STEIN-Filmtipp: Kunststein oder Stein-Kunst?

Stein Magazin

Was in der Wüste passiert, bleibt in der Wüste. Zumindest im Fall des amerikanischen Pop-Art-Künstlers und Fotografen Ed Ruscha. Er hat ein Ferienhaus in der Mojave Desert, 15 Kilometer entfernt vom südkalifornischen Landers, wo auch der Giant Rock liegt. Geologisch ist die Wüste von hohem Interesse, da hier durch die San-Andreas-Verwerfung enorm viele Gesteinsschichten und -sorten an die Oberfläche gekommen sind. Aber auch Ufologen kommen hier immer wieder her, halten Conventions ab, und die berüchtigte Area 51 ist auch nicht weit entfernt.

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Welches Steinderl hätten die denn gern? Die Drehbuchautoren D.V. DeVincentis und Anthony Peckham in der Mojave-Wüste. Foto: Rapid Eye Movies
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Kennen Sie den? Detective Michael Scott befragt Ortsansässige in der Wüste. Foto: Rapid Eye Movies
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Wo ist Rocky II? Detective Michael Scott durchkämmt die Wüste. Foto: Rapid Eye Movies
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Der Vater des Gedankens – und des Werks: Künstler Ed Ruscha versteckte einen künstlichen Felsen in einer Wüste voller echter. Foto: Rapid Eye Movies
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Suchbild, quasi: Rocky II ist im Falle der Mojave Desert eine gut versteckte Felsfälschung, einsam in einer Wüstenwelt aus Originalen. Foto: Rapid Eye Movies

Spannend-absurde Schnitzeljagd

Ruscha nun hat diese psychedelischen Vibes aufgegriffen, 1976 einen künstlichen Felsen angefertigt und in der Wüste ausgesetzt. Warum ist nicht klar, doch die Vorstellung einer Steinfälschung in einem Meer aus Originalen hat die ironische Anmutung einer gefälschten Mona Lisa im Louvre. „Was ist Kunst?“, scheint sie zu fragen. Der Pappmachékern des Imitats zerfiel in der Witterung allerdings schnell und Ruscha machte sich an eine wasserfeste Stein-Nachbildung. Aus Kunstharz und Sand goss er einen mannshohen Fake-Felsen, der einem großen eingedrückten Tennisball aus Sandstein sehr ähnlich sieht. Genau genommen ist sein zweiter Kunst-Stein ein Quarzkomposit. 1979 war dieses zweite Exemplar fertig: Rocky II, in Anlehnung an Sylvester Stallones Boxfilm, der im selben Jahr ins Kino kam. Rocky II liegt angeblich heute noch irgendwo in dem 35.000 Quadratkilometer messenden Gebiet.

Das wäre alles in Vergessenheit geraten, wenn nicht der französische Filmemacher Pierre Bismuth 2005 auf Filmaufnahmen gestoßen wäre, in denen Ruscha Rocky II in der Wüste platziert. Bismuth dokumentierte seine Recherche in dem äußerst vergnüglichen Film „Wo ist Rocky II?“ und stellt darin auch Überlegungen dazu an, weshalb Ruscha diesen Aufwand betrieben hat, ohne die Welt daran teilhaben zu lassen. Der Künstler selbst schwieg dazu, auch die Kunstwelt schien nichts von diesem Projekt zu wissen. Bismuth engagierte für seine spannend-absurde Schnitzeljagd sogar einen ehemaligen Mordkommissar als Privatdetektiv, der die abgehoben-elitäre Kunstwelt mit seinen Betrachtungen immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Bismuth verwebt diese Recherche obendrein mit einer fiktionalen Handlung, in der er darüber sinniert, ob Ruscha unter dem Stein vielleicht ein dunkles Geheimnis begraben hat und ihm möglicherweise das perfekte Verbrechen gelungen sei. Herausgekommen ist ein herrlich unterhaltsamer Detektivfilm über das Wesen der Kunst – und eines vom Erdboden verschluckten Kunst-Steins.

WO IST ROCKY II? (OT: „Where is Rocky II?”), USA 2016, 93 Minuten. Regie: Pierre Bismuth; mit: Ed Ruscha, Milo Ventimiglia, Robert Knepper, D.V. DeVincentis, Anthony Peckham, Mike White. Rapid Eye Movies. Der Film ist als Video on Demand erschienen, zum Beispiel direkt beim Verleih Rapid Eye Movies: https://vimeo.com/ondemand/whereisrocky2

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Skulptur des Monats: Pastry Art

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Diana Kasko ist studierte Architektin und Hobby-Bäckerin. Mit ihren essbaren Skulpturen „Pastry Art“ vereint sie Beruf und Leidenschaft. Dass die Süßspeisen täuschend echt nach Baumaterialien aussehen, liegt auch an der fotografischen Tätigkeit der Ukrainerin.

