Bildungswoche der Steinmetzmeister in Österreich

Stein Magazin

Zum 32. Mal findet die Bildungswoche der Steinmetzmeister statt. Vom 25. bis 27. Januar 2017 organisiert das Steinzentrum Hallein einen dreitägigen Ausflug zum Seeblickhotel am österreichischen Grundlsee. Die Teilnehmer erwarten Ganztagsseminare mit verschiedenen Vorträgen zu unterschiedlichen Fachgebieten.

seeblickhotel-grundlsee-winter-panorama
Die nächste Bildungswoche findet im Seeblickhotel am Grundlsee mit wunderschönem Bergpanorama statt. (Foto: Seeblickhotel Grundlsee)
bildungswoche-2016-preistraeger-denkmalpflege-grabmalpreis
Die Preisträger des Wettbewerbs „Der Steinmetz in der Denkmalpflege“ und des österreichischen Grabmalpreises von der Bildungswoche 2016. (Foto: Wilfried Hummel)
bildungswoche-2016-putzmatzverleihung
Bei der diesjährigen Bildungswoche wurde der Putzmatz an Ernst Schumacher verliehen: BIM Wolfgang Ecker, Ernst Schumacher und BIM-Stv. Norbert Kienesberger (v.l.n.r.). (Foto: Wilfried Hummel)
messestand-monumento-2016
Hannes Lapitz, Anna Singer und Martin Schmeiser (v.l.n.r.) besuchten im Rahmen der Bildungswoche 2016 den Messestand der Steinmetze auf der Monumento. (Foto: Steinzentrum)

Das bunte Rahmenprogramm der Bildungswoche

Seit 2003 veranstaltet das Steinzentrum Hallein jährlich die Bildungswoche. Das Projekt hat zum Ziel, dass „Steinmetzbetriebe in der Winterzeit zusammenkommen, den Gedankenaustausch pflegen und auch junge Steinmetze für Ihre Arbeiten geehrt werden“, erklärt Anna Singer, Geschäftsführerin des Steinzentrum Hallein. An der Bildungswoche nehmen unter anderem ausgewählte österreichische und bayerische Steinmetzbetriebe, das Bundesdenkmalamt, Ausbildungsschulen sowie zahlreiche Verbände teil.

Am Mittwoch wird unter anderem über die Trittsicherheit von Böden und Stufen sowie über den „Wandel der christlichen Grabmalkultur in den verschiedenen Epochen“ referiert. Am Ende des Tages wird der Designpreis 2017, der seit 2010 vergeben wird, verliehen. Der Preis „richtet sich an die österreichischen Betriebe, die außergewöhnliche Ideen mit Kunden umsetzen und gezielt daran arbeiten, die Begeisterung für Naturstein weiterzutragen“, teilt Singer mit. Im Anschluss findet der traditionelle Festabend mit Putzmatzverleihung statt.

Themen wie mittelalterliche Steinskulpturen im Raum Wien und Nanotechnologie stehen auf dem Programm des zweiten Tages. Alle Teilnehmer können zudem aktiv an der Diskussionsrunde „Überarbeitung des Rahmenkollektivvertrags“ teilnehmen und ihre Gedanken austauschen. Am Abend ist eine Fackelwanderung zur Blaa Alm mit einem zünftigen Einkehrschwung und Hüttenabend geplant.

Auch für den letzten Tag der Bildungswoche haben sich die Organisatoren etwas Neues einfallen lassen. So ist es am Freitag möglich, einen Skitag im Losergebiet zu genießen. Es wird ein Bustransfer zur Verfügung gestellt, der alle Skifahrer direkt ins Skigebiet bringen wird. Nicht-Skifahrer können als Alternative das Ausseerland erkunden oder im Wellnessbereich des Hotels entspannen.

Erfahren Sie mehr über die Bildungswoche.

Könnte dich auch interessieren

Das fliegende Auge

Stein Magazin
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector

In unsere neuen STEIN-Serie „Chancen nutzen“ teilen wir unser Wissen über Vorgehensweisen, die Unternehmen nutzen können, um langfristig erfolgreich zu sein. In der ersten Folge dreht sich alles um den Blick von oben. Drohnen ermöglichen Inspektionen, Aufmaße und Dokumentationen von Steinbrüchen oder Fassaden.

Unbemannte Fluggeräte, englisch Unmanned Aircraft Systems oder Unmanned Area Vehicles (UAS, UAV), populär meist „Drohnen“ oder „Multicopterd“ genannt, werden inzwischen in zahlreichen Bereichen des Bauens, Sanierens und Erhaltens von Baubestand eingesetzt. Mit einer visuellen Digital- oder Wärmebildkamera oder einem 3-D-Laserscanner ausgestattet, können ferngesteuerte Drohnen Steinbrüche, Fassaden oder Dachflächen inspizieren oder geometrisch erfassen, Schäden lokalisieren und dokumentieren, Energieverluste aufdecken und vieles mehr.

