Bildhauersymposium 2013

Stein Magazin

Zum zehnten Mal fand das Bildhauersymposium im Schweinstal statt. Der Verein »Skulpturen Rheinland-Pfalz e. V.« und das Carl Picard Natursteinwerk veranstalteten das Symposium in Krickenbach vom 18. August bis zum 15. September 2013. Die fünf beteiligten Bildhauer verarbeiteten 48,4 Tonnen Sandstein aus dem Steinbruch des Natursteinwerkes Picard im Schweinstal, 3,5 Tonnen Stahlplatten 1,5 Zentner Metallteile und ein 2 Tonnen schwerer Stamm einer 140-jährigen Eiche aus dem Staatsforst Kaiserlslautern. Aus den Materialien entstanden fünf Skulpturen:

1. »Die Pforte« aus Sandstein und Stahl von Matthias Hess aus Schöneberg
2. »Continuum« aus Stahl von Robert Kögel aus Dreieich
3. »Zueinander aus Holz von C W Loth aus Freiburg
4. »Energie« aus Sandstein von Tobel aus Valley
5. »Schleierwerk« aus Sandstein und Stahl von Daniel Stern Bad Camberg


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Die Skulpturen werden Teil des Skulpturenweges im Kreis Kaiserslautern, der mittlerweile 66 Großplastiken umfasst. Nach der Auftaktveranstaltung am 18. August 2013 mit einer Ausstellung von Kleinplastiken im Fraunhofer ITWM, begannen die Bildhauer am nächsten Tag mit ihrer Arbeit. Matthias Heuss bearbeitet den Sandstein, bis er schließlich an den richtigen Ort versetzt werden kann. »Die Pforte«steht gegenüber vom neuen Wasserwerk in Rodenbach. Die zweiteilige Skulptur »Schleierwerk« von Daniel Stern war die technisch aufwendigste Arbeit. Sie wurde am 14. September 2013 in Bann enthüllt, konnte aber erst eine Woche später fertiggestellt werden. Die Sandsteinskulptur »Energie« vom Bildhauer Tobel steht neben dem großen Sportgelände in Weilerbach.


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Am Bildhauersymposium mit 27-jähriger Tradition konnten aber auch »Laien« Hand anlegen. Die Schülerinnen und Schüler des Hohenstaufen-Gymnasiums und Rittersberg (KL) sowie der Schule in Weilerbach bearbeiteten selbst Steine. Außerdem konnten die Besucher am 1. September 2013 das Natursteinwerk Picard und seinen Steinbruch besichtigen und den Künsterln bei der Arbeit zuschauen bzw. mit ihnen ins Gespräch kommen.


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Insgesamt kamen rund 700 Besucher zum Bildhauersymposium. Sie erhielten einen Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess und die Arbeit mit den Materialien Stein, Stahl und Holz.


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Still in Eile versunken

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mit der er letztes Wochenende Ausstellungspreis der Kunstgesellschaft Luzern gewonnen hat. „Die Arbeit ist für mich eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Altersstufen

„Still in Eile versunken“. So Lautet der Titel von Simon Ledergerbers Kunstwerk, mit der er letzte Woche den Ausstellungspreis der Kunstgesellschaft Luzern gewonnen hat. „Die Arbeit ist für mich eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Altersstufen, die man durchlebt. Die innere Spannkraft verändert sich“, erklärt der Künstler. Als materielle Analogie dazu dient eine rostige Stahlplatte, an deren Ende sich ein rechteckiger Berner Sandstein befindet.

Dies ist bereits die zweite Auszeichnung in Folge – erst zu Beginn des Monats gewann er einen der Förderbeiträge der Kunst und Kulturstiftung des Kanton Uri. Und auch 2018 wird voraussichtlich ein spannendes Jahr für Simon Ledergerber werden: Für die Kunsthalle Arbon wird er im Juni eine Ausstellung mit 600 Quadratmeter Fläche bespielen. Außerdem erhält er im Zuge des Ausstellungspreis in Luzern einen eigenen Raum für seine Kunst: „Das ist eine wichtige Plattform für mich“, erläutert Ledergerber. Wie das Kunstwerk aussehen wird, ist zwar noch nicht klar. Aber fest steht, dass es sich um ein einzelnes Werk handeln wird: „Ich möchte gerne eine Arbeit machen, die den ganzen Raum einnimmt.“

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„Still in Eile versunken“ in der Kunstgesellschaft Luzern. Foto: Mathias Arnold
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„Gigantisches Kleinod“ an der Gotthard-Festung. Foto: Luis Mutter
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Anbringen der Metallstütze am Marmorblock. Foto: Luis Mutter

Gigantisches Kleinod

Auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Raum war das Projekt „Gigantisches Kleinod“, das 2016 in der Ausstellung Dall altra parte vom Haus für Kunst Uri gezeigt wurde. Dabei handelt es sich um einen 300 Kilogramm schweren Quader, der an der Decke der Gotthard-Festung angebracht ist. „Hier wurde vor hundert Jahren gesprengt und von Hand gepickelt. Ich wollte dazu ein von Hand gemeisseltes Gegenstück schaffen.“

Dabei spielte auch das Material eine wichtige Rolle – Ledergerber wählte als Kontrast zum Granit der Festung weißen Marmor.

