Das Schieferhaus am Zürichsee

Stein Magazin
Mayen-Katzenberg

Wie ein Kubus im Rolf-Benz-Stil thront das Schieferhaus in schweizerischen Schindellegi über dem Zürichsee. Hinter dem Haus auf Hangseite grasen die Kühe direkt neben der Terrasse. Die Villa mit ihren 400 Quadratmetern Wohnfläche und neun Zimmern scheint jeden Zentimeter Grundstücksfläche für sich einzunehmen. Aus gutem Grund: Die Schweiz ist teuer. Effektives Bauen ist hier ratsam.

Deshalb entschied sich die Bauherrin gemeinsam mit dem in Schindellegi ansässigen Architekturbüro SimmenGroup wohl auch für eine Schieferfassade: Schiefer als Naturstein „schält“ sich mit den Jahren, damit bleibt die originale Farbe behalten und verdunkelt nicht. Zudem ist Schiefer ideal geeignet für witterungsbedingt anspruchsvolle Standorte wie Schindellegi am Zürichsee. Im Winter kann der Schnee einen halben Meter hoch liegen und der Bergnebel hüllt zuweilen die unteren Geschosse ein.

Die große Tiefgarage mit den Wirtschaftsräumen ist fast unsichtbar in den Berg gebaut. Darüber liegt der Eingangs- und Fitnessbereich mit Einliegerwohnung. Im ersten Obergeschoss befinden sich unter anderem die Schlaf- und Kinderzimmer sowie die große bergseitige Südterrasse. Ganz oben bieten Küche, Wohnzimmer, Wintergarten und Außenterrasse einen Ausblick und ein beflügeltes Wohngefühl. Deshalb nennen die Architekten das Gebäude auch „Dragonfly“ (Drachenflug).

Gebäudeansicht_Bergseite
Gebäudeansicht von der Bergseite: Die Bewohner des Schieferhauses genießen einen weiten Blick auf den Zürichsee. Foto: Rathscheck Schiefer, Mayen-Katzenberg
Gesamtansicht_Schieferhaus
Gesamtansicht der beleuchteten Schiefervilla in der Abenddämmerung, Foto: Rathscheck Schiefer, Mayen-Katzenberg
Schieferfassade
Zurückhaltend dunkel und seidig glänzend präsentiert sich der Schiefer als adäquate Fassadenlösung für witterungsbedingt anspruchsvolle Standorte. Foto: Rathscheck Schiefer, Mayen-Katzenberg

Mittlerweile wohnt die Bauherrin mit ihrer Familie seit fünf Jahren in der Villa. In der Tat wirkt die Fassade wie neu. Sie präsentiert sich immer noch zurückhaltend dunkel und seidig glänzend. „Das Moderne, Schlichte hat uns damals unheimlich gut gefallen. Außerdem wollten wir etwas Besonderes“, resümiert die Bauherrin.

Der Ort Schindellegi kommt von „Schindeln“ und spielt auf die Zeit an, als die Häuser in der Umgebung noch mit Holzschindeln ausgestattet waren. Ein Schieferfassade ist daher in der Tat etwas anderes. Zwar sind die Investitionskosten doppelt so hoch – die Anbringung der Fassade ist reine Handarbeit –, aber dafür gebe es eine dauerhafte Schönheit, die „unterhaltsfrei“ ist, so der Architekt des Hauses Patric Simmen.

Weil der Schiefer als Kalkstein relativ weich ist, kann er leicht gespalten und damit verarbeitet werden. Aufgebracht wurde er in Dynamischer Deckung, welche mit unterschiedlich großen rechteckigen Steinen ausgeführt wird. Die Kanten der Steine sind schief abgeschlagen. Innerhalb der verschieden hohen Gebinde, also der Steinreihen, wurden wechselnde Steinbreiten verwendet. Dadurch entstand ein sehr lebendiges, gleichzeitig jedoch auch geradliniges und modernes Erscheinungsbild, das sich außerdem durch sein unregelmäßiges Fugenbild auszeichnet.

Lesen Sie mehr zur Planung und zur Entstehung des Schieferhauses am Zürichsee in STEIN im August 2016.

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Gewinner des Aeternitas-Medienpreises

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Die Preisträger

Bereits zum dritten Mal wurde der Aeternitas-Medienpreis „Friedhof heute“ verliehen. Seit 2014 ehrt der Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, journalistische Beiträge, die sich dem Thema Friedhof unbefangen mit gegenwärtigem Bezug widmen. Nun stehen die Gewinner des dritten Wettbewerbs fest.

