die auch oft lukrativ ist. Denn deutsche Handwerksunternehmen haben im Ausland einen hervorragenden Ruf. Foto: Thinkstock

Seit die Globalisierung so richtig Fahrt aufgenommen hat, wächst auch die Bedeutung länderübergreifender Handwerksaufträge kontinuierlich. Eine Entwicklung, die nicht nur Großkonzerne betrifft, sondern längst auch im Mittelstand Einzug gehalten hat. Erfolgreiche Auslandsgeschäfte setzen allerdings gute Vorbereitung voraus. Es gibt eine ganze Reihe von Fragen zu klären, die von Land zu Land unterschiedlich ausfallen können. Dazu gehören unterschiedliche Gesetze, Zoll- und Visabestimmungen. Daneben müssen Mitarbeiter aber auch über entsprechende Sprachkenntnisse verfügen und um die kulturellen Eigenheiten des jeweiligen Landes wissen.

Willi Tratz, Exportmanager Osteuropa beim Natursteinunternehmer Franken-Schotter, hat bereits umfangreiche Erfahrungen mit Aufträgen aus dem Ausland gesammelt. Sein Unternehmen liefert und produziert mit mehr als 350 Mitarbeitern jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Natursteinprodukte. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden im Ausland gemacht. Das Angebotsspektrum reicht dabei von Fertigprodukten wie Fassaden, Bodenbelägen, Treppen, Massivarbeiten, Mauerwerken und Steinkörben bis zu Rohplatten, Rohblöcken und Schotterprodukten, die in über 50 Länder der Welt geliefert werden. Gigantische Projekte wie das World Financial Center in Shanghai oder der Al Hamra Tower in Kuwait gehören zu den zahlreichen Unternehmens-Referenzen. In Kuweit-Stadt hatte Franken-Schotter für den 413 Meter hohen Turm 47.000 Quadratmeter Kalkstein geliefert. Allein 80 Prozent der Fassade des 77 Stockwerke hohen Wolkenkratzers bestehen aus Naturstein.

Willi Tratz Aufgabengebiet umfasst den osteuropäischen Raum, wo er den Fokus zuletzt besonders auf Russland gelegt hatte. Ein Land, das in der jüngeren Vergangenheit durch Zuwachsraten von bis zu zehn Prozent geglänzt hat und in dem noch immer sehr aufwändig gebaut wird. „Verkaufen funktioniert fast überall auf der Welt ähnlich“, weiß Tratz. Aber bis es zur Vertragsunterzeichnung käme, sei es ein langer Weg. Grundsätzlich hätten Projekte im Ausland lange Vorlaufzeiten und man müsse eine ganze Reihe von Gutachten und Zertifikaten vorlegen.

Das gilt insbesondere für Firmen, die nicht nur Waren ins Ausland liefern, sondern dort einen Auftrag ausführen wollen. „Jedes deutsche Unternehmen, das eine Dienstleistung im Ausland erbringen will, tut gut daran, sich nach Verwaltungsformalitäten zu erkundigen, die gegenüber Behörden oder Kammern im Aufnahmeland einzuhalten sind. Dazu zählen zum Beispiel Anzeige- und Meldepflichten. Insbesondere im Bereich der reglementierten Berufe gilt zudem oftmals eine Nachweispflicht über die beruflichen Qualifikationen des Dienstleistungserbringers. Ob diese Pflicht im Zielland besteht und wie die Nachweise genau aussehen müssen, sollte vor dem Auslandseinsatz unbedingt geklärt werden“, erklärt Helge Freyer, Leiterin des Bereichs Recht, Ausländisches Wirtschafts- und Steuerrecht der Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH, Germany Trade and Invest. Sie rät jedem Unternehmer, der im Ausland tätig werden will, unter www.gtai.de ausgiebig zu recherchieren, bevor er sich an die Arbeit macht. Dort finden Interessierte eine Datenbank mit allen relevanten Informationen, die nach Ländern und Branchen geordnet sind.

In einem weiteren Schritt kann sich der Steinmetz an die Handwerkskammer richten. Marie-Therese Sobik, Außenwirtschaftsberaterin der Handwerkskammer Düsseldorf, kennt sich mit den Auslands-Chancen heimischer Fachbetriebe bestens aus. „Deutsche Handwerker überzeugen jenseits unserer Grenzen mit ihrer guten Ausbildung. Doch wer länderübergreifend arbeiten will, braucht darüber hinaus eine Strategie und eine gute Vorbereitung. So können die Denkmalschutzauflagen oder die Regelungen von Arbeitszeiten ganz anders sein als in Deutschland“, gibt Sobik zu bedenken.