Werkstatt oder Labor

Ein großes Interesse des Künstlers gilt auch der Technik, da die Materie auf Strukturen und äußere Bedingungen unterschiedlich reagiert. Insofern entwirft er nicht einfach ein Werk und stellt es fertig – im Gegenteil: Der Weg über die Materie ist wesentlicher Teil der Arbeit.

Was dabei heraus kommt, sind laut eigener Aussage von Ledergerber nicht unbedingt Werke, die sich ins Wohnzimmer stellen lassen. Aber es geht ihm auch nicht darum, verkaufbare Kunst zu machen: „Ich möchte mich der Sache widmen. Man ist dem Werk etwas schuldig.“

Ein Steinmetz auf Wanderschaft

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Die Walz gibt es schon seit etwa dem 12. Jahrhundert. Mindestens drei Jahre und einen Tag verlassen Handwerkergesellen ihre Heimat, um auf der traditionellen Wanderschaft neue Arbeits- und Lebenserfahrungen zu sammeln. Heute sind noch rund 900 von ihnen unterwegs. Warum ist die sogenannte „Tippelei“ im 21. Jahrhundert noch attraktiv?

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In traditioneller Steinmetz-Kluft lehnt Alexander Trunk neben dem Ortsschild seiner Heimatstadt, die er etwa vier Jahre lang verließ, um auf die Walz zu gehen. (Foto: Alexander Trunk)
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Trunk begann seine Reise mit zwei Wandergesellen, suchte aber bald seine eigenen Wege. Auf der Walz sammelte Trunk viele Arbeitserfahrungen. (Foto: Alexander Trunk)
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In Erfurt gestaltete er Mauerabdeckungen mit Siegel für den Vorgarten eines Privathauses. (Foto: Alexander Trunk)
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In der Eifel arbeitete er an überdimensionalen steinernen Puzzleteilen für eine Schule. (Foto: Alexander Trunk)
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Im englischen York half Alexander Trunk über drei Monate lang bei der Restaurierung der St Mary’s Church. (Foto: Alexander Trunk)

Es ist bitterkalt. Bei minus 17 Grad Celsius verbringt Alexander Trunk die Nacht im Freien. Fast eineinhalb Jahre ist der Steinmetzgeselle zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Walz. Warum nimmt er solche Strapazen auf sich? Die Antwort darauf ist vielschichtig und nicht nur auf jugendlichen Freiheitsdrang und Abenteuerlust zu reduzieren.

Wie beginnt man nun eine solche Reise? Allgemeine schachtunabhängige Voraussetzungen für die Walz sind der Gesellenbrief, die Schuldenfreiheit, Vorstrafenfreiheit und der Beginn der Wanderschaft im Alter von unter 30 Jahren. Sowohl unverheiratet als auch kinderlos müssen die Gesellen sein. Die Schächte (Vereinigungen von Handwerkern, die auf Wanderschaft sind oder waren) können eine erste Anlaufstelle sein. Als Mitglied eines Schachts kann man auf die gesammelten Erfahrungen vieler Wandergesellen zurückgreifen, erhält wichtige Kontakte und kann in den für die Wandergesellen offenstehenden Herbergen unterkommen.

Abschied von Familie und Freunden

Konkret beginnt die Walz mit dem Abschied von Familie und Freunden. Neben der Abschiedszeremonie gibt es auch eine Heimkehrzeremonie, Trink- und Vorspracheregeln und sogar eine eigene „Sprache“. Mit der Pflege dieser tausende Jahre alten Traditionen werden Geschichte und Werte des jeweiligen Handwerks in die Gegenwart getragen und aktiv ausgelebt.

Die jungen Gesellen zeigen, dass sie stolz sind, auf das was sie tun. Im Vordergrund steht das Verfeinern der beruflichen Fähigkeiten. Wenn man bei unterschiedlichen Betrieben mit unterschiedlichen Schwerpunkten Arbeit findet, dann lernt man immer neue Arbeitstechniken und Herangehensweisen. Und wer kann schon sagen, er habe an der Siegessäule und der Staatsbibliothek in Berlin mitgearbeitet? Alexander Trunk ist stolz auf seine dort bearbeiteten Steine, die er jetzt seinen Freunden zeigen kann.

„Die Walz ist kein Campingurlaub, sondern fordert viel von einem ab“, so Trunk. Dabei denkt er nicht nur an die zu Fuß erwanderten Wegstrecken, er sieht in der Walz auch ganz allgemein eine Schule des Lebens. Auch die Reise in andere Länder verspricht eine neue Sicht auf die Welt, das Kennenlernen anderer Kulturen und Sprachen. Die für jeden einzigartigen Erlebnisse der Wanderschaft können eine gute schulische Ausbildung zwar nicht ersetzen, bereichern und vertiefen das Gelernte aber stark und erweitern den eigenen Horizont.

Erfahren Sie mehr über Alexander Trunk und seine Wanderschaft in STEIN im Oktober 2016.