Luxus verkaufen

Stein Magazin
Geist und Seele erleben.

Im Luxus-Segment zählen Perfektion, Können, Planungskompetenz und perfekter Service. Die Erwartungen der Kunden sind hoch. Die Umsatzchancen auch. Denn die Nachfrage nach exklusiven Natursteinarbeiten lässt nicht nach.

Früher war Naturstein ein Privileg für Wenige. Heute gibt es Marmorskulpturen im Baumarkt und Granit-Stelen in jedem Neubaugarten. Luxus muss sich immer wieder neu erfinden. Wenn Luxus sich demokratisiert, müssen neue Kreationen und Umsetzungen her. Das ist die Herausforderung derer, die Luxus verkaufen. Sie müssen ihre Produkte exklusiv und innovativ genug machen und auch halten, damit sie dem Anspruch nach Einzigartigkeit, Selbstverwirklichung und Status weiterhin entsprechen. Keine leichte Aufgabe für Natursteinunternehmen, die sich im Luxussegment etablieren wollen. Weltweit stiegen die Umsätze im Luxusgütermarkt 2013 um zwei Prozent auf 217 Milliarden Euro (Bain-Studie zum Luxusgütermarkt). Auch die Begeisterung der Deutschen für Luxus nimmt weiter zu.

Luxus ist untrennbar verbunden mit herausrragender Qualität, innovativer Technik, technischer Perfektion und perfekter Verarbeitung. Wer viel Geld ausgibt, erwartet ein Produkt, das diesen Anforderungen entspricht. Neben der Präzision ist die emotionale Ansprache und der Erlebniswert von Luxus entscheidend für seine Anziehungskraft. Die Motivation für Luxuskonsum unterscheidet sich aber prinzipiell nicht wesentlich von jener im Premium- oder gehobenen Mittelklasse-Segment. Leistungsbelohnung und Selbstverwirklichung stehen im Vordergrund – je nach Lebensstil, persönlichen Werten und Zielen (immaterielle Werte, Schlichtheit, Langlebigkeit, Status). Wichtig auch, das ergab eine Allensbach-Studie aus dem Jahr 2006: Auch beim Luxuskauf kommt es auf das Verhältnis von Preis, Leistung und Nutzen an. Das bedeutet, die Verhältnismäßigkeit von Preis und Leistung für die Innenausstattung eines Yacht-Salons funktioniert nicht wesentlich anders als für die Beauftragung eines schlichten Gäste-WCs.

Lesen Sie mehr zur Vermarktung im Luxus-Segment in STEIN im April 2015.

Könnte dich auch interessieren

Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland

Stein Magazin

Skandinavien ist bekannt für seine Hartgesteine. Darum führt die Stein-Reise des Geokompetenzzentrum Freiberg in diesem Jahr nach Süd-Schweden – und auch in der STEIN wird es im Sommer eine Strecke zum Thema Skandinavien geben.

Braennhult
Bei der Exkursion werden unter anderem Steinbrüche besucht. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
Arbeiten-Steinbruch-Braennhult
Abbau von Braennhult-Granit. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
Arbeit-Sjoestroem
Arbeit im Steinbruch Sjöström. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.

Schwedisch Schwarz

Die sechstägige Exkursion hat sich als feste Größe im jährlichen Exkursionskalender für die Steinmetzbranche etabliert. Wie in jedem Jahr bekommen Fachinteressierte einen Überblick über Natursteinvorkommen, -abbau und -referenzen des Landes. Besucht werden Firmen, Steinbrüche, Orte und Objekte in Kristianstad, Vanga, Borgholm (Öland), Gotland und Malmö.

Hilke Domsch vom Geokompetenzzentrum Freiberg erklärt: „In Südschweden gibt es Granite wie Bjärlöv, Bohus oder Flivik, Gneise wie Halmstad oder Vanga und natürlich die als ‚schwedisch Schwarz‘ bekannten Basalte. Etwas unbekannter und dabei traditionell sehr verankert sind die Kalksteine von den Ostseeinseln Öland und Gotland und auch Marmor wie der grüne Brännlykan.“

Auf Öland wird die Firma Naturstenkompaniet besucht – sie gewinnt und verarbeitet den Ölandkalkstein. Unter den Orten sticht die Ostseeinsel Gotland hervor, so Hilke Domsch: „Der Gotland-Kalkstein ist ein wunderschöner heller und harter Kalkstein mit einer einzigartigen Textur. In Verbindung mit der Geschichte der Hanse wird dies ein Highlight der Reise.“

Reiseinformationen

Die Exkursion findet vom 30. April bis 6. Mai 2018 statt – auf Wunsch kann der Reisezeitraum verkürzt werden. Anmeldeschluss ist der 28. März 2018.

Hier finden Sie den interaktiven Informations- und Anmeldeflyer zum Ausfüllen und Versenden.

Europäische Steinestapler starten eine Ausstellung

Stein Magazin

Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram

Im schottischen Dunbar stapelten Künstler im April Steine bei einem Festival zu kunstvollen Skulpturen. Im Mai geben sie ihr Können an Interessierte weiter.

European-stone-stacking
Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram
European-stone-stacking1
James Craig Page (Mitte links), Veranstalter des Festivals, mit der Jury. Foto: Laurence Winram
European-stone-stacking2
Ein Teil der Gewinner-Skulptur von Pedro Duran. Foto: Laurence Winram
European-stone-stacking3
Die Steinestapler überlegen gemeinsam, wie sie ihre Kunstform bekannter machen können. Foto: Laurence Winram
European-stone-stacking4
Teil der Ausstellung in Summer Hall. Foto: Laurence Winram

Steinestapler stellen gemeinsam mit Land-Art-Künstlern aus

Steine sind ein tolles Baumaterial – nicht nur für Treppen, Säulen und Co., sondern auch für gestapelte Kunstwerke am Strand. Das zeigen die Ergebnisse des 2. Europäischen Wettbewerbs der Steinestapler, der Ende April für zwei Tage in Dunbar in Schottland stattgefunden hat. 30 Künstler haben angespülte Kiesel und größere Steine aus der Natur mit ruhiger Hand kunstvoll auf Felsen und Sand gestapelt und sich in den Kategorien “Die meisten Steine ausbalanciert”, “Juniormeisterschaft”, “künstlerischer Gewinner” und “Stapeln gegen die Zeit” gemessen. Der Gesamtgewinner ist – wie bereits im letzten Jahr – Pedro Duran aus Spanien. Er bekommt einen finanziellen Zuschuss für seinen Flug nach Texas, wo 2019 der weltweite Wettbewerb in Llano stattfindet.

Die Kunst besteht beim Steinestapeln darin, die Schwerkraft für sich zu nutzen, denn sie ist das einzige, was die Skulpturen zusammenhält. Versierte Künstler bauen zum Beispiel komplette Torbögen ohne eine einzige Kelle Mörtel. Seriöse Stapler verändern die natürliche Umgebung oder gar historisch bedeutende Stätten dabei nicht – beides sind Kritikpunkte von Naturschützern. Sie stapeln besonders gern an Stränden, Flüssen und Seen, weil sie dort häufig besonders schöne Steine finden. 
Noch ist die Steinestapler-Szene eher klein und familiär – und sie könnte ein bisschen mehr öffentliche Aufmerksamkeit gebrauchen. Um die mediative Kunst in Europa noch bekannter machen, stellen deshalb bis 28. Mai bekannte Steine-Stapler, Land-Art-Künstler und Maler gemeinsam in der Summerhall Gallery in Edinburgh aus und geben an allen Mai-Wochenenden Workshops.