Sollen Bau-, Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen erfolgreich sein, müssen sie sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Aktuelle und verlässliche Bestandsdaten sind die wichtigste Grundlage einer umsichtigen Planung. Terrestrische Aufmaßverfahren wie die Tachymetrie, das Laserscanning oder die Fotogrammetrie erfassen nur jene Bereiche, die vom Boden oder von der umgebenden Bebauung aus zugänglich und sichtbar sind. Dachflächen und andere unzugängliche Bereiche der Gebäudefassade lassen sich geometrisch und fotografisch nicht oder nur unzureichend erfassen.

Drohnen können über die luftbildgestützte Fotogrammetrie oder 3-D-Laserscanner Bauwerke und andere Objekte lückenlos geometrisch vermessen und werden deshalb manchmal auch parallel eingesetzt: Aus perspektivisch entzerrten Luftbildern lassen sich zentimetergenaue und maßstabsgerechte Dachaufsichten oder Fassadenansichten erstellen. Werden die Luftbilder fotogrammetrisch ausgewertet, lassen sich daraus 2-D-Pläne oder dreidimensionale Modelle der Gebäudehülle erstellen. Diese können als Grundlage für Planungen, Kostenberechnungen, Ausschreibungen oder Visualisierungen verwendet werden.

Mit speziellen 3-D-Laserscannern ausgestattete Drohnen, können das Umfeld rasterförmig in Sekundenschnelle abtasten und dabei Millionen von 3-D-Messpunkten, sogenannte „Punktwolken“ erzeugen. Dabei speichern sie die Geometriedaten aller umgebenden Objekte als räumliche Koordinatenwerte ab. Eine integrierte Digitalkamera erzeugt zusätzlich 360-Grad-Fotopanoramen und erfasst Gebäudehüllen nahezu lückenlos. Messdrohnen sind auch in der Lage, von Halden, Kies- und Schottergruben, Deponien oder Steinbrüchen zunächst Orthogonalfotos oder 3-D-Laserscans und daraus 2-D-Lagepläne, 3-D-Geländemodelle, Massen und Volumen zu generieren, ohne dabei den laufenden Betrieb zu stören oder Personen zu gefährden.

Lesen Sie mehr in der STEIN 8/2020.

Im Gespräch statt im Gerede

Stein Magazin

Gestorben wird immer. Aber nicht mehr genug, schreibt Henning Sußebach am 3. November in der Wochenzeitung »Die Zeit«. Er kommt dann zu dem Schluss, dass viele Bürger ihre Asche lieber verstreuen, als ein Grab zu kaufen. Sußebach formuliert ein Problem, mit dem sich auch das Steinmetzhandwerk auseinandersetzen muss: Sogar Friedhöfe können sterben. Zum Leben brauchen sie Tote. Die werden aber auf den herkömmlichen Friedhöfen immer weniger. Sie haben Konkurrenz bekommen. Die Menschen in einer »Multioptionsgesellschaft« möchten sich nicht mehr dem schematischen Schachbrettmuster der Friedhöfe fügen. Friedhöfe sind heute nur eine Option unter ganz verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten.

Die Folgen sind klar: kein Friedhof, kein Grab, kein Stein. Das Steinmetzhandwerk ist gefordert. Grabzeichen können mit dazu beitragen, Friedhöfe am Leben zu halten. Allerdings: Diese Zeichen müssen einen Sinn, eine Botschaft, einen Wert für die Hinterbliebenen haben. »Blut indischer Kinder haftet an deutschen Grabsteinen« oder »Grabsteine aus Kinderarbeit stehen auf deutschen Friedhöfen«. Meldungen wie diese bringen die Zeichen am Grab ins Gerede. »Kinderarbeit bei Grabsteinen wieder erlaubt« stand am 16. Oktober in der Tageszeitung »Nürnberger Nachrichten«: In einem Urteil hatte das Bundesverwaltungsgericht die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Die Stadt wollte sicherstellen, dass auf den städtischen Friedhöfen keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Ein Steinmetz klagte. Er gewann! Nur was? Wer soll überprüfen, unter welchen Bedingungen die Steine entstehen, fragten die Richter. Eine Zertifizierung mit verbindlichen Maßstäben muss her. Juristisch ist es nicht zu beanstanden.

Allerdings: Viele der Zertifikate zu sozialen oder ökologischen Standards sind in Bereichen kaum den Kleber wert, mit dem sie auf ein Produkt gepappt werden. Es liegt jetzt an jedem Handwerker selbst, welche Grabzeichen er anbietet und mit welchen Steinen er arbeitet. Das Produkt Grabstein ist wieder einmal im Gerede, statt im Gespräch zu sein. Das ist ärgerlich.

Willy Hafner’s Betreff aus STEIN im Dezember 2013.

Bild: Aeternitas e.V.