Das fliegende Auge

Stein Magazin
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector

In unsere neuen STEIN-Serie „Chancen nutzen“ teilen wir unser Wissen über Vorgehensweisen, die Unternehmen nutzen können, um langfristig erfolgreich zu sein. In der ersten Folge dreht sich alles um den Blick von oben. Drohnen ermöglichen Inspektionen, Aufmaße und Dokumentationen von Steinbrüchen oder Fassaden.

Unbemannte Fluggeräte, englisch Unmanned Aircraft Systems oder Unmanned Area Vehicles (UAS, UAV), populär meist „Drohnen“ oder „Multicopterd“ genannt, werden inzwischen in zahlreichen Bereichen des Bauens, Sanierens und Erhaltens von Baubestand eingesetzt. Mit einer visuellen Digital- oder Wärmebildkamera oder einem 3-D-Laserscanner ausgestattet, können ferngesteuerte Drohnen Steinbrüche, Fassaden oder Dachflächen inspizieren oder geometrisch erfassen, Schäden lokalisieren und dokumentieren, Energieverluste aufdecken und vieles mehr.

Sollen Bau-, Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen erfolgreich sein, müssen sie sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Aktuelle und verlässliche Bestandsdaten sind die wichtigste Grundlage einer umsichtigen Planung. Terrestrische Aufmaßverfahren wie die Tachymetrie, das Laserscanning oder die Fotogrammetrie erfassen nur jene Bereiche, die vom Boden oder von der umgebenden Bebauung aus zugänglich und sichtbar sind. Dachflächen und andere unzugängliche Bereiche der Gebäudefassade lassen sich geometrisch und fotografisch nicht oder nur unzureichend erfassen.

Drohnen können über die luftbildgestützte Fotogrammetrie oder 3-D-Laserscanner Bauwerke und andere Objekte lückenlos geometrisch vermessen und werden deshalb manchmal auch parallel eingesetzt: Aus perspektivisch entzerrten Luftbildern lassen sich zentimetergenaue und maßstabsgerechte Dachaufsichten oder Fassadenansichten erstellen. Werden die Luftbilder fotogrammetrisch ausgewertet, lassen sich daraus 2-D-Pläne oder dreidimensionale Modelle der Gebäudehülle erstellen. Diese können als Grundlage für Planungen, Kostenberechnungen, Ausschreibungen oder Visualisierungen verwendet werden.

Mit speziellen 3-D-Laserscannern ausgestattete Drohnen, können das Umfeld rasterförmig in Sekundenschnelle abtasten und dabei Millionen von 3-D-Messpunkten, sogenannte „Punktwolken“ erzeugen. Dabei speichern sie die Geometriedaten aller umgebenden Objekte als räumliche Koordinatenwerte ab. Eine integrierte Digitalkamera erzeugt zusätzlich 360-Grad-Fotopanoramen und erfasst Gebäudehüllen nahezu lückenlos. Messdrohnen sind auch in der Lage, von Halden, Kies- und Schottergruben, Deponien oder Steinbrüchen zunächst Orthogonalfotos oder 3-D-Laserscans und daraus 2-D-Lagepläne, 3-D-Geländemodelle, Massen und Volumen zu generieren, ohne dabei den laufenden Betrieb zu stören oder Personen zu gefährden.

Lesen Sie mehr in der STEIN 8/2020.

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Marble Architectural Awards 2014

Stein Magazin

Advertorial Artikel Parallax Article

Jedes Jahr verleiht die Internazionale Marmi e Macchine Carrara die »Marble Architectural Awards« (MAA) auf der Messe Carraramarmotec. Dabei steht jeweils eine von sechs verschiedenen Regionen im Mittelpunkt. 2014 war dies Nordamerika, genauer gesagt die USA, Kanada und Mexiko. So zeigen sich deutliche Trends und Entwicklungen jeweils innerhalb einer Region. Auf der diesjährigen CarraraMarmotec wurden nun die Gewinner geehrt.

Das Lakewood Cemetery Garden Mausoleum in Minneapolis (USA)
Foto: Paul Crosby

Im Zuge der Wirtschaftskrise nach 2007 zeigte sich in Nordamerika ein deutlicher Trend zu mittelgroßen Projekten. Weniger Naturstein wurde nachgefragt; wo jedoch die Wahl auf ihn fiel, legte man großen Wert auf die Qualität und Oberflächenverarbeitung. Der Einsatz von Naturstein aus allen Teilen der Welt zeigt erneut die Globalisierung des Handels.

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Die Lobby des Gebäudes 135 Main Street, San Francisco (USA)
Foto: Matthew Millman

Den ersten Preis der Kategorie »Außenraum« ging an die HGA Architekten und Ingenieure für das Lakewood Cemetery Garden Mausoleum in Minneapolis, bei dem weißer Carraramarmor und verschiedene amerikanische Granite zum Einsatz kamen. Gewinner in der Kategorie »Innenraum« ist das Studio Aston Pereira and Associates mit der Lobby für das Gebäude der 135 Main Street in San Francisco. Sie verwendeten dort den griechischen Marmor, Jurakalkstein aus Deutschland, italienischen Marmor und französischen gelben Onyx. Und die Gewinner der Kategorie »Urban Design« ist Jacobo Micha Mizrahi für seine »Parallel Lives« in Vera Cruz (Mexiko). Das Monument besteht aus verschiedenen mexikanischen Gesteinen.

