Das bietet die Carrara Marmotec 2016

Stein Magazin

Die 33. Ausgabe der internationalen Messe für Marmor, Technologie und Design Carrara Marmotec findet in diesem Jahr vom 18. bis 21. Mai statt. Die Besucher können sich auf einige Neuerungen und einen vollen Veranstaltungskalender freuen. Wir haben mit Luca Figari, Geschäftsführer der CarraraFiere, gesprochen.

carrara-marmotec-01
Die internationale Messe für Marmor, Technologie und Design Carrara Marmotec findet alle zwei Jahre in Carrara statt. (Foto: CarraraFiere)
carrara-marmotec-02
In einem eigenen Bereich auf der Messe sollen in diesem Jahr Beispiele für die regionale Kreativität präsentiert werden. (Foto: CarraraFiere)
carrara-marmotec-03
Carrara-Marmor ist einer der bekanntesten Marmore weltweit und wird in etwa 150 Brüchen im Raum Carrara abgebaut. (Foto: CarraraFiere)
carrara-marmotec-04
Die Marmorsteinbrüche um Carrara befinden sich in den Apuanischen Alpen, hauptsächlich in vier Tälern um Carrara. (Foto: CarraraFiere)

STEIN: Was können wir von der Carrara Marmotec 2016 erwarten?

Figari: Die Carrara Marmotec 2016 wird sich in einem ganz neuen Format präsentieren – im Vergleich zur Vergangenheit und dem, was man von Messen in dieser Branche kennt. Das Ziel der Messe ist es, ein Nischen-Event zu werden, das Tradition und Innovation innerhalb der Branche kombiniert. Das Geschäftliche wird mit einem Veranstaltungsprogramm verbunden, wodurch die Ausstellung zu einem Ort des Lern- und Technologie-Transfers von Industrie-Playern wird.

Der Fokus wird in diesem Jahr auf Innovation und Bildung, Architektur und Design, Nachhaltigkeit und natürlich Geschäftsangelegenheiten liegen. Wenn es um Marmor geht, ist Carrara weltweit ein Synonym für Exzellenz – das muss die Messe darstellen. Das Motto des Events ist nicht umsonst „Meet the excellence” (dt. „Treffen Sie die Exzellenz”), denn hier kann man auf Exzellenz in Form von Produktion und Technologie, die diese ermöglicht, treffen.

Was ist Ihr persönliches Highlight der Messe?

Die Stärke der diesjährigen Ausgabe ist der Fokus auf Inhalt und Innovation einerseits und das B2B-Meeting-Programm andererseits, das jedem Austeller die Möglichkeit gibt, eine ganze Reihe an Meetings mit hochqualifizierten, ausländischen Experten (Unternehmer, Architekten und Importeure) wahrzunehmen. Wir haben eine Software zur Partnervermittlung angeschafft, die – nach vorsichtiger Profilerstellung von Käufern und Verkäufern – die Agenda der Meetings über einen Algorythmus organisiert. So werden die Chancen eines effektiven Austauschs zwischen passenden Geschäftspartnern erhöht.

Welche Unternehmen werden ihre Innovationen in der Start-up-Arena präsentieren?

Die Start-up-Arena stellt der Öffentlichkeit ein Duzent junger, innovativer Unternehmen vor, die Produkte oder Services mit Bezug auf die Steinindustrie vertreiben. Besondere Aufmerksamkeit kommt Produkten zu, die den Naturstein mit dem Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft verbinden.

Die innovativsten Start-ups werden mit dem Preis „Sustainable Stone – Best Innovation 2016” ausgezeichnet. Das Thema Aufbereitung von Abfall, Splittern und Mehl ist in allen Industriebranchen sehr aktuell – entsprechend der EU-Richtlinien zur Kreislaufwirtschaft. Es werden Unternehmen wie Catalyst Ltd Sustainable Building da sein, die den Staub, der durch das Schneiden entsteht, nutzen, um Sekundärrohstoffe wie Ziegelsteine herzustellen. Es wird Öko-Design-Objekte geben, wie die von Recycled Stones oder Bedifferent Srl. In der Start-up-Arena werden außerdem Vorführungen und Vorträge zu den Themen Robotertechnik, Internet der Dinge und Ökodesign stattfinden.

