Der geheimnisvolle Augustuskopf

Stein Magazin

Wer das glaubt, der ist ein Esel

 

Derzeit lädt ein riesiger Marmorkopf vor der Münchner Glyptothek in die Sonderausstellung „Charakterköpfe“ ein. Es handelt sich um ein Porträt des Kaiser Augustus. Laut der Infotafel auf der Rückseite des Sockels gilt er „als größter Marmorkopf nördlich der Alpen, der aus der Antike auf uns zugekommen ist, und ist gleichzeitig das größte erhaltene Bildnis des Augustus überhaupt.“ Weiter wird behauptet, dass der Kopf während des Hochwassers in den 1990er-Jahren in einem Flussbett von Weiler im Allgäu freigespült worden ist.

Auf der linken Seite des Sockels ist ein lateinischer Spruch erkennbar: „C. Octavius Divi F. Liviae servus asinusque“ (übersetzt: Sklave und Esel der Livia, Augustus’ Frau). Der Spruch ist zudem von zwei Bildern flankiert, die so gar nicht in das Gesamtbild passen. Spätestens jetzt sollten aufmerksame Kunstliebhaber skeptisch werden, um nicht selbst als Esel dazustehen.

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Der Augustuskopf steht derzeit vor der Glyptothek. Er soll in die Sonderausstellung „Charakterköpfe“ einladen. Foto: STEIN
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Der lateinische Spruch und die zwei flankierenden Bildern führen in die Irre. Vandalismus? Nein. Der Künstler will bewusst in die Irre führen. Foto: STEIN
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Die Flexspuren sollten Kunstkenner erkennen. Dass der Kopf nicht aus der Antike stammt, sollte spätestens jetzt klar sein. Foto: STEIN

In der Tat handelt es sich um ein zeitgenössisches Werk des Steinmetz und Restaurators Dr. Michael Pfanner, der der Kunstbranche einen Streich spielen wollte. Aus der Pressestelle der Glyptothek heißt es:  „Herr Pfanner hat den Kopf gefertigt, hat sich aber eine Geschichte dazu ausgedacht, nämlich dass es ein antiker Augustuskopf sei und dieser in dem kleinen Ort Weiler im Westallgäu in einem Flussbett angeschwemmt worden sei.“ Die Hinweistafel am Werk soll bewusst irreführend sein. „Das ist die Intention des Künstlers“, so die Pressesprecherin der Glyptothek Astrid Fendt.

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Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland

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Skandinavien ist bekannt für seine Hartgesteine. Darum führt die Stein-Reise des Geokompetenzzentrum Freiberg in diesem Jahr nach Süd-Schweden – und auch in der STEIN wird es im Sommer eine Strecke zum Thema Skandinavien geben.

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Bei der Exkursion werden unter anderem Steinbrüche besucht. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Abbau von Braennhult-Granit. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Arbeit im Steinbruch Sjöström. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.

Schwedisch Schwarz

Die sechstägige Exkursion hat sich als feste Größe im jährlichen Exkursionskalender für die Steinmetzbranche etabliert. Wie in jedem Jahr bekommen Fachinteressierte einen Überblick über Natursteinvorkommen, -abbau und -referenzen des Landes. Besucht werden Firmen, Steinbrüche, Orte und Objekte in Kristianstad, Vanga, Borgholm (Öland), Gotland und Malmö.

Hilke Domsch vom Geokompetenzzentrum Freiberg erklärt: „In Südschweden gibt es Granite wie Bjärlöv, Bohus oder Flivik, Gneise wie Halmstad oder Vanga und natürlich die als ‚schwedisch Schwarz‘ bekannten Basalte. Etwas unbekannter und dabei traditionell sehr verankert sind die Kalksteine von den Ostseeinseln Öland und Gotland und auch Marmor wie der grüne Brännlykan.“

Auf Öland wird die Firma Naturstenkompaniet besucht – sie gewinnt und verarbeitet den Ölandkalkstein. Unter den Orten sticht die Ostseeinsel Gotland hervor, so Hilke Domsch: „Der Gotland-Kalkstein ist ein wunderschöner heller und harter Kalkstein mit einer einzigartigen Textur. In Verbindung mit der Geschichte der Hanse wird dies ein Highlight der Reise.“

Reiseinformationen

Die Exkursion findet vom 30. April bis 6. Mai 2018 statt – auf Wunsch kann der Reisezeitraum verkürzt werden. Anmeldeschluss ist der 28. März 2018.

Hier finden Sie den interaktiven Informations- und Anmeldeflyer zum Ausfüllen und Versenden.

Europäische Steinestapler starten eine Ausstellung

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram

Im schottischen Dunbar stapelten Künstler im April Steine bei einem Festival zu kunstvollen Skulpturen. Im Mai geben sie ihr Können an Interessierte weiter.

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram
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James Craig Page (Mitte links), Veranstalter des Festivals, mit der Jury. Foto: Laurence Winram
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Ein Teil der Gewinner-Skulptur von Pedro Duran. Foto: Laurence Winram
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Die Steinestapler überlegen gemeinsam, wie sie ihre Kunstform bekannter machen können. Foto: Laurence Winram
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Teil der Ausstellung in Summer Hall. Foto: Laurence Winram

Steinestapler stellen gemeinsam mit Land-Art-Künstlern aus

Steine sind ein tolles Baumaterial – nicht nur für Treppen, Säulen und Co., sondern auch für gestapelte Kunstwerke am Strand. Das zeigen die Ergebnisse des 2. Europäischen Wettbewerbs der Steinestapler, der Ende April für zwei Tage in Dunbar in Schottland stattgefunden hat. 30 Künstler haben angespülte Kiesel und größere Steine aus der Natur mit ruhiger Hand kunstvoll auf Felsen und Sand gestapelt und sich in den Kategorien “Die meisten Steine ausbalanciert”, “Juniormeisterschaft”, “künstlerischer Gewinner” und “Stapeln gegen die Zeit” gemessen. Der Gesamtgewinner ist – wie bereits im letzten Jahr – Pedro Duran aus Spanien. Er bekommt einen finanziellen Zuschuss für seinen Flug nach Texas, wo 2019 der weltweite Wettbewerb in Llano stattfindet.

Die Kunst besteht beim Steinestapeln darin, die Schwerkraft für sich zu nutzen, denn sie ist das einzige, was die Skulpturen zusammenhält. Versierte Künstler bauen zum Beispiel komplette Torbögen ohne eine einzige Kelle Mörtel. Seriöse Stapler verändern die natürliche Umgebung oder gar historisch bedeutende Stätten dabei nicht – beides sind Kritikpunkte von Naturschützern. Sie stapeln besonders gern an Stränden, Flüssen und Seen, weil sie dort häufig besonders schöne Steine finden. 
Noch ist die Steinestapler-Szene eher klein und familiär – und sie könnte ein bisschen mehr öffentliche Aufmerksamkeit gebrauchen. Um die mediative Kunst in Europa noch bekannter machen, stellen deshalb bis 28. Mai bekannte Steine-Stapler, Land-Art-Künstler und Maler gemeinsam in der Summerhall Gallery in Edinburgh aus und geben an allen Mai-Wochenenden Workshops.