Marmomac: Eine internationale Plattform für Naturstein

Stein Magazin

“Doppelter Gedanke” von Lorenzo Damiani für “Liquido

 

Dieses Jahr gestaltet sich die Leitmesse Marmomac noch internationaler: mit einem Fokus auf Miami/USA und der Gründung eines Botschafternetzwerks für Marmor. Außerdem wird die Interaktivität mit einem neuen Webportal für Architekten verbessert. Insgesamt richtet sich die Messe 2018 verstärkt auf die Welt der Kunst und des Designs aus. Dies sind aber nur ein paar der Innovationen, die während der 53. Ausgabe der Marmomac auf dem Messegelände Veronafiere vom 26. bis zum 29. September präsentiert werden.

Die Messe ist der wichtigste globale Event für Marmor, Granit, Verarbeitungstechnologien, angewandtes Design, Fort- und Weiterbildung. Ihre Leitfunktion wurde durch Zahlen und Fakten des Jahres 2017 bestätigt: mehr als 1.600 ausstellende Unternehmen (64 % aus 56 Ländern) und 68.000 Besucher (60 % aus 147 Ländern) nahmen daran teil. Mit ihrem außergewöhnlichen, international ausgerichteten Profil ist die Marmomac die wegweisende Werbeplattform für eine Branche mit einem weltweiten Handelsvolumen von mehr als 18 Milliarden Euro. Es handelt sich um einen Markt, in dem Verarbeitungsprodukte und Steintechnologie „Made in Italy“ Platz zwei bei Exporten einnehmen – im Wert von mehr als 3 Milliarden Euro – und Platz eins in Sachen Qualität und Mehrwert.

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Eindruck von der Marmomac 2017. Foto Ennevi

Im Rahmen geplanter Initiativen wird die Zusammenarbeit zwischen der Marmomac, ICE (italienische Agentur für Außenhandel) und Confindustria Marmomacchine für eingehende Aktivitäten, die sich an internationale Unternehmen richten, auch 2018 fortgesetzt: 300 Top-Einkäufer werden ausgewählt und nach Verona eingeladen, um an B2B-Meetings, technischen Schulungen und Besichtigungen lokaler Firmen teilzunehmen. Desweiteren tagt erneut der International Stone Summit – eine Konferenz der weltweit führenden Marmorverbände.

Weitere wesentliche Themen auf der Messe für den sich entwickelnden Handel sind Innovation, Design und Schulungen zu Stein und seiner Verwendung. Dieses Konzept wird auf der Marmomac durch Ausstellungen im italienischen Steintheater präsentiert. Der Pavillon vereint italienische Forschung, Entwicklung, Marmor und Technologien. Das Thema der Messeausgabe 2018 ist Wasser und Stein.

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Eindruck von der Marmomac 2017. Foto Ennevi

Große Aufmerksamkeit wird auch den Architekten gewidmet, die aus der ganzen Welt nach Verona kommen. Sie profitieren von exklusiven Fort- und Weiterbildungskursen der Marmomac Academy sowie dem neuen Webportal, das speziell für Designer entwickelt wurde, die mit Marmor arbeiten. Ein Trend, der sich immer mehr durchsetzt, denn 88 % der messe-besuchenden Architekten geben an, dass sie bei ihren zukünftigen Projekten Stein verwenden werden.

 

53. Ausgabe der Marmomac, vom 26. bis zum 29. September
Messegelände Veronafiere,
Viale del Lavoro 8, 37135 Verona
Fax 045 8298288

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Grünes Licht für Centro Internazionale di Scultura

Stein Magazin
Lavizzara

Aus jahrelanger Planung wird endlich Realität: Im schweizerischen Peccia, Lavizzara, beginnt noch in diesem Jahr die Umsetzung des Centro Internazionale di Scultura. 

Die Gemeinde Lavizzara hat das Bauvorhaben für ein internationales Bildhauer-Zentrum in Peccia abgesegnet. Das bestätigte die Fondazione Internazionale per la Scultura (FIS). Bereits 1990 waren erste Vorstudien und Pläne für das Großprojekt angestoßen worden. Eine Umsetzung scheiterte jedoch mangels finanzieller Mittel. Mit Unterstützung des Kantons Tessin, der Gemeinde Lavizzara und privaten Spendern sowie einer Anpassung der Projektentwürfe an die Geldmittel der FIS wird das Bildhauer-Zentrum noch in diesem Jahr entstehen. Die FIS beauftragte dafür das Architekturbüro Michele und Francesco Bardelli und rechnet schon im Frühjahr 2019 mit der Eröffnung des Centro Internazionale di Scultura.

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Illustrierte Außenansicht des Centro Internazionale di Scultura in Peccia, Lavizzara, von den Architekten Michele und Francesco Bardelli. Foto: Bardelli, Locarno/TI
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Illustration des offenen Werkplatzes. Foto: Bardelli, Locarno/TI
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Außenansicht des Ausstellungsgebäudes, das als Teil des Centro Internazionale di Scultura geplant ist. Foto: Bardelli, Locarno/TI
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Innenansicht des Ausstellungsgebäudes. Im Hintergrund Donatorenwand im Eingangsbereich des Centro Internazionale di Scultura. Foto: Bardelli, Locarno/TI
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Innenansicht des Künstlerateliers. Foto: Bardelli, Locarno/TI

Tessiner Natur und urbane Hochkultur

Das Zentrum umfasst ein Ausstellungsgebäude am Ortseingang von Peccia. Hier sollen sich auch die Verwaltungsbüros und drei Werkstätten zur Bearbeitung von Stein, Holz und Metall befinden sowie die technischen Installationen. Fünf Künstlerateliers sind vorgesehen, die an einen gemeinsamen Werkplatz anschließen. Die Kunstschaffenden wohnen im Dorf Peccia in individuellen Unterkünften der „Casa degli Artisti“, was auf einer zusätzlichen Initiative beruht und durch die Investition eines privaten Spenders ermöglicht werden kann. Die Ateliers werden in Form von Stipendien jedes Jahr international ausgeschrieben.

