CAD und CNC für Einsteiger

Stein Magazin

Aus Respekt vor der Programmierung und Bedienung computergesteuerter Maschinen verzichten viele Steinmetzen auf die Vorteile, die die CNC-Technik bietet. Gleichzeitig suchen immer mehr Arbeitgeber händeringend nach Mitarbeitern mit CNC-Erfahrung oder zumindest Vorkenntnissen.

Während einzelne Steinmetzbetriebe CAD bereits in den 1990er Jahren zur Planung aufwendiger Fassaden einsetzten und SPS-gesteuerte Brückensägen mit CNC-Steuerungen nachrüsteten, dauerte es lange, bis auch Berufsschulen und Ausbildungszentren CAD und CNC in die Lehrpläne integrierten. Inzwischen herrscht weitgehend Einigkeit darüber, im Rahmen der Berufsausbildung den künftigen Fachkräften neben handwerklichen Fähigkeiten zumindest auch Grundkenntnisse in der CNC-Technik zu vermitteln.

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Kontur einlesen:“Teach-In“ einer Schablone per Laser auf einer Drehkopf-Brückensäge. Bild: Richard Watzke
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Körper darstellen: Volumenmodell. Bild: Richard Stein
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Entwürfe drucken: An der Berufsbildenden Schule Mayen werden Bauteile und Räume zu Lehrzwecken in 3D gedruckt. Bild: Jürgen Ising
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Massivteil programmieren: Steinmetzmeister Michael Herzgsell programmiert aus Profil, Steigung und Radius einen gekrümmten Handlauf. Bild: Richard Watzke

In STEIN im April 2015 wird Basiswissen zur CAD- und CNC-Technik vermittelt. Um überhaupt zu verstehen, was gemeint ist, ist es wichtig, die Grundbegriffe zu kennen:

Glossar wichtiger CNC-Grundbegriffe

Achsen
CNC-Maschinen besitzen drei oder mehr interpolierte Achsen. Neben den senkrecht zueinander stehenden Hauptachsen X, Y und Z stellen die vierte bis sechste Achse jeweils eine Rotation um eine der drei Hauptachsen dar. Diese Rotationsachsen werden je nach Anordnung auf der Maschine mit den Buchstaben A, B und C bezeichnet: A rotierend um die X-Achse, B um die Y-Achse und C um die Z-Achse.

CNC-Steuerung
Eine CNC-Steuerung ermöglicht einer Maschine, mit einem Werkzeug in einer oder mehreren Achsen linear oder in Kurvenfahrten mehrdimensionale Werkstücke ausführen zu können. Es können nahezu beliebige Bearbeitungsbahnen und Abläufe programmiert und nacheinander automatisch abgefahren werden.

Elektrospindel
Die Motorspindel ist eine wichtige Baugruppe von CNC-Maschinen. Sie wird von einem Elektromotor angetrieben und besitzt kein Getriebe zur Übersetzung der Drehzahlen. Durch die direkte Kopplung des Antriebs mit der präzise gelagerten Welle ist eine sehr genaue Bearbeitung des Werkstücks mit hoher Rotationsgeschwindigkeit möglich. Zur Werkzeugaufnahme dient überwiegend ein Steilkegel nach ISO 40 oder, bei höheren Belastungen, ISO 50. Bei einem Werkzeugwechsel wird der Kegel samt Werkzeug über einen automatischen Werkzeugspanner an der Spindel fixiert.

Interpolation
Interpolation der einzelnen Achsen erlaubt es, Vorschub, Achsbeschleunigung und den sogenannten Ruck der Achsen aufeinander abzustimmen. Die im Programm vorgegebenen Sollgeschwindigkeiten der Achsbewegungen werden permanent mit den Ist-Werten abgeglichen. Dank interpolierter Achsen arbeiten CNC-Maschinen präzise und nahezu unabhängig von Lastwechseln, wenn zum Beispiel das Werkzeug in den Stein eintaucht. Zudem wird der Ruck ausgeglichen, der beim tangentialen Übergang einer Geraden in eine Kreisbahn entsteht.

