Kuppeln und Bögen aus weißem Marmor. Foto: rmac8oppo / pixabay

Luftverschmutzung, Exkremente und Bauarbeiten

Das Taj Mahal verfärbt sich zusehends. Der ursprünglich weiße Marmor schimmert inzwischen gelblich, bräunlich und grünlich. Jetzt schritt der Oberste Gerichtshof Indiens ein

Er glänzte einst strahlend weiß: Der Marmor des Taj Mahal in Indien, abgebaut in der Gegend um Jaipur (Rajasthan). Das größte und bekannteste Wahrzeichen Indiens und auch UNESCO-Weltkulturerbe wirkt zunehmend gelblich, bräunlich und grünlich verfärbt. Insekten und Luftverschmutzung sind daran Schuld. Das Mausoleum, das Großmogul Shah Jahan im 17. Jahrhundert für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal errichtet ließ und als Monument der Liebe gilt, zieht jährlich etwa acht Millionen Touristen an, bis zu 40.000 Besucher am Tag.

Der Oberste Gerichtshof in Indien möchte nun Gegenmaßnahmen zu den Verschmutzungen der einzigartigen Architektur einleiten. Um den Taj Mahal zu erhalten, haben laut BBC nun Richter des Supreme Court angeordnet, dass sich die Regierung rund um Ministerpräsident Narendra Modi Unterstützung aus dem Ausland zu holen habe. Die Erkenntnis, dass der Taj Mahal gerettet werden müsse, wäre zwar im Inland vorhanden, doch unternommen werde dagegen nichts. Daher sollten nun Experten aus dem Ausland dazu befragt werden. Die Regierung habe nun eine Woche Zeit für ihre Antwort. Umweltschützer legten dem Gericht zudem Fotografien des momentanen Zustandes des Denkmals vor. Sie sollen auch zeigen, dass die Farbveränderung an der Fassade des Monuments, das in der Stadt Agra am stark verschmutzten Yamuna-Fluss steht, durch Luftverschmutzung, Exkremente von Insekten und Bauarbeiten hervorgerufen wurden.

Das Problem ist eigentlich lange bekannt

Aber das Problem ist eigentlich nicht neu: Schon vor mehreren Jahren wurde festgestellt, dass sich die Fassade von weiß in gelb verfärbt. Die Regierung wollte durch ein „Air Pollution Monitoring Laboratory“, Reinigung des Marmors sowie die Stilllegung von benachbarten Fabriken für Abhilfe sorgen, bekam das Problem durch diese Maßnahmen aber anscheinend nicht wirklich in den Griff. Die Verfärbung schritt voran. Experten vermuten auch, dass die hohe Besucherzahl dem Gebäude schaden könne, daher limitierte die Regierung die Besucherzahl und auch die Verweildauer im Mausoleum wurde verkürzt. Anstatt einen ganzen Tag darf man sich nur noch für drei Stunden im Gebäude aufhalten. Die Regierung stellte zusätzlich Überlegungen an, eine Patenschaft für Baudenkmäler einzuführen. Private Unternehmen würden hierbei die historischen Stätten und deren Erhalt finanzieren. Zwei indische Großkonzerne boten bereits an, die Patenschaft zu übernehmen. Von Seiten der Umweltschützer wurde dieses Vorgehen allerdings stark kritisiert, weil es in ihren Augen dadurch zu einer Verpachtung historischer Gebäude kommen würde.

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Zur Lage der Handwerksnation

Stein Magazin
Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und selbst Malermeister

Nächstes Wochenende, am 24. September 2017, steht die 19. Bundestagswahl an. Ein guter Anlass für STEIN-Autorin Bärbel Daiber, bei Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer einmal nachzufragen, wie es um das Verhältnis zwischen Handwerk und Bundespolitik steht und welche Forderungen und Erwartungen der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) an die künftige Regierung hat.

STEIN: Herr Wollseifer, Handwerk und Mittelstand erfahren von der Politik endlich mehr Wertschätzung. Wie wirkt sich das aus, und wo hapert es noch?

Hans Peter Wollseifer: Der deutsche Mittelstand und als dessen wichtiger Bestandteil die mehr als eine Million Handwerksbetriebe haben sich in Krisenzeiten als sehr robust erwiesen. Sie haben sich zugleich als der Wirtschaftsbereich hervorgetan, auf den die Politik gerade auch mit Blick auf herausragende gesellschaftspolitische Herausforderungen wie etwa die Flüchtlingsintegration zählen kann. Das Handwerk wirkt gesellschaftspolitisch wie wirtschaftlich stabilisierend. Das hat entscheidend auch mit dem dualen Ausbildungssystem zu tun, das für Ausbildungsqualität und für den Nachschub an qualifizierten Fachkräften sorgt. Auch wenn das inzwischen in der Politik überwiegend so gesehen wird, ist bei der finanziellen Unterstützung der beruflichen Bildung und der Ausbildungsförderung, etwa bei der Höheren Berufsbildung, noch viel Luft nach oben. Damit unsere Betriebe weiter erfolgreich sein können, braucht es zudem entsprechende Rahmenbedingungen. Überflüssige Bürokratie muss weiter abgebaut werden. Und was die Belastungen durch Steuern und Sozialabgaben angeht, sind unsere Betriebe an der Schmerzgrenze. Damit sie wettbewerbsfähig bleiben, dürfen auch künftig die Sozialabgaben 40 Prozent keinesfalls überschreiten.