Warum sind die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität dieses Jahr so wichtig?

Der Grund dafür ist, dass die Messelandschaft dem Besucher heutzutage mehr bieten muss als das, was er an seinem Schreibtisch beim Surfen im Internet finden kann. Das einfache Ausstellen von Produkten reicht mittlerweile nicht mehr, um eine Messe attraktiv zu machen. Man muss aus dem Event eine temporäre Bündelung von Wissensaustausch machen, sich um den Inhalt kümmern und Lernen durch Erfahrung unterstützen. Um das zu erreichen, müssen die Organisatoren der Messe ein Projekt auf die Beine stellen, das die aktuellen Bedürfnisse der Industrie reflektiert und Aussteller dazu bringt, ihre Kommunikationsstrategie zu überdenken.

Was sind Ihre Ziele und Wünsche für die Carrara Marmotec 2016?

Das Ziel der CarraraMarmotec 2016 ist, sich selbst neu zu erfinden, indem sie eine hochspezialisierte Fachmesse wird. Eine Messe, die man nicht verpassen darf, um auf dem aktuellsten Stand hinsichtlich allem Neuen und Innovativen in der Natursteinindustrie zu bleiben. Ich hoffe, dass all unsere Bemühungen mit einer hohen Besucherzahl belohnt werden!

Könnte dich auch interessieren

Kontraste aus recyceltem Naturstein

Stein Magazin

Der italienische Designer Moreno Ratti möchte ein Zeichen gegen die Verschwendung natürlicher Ressourcen setzen. Darum nutzt er Natursteinabfall, um neue Objekte zu schaffen. Seine Serie „Contrasti“ besteht aus recyceltem Marmor.

Moreno-Ratti
Serie „Contrasti“ vom italienischen Designer Moreno Ratti. Foto: Lea Anouchinsky
Contrasti
Die Schalen und Vasen bestehen aus recyceltem Marmor. Foto: Lea Anouchinsky
recycelter-Naturstein
Gegensätzliche Volumen: Eine Hälfte ist ausgearbeitet, bei dem Block werden nur die Kanten geschnitten. Foto: Lea Anouchinsky
Moreno-Ratti-Contrasti
Ausgangsmaterial sind Steinplatten aus Marmor-Resten. Foto: Lea Anouchinsky
Naturstein-Abfall
Das Material stammt von der Firma Stonethica. Foto: Lea Anouchinsky

Natursteinabfall als Ausgangsmaterial

Die Schalen und Vasen der Serie „Contrasti“ bestehen aus jeweils zwei Volumen: Einem rechtwinkligen Block und einem runden Element. Der Designer spielt also mit gegensätzlichen Formen – Kontrasten, wie der italienische Titel übersetzt lautet.

Eine Hälfte des jeweiligen Objekts ist ausgearbeitet; bei der anderen werden nur die Kanten geschnitten. Um dennoch eine visuelle Einheit zu schaffen, erfolgt eine einheitliche Behandlung der Oberflächen. 

Ratti kooperiert mit der italienischen Firma Stonethica. Das Unternehmen recycelt Naturstein, um neue Ausgangsmaterialien herzustellen. Dabei handelt es sich um Platten aus Marmor-Riemchen, die in der Region um Carrara anfallen. Verklebt werden die Elemente laut Angaben der Firma mit ungiftigem Harz.

Moreno Ratti erklärt: „Das Ergebnis von Stonethicas ökologischem Produktionszyklus ist die Schaffung eines homogenen Materials. Die Schichtstruktur resultiert aus der Kombination und Überlappung von Steinplatten.“

Mineralien Hamburg präsentiert Meteoriten, Fossilien und Co

Stein Magazin



Die Mineralien Hamburg, viertgrößte Messe der Welt, bietet dieses Jahr Sonderschauen zu Meteoriten, Kopffüßern, sächsischen Schätzen und dem Mondstein.

