Multitalente CNC-Maschinen

Stein Magazin

In Küche und Bad steckt viel Potential für Naturstein. Neben einer ansprechenden Optik ist bei Bauherren vor allem eine massive Erscheinung gefragt. Kräftige Arbeitsplatten, eingefräste Becken und großformatige Duschtassen unterstreichen die Materialität. Gefertigt werden die aufwendigen Werkstücke mit CNC-Maschinen. Die Multitalente verfügen über starke Motoren und leistungsfähige Steuerungen, die dem Steinmetz jede erdenkliche Achsbewegung und Form erlauben.

Anfang der 1960er-Jahre wurden Steinkreissägen mit einfachen NC-Steuerungen zur Positionierung ausgestattet. Die NC-Steuerungen konnten beliebige Folgeschnitte ausführen und sich in X- und Y-Achse bewegen. Das Zeitalter der CNC-Steuerungen begann Anfang der 1970er-Jahre: Die CNC-Steuerung ergab erst dann einen Sinn, als die Drehtische nicht mehr manuell, sondern elektrisch gedreht wurden. Aus den parallelen Folgeschnitten entwickelten sich auf diesem Weg rechtwinklige Schnitte mit Maschinenbewegungen in mehreren Achsen, was herkömmliche NC-Steuerungen überforderte. Die tatsächlichen CNC-Steuerungen kamen Ende der 1980er-Jahre ins Spiel, als die Maschinen zusätzlich zu den Achsbewegungen den automatischen Werkzeugwechsel beherrschen sollten. Bedienerfreundliche Steuerungen mit Touch-Screen und einer Bibliothek gängiger Programmabläufe erleichtern die Arbeit mit diesen Sägen auch für Bediener, die über wenig CNC-Erfahrung verfügen. Seit dem Jahr 2000 gibt es als Alternative zur Brückensäge mit Drehtisch Sägen mit feststehendem Werktisch und drehbarem Sägekopf. In Verbindung mit einer CNC-Steuerung und interpolierter Achsen zur schnellen Abarbeitung komplexer Sägestücke.

In ihrem Funktionsumfang nähern sich CNC-Bearbeitungszentren und Brückensägen immer stärker an. Auf hohen Durchlauf ausgelegte Sägen kombinieren die Funktion des Zuschnitts mit Zusatzfunktionen wie dem Manipulieren des Werkstücks mit einem Vakuumsauger. Damit hebt die Säge ein Werkstück hoch und transportiert es an eine andere Stelle des Werktischs, um den Schnitt ausführen zu können, ohne in das gesunde Material zu schneiden. Zugleich führen diese Maschinen dank Manipulator auch Unterschnitte für Armierungen und Wassernasen aus. Eine weitere Möglichkeit für das vollständige Zuschneiden mehrteiliger Stücke in einer einzigen Aufspannung bietet die Kombination einer Brückensäge mit einem Aggregat zum Wasserstrahl-Schneiden oder dem Aussägen der Ecken mit einer Stichsäge.

Mehr zur effektiven Nutzung von CNC u.a. bei den Firmen Kama, Naturstein Gofinger, Grein Italia sowie BeBeTe können Sie in STEIN im Januar 2015 nachlesen.

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Handwerkskonjunktur hat deutlich an Dynamik verloren

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Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Die regionale Handwerkskonjunktur hat in den letzten drei Monaten deutlich an Dynamik verloren. Die Stimmung der Unternehmer, so eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart, wird als gedämpft beschrieben. Allerdings stellten 53 Prozent der Befragten ihrer Geschäftslage im vierten Quartal noch ein gutes Zeugnis aus. Im Vergleichsquartal 2019 verzeichneten 74 Prozent der Betriebe einen guten Geschäftsverlauf.

Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK
Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Hauptgeschäftsführer Thomas Hoefling betonte, dass die Entwicklung der einzelnen Gewerken höchst unterschiedlich verlief. „Die Bauhaupt- und Ausbaugewerke schnitten am besten ab. Nicht überraschend war die katastrophale wirtschaftliche Situation in den von den Schließungen unmittelbar und mittelbar betroffenen Bereichen wie beispielsweise Friseure oder Kosmetiker.“

Obwohl die mittel- bis langfristigen Aussichten durchaus positiv seien, habe die Infektionslage die Betriebe fest im Griff und trübe daher auch die Stimmung. „Die Lage ist im Moment für viele Betriebe wirklich schwierig. Doch aus der Vergangenheit, zum Beispiel aus der Finanzkrise 2009, wissen wir, dass das Handwerk auch schnell wieder zupacken kann. Deshalb schauen wir mit Hoffnung insbesondere auf die zweite Jahreshälfte“, kommentiert Hoefling die Situation. Viele Betriebe hätten allerdings zwischenzeitlich ihre Rücklagen aufgebraucht. Um die harten staatlichen Beschränkungen abzufedern und damit Betriebe, ihre Beschäftigten und Auszubildenden zu schützen, müsse die Auszahlung der finanziellen Hilfen nun zügig und mit deutlich geringeren bürokratischen Hürden kommen. „Denn unsere Betriebe sind es, die jene Steuern und Abgaben erwirtschaften, mit denen der Staat aktuell die Krise bekämpft und später die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns finanzieren wird“, mahnt der Kammerchef.

Ihre weitere Geschäftsentwicklung betrachten die regionalen Handwerksunternehmen mit Sorge, so die Umfrage. Eine Fortsetzung der aktuellen Geschäftsentwicklung erwarten 55 Prozent der Befragten. Dagegen befürchten 35 Prozent der Betriebe eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Der Konjunkturindikator Handwerk verlor 31,6 Zähler im Vergleich zum Vorjahr und fiel im vierten Quartal 2020 mit -0,3 Punkten ins Negative (Vorjahr: +31,3 Punkte).

Die Auftragskurve der Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart zeigte in den vergangenen drei Monaten coronabedingt ebenso nach unten wie die Umsatzkurve. Folglich war die Betriebsauslastung in den letzten Wochen nicht so hoch wie im Vergleichsquartal 2019. Weniger Betriebe als vor einem Jahr hatten eine hohe oder sehr hohe Auslastung. Dagegen meldeten mehr Firmen eine geringere Auslastung – ihr Anteil liegt bei 27 Prozent (Vorjahresquartal: 10 Prozent). In ihren Erwartungen wegen kommender Aufträge und Umsätze sind die Betriebe im Kammerbezirk für die kommenden Wochen entsprechend verhalten.

Die Beschäftigung hat in den letzten Wochen in den Handwerksbetrieben in der Region Stuttgart etwas abgenommen. Beim Blick auf die kommenden Wochen wollen sich die befragten Handwerksunternehmer auch in ihren Personalplanungen zurückhalten.

Baudichtstoffe: Die Gefahr von Oximsilikonen

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Oximsilikone als krebsverdächtig eingestuft

Elastische Baudichtstoffe werden in jedem Naturstein-verarbeitenden Betrieb eingesetzt. Um der Forderung nach geringer Dehnspannung und damit geringer Zugbelastung des abzudichtenden Materials gerecht zu werden, sollen sie möglichst weich eingestellt werden, ohne dass die Kohäsion und mechanische Festigkeit darunter leiden. Möglich wurde dies mit raumtemperaturvernetzenden, einkomponentigen Silikonen, die ihren Siegeszug rund um die Welt antraten. „Vernetzend“ bedeutet in dem Zusammenhang, dass diese Dichtstoffe nach der Verarbeitung abbinden. Leider aber werden während des Aushärtevorgangs, der durch den Zutritt von Luftfeuchtigkeit gestartet wird, oft sehr charakteristisch riechende Moleküle abgespalten. Bei Acetatsystemen, die beispielsweise für Sanitärabdichtungen verwendet werden, ist dies zum Beispiel Essigsäure. Diese kann allerdings verschiedene Natursteine, insbesondere Marmor, angreifen. Bei Aminsystemen hingegen – eingesetzt bei hoch belasteten industriellen Anwendungen – entsteht während des Aushärtens ein unangenehm empfundener fischähnlicher Amingeruch.

