Naturstein zwischen Ouzo und Sirtaki

Stein Magazin

Am vergangenen Freitag und Samstag lud Rossittis zum 8. Markentreff ein. An den zwei Tagen verwandelten sich die LagerrĂ€ume des NatursteinhĂ€ndlers passend zum Motto in griechische Hallen. „Mit dem Treffen wollen wir eine Marktplattform schaffen, die Steinmetze aus ganz Deutschland zusammenbringt“, sagt GeschĂ€ftsfĂŒhrer Thomas Rossittis. TatsĂ€chlich folgten ca. 280 Natursteinbetriebe der Einladung nach Holzwickede bei Dortmund.

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Circa 280 Teilnehmer waren bei dem 8. Markentreff von Rossittis dabei. Foto: Friederike Voigt
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Unter dem Motto „A Piece of Greece“ war das Event in jedem Detail griechisch ausgerichtet. Foto: Friederike Voigt
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Das weiß-blaue Farbkonzept setzte sich sogar auf den BegrĂŒĂŸungskarten fort. Foto: Friederike Voigt
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In einer Podiumsdiskussion ging es um den Umgang mit Beanstandungen. Foto: Friederike Voigt
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Auf dem Markentreff prĂ€sentierte Rossittis das neue Produkt „Geoluxe“. Es ist aus geschmolzenem Naturstein entstanden und in der OberflĂ€che spiegelglatt. Foto: Friederike Voigt
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Gerhard Rossittis eröffnete das griechische Buffet am Abend. Foto: Friederike Voigt
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Von links nach rechts: Stefan Wolf aus LĂŒbeck (Natursteinwolf), Garvin Stingel aus Wendlingen am Neckar (Lithofin) und Thomas Oelker aus dem brandenburgischem Rangsdorf (Oelker Naturstein). Foto: Friederike Voigt
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Der GesprĂ€chsstoff ging auf dem Rossittis Markentreff nicht aus. Die letzten GĂ€ste gingen in den frĂŒhen Morgenstunden. Foto: Friederike Voigt

Neu bei Rossittis: Geoluxe

„Rossittis bietet eine Plattform, auf der sich die großen Player der Branche innerhalb kĂŒrzester Zeit austauschen können“, findet Garvin Stingel, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Lithofin. Er prĂ€sentierte neben Firmen wie Baqua, Mapei, Weiss Steintechnik, Supergrip und Akemi in dem „Markt der Industrie“ neue Produkte. „Ein hervorragender Ort, um mit Kunden ins GesprĂ€ch zu kommen“, sagt er weiter.

Der NatursteinhĂ€ndler Rossittis prĂ€sentierte nicht nur typische Marmore und Kalksteine aus Griechenland, sondern stellte auch das neue Produkt „Geoluxe“ vor, das durch das Einschmelzen von Naturstein entsteht.

Einen ausfĂŒhrlichen Bericht ĂŒber das Markentreffen von Rossittis lesen Sie in STEIN 1/2018.

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Xiamen: Das neue Reich der Naturstein–Mitte?

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Anfang MĂ€rz war in China die 17. Xiamen International Stone Fair. FĂŒr die Messe rund um Naturstein und seine Verarbeitung kamen 2050 HĂ€ndler in die Stadt im SĂŒden der Provinz Fujian.

Seit 2001 findet in Xiamen jĂ€hrlich die grĂ¶ĂŸte Natursteinmesse der Welt statt. Zur diesjĂ€hrigen Xiamen International Stone Fair kamen ĂŒber 150.000 Besucher. UngefĂ€hr ein FĂŒnftel davon kam aus dem Ausland zur Messe. Von den 2050 Ausstellern war circa ein Viertel nicht aus China.

Ziel der Messe ist es jĂ€hrlich die neuesten Produkte, Technologien und die AusrĂŒstung rund um das Thema Naturstein zu prĂ€sentieren. Außerdem soll die Messe als Plattform fĂŒr eine bessere weltweite Vernetzung der Steinindustrie dienen. Dabei liegt der Fokus darauf chinesische Firmen international bekannter zu machen. Xiamen selbst bezeichnet sich bereits als „global stone center“.

Nach mehreren Jahren starkem Besucherzuwachs war die Besucherzahl der Messe dieses Jahr stabil mit vergleichsweise geringerem Wachstum. Die Gestaltung der StÀnde war detailreich und die PrÀsentation der Ausstellungsobjekte gekonnt in Szene gesetzt. Die nÀchste Xiamen International Stone Fair wird 2018 in demselben Zeitraum wie dieses Jahr abgehalten werden.

Das Trierer BĂŒro Architektur 9+ plante und realisierte ein Kloster aus Kalkstein am See Genezareth in Israel.

