Der Bundesverband deutscher Steinmetze (BIV) zeigt auf der BAU 2015 das moderne Raumkonzept „All in One“. Steinmöbel aus Sellenberger Muschelkalk überzeugen durch Funktionalität und ökologische Unbedenklichkeit.

Die Messestandgestaltung „All in One“ in Halle A.4, Stand 100 macht deutlich, welche Rolle Naturstein bei der Gestaltung von individuellen Räumen in Zukunft übernehmen kann und mit welchen Bearbeitungstechniken ein Steinmetz diese wirtschaftlich und ökologisch realisieren kann. Aus einem 2,50 m langen, 1,50 m hohen und 50 cm starken, äußerlich unberührten und bruchrauen – also unbearbeiteten – Block aus Sellenberger Muschelkalk wurden fünf 47 cm x 47 cm große und 47 cm starke monolithische Steinquader mittels eines endlosen, mit Industriediamanten bestückten Seils in einem Stück herausgeschnitten. Aus diesen Kuben wurden dann 40 cm x 40 cm große und 40 cm starke Steinquader ebenfalls in einem Stück herausgearbeitet. Der in seiner Grundform unberührte Block selbst steht als Regalwand zur Verfügung. Die zehn neugewonnenen Steinquader können als Abstellflächen, Regale, Hocker oder Tische genutzt werden.

Naturstein kann dekorativ, aber auch funktional und wohnlich sein. Das exklusive Material verspricht Einzigartigkeit, da jeder Stein ein Unikat ist. Aber auch Lebendigkeit, Natürlichkeit sowie Hochwertigkeit sind Stichworte, die einem zu diesem uralten Baumaterial einfallen. Die Möbel am BIV-Stand wirken zeitlos schlicht, sie sind – qua Regionalität der Steine und ohne Abfallprodukte bei der Herstellung – auch ökologisch wertvoll. Im hochwertigen Innenausbau der Zukunft sind ohne Zweifel handwerklich realisierte massive Gestaltungsalternativen oder raumbildende Elemente gefragt, die meist mit regional bezogenen Steinen ausgeführt werden – und nur der fachkundige Steinmetz kann diese umsetzen. Das ist die Botschaft des BIV.

Die BAU 2015: Zahlen und Tipps für Handwerker
Der BIV ist einer von 2.015 Ausstellern auf der BAU 2015. Davon kommen 637 aus dem Ausland. Das entspricht einem Auslandsanteil von 32 Prozent. 42 Länder sind insgesamt beteiligt. Die Top 5 der ausstellenden Ländern sind: Deutschland (1.378 Aussteller), Italien (109 Aussteller), Österreich (103 Aussteller), Polen (43 Aussteller) und die Türkei (42 Aussteller). Darauf folgen Belgien und die Schweiz (jeweils 37 Aussteller). Alle Messehallen auf einer Ausstellungsfläche von 180.000 Quadratmetern sind voll belegt.

Im Forum Treffpunkt Handwerk in der Halle B0 geben Experten Tipps und Hilfestellungen für den Berufsalltag – beispielsweise zu den Themen „IT für Bauprofis“, „Gebäudeeinschätzung“ oder „Wärmedämmung“.

Themenspezifische Handwerker-Rundgänge geben einen schnellen Überblick. Die Rundgänge zu Themen wie „IT“ oder „Türen, Fenster, Beschläge“ starten am Stand des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) im Eingang Ost (21. und 22. Januar 2015, jeweils 13 und 16 Uhr). Hier zur Information und Anmeldung.

Ein neues Angebot ist der Handwerker-Stammtisch. Von Dienstag bis Freitag, jeweils um 11 Uhr, finden moderierte Gesprächsrunden statt. Die geplanten Themen: „Wärmedämmung – immer noch ein heißes Eisen (20. Januar)“, „Nachwuchsförderung und Fachkräfteakquise (21. Januar)“, „Baumängel – Zusammenarbeit am Bau (22. Januar)“, „Suffizienz in der Baukultur – dauerhafte Qualität statt zweifelhafter Qualität (23. Januar)“.

Auch 2015 schlagen Deutschlands beste Handwerker wieder ein Trainingscamp auf der BAU auf. Besucher können das tägliche Handwerkertraining im Eingang Ost beobachten. Das Handwerkercamp wird vom ZDB organisiert.

Uns können Sie auch antreffen – Sie finden uns in Halle A.3, Stand 60 sowie in Halle B.2, Stand 40. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

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Handwerkskonjunktur hat deutlich an Dynamik verloren

Stein Magazin
Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Die regionale Handwerkskonjunktur hat in den letzten drei Monaten deutlich an Dynamik verloren. Die Stimmung der Unternehmer, so eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart, wird als gedämpft beschrieben. Allerdings stellten 53 Prozent der Befragten ihrer Geschäftslage im vierten Quartal noch ein gutes Zeugnis aus. Im Vergleichsquartal 2019 verzeichneten 74 Prozent der Betriebe einen guten Geschäftsverlauf.

Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK
Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Hauptgeschäftsführer Thomas Hoefling betonte, dass die Entwicklung der einzelnen Gewerken höchst unterschiedlich verlief. „Die Bauhaupt- und Ausbaugewerke schnitten am besten ab. Nicht überraschend war die katastrophale wirtschaftliche Situation in den von den Schließungen unmittelbar und mittelbar betroffenen Bereichen wie beispielsweise Friseure oder Kosmetiker.“

Obwohl die mittel- bis langfristigen Aussichten durchaus positiv seien, habe die Infektionslage die Betriebe fest im Griff und trübe daher auch die Stimmung. „Die Lage ist im Moment für viele Betriebe wirklich schwierig. Doch aus der Vergangenheit, zum Beispiel aus der Finanzkrise 2009, wissen wir, dass das Handwerk auch schnell wieder zupacken kann. Deshalb schauen wir mit Hoffnung insbesondere auf die zweite Jahreshälfte“, kommentiert Hoefling die Situation. Viele Betriebe hätten allerdings zwischenzeitlich ihre Rücklagen aufgebraucht. Um die harten staatlichen Beschränkungen abzufedern und damit Betriebe, ihre Beschäftigten und Auszubildenden zu schützen, müsse die Auszahlung der finanziellen Hilfen nun zügig und mit deutlich geringeren bürokratischen Hürden kommen. „Denn unsere Betriebe sind es, die jene Steuern und Abgaben erwirtschaften, mit denen der Staat aktuell die Krise bekämpft und später die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns finanzieren wird“, mahnt der Kammerchef.

Ihre weitere Geschäftsentwicklung betrachten die regionalen Handwerksunternehmen mit Sorge, so die Umfrage. Eine Fortsetzung der aktuellen Geschäftsentwicklung erwarten 55 Prozent der Befragten. Dagegen befürchten 35 Prozent der Betriebe eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Der Konjunkturindikator Handwerk verlor 31,6 Zähler im Vergleich zum Vorjahr und fiel im vierten Quartal 2020 mit -0,3 Punkten ins Negative (Vorjahr: +31,3 Punkte).

Die Auftragskurve der Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart zeigte in den vergangenen drei Monaten coronabedingt ebenso nach unten wie die Umsatzkurve. Folglich war die Betriebsauslastung in den letzten Wochen nicht so hoch wie im Vergleichsquartal 2019. Weniger Betriebe als vor einem Jahr hatten eine hohe oder sehr hohe Auslastung. Dagegen meldeten mehr Firmen eine geringere Auslastung – ihr Anteil liegt bei 27 Prozent (Vorjahresquartal: 10 Prozent). In ihren Erwartungen wegen kommender Aufträge und Umsätze sind die Betriebe im Kammerbezirk für die kommenden Wochen entsprechend verhalten.

Die Beschäftigung hat in den letzten Wochen in den Handwerksbetrieben in der Region Stuttgart etwas abgenommen. Beim Blick auf die kommenden Wochen wollen sich die befragten Handwerksunternehmer auch in ihren Personalplanungen zurückhalten.

Baudichtstoffe: Die Gefahr von Oximsilikonen

Stein Magazin

Oximsilikone als krebsverdächtig eingestuft

Elastische Baudichtstoffe werden in jedem Naturstein-verarbeitenden Betrieb eingesetzt. Um der Forderung nach geringer Dehnspannung und damit geringer Zugbelastung des abzudichtenden Materials gerecht zu werden, sollen sie möglichst weich eingestellt werden, ohne dass die Kohäsion und mechanische Festigkeit darunter leiden. Möglich wurde dies mit raumtemperaturvernetzenden, einkomponentigen Silikonen, die ihren Siegeszug rund um die Welt antraten. „Vernetzend“ bedeutet in dem Zusammenhang, dass diese Dichtstoffe nach der Verarbeitung abbinden. Leider aber werden während des Aushärtevorgangs, der durch den Zutritt von Luftfeuchtigkeit gestartet wird, oft sehr charakteristisch riechende Moleküle abgespalten. Bei Acetatsystemen, die beispielsweise für Sanitärabdichtungen verwendet werden, ist dies zum Beispiel Essigsäure. Diese kann allerdings verschiedene Natursteine, insbesondere Marmor, angreifen. Bei Aminsystemen hingegen – eingesetzt bei hoch belasteten industriellen Anwendungen – entsteht während des Aushärtens ein unangenehm empfundener fischähnlicher Amingeruch.