»Parallel Lives« in Vera Cruz, Mexiko
Foto: Archetonic/Eduardo Zaletas/Quitagrapas Estudio Mexico City

Die mit dem Marble Architectural Awards geehrten Projekte sind in einem Katalog zusammengefasst. Dieser Katalog legt dabei besonderen Wert auf den Stein selbst, seine technischen Details und seine Verarbeitung. Die Messe Carraramarmotec fand zuletzt im Mai 2014 im italienischen Carrara statt.

Gartenkunst in den Gärten der Welt

Vom 13. April bis zum 15. Oktober 2017 wird die Hauptstadt zum Austragungsort der Internationalen Gartenausstellung (IGA), der größten Gartenschau in Deutschland. Beim Festival der internationalen Gartenkunst spielt auch Naturstein eine tragende Rolle.

Das Herzstück der IGA Berlin 2017 sind die „Gärten der Welt“. Dort gibt es auch unterschiedliche Natursteine bei den Wegführungen, den künstlerischen Gestaltungen sowie den Stein- und Themengärten.

Besucherzentrum-IGA Berlin-2017
Das Besucherzentrum der „Gärten der Welt“ empfängt seine Gäste als Begegnungs- und Informationsort. Es ist „im
Fluss mit der Natur“ entstanden. (Foto: WW+ Luxemburg/Trier)
Säulenkapitell-Sandstein-IGA-Berlin-2017
Attraktiver Hingucker: ein Säulenkapitell aus Sandstein im
Orientalischen Garten. (Foto: Boris Frohberg)
Wandgliederung-Sandstein-IGA-Berlin-2017
Die Architektur des Orientalischen Gartens greift die Bautradition islamischer Gartenkultur auf. Hier die Wandgliederung
der Bogengalerie aus Sandstein. (Foto: Boris Frohberg)
Fruchtschieferbruch mit Quarzader-Wassergaerten-IGA-Berlin
Die Wassergärten liegen am südlichen Rand der „Gärten der Welt“
und beherbergen Schätze wie Fruchtschieferbruch mit Quarzader. (Foto: Boris Frohberg)
Fruchtschiefer-Terrassengaerten-IGA-Berlin
Stimmungsvolles Farbspiel: der Fruchtschiefer in einer Hangmauer
der Terrassengärten am Kienberg. (Foto: Boris Frohberg)
Fruchtschiefer-IGA Berlin
Fruchtschiefer in einer weiteren Facette: Im Bereich der Wasserfälle
wurde eine Wand mit dem Naturstein gestaltet. (Foto: Boris Frohberg)
Quelltopf aus Fruchtschiefer-IGA-Berlin
Ein Quelltopf aus Fruchtschiefer mit COR-TEN-Stahl in den Wassergärten. Im Hintergrund die
Seilbahn, die spektakuläre Aussichten auf die Gartenschau bietet. (Foto: Boris Frohberg)
Terrassengaerten-Kienberg-Naturstein-IGA-Berlin
Gelungene Kombination: In den Terrassengärten am Kienberg sind Natur- und Kunststein gekonnt kombiniert
worden und ergeben eine stimmige Einheit. (Boris Frohberg)

Kienbergpark – Eine Parklandschaft entsteht

Die IGA Berlin 2017 wird darüber hinaus das weitläufige Wuhletal und den Kienberg zu einer neuen Parklandschaft mit vielfältigem Landschaftsbild verbinden. Am Südhang des bewaldeten Kienbergs entstehen sonnenbeschienene Terrassen, die an Obstbäumen, offenen Wiesenbereichen und blühenden Steingärten vorbeiführen. Vor allem hier wurde heimischer Naturstein aus dem Vogtland bevorzugt, der bereits bei den Wohnbauten der Gründerzeitsiedlungen zum Einsatz kam.

Die Terrassengärten und Wasserpromenade

Die blühenden Terrassengärten mit Trockenmauern und Kunststeinstufen setzen innerhalb der Gartenschau eindrucksvolle Akzente. Die Natursteinmauern stufen den sonnenreichen Hang des Kienbergs in zusätzliche Terrassen, die über Treppen verbunden sind.
Die vier Wassergärten zeigen unterschiedliche Spielformen des Umgangs mit dem Medium Wasser. Gerade hier ist das Medium Naturstein konzentriert zum Einsatz gekommen. Die vogtländischen Schieferplatten für die Wegebereiche weisen gesägte und geschliffene Oberflächenqualität auf.

Grabgestaltung und Denkmal

Im Norden des Ausstellungsgeländes erhalten Besucher auf einer Fläche mit 90 Mustergräbern Einblicke in „Grabgestaltung und Denkmal“. Auf vier ellipsenförmigen Flächen werden Urnengräber sowie Einzel- und Doppelgrabstellen als zeitgemäße Orte des Gedenkens gärtnerisch gestaltet. Steinmetze, Holzbildhauer und Metallbauer zeigen, wie sich Grabzeichen zeitgenössisch interpretieren lassen.

Erfahren Sie mehr über die Internationale Gartenausstellung (IGA) in STEIN im Mai 2017.