Parameter
Parameter sind variable maschinenbezogene Größen wie Vorschub und Drehzahlregelung, Vorschubgeschwindigkeit und Absenkung, die über die Steuerung je nach Material und Gegebenheiten angepasst werden. Zu den unveränderbaren Maschinenparametern zählen unter anderem die Fahrweglängen in X, Y, und Z-Achse sowie der maximale Sägeblattdurchmesser, der maximale Winkel für die Blattneigung sowie die Anzahl der Plätze im Werkzeugmagazin.

SPS-Steuerung
SPS heißt »Speicherprogrammierbare Steuerung«. Eine solche Steuerung enthält eine bestimmte Anzahl fest programmierter Anwendungen, die mit geringem Programmieraufwand jederzeit abgerufen werden können.

»Teach in«
»Teach in« ist eine einfache Programmiermethode direkt an der Maschine, bei der die Kontur einer Schablone oder einer Rohplatte mit einem Laser- oder einem Wasserstrahl aus der Antriebsspindel abgefahren und in die Steuerung eingelesen wird.

Wegemessung
NC- und CNC-gesteuerte Maschinen messen die Verfahrwege und zurückgelegten Strecken über ein Inkrementalgeber- oder ein Absolutwertgebersystem. Beim Inkrementalgeber-System werden Impulse aus drehenden Loch- oder Schlitzscheiben eingesetzt. Über eine Lichtschranke werden diese Bohrungen gezählt. Die Genauigkeit liegt im Bereich von Zehntel-Millimetern. Absolutwertgeber sind Längen- oder Winkelmessgeräte, die die aktuelle Position der Spindel oder des Supports als digitalen Zahlenwert ausgeben. Eine Referenzfahrt unter Ansteuern des Nullpunktes ist nicht notwendig.

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Immer mehr Altbauten werden barrierefrei und sturzsicher umgebaut. Denn viele Rentner sind heute in der Lage, sich ein komfortables, modernes Ambiente zu leisten – und sie geben ihr Geld gern dafür aus. Für Steinmetze eröffnet dieser Trend neue Geschäftsfelder. Dabei kann ein Handwerkerverbund sinnvoll sein.

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Wer auch im Alter in seinem Zuhause bleiben will, muss in der Regel umbauen und braucht Handwerker. (Foto: iStock)
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Barrierearme Bäder sehen elegant aus. Hier wird das Duschwasser in einem schmalen, umlaufenden Schlitz abgeführt. (Foto: baqua)
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Frei von Stolperfallen: barrierefreie Bäder erleichtern älteren Menschen den Alltag. (Foto: baqua)

Fachplaner für altersgerechte Bäder

Nach Schätzungen von Fachleuten müssen zwischen 2,5 und drei Millionen Wohnungen generationengerecht nachgerüstet werden. Eines der häufigsten Projekte bei der Wohnraumanpassung oder Wohnumfeldgestaltung für Senioren ist die Umgestaltung des Bads. Der Trend zu schicken, barrierefreien Bädern birgt auch für Steinmetze Potenzial. Das Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf GmbH in Lübeck hat dies erkannt. „Das große Thema sind barrierefreie Badezimmer und vor allem Duschen“, erklärt Geschäftsführer Stefan Wolf.

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Es genügen kleine Umstrukturierungen, um die Potenziale des Seniorenmarkts zu nutzen: Ein barrierefreier Eingang im Beratungsstudio, rutschfeste Böden, Toiletten im Erdgeschoss, Aufzüge und Rolltreppen sind Beispiele für Barrierefreiheit in den Geschäftsräumen. Die Diplom-Kauffrau Stefanie Schmückerl verweist in der Studie „Marktpotenziale aus dem demografischen Wandel“ explizit auf den Service. Auch wer in der Beratung eine leicht verständliche Sprache ohne unnötige Fachausdrücke verwendet, kommt nicht nur bei älteren Menschen gut an.