Interaktion auf internationalem Niveau

Mit dem Internationalen Bildhauerzentrum inmitten des Tessiner Bergpanoramas soll ein Ort entstehen, wo sich Skulptur-Künstler aus aller Welt und ein interessiertes Publikum begegnen. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit heimischen Materialien wie dem Peccia-Marmor, womit das Zentrum an die Arbeit der Scuola di Scultura in Peccia anknüpft. Allein die Scuola zieht jährlich 3.000 Menschen an. Aus kultureller wie touristischer Sicht rechnen Gemeinde und Kanton daher mit weiteren positiven Auswirkungen des Bildhauer-Zentrums auf Leben und Betrieb vor Ort.

Die Gesamtkosten des Bauprojekts werden auf sechs Millionen Franken geschätzt. Für die Betriebskosten der ersten drei Jahre sind von der FIS Rücklagen von einer Million Franken geplant.

Kunstbegegnung am Kanal

Stein Magazin
5 Tonnen. Foto: Thomas Ochs

Unter dem Motto „verbinden / trennen“ entsteht ein Skulpturenweg am Main-Donau-Kanal. Für die Gestaltung des Regnitz-Radweg hat die Kuratorin und Bamberger Bildhauerin Rosa Brunner Künstler zum gemeinsamen Gestalten eingeladen.

Das Projekt entsteht im Auftrag des Flussparadies Franken. Im September 2017 kamen Bildhauer aus vier europäischen Ländern zusammen, um Ideen für den entstehenden Skulpturenweg zu entwickeln. Es soll durch Spenden verwirklicht werden.

Skulpturenweg-Flussparadies-Franken
„Wasserblume“ für den Markt Hirschaid von Petra Lange. Kalkstein bläulich 1 x 2 x 2 Meter, 5 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Ausstellung_Landratsamt
„Altes Tor“ für den Markt Hirschaid von Petra Lange. Sandstein 3,5 x 3 x 1,5 Meter. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Petra-Lange
Petra Lange bei der Arbeit am Modell. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Skulptur-Entwurf-Radweg
„Between“ für den Markt Eggolsheim von Emanuela Camacci. Muschelkalk 1,8 x 0,3 x 2,5 Meter, 1,9 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Emanuela Camacci
Ragnitz-Radweg-Skulpturenweg
„Take Root“ für die Gemeinde Altendorf von Cissy van der Wel. Muschelkalk 1,5 x 1,4 x 2,5 Meter, 7 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Cissy van der Wel
Take-Root
Cissy van der Wel bei der Arbeit am Modell. Foto: Thomas Ochs, Cissy van der Wel

25 Jahre europäische Wasserstraße

Der Main-Donau-Kanal verbindet seit über 25 Jahren als europäische Wasserstraße das Schwarze Meer mit der Nordsee. Er wurde am 25. September 1992 nach 30-jähriger Bauzeit eröffnet. Gleichzeitig stellt er einen massiven Eingriff in die Landschaft dar, welche vom Kanal durchtrennt wird.

Daher sollten die Entwürfe das Thema „verbinden / trennen“ umsetzen: So wie der Main-Donau-Kanal Mensch und Natur verbindet, die entlang des Kanals leben – aber auch diejenigen voneinander trennt, die auf der jeweils anderen Seite des Kanals leben. Ziel ist es, die Kunstwerke an acht Standorten auf beiden Seiten vom Schiff aus betrachten zu können.

Skulpturen in Naturstein

Vier der Entwürfe sind aus Naturstein. Die „Wasserblume“ stammt von der Bildhauerin Petra Lange. Sie möchte die Blume als Sitzbank für den Markt Hirschaid in blauem Kalkstein verwirklichen. Die Idee hinter der Skulptur: Der sonst tief in der Erde verborgene Stein wird an die Oberfläche geholt. Ihr zweiter Entwurf lautet „Altes Tor“: eine Sandstein-Skulptur, die an ein altes Stadttor erinnern soll.

„Between“ für den Markt Eggolsheim von Emanuela Camacci ist eine symbolische Übersetzung des Themas Verbinden und Trennen. Zwei Monolithe aus Muschelkalk greifen ineinander – nach oben hin wird der Spalt zwischen beiden Elementen breiter. Mit den Wurzeln des Menschen beschäftigt sich „Take Root“. Der Entwurf für die Muschelkalk-Skulptur in Altendorf stammt von Cissy van der Wel.

Alle Entwürfe werden in der Ausstellung „Kunstgenuss am Regnitz-Radweg“ gezeigt. Um die Entwürfe zu verwirklichen, sucht das Flussparadies Franken Partner, die das Projekt mit einer Spende unterstützen. Die Ausstellung mit den kleineren Prototypen findet bis 30. Mai 2018 statt. Mehr Infos unter www.regnitzradweg.de und unter www.flussparadies-franken.de.