Besonders in der Schweiz als Nicht-EU-Mitglied seien die Vorgaben kompliziert. Mindestens ein Jahr Planungszeit ist nach Erfahrungen der nordrheinwestfälischen Handwerkskammer Pflicht, um sich mit den Besonderheiten des jeweils anvisierten Marktes vertraut zu machen. Im Ausland könne ein Unternehmer jedoch keinesfalls mit beliebigen Angeboten landen. „Das besondere Know-how des deutschen Betriebs muss zur Geltung kommen“, betont die Außenwirtschaftsberaterin. Dabei gelte es, zum Beispiel bei der Herstellung von Werbematerialien auf Kleinigkeiten wie eine örtliche Telefonnummer zu achten, wenn auch nur als Rufumleitung auf das deutsche Handwerkerhandy. Steinmetz-Betriebe, die im Ausland arbeiten, wissen, dass eine Kooperation mit ausländischen Kollegen vieles erleichtert. Entsprechende Kontakte können sie beispielsweise auf Fachmessen herstellen.

Lesen Sie mehr zum Thema “Neue Märkte erschließen im Ausland” in STEIN im Mai 2015.

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Skulptur des Monats: Traumsaat

Stein Magazin

 

Die Träume der Nacht. Sie stellen eine kreative Form des Seelenlebens dar und gelten als Botschaften des Unterbewusstseins. Zahlreiche Forscher und Experten beschäftigen sich mit der Funktion und Bedeutung von Träumen. Auch in der Dichtung und der bildenden Kunst ist das Thema der Träume häufig wieder zu finden. Unsere Skulptur des Monats September von Steinmetz Emanuel Wagner stammt aus einer Auseinandersetzung mit dem Gedicht „Traumsaat“ von Jorge Bucay, in dem es darum geht, dass die menschlichen Träume die Geheimnisse des Unterbewusstseins kennen.

In diesem Gedicht heißt es: „In uns schlummern unzählige Träume, die nur darauf warten, keimen zu dürfen, Wurzeln zu schlagen und ans Licht zu gelangen, als Same zu sterben, um Baum zu werden.“ Emanuel Wagner interpretiert mit seiner Skulptur „Traumsaat“ – eine schlanke Stele, die an die Form einer Pflanze erinnert – die Gedanken des Unterbewusstseins.

Der untere goldene Samen der Stele, der nach oben die Pflanze freigibt, ist mit seinen Wurzeln fest im Boden verankert. Die Pflanze ist in eine Art „Schote“ gebettet. Sie wird von ihr getragen, wächst aber zugleich darüber hinaus. Das Werk symbolisiert das Leben an sich, sowie einen Gedanken, eine Idee und eine Tat. Dabei entsteht die prall gefüllte Frucht des Gedankens – die die Samen nicht mehr halten kann, sodass sie fast herausbrechen – in etwa auf direktem Weg, nur über kleine Hürden.

Die 18 x 18 x 115 Zentimeter große Skulptur wurde aus dunkelgrünem Diabas gestaltet und wirkt dadurch besonders edel. Ihre Oberfläche ist frei vom Hieb und wurde zum Großteil fein angeschliffen. Das Blattgold symbolisiert die Samen, wobei die oberen Samen aus einer Kombination von normalem Gold und einem rötlichen Gold vergoldet wurden. Für den unteren großen Samen hat der Künstler rötliches Blattgold verwendet. Damit der Glanz des Goldes betont wird, wurde eine Grundierung eingesetzt.

Der Künstler möchte mit seiner Arbeit die Entstehung der Gedanken darstellen, die sich zum einen selbst vermehren können, aber auch die, die man selbst vermehren kann. Gedanken, die etwas Positives entstehen lassen oder eine vielversprechende Idee entwickeln. In dem Kreislauf, einem Wechselspiel aus Vergehen und Entstehen, gibt der Samen sich selbst her, damit die Frucht sich entfalten kann.