Lesen Sie mehr zum Thema barrierefreies Bauen in STEIN 03/2017.

Showroom trotz Homepage?!

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findet Anette Mühlberger

Der Handel steht vor einem Umbruch. Ging es bislang nur um »online zu Hause oder offline im Laden«, informieren sich Kunden heute überall per Smartphone oder Tablet und checken, ob das Angebot auch wirklich so günstig und passend ist, wie es erscheint. Immer weniger Kunden scheuen sich nicht, ihre Geräte hierfür sogar direkt im Gespräch zu ziehen. Was also ist zu tun? Und: Wie wirkt sich dieses Kundenverhalten auf den Steinmetzen aus, der Kunden in seiner Ausstellung ebenfalls offline überzeugen will?

 

Der Kunde ist immer einen Klick weiter

Wie begeistert man also Kunden in der realen Welt, die im Kopf immer schon einen Klick weiter sind? Und wie gestaltet man eine Ausstellung so, dass sie medien- und shoppingverwöhnte Menschen nicht gleich wieder flüchten lässt. Wo das Smartphone zum ständig verfügbaren Einkaufsbegleiter wird, müssen Ladenbetreiber und Handwerksbetriebe überlegen, was Kunden im Hier und Jetzt von einem Raum und Gelände erwarten und was sie bis zum entscheidenden Kauf- bzw. Beratungsgespräch dort halten kann.

Der Mensch bleibt ein Haptiker

Läden wird es auch in Zukunft geben, das jedenfalls prognostiziert das aktuelle STORE BOOK 2014 (siehe Buch-Tipp). »Der Mensch wird immer ein Haptiker bleiben, auch ein dem Geruchs- und Gehörsinn verhafteter Konsument und ein Herdentier«, schreibt dort Autor und STEIN-Interviewpartner Reinhard Peneder. Wo andere Menschen sind, dort will also auch der heutige und künftige Kunde immer noch hin. Smartphone hin oder her. Und er will Produkte und Konzepte erleben, riechen, schmecken und fühlen.
Von den Nöten des Einzelhandels können und sollten aber alle lernen, die eine neue Ausstellung planen. Von verwaisten Shopping-Centern auf der grünen Wiese, von Läden, die Kunden nur noch zum Schauen, aber nicht mehr zum Kaufen betreten – und im Café nebenan genau das online bestellen, was sie offline nicht überzeugen konnte.
Das beratungsintensive Natursteingeschäft ist per se natürlich »smartphoneresistenter« als normale Handelsgüter. Doch trifft schon heute die Gefahr des »Vor-Ort-Schauens und Per-Smartphone-Kaufens« all jene, deren Ausstellung und Angebot weitgehend auf allenfalls leicht applizierter Standard-, Import- und Handelsware basiert.

 

Abwechslung und Heimat bieten

Innovativ müssen Ladenkonzepte heute sein, überraschend und zum Markenauftritt eines Anbieters passen. Authentisch, wie Store-Spezialist Reinard Peneder es im Stein-Interview umschreibt. Dabei gehe es den Leuten immer weni
er nur ums Einkaufen. Sondern um Orte, die Abwechslung bieten, die sie inspirieren und die ihnen gleichzeitig das Gefühl geben, zu Hause zu sein.
Gerade Natursteinbetriebe können mit ihrer Ausstellung ein inspirierendes Zuhause für Kunden schaffen. Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Shopping verschmelzen, ist Richard Peneder überzeugt. Ein Skulpturenpark, der zum Rundgang und Ausruhen verführt, ein Kubus, der Showroom und Mitmachwerkstatt vereint, ein Erinnerungspark, der zeigt, was modernes Gedenken bedeuten kann. Ein Natursteinloft, das als Designlounge auch zum Treffpunkt für Kunstliebhaber avanciert. All das sind Konzepte, die Menschen dazu einladen, hinzugehen, innezuhalten, aufzumerken und sich damit auseinanderzusetzen.

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