FĂ€hrt man ĂŒber die Asphaltstraße zum biblischen Ort Kapharnaum, wird einem das neue Kloster kaum auffallen – es ist perfekt in die Landschaft am See Genezareth eingepasst. Der robuste Kalksteinbau liegt direkt am Fuß des Bergs der Seligpreisung, dort wo Jesus seine berĂŒhmte Predigt gehalten und unten am See das Wunder der Brotvermehrung gewirkt haben soll. Schon lange steht dort eine Kirche, die GlĂ€ubigen aus aller Welt zum Gebet dient. Zehntausende von Pilgern machen jedes Jahr hier Station auf ihrer Reise durch das Heilige Land.

Eine Herausforderung fĂŒr die Mönche, die seit vielen Jahren diesen Ansturm bewĂ€ltigen mĂŒssen. Das alte baufĂ€llige Kloster war keine angemessene Bleibe mehr fĂŒr sie. So beschloss der Deutsche Verein vom Heiligen Land, ein neues Kloster zu errichten, und beauftragte die Trierer Architekten Alois Peitz, Hubertus Hillinger und Susanne Hoffman-Hillinger. „Das war wirklich nichts AlltĂ€gliches“, sagen die drei unisono. „Ein Kloster fĂŒr die Menschen des 21. Jahrhunderts, gleichzeitig aber in benediktinischer Tradition – das macht man nur einmal im Leben.“

Zehn Jahre dauerte es alles in allem: vom Masterplan bis zur Einweihung. Ganz in Anlehnung an den klassischen St. Gallener Klosterplan der Benediktiner aus dem 9. Jahrhundert entstanden zwölf  Mönchszellen, ein Refektorium, ein Kapitelsaal, ein Oratorium, eine Bibliothek, eine Rekreation, GĂ€stezimmer und eine KĂŒche. Das Kloster ordnet sich architektonisch der Kirche unter, die Höhe orientiert sich an ihrem Giebel. Auch die Baustoffe sind die gleichen: Kalkstein aus Hebron, mit Kalksplitt angereicherter Beton, Holz und rote, stark reflektierende Tonziegel. „Es sind zwar die gleichen Materialien“, erklĂ€rt Susanne Hoffman-Hillinger, „aber modern bearbeitet – gesĂ€gt, geschliffen oder poliert. Damit Ă€ndert sich der Glanz und die Farbe von Kalkstein und Ziegeln.

Auf den Fußböden wurden unterschiedlich große Platten verlegt und an den zurĂŒckgesetzten Außenfenstern Steinstelen angebracht – orientalische, filigrane Elemente in dem GebĂ€ude, das sonst eher massiv wirkt. Die OberflĂ€chen der Außenwandbekleidung sind fein gespitzt. Und durch kleine RĂŒcksprĂŒnge in der Fassade von nur einem Zentimeter BĂ€nderung ergeben sich, bedingt durch die LichtverhĂ€ltnisse in Israel, starke, kontrastreiche Akzentuierungen. Im Inneren des Klosters schafft die Symbiose von Beton und Naturstein außergewöhnliche Effekte: Die OberflĂ€chen der Betonkonsolen und Sichbetondecken sind gestockt. Dadurch  kommen die hellen Zuschlagstoffe des Kalksteins zum Vorschein.

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Der heimische „Jarraa fateh“-Kalkstein kommt aus Jamaain, Nablus City, Israel. Die OberflĂ€chenbearbeitung variiert: Der Stein wurde gesĂ€gt, geschliffen oder poliert.

„Bauen im Heiligen Land heißt auch mit anderen LichtverhĂ€ltnissen“, sagt Hubertus Hillinger. „Es gibt weltweit kaum Orte, die heller sind als die Gegend rund um den See Genezareth.“ Daher muss das Kloster ausreichend Schatten spenden und die Maueröffnungen sind nach außen klein gehalten. Das GebĂ€ude öffnet sich nach innen. Im Sommer bleibt es kĂŒhl, auch wenn die Hitze draußen 40 Grad erreicht; im Winter schĂŒtzt es vor KĂ€lte. In puncto BaudĂ€mmung und Isolation beschritten Peitz und Hillinger neue Wege. „Die mehrschaligen WĂ€nde sind 60 Zentimeter dick und die KĂŒhlanlagen brauchen nur einen Bruchteil der dort sonst benötigten Energie“, erklĂ€rt Alois Peitz. Die Decken und DĂ€cher statteten sie es mit einer Bauteiltemperierung als „Stille KĂŒhlung“ aus und verwendeten Rohrregister, durch die kaltes Wasser lĂ€uft, das die RĂ€ume angenehm temperiert. „Die Energiekosten sind gering, weil die DĂ€mmung so gut ist.“ Architekten aus Israel besuchten die Baustelle immer wieder, um Ideen fĂŒr ihre eigenen Projekte aufzugreifen.

Lesen Sie mehr zum Kloster aus Kalkstein in Israel in STEIN im Mai 2015.