STEIN: Was wurde in der vergangenen Legislaturperiode an dringenden Maßnahmen für das Handwerk versäumt, was jetzt dringend angegangen werden müsste?

Hans Peter Wollseifer: Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es dringlich, die berufliche Bildung wieder attraktiver für junge Menschen zu machen. Dazu braucht es eine bessere Ausstattung unserer Berufsbildungsstätten, ein Update für die Berufsschulen und eine insgesamt stärkere Förderung der beruflichen Bildung. Nach dem erfolgreichen Hochschulpakt muss es nun einen Berufsbildungspakt geben, auch als Ausdruck der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Wir haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass viel mehr energetische Sanierungen von Gebäuden nötig sind, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen – steuerliche Anreize können entscheidend dazu beitragen, dass investiert wird. Hier könnte man bereits viel weiter sein. Es ist in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Strompreise für mittelständische Betriebe und Privathaushalte im Griff zu behalten, die EEG-Umlage steigt und steigt. Aus Sicht des Handwerks kann nicht hingenommen werden, dass kleinere und mittlere Betriebe für die Privilegierung der Großunternehmen, die von der Umlage befreit sind, zur Kasse gebeten werden.

STEIN: Welches sind die drei wichtigsten Themen des Handwerks, um die sich die Politik jetzt dringend kümmern muss? Und welche zentralen Forderungen des Handwerks an die künftige Bundesregierung leiten Sie daraus ab?

Hans Peter Wollseifer: Dass dringend etwas bei der Finanzierung der Energiewende geschehen muss, habe ich schon angesprochen. Die Kosten müssen fair verteilt und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden, und es muss eine sichere und bezahlbare Energie- und Stromversorgung gewährleistet sein. Gerade für die Handwerksbetriebe in ländlichen Regionen ist es sehr wichtig, dass sie Zugang zu schnellem Internet haben. Hier müssen wir bei der Anbindung deutlich schneller werden. Notwendig ist für die Betriebe außerdem ein zeitgemäßes Datenrecht. Bei Steuern und Sozialabgaben darf es keine weiteren Belastungen für unsere Betriebe geben. Beispielhaft verweise ich auf den Bereich der Rente: Hier rächen sich Fehler der Vergangenheit wie die Mütterrente oder die Rente mit 63. Dadurch wird die Rentenkasse jedes Jahr mit mehreren Milliarden Euro belastet. Wir müssen dringend die Kosten bei der Rente im Griff behalten. Es sollte daher auf keinen Fall weitere Leistungsausweitungen geben, die dann aus Beitragsmitteln zu finanzieren sind. Vielmehr muss es darum gehen, die Rente demografiefest zu gestalten, indem beispielsweise das Renteneintrittsalter – wie künftig in Dänemark – an die Lebenserwartung geknüpft wird.

STEIN: Vielen Dank für das Gespräch.

Fassadenkunst in Rot

Stein Magazin

Rautenmuster am Historischen Museum in Frankfurt

In der Dezemberausgabe berichtet die STEIN über das Historische Museum in Frankfurt am Main. Das 1878 gegründete Museum besteht aus einem Konglomerat von Gebäuden verschiedener Epochen. Seit diesem Jahr ergänzen zwei weitere Gebäuderiegel mit dazwischen aufgespanntem Platz das „Museumsviertel“ in der Nähe des Römers. Der städtebaulich gelungene Entwurf stammt aus der Feder der Stuttgarter Architekten LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei. Die außergewöhnlichen Außenhüllen der beiden Neubauten bestehen aus rotem Neckartäler Hartsandstein mit geschliffener Oberfläche, deren Arbeiten das Bamberger Natursteinwerk Herman Graser GmbH ausgeführt hat. Mit dem Ziel, ein „lebendiges“ Fassadenbild zu erhalten, haben die Architekten die roten Außenhüllen aus einzelnen kleinformatigen Steinen entworfen. Auf diese Weise kommt die unverwechselbare Farbintensität des Natursteines mit seiner weißlich bis gelblichen Bändern besonders zur Geltung.

Für die Hauptfassade des Eingangsgebäudes haben sich die Planer etwas ganz Besonderes einfallen lassen: ein großes Rautenmuster mit gespitzter Oberfläche. Aber eine Raute besteht nicht ausschließlich aus einzelnen Steinen, sondern auch aus insgesamt sechs größeren Formteilen. Betrachtet man das Detailfoto, erkennt man oberhalb des Kreises eine schmale vertikale Fuge in Steinfarbe. Der gespitzte Stein rechts von der roten Fuge und der darunterliegende gespitzte Stein, mit der abgerundeten schmal zulaufenden Seitenkante, sind ein großes Steinelement. Der Steinmetz hat die horizontale Fuge nachträglich bis auf etwa zwei Zentimeter in den Stein eingefräst.

Das zweite Detailfoto zeigt die weiteren drei Steinelemente um den geschliffenen Kreis herum. Und auch die Rautenspitzen bestehen jeweils aus einem größeren Stein. Auf der Baustelle hat man die zuvor eingefrästen Fugen ebenfalls als Schattenfuge ausgeführt. Der Grund für diese Vorgehensweise: ein Abbrechen der abgerundeten, spitz zulaufenden Seitenkante zu verhindern.