Meteorit
Nicht von dieser Welt: Ein Exponat aus der Sonderschau „Meteoriten – Botschafter ferner Galaxien“. Foto: Hamburg Messe und Congress / Bode
Erythrin_Schneeberg
Ein Erythrin aus Schneeberg im sächsischen Erzgebirge, aus der Sonderschau „Sachsens Schätze“. Foto: Hamburg Messe und Congress / TU Freiberg



Mineralien Hamburg zeigt vier Sonderschauen

Bei der Mineralien Hamburg zeigen 400 Aussteller sowohl Fachbesuchern als auch Laien drei Tage lang ihre Exponate und Fundstücke – und verkaufen sie zum Teil auch. Die Messe gliedert sich in die Bereiche Mineralien, Fossilien, rohe und verarbeitete Edelsteine, Schmuck und Schmuckzubehör, Geozubehör, Ausstattung und Zubehör und Fachliteratur. 2018 gibt es vier Sonderschauen.

„Meteoriten – Botschafter ferner Galaxien“ gewährt Einblicke ins Universum anhand zahlreicher Steine aus dem Weltall. Meteoriten, das älteste bekannte Gestein, sind meistens magnetisch und schwerer als irdisches Gestein. Viele weisen eine Schmelzkruste auf, die sich bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre bildete. Ihr Name lässt meist Rückschlusse auf ihren Fundort zu. Die Mineralien Hamburg präsentiert unter anderem ein 1,36 Kilogramm schweres Teilstück des Hoba-Meteoriten. Ein Bauer entdeckte ihn 1920 in Namibia beim Pflügen. Der Meteorit ist mehr als 60 Tonnen schwer. Weil eine Probenentnahme nicht mehr erlaubt ist, gelten selbst kleine Splitter als Kostbarkeit.

Eine zweite Sonderschau widmet sich dem Mondstein, dem Stein des Jahres. Sie zeigt von der Feldspat-Varietät sowohl Natursteine aus fernen Vorkommen wie Indien, Tanzania oder Madagaskar als auch besondere Schmuckstücke. Der Mondstein wird ausschließlich als Schmuckstein verwendet. Die bedeutendsten Lagerstätten befinden sich in Sri Lanka.

Dazu kommt die Sonderschau „Sachsens Schätze“, die Edelsteine aus vergangenen Jahrhunderten ausstellt. Denn Sachsens Rang unter den europäischen Fürstenhöfen beruhte vor allem auf den Reichtum an Bodenschätzen im Erzgebirge. Juweliere verwendeten Topas, Amethyst, Pyrop und Achat schon vor rund 300 Jahren. Das älteste Exponat der Sonderschau ist ein Topas vom Schneckenstein, der aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt. Der Schneckenstein ist ein topashaltiger Felsen im Vogtland, der sächsische König ließ ihn bereits Anfang des 18. Jahrhunderts ausbeuten. Die abgebauten Topase sind auch als „Sächsische Diamanten“ bekannt.

Die Sonderschau „Kopffüßer. Von Geradhörnern, Ammoniten und Donnerkeilen“ zeigt mehr als 200 Exponate. Sie stammen aus allen Teilen der Welt. Die Geologisch-Paläontologische Arbeitsgemeinschaft Kiel und der Urzeithof Stolpe präsentieren die Schau. Letzterer zieht gerade um und muss deshalb sowieso alle Stücke verpacken und verschicken – da bot sich ein Abstecher auf die Mineralienmesse an. Zu den ältesten Exponaten gehören die 480 Millionen Jahre alten Vorfahren unserer heutigen Tintenfische. Sie standen senkrecht im Wasser und konnten ein bis drei Meter lang werden.

Die Mineralien Hamburg findet vom 7. bis 9. Dezember 2018 statt und ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro.