Spiegel mit Diabas-Rahmen von Christof Göppner. (Foto: Künstler)
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Mai 2015: Die Skulptur „Rigoletto“ von Mario P. Valdini. (Foto: Münster)
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April 2015: Die 70 cm hohe Skulptur aus Mainsandstein von Steff Bauer. (Foto: Natursteinwerk Graser Bamberg)
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Wie wird der Preis von Zusatzleistungen, Vertragsänderungen und Mengenmehrungen berechnet?

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Lehrbeauftragter a.D. für Baurecht in München. Foto: privat
Lehrbeauftragter a.D. für Baurecht in München. Foto: privat

Neue Rechtssprechung: Kommt es bei der Vertragsabwicklung zu Leistungsänderungen oder Mengenmehrungen, und haben die Vertragspartner einen VOB-Vertrag geschlossen, so galt bisher der Grundsatz: „Guter Preis bleibt guter Preis, schlechter Preis bleibt schlechter Preis“. Im Klartext: Auch für eine angeordnete Vertragsänderung oder für Mengenmehrungen in einzelnen Positionen ist bei der Berechnung des Preises für diese Leistungen von den Preisermittlungsgrundlagen des Hauptangebots auszugehen. Sind diese gut, bleibt auch der Nachtragspreis gut. Bei schlechten Ausgangspreisen muss der Auftragnehmer unter Umständen draufzahlen. Dieses Prinzip wurde nun von der Rechtsprechung „gekippt“.

Rechtsanwalt Dr. Olaf Hofmann, Lehrbeauftragter a.D. für Baurecht in München. Foto: privat

Der BGH hatte folgenden Fall zu entscheiden:

Bei einem VOB-Einheitspreisvertrag über die Herstellung von Fassadenarbeiten kam es bei der Position „Fassadendämmung“ zu Mehrmengen von deutlich über zehn Prozent. Der Auftragnehmer berechnet in seiner Schlussrechnung auch für die Mehrmengen den für ihn „sehr guten“ vertraglich vereinbarten Einheitspreis und beruft sich hierbei auf § 2 Abs. 3 Nr. 2 VOB/B, wonach auch für die Mehrmenge der vertragliche Einheitspreis maßgeblich ist. Lediglich dann, wenn etwaige Ersparnisse festzustellen sind oder wenn der Auftragnehmer Mehrkosten (zum Beispiel höhere Einkaufspreise für das Material, höhere Lohnkosten) nachweisen kann, ändert sich dieser vertragliche Ausgangspreis. Weil weder Ersparnisse noch Mehrkosten angefallen seien, gelte somit der Vertragspreis.

Hat der Auftragnehmer recht?

Die Entscheidung Der BGH hat hierzu mit Urteil vom 21. November 2019, Baurechts- Report 2020, Seite 1 Folgendes ausgeführt:
1. Der Anspruch auf Bildung eines neuen Preises setzt nur voraus, dass die ausgeführte Menge den im Vertrag angegebenen Mengenansatz um mehr als 10 % überschreitet und eine Partei die Vereinbarung eines neuen Preises verlangt.

2. Können sich die Vertragspartner auf den neuen Preis nicht einigen, erfolgt die Bildung des neuen Preises für die Mehrmenge „nach tatsächlich erforderlichen Kosten zuzüglich angemessener Zuschläge“.

Hinweise für die Praxis

1. Das VOB- Prinzip „Guter Preis bleibt guter Preis, schlechter Preis bleibt schlechter Preis“ ist somit nicht mehr gültig.
2. Dieses Prinzip gilt natürlich nicht nur dann, wenn der Auftragnehmer einen „guten“ Einheitspreis hat, sondern sich beispielsweise beim Vertragspreis zu seinen Ungunsten verkalkuliert hat. Nun kann er für die Mehrmenge einen angemessenen Preis fordern, diesen also nach „tatsächlich erforderlichen Kosten“ berechnen.
3. Inzwischen gibt es weitere Urteile, wonach auch für die Berechnung des Preises von Zusatzleistungen und Vertragsänderungen die Preisermittlungsgrundlagen des bisherigen Vertragspreises nicht mehr maßgeblich sind. Vielmehr richtet sich auch hier der neue Preis nach den „tatsächlich erforderlichen Kosten“ (siehe OLG Brandenburg vom 22.04.2020, Baurechts-Report 2020, Seite 22).

