Marktplatz Natursteinmesse

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Ein Messebesuch kann es ganz schön in sich haben. Jedenfalls dann wenn zig Obermeister diskutieren, ob sie sich an einer Natursteinmesse beteiligen und wenn ja, wie diese Teilnahme aussehen könnte. Während der diesjährigen Obermeistertagung in Würzburg wurde schnell klar, dass das Thema viele Facetten hat und dass jeder, der an einer Messe teilnehmen will, andere Ziele verfolgt. Diese unter einen Hut zu bringen, war die große Herausforderung für BIV-Geschäftsführerin Sybille Trawinski. Zur Diskussion stand die Teilnahme des BIV an der Bau 2017 in München.

Das klingt nach einem langen Vorlauf. Doch ein erfolgreicher Messeauftritt beginnt schon im Vorjahr: mit den ersten Überlegungen, Vorplanungen und einem eventuellen Resümee der letzten Messebeteiligung. Dabei sind zentrale Fragen zu beantworten: Macht es wirklich Sinn, gerade auf dieser Messe zu sein? Habe ich meinen Stand optimal besetzt? Steht er an der richtigen Stelle? Nur durch genaue Analyse kann man als Unternehmer die richtigen Schlüsse für kommende Vorhaben ziehen und an der Optimierungsschraube drehen.

Helfen könnten dabei konkrete Vor- und Nachbereitungskonzepte der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern. Grundsätzlich gilt: Wer einen Messebesuch plant, muss immer seine Zielgruppen im Blick haben und sich vorab eine ganze Reihe von Fragen beantworten: Wer soll eigentlich auf der Messe angesprochen werden? Ist die Zielgruppe regional, national oder sogar international? Was will ich mit dem Messebesuch erreichen? Was darf es kosten? „Der alte Satz vom Schuster und seinem Leisten gilt auch im Messebereich“, erklärt Peter Borstel, Chefredakteur des Fachmagazins Trade Fairs International und Autor des Messeratgebers für kleine und mittelständische Unternehmen „Ausstellen aber wie?“. „Wer lediglich regional ausgerichtet ist, ist auch auf einer regionalen Verkaufsausstellung am besten aufgehoben.“ Da sei die Übereinstimmung mit den Zielgruppen noch am ehesten gewährleistet. Diese Ansicht teilt Holger Balz, Steinmetzmeister aus Mainz: „80 Prozent unserer Mitglieder sind Kleinstbetriebe mit maximal zwei Mitarbeitern. Ihnen bringt ein Stand auf der Bau in München nichts“, stellt der Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung Wiesbaden-Rheingau-Taunus fest. Er setzt mit seiner Innung auf Auftritte im lokalen Umfeld. Die Events reichen vom Tag des Friedhofs über Renovierungsveranstaltungen bis zum Erntedankfest.

Eine Ausnahme stellt nach Borstels Ansicht die Teilnahme an einer Leitmesse dar, wenn sie vor der Tür stattfindet. „Für Unternehmen, die ihren Radius ausweiten wollen, ist die Teilnahme an der Branchenleitmesse ein erster Schritt.“ So ist die Landesinnung Sachsen bei der diesjährigen Europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung „denkmal“ wieder vor Ort, denn die Messe findet in diesem Jahr in Leipzig statt. 2014 hatte der Landesinnungsverband für seine Präsentation des Steinmetzhandwerks auf der Messe sogar die Goldmedaille für Nachwuchssicherung und Qualifizierung im Steinmetzhandwerk erhalten. „Mit dieser Auszeichnung wollten wir unterstreichen, wie wichtig uns das Handwerk und seine lebendige Präsentation auf unserer Messe ist“, sagt Pressesprecher Felix Wisotzki. Die „denkmal“ sei ohne Handwerk nicht denkbar. „Die Steinmetze bringen Material mit ins Gelände, das man anfassen und riechen kann – das darf auf einer Messe für Denkmäler nicht fehlen.“

Erfahren Sie mehr zur erfolgreichen Vermarktung auf Messen in STEIN im Mai 2016.

 

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Still in Eile versunken

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mit der er letztes Wochenende Ausstellungspreis der Kunstgesellschaft Luzern gewonnen hat. „Die Arbeit ist für mich eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Altersstufen

„Still in Eile versunken“. So Lautet der Titel von Simon Ledergerbers Kunstwerk, mit der er letzte Woche den Ausstellungspreis der Kunstgesellschaft Luzern gewonnen hat. „Die Arbeit ist für mich eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Altersstufen, die man durchlebt. Die innere Spannkraft verändert sich“, erklärt der Künstler. Als materielle Analogie dazu dient eine rostige Stahlplatte, an deren Ende sich ein rechteckiger Berner Sandstein befindet.

Dies ist bereits die zweite Auszeichnung in Folge – erst zu Beginn des Monats gewann er einen der Förderbeiträge der Kunst und Kulturstiftung des Kanton Uri. Und auch 2018 wird voraussichtlich ein spannendes Jahr für Simon Ledergerber werden: Für die Kunsthalle Arbon wird er im Juni eine Ausstellung mit 600 Quadratmeter Fläche bespielen. Außerdem erhält er im Zuge des Ausstellungspreis in Luzern einen eigenen Raum für seine Kunst: „Das ist eine wichtige Plattform für mich“, erläutert Ledergerber. Wie das Kunstwerk aussehen wird, ist zwar noch nicht klar. Aber fest steht, dass es sich um ein einzelnes Werk handeln wird: „Ich möchte gerne eine Arbeit machen, die den ganzen Raum einnimmt.“

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„Still in Eile versunken“ in der Kunstgesellschaft Luzern. Foto: Mathias Arnold
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„Gigantisches Kleinod“ an der Gotthard-Festung. Foto: Luis Mutter
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Anbringen der Metallstütze am Marmorblock. Foto: Luis Mutter

Gigantisches Kleinod

Auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Raum war das Projekt „Gigantisches Kleinod“, das 2016 in der Ausstellung Dall altra parte vom Haus für Kunst Uri gezeigt wurde. Dabei handelt es sich um einen 300 Kilogramm schweren Quader, der an der Decke der Gotthard-Festung angebracht ist. „Hier wurde vor hundert Jahren gesprengt und von Hand gepickelt. Ich wollte dazu ein von Hand gemeisseltes Gegenstück schaffen.“

Dabei spielte auch das Material eine wichtige Rolle – Ledergerber wählte als Kontrast zum Granit der Festung weißen Marmor.

