Marktplatz Natursteinmesse

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Der Besucherandrang auf der BAU 2015 war groß. Ist die Teilnahme an einer Branchenmesse auch für kleine und mittelständische Unternehmen sinnvoll? (Foto: Messe München GmbH)

Ein Messebesuch kann es ganz schön in sich haben. Jedenfalls dann wenn zig Obermeister diskutieren, ob sie sich an einer Natursteinmesse beteiligen und wenn ja, wie diese Teilnahme aussehen könnte. Während der diesjährigen Obermeistertagung in Würzburg wurde schnell klar, dass das Thema viele Facetten hat und dass jeder, der an einer Messe teilnehmen will, andere Ziele verfolgt. Diese unter einen Hut zu bringen, war die große Herausforderung für BIV-Geschäftsführerin Sybille Trawinski. Zur Diskussion stand die Teilnahme des BIV an der Bau 2017 in München.

Das klingt nach einem langen Vorlauf. Doch ein erfolgreicher Messeauftritt beginnt schon im Vorjahr: mit den ersten Überlegungen, Vorplanungen und einem eventuellen Resümee der letzten Messebeteiligung. Dabei sind zentrale Fragen zu beantworten: Macht es wirklich Sinn, gerade auf dieser Messe zu sein? Habe ich meinen Stand optimal besetzt? Steht er an der richtigen Stelle? Nur durch genaue Analyse kann man als Unternehmer die richtigen Schlüsse für kommende Vorhaben ziehen und an der Optimierungsschraube drehen.

Helfen könnten dabei konkrete Vor- und Nachbereitungskonzepte der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern. Grundsätzlich gilt: Wer einen Messebesuch plant, muss immer seine Zielgruppen im Blick haben und sich vorab eine ganze Reihe von Fragen beantworten: Wer soll eigentlich auf der Messe angesprochen werden? Ist die Zielgruppe regional, national oder sogar international? Was will ich mit dem Messebesuch erreichen? Was darf es kosten? „Der alte Satz vom Schuster und seinem Leisten gilt auch im Messebereich“, erklärt Peter Borstel, Chefredakteur des Fachmagazins Trade Fairs International und Autor des Messeratgebers für kleine und mittelständische Unternehmen „Ausstellen aber wie?“. „Wer lediglich regional ausgerichtet ist, ist auch auf einer regionalen Verkaufsausstellung am besten aufgehoben.“ Da sei die Übereinstimmung mit den Zielgruppen noch am ehesten gewährleistet. Diese Ansicht teilt Holger Balz, Steinmetzmeister aus Mainz: „80 Prozent unserer Mitglieder sind Kleinstbetriebe mit maximal zwei Mitarbeitern. Ihnen bringt ein Stand auf der Bau in München nichts“, stellt der Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung Wiesbaden-Rheingau-Taunus fest. Er setzt mit seiner Innung auf Auftritte im lokalen Umfeld. Die Events reichen vom Tag des Friedhofs über Renovierungsveranstaltungen bis zum Erntedankfest.

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Eine Ausnahme stellt nach Borstels Ansicht die Teilnahme an einer Leitmesse dar, wenn sie vor der Tür stattfindet. „Für Unternehmen, die ihren Radius ausweiten wollen, ist die Teilnahme an der Branchenleitmesse ein erster Schritt.“ So ist die Landesinnung Sachsen bei der diesjährigen Europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung „denkmal“ wieder vor Ort, denn die Messe findet in diesem Jahr in Leipzig statt. 2014 hatte der Landesinnungsverband für seine Präsentation des Steinmetzhandwerks auf der Messe sogar die Goldmedaille für Nachwuchssicherung und Qualifizierung im Steinmetzhandwerk erhalten. „Mit dieser Auszeichnung wollten wir unterstreichen, wie wichtig uns das Handwerk und seine lebendige Präsentation auf unserer Messe ist“, sagt Pressesprecher Felix Wisotzki. Die „denkmal“ sei ohne Handwerk nicht denkbar. „Die Steinmetze bringen Material mit ins Gelände, das man anfassen und riechen kann – das darf auf einer Messe für Denkmäler nicht fehlen.“

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