Dies führte zur Entwicklung von Neutralsystemen, von denen das sogenannte Oximsystem das bekannteste ist. Natursteinsilikone enthalten Oxime, weil diese auch auf empfindlichen Untergründen eingesetzt werden können. Wegen der Abspaltung von 2-Butanonoxim (Methyl-Ethyl-Keton-Oxim, MEKO) und deren vermuteter Reproduktionstoxizität (Gefährdung der Fortpflanzungsfunktionen und -fähigkeit) sind die Oximsilikone bereits in den letzten Jahren in die Diskussion geraten. Enthalten Produkte mehr als ein Prozent freies 2-Butanonoxim, müssen sie deshalb bereits heute mit dem Xn-Gefahrensymbol für „gesundheitsschädlich“ gekennzeichnet werden; und die eingesetzten Oximvernetzer müssen im Sicherheitsdatenblatt angegeben werden. Sogenannte „low-MEKO“-Produkte mit niedrigeren Konzentrationen sind allerdings nach wie vor kennzeichnungsfrei.

Einem Artikel von Diplom-Chemiker Rainer Dörr, bei der BG BAU in Wuppertal zuständig für Prävention im Bereich Gefahrstoffe, in der Fachzeitschrift „sicher ist sicher“ zufolge sind Oximsilikone auf europäischer Ebene allerdings auch als krebsverdächtig eingestuft worden und würden daher sicherlich in Kürze von den Herstellern freiwillig vom Markt genommen. Bei BG BAU-Messungen unter realistischen Verwendungsbedingungen waren Überschreitungen des seit September 2013 geltenden Arbeitsplatz-Grenzwertes für 2-Butanonoxim von 1 mg/m³ um das drei- bis fünffache sowie darüber hinaus festgestellt worden. Auch sechs Stunden nach der Verarbeitung war der Arbeitsplatz-Grenzwert – trotz ständiger Lüftung – noch nicht wieder unterschritten.

Den Anwendern von Dichtstoffen empfiehlt Dörr daher, die Sicherheitsdatenblätter – insbesondere die Abschnitte 3, 8 und 11 – sorgfältig zu lesen und gegebenenfalls beim Hersteller nachzufragen. Nur wenn andere Dichtstoffe aus technischen Gründen keine Alternative darstellen, könne noch der Einsatz von 2-Butanonoxim abspaltenden Oximsilikonen in Frage kommen. Dann allerdings seien Atemschutz (Gasfilter A, Kennfarbe Braun) und Chemikalien-Schutzhandschuhe aus Nitril bei der Verarbeitung zu tragen. Da 2-Butanonoxim über die Haut aufgenommen werden kann und überdies als hautsensibilisierend eingestuft wird, sollte das Glätten von Fugen mit Hilfe eines Glättwerkzeuges oder eines Holzspatels erfolgen.

Da die Freisetzung von 2-Butanonoxim etwa zwei bis vier Stunden nach Beginn der Arbeiten ihren Höhepunkt erreicht und über mehrere Tage andauern kann, müsse der betroffene Bereich über mehrere Tage gesperrt und währenddessen gut gelüftet werden. Eine Problemlösung bieten übrigens alkoholvernetztende sogenannte Alkoxysysteme, die sich in ihrer Verwendbarkeit kaum von den Oximsilikonen unterscheiden, bei deren Vernetzung aber chemisch praktisch inertes – also für den menschlichen Körper unschädliches – Methanol oder Ethanol entsteht.

Position der Hersteller von Dichtstoffen

Die innerhalb der deutschen Bauchemie im „Fachausschuss 7“ und die im Industrieverband Dichtstoffe (IVD) organisierten Hersteller von Baudichtstoffen haben über ihre Verbände der BG BAU mitgeteilt, auf Grund der skizzierten Situation 2-Butanonoxim-abspaltende Silikon-Dichtstoffe zu substituieren. Aus technischen Gründen ist für diese Umstellung mit einem Zeitbedarf von etwa zwei Jahren zu rechnen.

Nach dieser Frist sollten in Deutschland kaum noch 2-Butanonoxim-abspaltende Silikon-Dichtstoffe für die Anwendung im Innenraum zu finden sein. Um zu gewährleisten, dass in der Phase der Rezepturumstellung eine sichere Verwendung der 2-Butanonoxim-abspaltenden Silikon-Dichtstoffe gewährleistet ist, werden die Hersteller ihre Kunden über die in diesem Artikel beschriebenen Arbeitsschutzmaßnahmen informieren. Parallel werden die Hersteller aktiv mitverfolgen, wie sich die Diskussion um die gesundheitliche Bewertung alternativer Oxim-Silikone entwickelt.