Dies führte zur Entwicklung von Neutralsystemen, von denen das sogenannte Oximsystem das bekannteste ist. Natursteinsilikone enthalten Oxime, weil diese auch auf empfindlichen Untergründen eingesetzt werden können. Wegen der Abspaltung von 2-Butanonoxim (Methyl-Ethyl-Keton-Oxim, MEKO) und deren vermuteter Reproduktionstoxizität (Gefährdung der Fortpflanzungsfunktionen und -fähigkeit) sind die Oximsilikone bereits in den letzten Jahren in die Diskussion geraten. Enthalten Produkte mehr als ein Prozent freies 2-Butanonoxim, müssen sie deshalb bereits heute mit dem Xn-Gefahrensymbol für „gesundheitsschädlich“ gekennzeichnet werden; und die eingesetzten Oximvernetzer müssen im Sicherheitsdatenblatt angegeben werden. Sogenannte „low-MEKO“-Produkte mit niedrigeren Konzentrationen sind allerdings nach wie vor kennzeichnungsfrei.

Einem Artikel von Diplom-Chemiker Rainer Dörr, bei der BG BAU in Wuppertal zuständig für Prävention im Bereich Gefahrstoffe, in der Fachzeitschrift „sicher ist sicher“ zufolge sind Oximsilikone auf europäischer Ebene allerdings auch als krebsverdächtig eingestuft worden und würden daher sicherlich in Kürze von den Herstellern freiwillig vom Markt genommen. Bei BG BAU-Messungen unter realistischen Verwendungsbedingungen waren Überschreitungen des seit September 2013 geltenden Arbeitsplatz-Grenzwertes für 2-Butanonoxim von 1 mg/m³ um das drei- bis fünffache sowie darüber hinaus festgestellt worden. Auch sechs Stunden nach der Verarbeitung war der Arbeitsplatz-Grenzwert – trotz ständiger Lüftung – noch nicht wieder unterschritten.

Den Anwendern von Dichtstoffen empfiehlt Dörr daher, die Sicherheitsdatenblätter – insbesondere die Abschnitte 3, 8 und 11 – sorgfältig zu lesen und gegebenenfalls beim Hersteller nachzufragen. Nur wenn andere Dichtstoffe aus technischen Gründen keine Alternative darstellen, könne noch der Einsatz von 2-Butanonoxim abspaltenden Oximsilikonen in Frage kommen. Dann allerdings seien Atemschutz (Gasfilter A, Kennfarbe Braun) und Chemikalien-Schutzhandschuhe aus Nitril bei der Verarbeitung zu tragen. Da 2-Butanonoxim über die Haut aufgenommen werden kann und überdies als hautsensibilisierend eingestuft wird, sollte das Glätten von Fugen mit Hilfe eines Glättwerkzeuges oder eines Holzspatels erfolgen.

Da die Freisetzung von 2-Butanonoxim etwa zwei bis vier Stunden nach Beginn der Arbeiten ihren Höhepunkt erreicht und über mehrere Tage andauern kann, müsse der betroffene Bereich über mehrere Tage gesperrt und währenddessen gut gelüftet werden. Eine Problemlösung bieten übrigens alkoholvernetztende sogenannte Alkoxysysteme, die sich in ihrer Verwendbarkeit kaum von den Oximsilikonen unterscheiden, bei deren Vernetzung aber chemisch praktisch inertes – also für den menschlichen Körper unschädliches – Methanol oder Ethanol entsteht.

Position der Hersteller von Dichtstoffen

Die innerhalb der deutschen Bauchemie im „Fachausschuss 7“ und die im Industrieverband Dichtstoffe (IVD) organisierten Hersteller von Baudichtstoffen haben über ihre Verbände der BG BAU mitgeteilt, auf Grund der skizzierten Situation 2-Butanonoxim-abspaltende Silikon-Dichtstoffe zu substituieren. Aus technischen Gründen ist für diese Umstellung mit einem Zeitbedarf von etwa zwei Jahren zu rechnen.

Nach dieser Frist sollten in Deutschland kaum noch 2-Butanonoxim-abspaltende Silikon-Dichtstoffe für die Anwendung im Innenraum zu finden sein. Um zu gewährleisten, dass in der Phase der Rezepturumstellung eine sichere Verwendung der 2-Butanonoxim-abspaltenden Silikon-Dichtstoffe gewährleistet ist, werden die Hersteller ihre Kunden über die in diesem Artikel beschriebenen Arbeitsschutzmaßnahmen informieren. Parallel werden die Hersteller aktiv mitverfolgen, wie sich die Diskussion um die gesundheitliche Bewertung alternativer Oxim-Silikone entwickelt.