wenn möglich – wie hier in Hamburg – erst zu sa­nie­ren

Bestand fördern, nur “unabdingbare” Neubauten



Der Bund Deutscher Architekten hat neue Grundpositionen verabschiedet. Er fordert mehr Nachhaltigkeit und Sanierungen vor Neubauten.



Sieben Punkte umfassen die Politischen Grundpositionen zu Stadt, Land und Architektur, die ein Redaktionsteam des Bund Deutscher Architekten entwickelt hat. Die 5.000 Architekten des Verbandes wollen damit Qualitätsanforderungen festlegen. BDA-Sprecher Benedikt Hotze sagt, die Positionen spiegeln die stärkere Hinwendung zu politischen Themen wider. Und den Fokus für Gemeinwohl-Themen, den die Mitglieder noch stärker setzen wollen.

So geht es zum Beispiel um Bodenpolitik, die Flächen von Spekulations-Tendenzen entkoppeln solle. Die Architekten fordern, Werthaltigkeit über kurzfristige Renditeerwartungen zu stellen. Besonders der öffentliche Raum sei zentral für die Gemeinschaftsbildung. Durchmischte, lebenswerte, leistbare Viertel sehen sie als elementar, “damit Menschen ihren Lebensort wertschätzen und sich mit ihm verbunden fühlen.”

Die Natursteinbranche wird sich besonders in den letzten beiden Punkten wiederfinden, die sich der Nachhaltigkeit widmen. Unter “Lebenswelt” kritisieren die Architekten, dass beim Bauen nach wie vor oft Wasser gepredigt und Wein getrunken wird. Sie fordern ökologisches Umdenken, bei der Materialwirtschaft, Ressourcennutzung, Energieverbrauch und anderen Faktoren. Daran schließt sich die letzte Position an:
“Jedes Bauen ist Bauen im Bestand. (…) Jeder Neubau muss seine unabdingbare Notwendigkeit unter Beweis stellen.”

Unabdingbare Notwendigkeit, das heißt in dieser Absolutheit nichts anderes als: Sanieren geht möglichst vor Neubauen. Es sei der meistzitierte und -diskutierte Satz des Grundlagenpapiers, sagt Hotze. “Angesichts der Notwendigkeit, Ressourcen zu schonen, ist die Position die völlig richtige Entwicklung. Wir müssen graue Energie noch stärker diskutieren. Was nützt der klimaneutralste Neubau mit der schönsten Wärmedämmung, wenn er nach 30 Jahren abgerissen wird? Wir fordern Ganzheitlichkeit. Durchzurechnen, welche Baukosten entstehen, von der Zementproduktion bis zu den Entsorgungskosten nach einem Abriss.”



Architekten und Handwerker in einem Boot

Für die Natursteinbranche klingt das gut – Sanierungsprojekte drehen sich in den meisten Fällen um Natursteingebäude. Aber auch für Neubauten haben die Architekten ihn auf dem Schirm. So sagte es BDA-Präsident Heiner Farwick zur Verleihung des Deutschen Natursteinpreises in seinem Grußwort auf der Stone+tec: “Gerade fürs Detail ist Naturstein wegen seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und seiner Dauerhaftigkeit ein besonders geeignetes Baumaterial. Sofern man nicht dem Missverständnis verfällt, das Material als hauchdünne “Natursteintapete” gegen seine natürlichen Eigenschaften einzusetzen, sondern es handwerklich vermauert, ist es ein wertiges und nachhaltiges Material. Als einer der ältesten Baustoffe der Menschheit prägt Naturstein bis heute die Architektur unserer Städte.”

Die BDA-Architekten und die Natursteinbranche stimmen also überein in den zentralen Fragen des Bauens. Nicht so klar ist das bei Bauherren und Immobilien-Großinvestoren, die eben nicht immer Gemeinwohl und Nachhaltigkeit im Sinn haben. Sondern oftmals die – wenn auch kurzfristig – größtmögliche Effizienz. Ob die Grundpositionen des BDA dies zu ändern vermögen, bleibt abzuwarten. Doch schon die Aufforderung und klare Positionierung ist ein beachtenswerter Schritt der Architekten. Letztendlich sitzen sie im gleichen Boot wie Handwerker und Natursteinhändler: dem der Auftragnehmer. Gemeinsam, mit klaren Bekenntnissen und Meinungen, lässt sich auf Verbesserungen hoffen.

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Armierte Trennlage

Bei der Verlegung im Außenbereich sind Trennlagen mit Knicken und Falten nicht nur unschön, auch wird der Abfluss von Sickerwasser auf der Abdichtung verzögert. Daher hat Gutjahr die armierte Trennlage AquaDrain TR neu entwickelt. Das Armierungsgewebe ist besonders formstabil und verhindert, dass die Trennlage beim Verarbeiten verrutscht.

Oft verrutschen Trennlagen aus herkömmlichen PE-Kunststofffolien, in der Regel zweilagig verlegt, beim Verarbeiten und sorgen für entsprechenden Ärger beim Verleger. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Falten bilden – und sich dadurch Sickerwasser staut oder der Wasserabfluss auf der Abdichtung verzögert wird.