Mit der Skulptur, als Sinnbild für das Leben, möchte Wagner darauf aufmerksam machen, um darüber nachzudenken, was das Fundament des Bewusstseins lehren möchte. Auf das Unterbewusstsein zu hören sowie daraus zu lernen, dass alle Gedanken und Taten Konsequenzen haben und „seine eigenen Samen Früchte tragen werden, in jeglicher Art oder Gesinnung.“

Das Werk von Emanuel Wagner entstand im Rahmen der Ausstellung „Traumsaat“ und wurde bereits an mehreren Orten ausgestellt.

Erfahren Sie mehr über den Künstler und seine Arbeiten.

 

Hier sehen Sie die Skulpturen der letzten Monate:

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Oktober 2016: Der liegende Eisbär aus Carrara Marmor von Peter Hecht. (Foto: Peter Hecht)
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September 2016: Die Skulptur „Traumsaat“ aus grünlichem Diabas von Emanuel Wagner. (Foto: Steinmetz Hans Wagner KG)
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August 2016: Die Schwingungen der Skulptur „Steinskúfa“ von Karin Reichmuth versetzen sie in Bewegung. (Foto: Þröstur Eggertsson)
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Juli 2016: „Nautilus“ aus Marmor von Ulrike Glaubitz. (Foto: Künstlerin)
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Juni 2016: „Hände“ aus Carrara Marmor von Sabine Harborth . (Foto: Künstlerin)
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Mai 2016: „Die Träumende“ von Florian Widmann aus Untersberger. (Foto: Birgit Rilk)
Skulptur_des_Monats_Der-goldene-Schlüssel_3_web
April 2016: „Der goldene Schlüssel“ von Ralf Ehmann in Hanau. (Foto: Künstler)
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März 2016: Die Skulptur „Letzter Herzschlag“ aus Portokalk von Julia Dietrich auf dem Friedhof in Lauterhofen. (Foto: Künstlerin)
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Februar 2016: „Wa(a)gnis Geometrie“, Figurenensemble aus Anröchter Grünkalkstein, von Ina Michalski. (Foto: Künstlerin)
skulptur_des_monats_sternenhimmel
Januar 2016: „Sternenhimmel“, eine hängende Skulptur aus Carrara Marmor und Blattgold, von Riccardo Atta. (Foto: Künstler)
Skulptur_des_Monats_zeitstein_1
Dezember 2015: Der „Zeitstein“ von Steinmetzmeister Sebastian Langner auf dem Ottensteinplatz in Wittlich, Skulptur des Monats 2015. Jan Mußweiler
Skulptur_des_Monats_schinn
November 2015: „Sun Up“ von Günter Schinn. (Foto: Franziska Schinn)
skulptur_des_monats_familienstele
Oktober 2015: Eine Familienstele als Gartenskulptur von Kathrin Post-Isenberg. (Foto: Künstlerin)
Skulptur_des_Monats_Stele für die Opfer der Hexenverfolgung in Eichstätt an der Hinr
September 2015: Hexendenkmal in Eichstätt von Rupert Fieger. (Foto: Heinrich Stürzl)
Skulptur_des_Monats_Boot_2
August 2015: Boot-Skulptur aus anröchter Sandstein von Christine Prinze. (Foto: Stahl + Stein)
Skulptur_des_Monats_Schale von Katja Stelljes
Juli 2015: Schale aus Auerkalk von Katja Stelljes. (Foto: Stefan Schmiedbauer)
Skulptur_des_Monats_Juni_OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Juni 2015: Handgefertigter Spiegel mit Diabas-Rahmen von Christof Göppner. (Foto: Künstler)
Skulptur_des_Monats_-Rigoletto
Mai 2015: Die Skulptur „Rigoletto“ von Mario P. Valdini. (Foto: Münster)
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April 2015: Die 70 cm hohe Skulptur aus Mainsandstein von Steff Bauer. (Foto: Natursteinwerk Graser Bamberg)

Schulungen für normgerechte Verbundabdichtungen

Stein Magazin

Weitere Informationen unter: www.pci-augsburg.de

Die PCI Akademie veranstaltete im September ein umfassendes Seminar zu Verbundabdichtungen nach der neuen DIN 18534. Die Referenten Prof. Dr. jur. Günther Schalk und Dipl.-Ing. Manfred Vaupel vermittelten Rechtswissen und Fachkenntnisse für die Ausführung.  (mehr …)