Grabmal + Sakralbau – Der Stein im November 2023

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Grabmal + Sakralbau, Coverbild: Ana Barros
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In der Grabmal- & Sakralbau-Ausgabe stellen wir eine Kapelle in archaisch minimalistischer Turmform aus recyceltem Gneis vor und beschäftigen uns mit der zeitgemäßen Formensprache von sakralen Räumen. Spannend sind auch neue Wege in der Friedhofsgestaltung: wir sprechen mit Experten und zeigen am Beispiel des Campus Vivorum wie der Friedhof der Zukunft aussehen kann.

Weil die Gestaltung einer Grabkapelle heutzutage ein nicht gerade alltägliches Geschäft ist, haben sich die Architekten Berger + Parkkinen mit großer Neugierde und kreativem Interesse auf den Auftrag einer Familie in der Steiermark gestürzt. „Entstanden ist eine im Schlosspark frei stehende Kapelle in archaisch minimalistischer Turm-form, die die tradierte Grabkultur der Menschheitsgeschichte ebenso als Bezugspunkt heranzog, wie auch den besonderen Ort inmitten alter Bäume“, schwärmen die Architekten. „Wir schufen eine Verbindung zum in Sichtweite gelegenen Schloss und erzeugten mittels Licht und einer vertikalen Ausrichtung die für ein Grabmal passende Mystik und spirituelle Atmosphäre.“ Ob und wie ihnen das gelungen ist? Überzeugen Sie sich selbst in unserem Heft.

Grabkapelle inmitten von Bäumen

Spirituelle Atmosphäre mit gewandelter Friedhofskultur zu verbinden, haben sich die Macher des Campus Vivorum zur Aufgabe gemacht. Entstanden ist ein Experimentierfeld mit unterschiedlichen Handlungsfeldern, auf denen jeweils der Mensch im Mittelpunkt steht. Unsere Autorin hat sich mit Dirk Pöschmann, Geschäftsführer der Initiative „Raum für Trauer“, über verbindende Elemente zwischen Trauernden und Toten unterhalten.

Der Mensch im Mittelpunkt

Individuelle, handgefertigte Grabmale haben nach wie vor Konjunktur. Und sie überzeugen die Fachwelt. Die prämierten Arbeiten aus dem Jahr 2022 sehen Sie ebenfalls im neuen Heft.

Mit sakralen Räumen beschäftigt sich Bernd Dirks, Steinbildhauermeister aus dem nordrhein-westfälischen Billerbeck, seit über 35 Jahren. Zuletzt hat er an der Umgestaltung der St. Lamberti Kirche in Coesfeld mitgewirkt. Wir zeigen die neue Formensprache der Prinzipalien in fünf ausgewählten Gotteshäusern.

Handgefertigte Grabmale und neue Formensprache in Gotteshäusern

Friedhöfe sind nicht nur Gedenkstätten, sie übernehmen auch als „grüne Lungen“ eine wichtige Funktion in der Stadt. Mit ihrer Bedeutung für Biodiversität und Klimaschutz beschäftigt sich unsere Autorin Annette Mühlberger. Sogar Krautgärten sind dort inzwischen denkbar. Lassen Sie sich überraschen.

Das Heft ist hier im Shop erhältlich.

In der Oktoberausgabe von STEIN haben wir einen Blick auf die Marmomac in Verona geworfen, das neue Wien-Museum vorgestellt und uns auf eine Reise nach Berlin begeben – alles zur Ausgabe marmo+mac hier.

Viel Spaß bei der Lektüre von STEIN wünscht Ihnen

Ihre Steinredaktion

Friedhöfe als grüne Lungen

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