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November 2017: Stone Plant Sculpture. Foto: Franken-Schotter & Bruns Pflanzen-Export / Quelle: Rat für Formgebung
Marc-Reist-Globo-Uopvo-Marmor-Skulptur
Oktober 2017: Das Globo Uovo auf der Dachterrasse des Centre Dürrenmatt Neuchâtel. Foto: Emanuel Stotzer
Weintheke-Schmitt-Design-Sandstein-Onyx-MHK-Kaiserslautern
September 2017: Weintheke, Christian Schmitt, Cottaer-Sandstein
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So funktioniert es: Einfach das Smartphone auf dem Horn des Designstücks platzieren, und schon kann man Engelstrompeten und Teufelsposaunen aus dem Marmortubus lauschen. (Screenshot: cyrcus.it)
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Juli 2017: „Gefiederte Schlange“ von der Münchner Bildhauerin Maria Rucker (Foto: STEIN/Friederike Voigt)
Skulptur-des-monats-gabriele-berger

„Chocolate Block“

Einer ihrer von Stein inspirierten Kreationen ist der „Chocolate Block“: Außen Steinoptik – innen Biskuit, Schokoladen-Creme und zwei Mousse-Sorten. „Der Kuchen ist einer meiner Lieblingsrezepte!“, erklärt Diana Kasko.

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Weitere Informationen

 

Für die äußere Form verwendet sie bei einigen Rezepten selbst entworfene Silikon-Backformen. Auch hier adaptiert die Künstlerin ihr Wissen aus der Baubranche: „Ich habe als Architektin und gearbeitet und 3-D-Modelle gebaut. Als ich angefangen habe, Patisserie zu machen, wollte ich dem Backen etwas Neues hinzufügen. Ich habe festgestellt, dass das Erscheinungsbild genauso wichtig ist wie der Geschmack.“

Weitere Informationen und Rezepte finden Sie auf www.dinarakasko.com.

Hier sehen Sie die Skulpturen der letzten Monate:

German-Design-Award-Stone-Plant-Sculpture
November 2017: Stone Plant Sculpture. Foto: Franken-Schotter & Bruns Pflanzen-Export / Quelle: Rat für Formgebung
Marc-Reist-Globo-Uopvo-Marmor-Skulptur
Oktober 2017: Das Globo Uovo auf der Dachterrasse des Centre Dürrenmatt Neuchâtel. Foto: Emanuel Stotzer
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September 2017: Weintheke, Christian Schmitt, Cottaer-Sandstein
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So funktioniert es: Einfach das Smartphone auf dem Horn des Designstücks platzieren, und schon kann man Engelstrompeten und Teufelsposaunen aus dem Marmortubus lauschen. (Screenshot: cyrcus.it)
Saeule-Rucker_5
Juli 2017: „Gefiederte Schlange“ von der Münchner Bildhauerin Maria Rucker (Foto: STEIN/Friederike Voigt)
Skulptur-des-monats-gabriele-berger

Praxisvorführung im Steinbruch

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die Auskunft über das Material im Untergrund geben. (Foto: Julia Wolpert)

Am 21. September findet im Steinbruch Epprechstein von 11 bis 14 Uhr eine praktische Vorführung der Untersuchungsmethoden für die Steinbrucherkundung aus dem EU-geförderten Projekt „Sustamining“ statt.

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José Luis Fernández (links) und Avelino Tirado vom Technologiezentrum Aitemin erheben Daten, die Auskunft über das Material im Untergrund geben. (Foto: Julia Wolpert)
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Mittels Bodenradar (GPR) werden räumliche Darstellungen des Steinbruchs ermöglicht und abbauwürdige Bereiche lokalisiert. (Foto: Julia Wolpert)
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Obwohl das System seit über 30 Jahren zur Erkundung von Untergrundstrukturen im Einsatz ist, wurde durch die Verbesserung der Geräte erst jetzt eine Anwendung im Steinbruch möglich. (Foto: Julia Wolpert)

Zum Aufgabenbereich der Initiative zählt unter anderem die Entwicklung einer neuen Technologie zur selektiven Nutzung der Gesteinsvorkommen unter Beachtung von Qualitätsanforderungen an das Produkt und den Bedarf. Darüber hinaus wird diese neue Methode zur Entwicklung und Nutzung neuer Steinbrüche eingesetzt. Hier soll die Qualitätskontrolle durch zerstörungsfreie geophysikalische Methoden ermöglicht werden. Geostatistische Auswertungen dienen zur Abschätzung von Naturstein-Reserven.

Ziel des Projekts ist es, den selektiven und nachhaltigen Abbau von Naturwerkstein zu fördern und zu erleichtern. Mit dem Projekt sollen Prüfmethoden zur zerstörungsfreien Erkundung von Steinbrüchen und die dreidimensionale Erfassung von abbauwürdigen Steinvorkommen entwickelt werden.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Sie können sich per E-Mail an info@natursteinverband.de für die Praxisvorführung anmelden.

Erfahren Sie hier mehr über das Projekt.