Auf dieses Problem hat Gutjahr reagiert und eine armierte Trennlage für Abdichtungen nach DIN 18531-5 entwickelt. Die zweilagige PE-Folie verfügt über eine innenliegende Gittergewebearmierung, was sie sehr formstabil macht und eine optimale Planlage gewährleistet. Zudem muss die Trennlage nicht, wie konventionelle PE-Folien, zweilagig verarbeitet werden. Denn sie erreicht die notwendige Materialdicke von 0,2 mm durch ihren speziellen „Sandwich-Aufbau“ aus Folie, Gittergewebe und Folie. Das verhindert, dass die Trennlage beim Verarbeiten verrutscht.

Damit ergänzt AquaDrain TR die Gutjahr-Drainagen und aufgestelzten Systeme. Verarbeiter können das komplette System für Balkone und Terrassen aus einer Hand beziehen.
Eine Reportage zu einer ganz besonderen Herausforderung an praktisch alle Komponenten – so auch die dort verwendete Gutjahr-Drainage in Kombination mit Tubag-Drainagemörtel – finden Sie übrigens in STEIN 02/2020 mit der Geschichte „Fähr-Trade“: Der Neubau des Fährterminals von Norderney steht vor dem Deich auf dem Molenkopf am Wattenmeer und muss enormer Bewitterung und großen Wasserlasten trotzden. Die maßgeschneiderte Lösung des Unterbaus für die Entwässerung der begehbaren im Freien liegenden Natursteinflächen im Obergeschoss bzw. auf dem Dach wurde eigens entwickelt.

Neue Köpfe

Stein Magazin

Verstärkung im Bereich „grüne Linie“

In Deutschland arbeiten in der MAPEI GmbH über 250 Mitarbeitende u. a. in den Bereichen Fliesen- und Natursteinverlegung, Baustoffe, Fußbodentechnik und Parkett. Damit das Unternehmen mit Sitz in Großostheim auch in Zukunft gut aufgestellt ist, gab es seit Sommer 2017 einige Neueinstellungen.

 

Ralf Schlichting ist seit November letzten Jahres als Verkaufsleiter Nord Ost bei der MAPEI GmbH Deutschland tätig. Der staatlich geprüfte 50-jährige Techniker soll die Positionierung von MAPEI als generalistischer Bauchemielieferant in der Region weiter ausbauen. Er ist ein erfahrener Vertriebsleiter, Branchenkenner und Fachmann, der über langjährige Erfahrungen als technischer Berater und Key Account Manager bei namhaften Baustoffherstellern verfügt. Schlichting unterstützt die strategische Ausrichtung des Unternehmens als generalistischer Anbieter bauchemischer Produkte mit aufeinander abgestimmten Systemlösungen. Systematisch aufeinander abgestimmte Produkte bieten sowohl Handel und Handwerk als auch Planern und Bauherren einen deutlichen Mehrwert. „Der Systemgedanke steht daher bei MAPEI schon immer im Zentrum der Produkt- und Sortimentsgestaltung.“, heißt es auf der Webseite.

 

 

Ein neuer Gebietsleiter ergänzt das Team Fliesen, Naturstein und Baustoffe der MAPEI GmbH. Im Oktober 2017 übernahm Mohamed Loukili (48 Jahre) die Verantwortung für die Region Rhein-Main-Gebiet. Zu den Aufgaben des Vertriebs- und Beratungsprofis gehört es, in enger Zusammenarbeit mit dem Produktmanagement, die Marktanteile der Bauwerksabdichtungen, Sanierungsprodukte und Fugendichtstoff-Produkte – MAPEI „Grünen Linie“ – weiter auszubauen und am Markt zu etablieren. Der gelernte Chemikant verfügt über eine langjährige Erfahrung in der bauchemischen Branche.

Architekten und Planer verlangen heute immer mehr zertifizierte Produkte für umweltfreundliches Bauen. Ein großes Spektrum der insgesamt 1.500 MAPEI-Produkte entspricht daher mittlerweile dem internationalen Bewertungssystem LEED und viele Produkte verfügen über EC-Lizenzen („sehr emissionsarm“) oder sind mit dem bekannten Umweltzeichen „Blauen Engel“ ausgezeichnet. Die Produkte werden in 18 internationalen Forschungszentren immer weiterentwickelt. Das Engagement von MAPEI für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit betrifft alle Anlagen, Produkte und Prozesse. Beim Bau neuer und beim Ausbau bestehender Produktionsanlagen wird ein großer Wert auf Energieeffizienz gelegt.

 

Die Gebietsleitung Nordbaden/Pfalz hat seit Juni 2017 Tobias Sand inne. Der gelernte Bürokaufmann und Handelsfachwirt war zuvor langjährig als Baustoffprofi im Ein- und Verkauf sowie im Außendienst für Spezialbaustoffe tätig. Zu den Aufgaben gehören die Betreuung und Beratung der Handels- und Verarbeiterkunden im Bereich der Keramik und Naturstein sowie neu die Baustoffsysteme „Grüne Linie“ dazu.

 

Die Betreuung und Beratung der Handels- und Verarbeiterkunden im Rhein-Main-Gebiet, Aschaffenburg, Odenwald, Mainz und Wiesbaden hat seit Oktober 2017 Christoph Wußler übernommen. Der 31-jährige gelernte Fliesen-, Platten- und Mosaikleger war nach seiner Ausbildung zum Bautechniker in verantwortlichen Positionen als Bauleiter tätig.