Werkstatt oder Labor

Ein großes Interesse des Künstlers gilt auch der Technik, da die Materie auf Strukturen und äußere Bedingungen unterschiedlich reagiert. Insofern entwirft er nicht einfach ein Werk und stellt es fertig – im Gegenteil: Der Weg über die Materie ist wesentlicher Teil der Arbeit.

Was dabei heraus kommt, sind laut eigener Aussage von Ledergerber nicht unbedingt Werke, die sich ins Wohnzimmer stellen lassen. Aber es geht ihm auch nicht darum, verkaufbare Kunst zu machen: „Ich möchte mich der Sache widmen. Man ist dem Werk etwas schuldig.“

Ein Steinmetz auf Wanderschaft

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Die Walz gibt es schon seit etwa dem 12. Jahrhundert. Mindestens drei Jahre und einen Tag verlassen Handwerkergesellen ihre Heimat, um auf der traditionellen Wanderschaft neue Arbeits- und Lebenserfahrungen zu sammeln. Heute sind noch rund 900 von ihnen unterwegs. Warum ist die sogenannte „Tippelei“ im 21. Jahrhundert noch attraktiv?

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In traditioneller Steinmetz-Kluft lehnt Alexander Trunk neben dem Ortsschild seiner Heimatstadt, die er etwa vier Jahre lang verließ, um auf die Walz zu gehen. (Foto: Alexander Trunk)
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Trunk begann seine Reise mit zwei Wandergesellen, suchte aber bald seine eigenen Wege. Auf der Walz sammelte Trunk viele Arbeitserfahrungen. (Foto: Alexander Trunk)
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In Erfurt gestaltete er Mauerabdeckungen mit Siegel für den Vorgarten eines Privathauses. (Foto: Alexander Trunk)
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In der Eifel arbeitete er an überdimensionalen steinernen Puzzleteilen für eine Schule. (Foto: Alexander Trunk)
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Im englischen York half Alexander Trunk über drei Monate lang bei der Restaurierung der St Mary’s Church. (Foto: Alexander Trunk)

Es ist bitterkalt. Bei minus 17 Grad Celsius verbringt Alexander Trunk die Nacht im Freien. Fast eineinhalb Jahre ist der Steinmetzgeselle zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Walz. Warum nimmt er solche Strapazen auf sich? Die Antwort darauf ist vielschichtig und nicht nur auf jugendlichen Freiheitsdrang und Abenteuerlust zu reduzieren.

Wie beginnt man nun eine solche Reise? Allgemeine schachtunabhängige Voraussetzungen für die Walz sind der Gesellenbrief, die Schuldenfreiheit, Vorstrafenfreiheit und der Beginn der Wanderschaft im Alter von unter 30 Jahren. Sowohl unverheiratet als auch kinderlos müssen die Gesellen sein. Die Schächte (Vereinigungen von Handwerkern, die auf Wanderschaft sind oder waren) können eine erste Anlaufstelle sein. Als Mitglied eines Schachts kann man auf die gesammelten Erfahrungen vieler Wandergesellen zurückgreifen, erhält wichtige Kontakte und kann in den für die Wandergesellen offenstehenden Herbergen unterkommen.

Abschied von Familie und Freunden

Konkret beginnt die Walz mit dem Abschied von Familie und Freunden. Neben der Abschiedszeremonie gibt es auch eine Heimkehrzeremonie, Trink- und Vorspracheregeln und sogar eine eigene „Sprache“. Mit der Pflege dieser tausende Jahre alten Traditionen werden Geschichte und Werte des jeweiligen Handwerks in die Gegenwart getragen und aktiv ausgelebt.

Die jungen Gesellen zeigen, dass sie stolz sind, auf das was sie tun. Im Vordergrund steht das Verfeinern der beruflichen Fähigkeiten. Wenn man bei unterschiedlichen Betrieben mit unterschiedlichen Schwerpunkten Arbeit findet, dann lernt man immer neue Arbeitstechniken und Herangehensweisen. Und wer kann schon sagen, er habe an der Siegessäule und der Staatsbibliothek in Berlin mitgearbeitet? Alexander Trunk ist stolz auf seine dort bearbeiteten Steine, die er jetzt seinen Freunden zeigen kann.

„Die Walz ist kein Campingurlaub, sondern fordert viel von einem ab“, so Trunk. Dabei denkt er nicht nur an die zu Fuß erwanderten Wegstrecken, er sieht in der Walz auch ganz allgemein eine Schule des Lebens. Auch die Reise in andere Länder verspricht eine neue Sicht auf die Welt, das Kennenlernen anderer Kulturen und Sprachen. Die für jeden einzigartigen Erlebnisse der Wanderschaft können eine gute schulische Ausbildung zwar nicht ersetzen, bereichern und vertiefen das Gelernte aber stark und erweitern den eigenen Horizont.

Erfahren Sie mehr über Alexander Trunk und seine Wanderschaft in STEIN im Oktober 2016.