Die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas e.V. schrieb 2016 zum dritten Mal den Medienpreis „Friedhof heute“ aus. Der Wettbewerb „richtet sich an eine Berufsgruppe, die ansonsten mit dem Friedhof meist wenig zu tun hat. Hier hoffen wir, Interesse für das faszinierende Thema zu wecken. Was die Ausschreibung betrifft, ist das Themenspektrum sehr weit gefasst und eröffnet so Raum, den Friedhof in allen seinen Facetten und nicht nur auf einen Aspekt hin zu beleuchten“, erklärt Alexander Helbach vom Aeternitas e.V.

Alle journalistischen Arbeiten – egal ob, TV- und Radio-Dokumentationen, Zeitungsartikel, Magazinreportagen oder Blog-Posts im Internet – die in einem deutschsprachigen Medium erschienen sind, konnten bis zum 31. Dezember 2016 eingereicht werden. Nachdem vier Juroren alle 103 Beiträge bewertet hat, wurden schließlich Ende Februar in Königswinter drei Preisträger gewählt. „Die über 100 eingereichten Beiträge zeigen in ihrer Themenvielfalt und den zahlreichen verschiedenen Formaten und Medien, dass es über den Friedhof unglaublich viel zu berichten gibt“, stellt Helbach fest. „Die Natursteinbranche könnte sich angespornt fühlen, noch mehr aktiv die Öffentlichkeit zu suchen: mit bewegenden Geschichten, wissenswerten Hintergründen oder spannenden Produkten.“

Den ersten Preis erhielt Ralf Bonsels für seine TV-Reportage „Ruhe sanft und günstig“. Sie wurde am 18. November 2016 auf 3sat im Rahmen der wöchentlichen Wirtschaftsreihe „makro“ ausgestrahlt und veranschaulicht die aktuellen ökonomischen Veränderungen in der Bestattungs- und Friedhofskultur sowie ihre Auswirkungen auf alle Beteiligten und Bürger. Neben der sorgfältigen Recherche hob die Jury vor allem die kritische und perspektivenreiche Betrachtung der Hintergründe hervor.

Der zweite Preis wurde erneut doppelt vergeben. Hans. W. Korfmann wurde für seinen Beitrag „Kein Frieden auf dem Friedhof“ geehrt, der am 1. März 2016 im Stadtteilmagazin „Kreuzberger Chronik“ erschien. Der Artikel beschreibt, an einem Berliner Friedhof, den Wandel der städtischen Friedhofskultur, der zurzeit durchlaufen wird.

Gero Günther erhielt mit seiner Reportage „Tag der Befreiung“, die am 21. Oktober 2016 im SZ-Magazin veröffentlicht wurde, den anderen zweiten Preis. Darin beschreibt er besonders feinfühlend die Gefühle und Motive der Menschen, die nach über 70 Jahren nach Kriegsende Gräber deutscher Soldaten, meist eigener Vorfahren, in Osteuropa besuchen. Günther geht zudem auf die traditionelle Funktion des Friedhofs und seine bedeutende Rolle, als Ort der Erinnerung, ein.

Der Aeternitas-Medienpreis macht auf die Problematik der Friedhofsbranche aufmerksam. Helbach stellt zudem fest, dass sie durch die zahlreichen Konkurrenzangebote und den Trend zu kleinen Gräbern, unter Druck und einen enormen kulturellen Wandel steht. „Das lässt sich weder aufhalten noch wegdiskutieren. Dem muss die Branche mit einem vielfältigen und attraktiven Angebot in allen Preisklassen begegnen.

Erfahren Sie mehr über den Aeternitas-Medienpreis „Friedhof heute“.

Marmomacc 2016: Im Zeichen der Moderne

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Alle Jahre wieder trifft sich die internationale Natursteinbranche in Verona zur Marmomacc. Nach dem großen 50-jährigen Jubiläum im letzten Jahr legen die Veranstalter 2016 besonderen Wert darauf, den Werkstoff Stein als überaus zukunftsfähiges Material zu präsentieren. Deutlich wird dies dank des umfangreichen Rahmenprogramms getreu dem Veranstaltungsmotto: „Yes, with stone you can.“

Die besucherstärkste Natursteinmesse Europas steht 2016 unter dem Motiv des Wachstums. Vom 28. September bis zum 1. Oktober öffnet die Marmomacc in Verona erneut ihre Pforten. Die Organisatoren haben die Veranstaltungsfläche aufgrund der hohen Ausstellernachfrage um 2.000 Quadratmeter auf über 78.000 Quadratmeter erweitert. Außerdem kündigen sie neue Events und Symposien rund um das Kulturgut Stein an.

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Auch dieses Jahr spielt der Bereich Technik eine große Rolle. Im Bild eine vollautomatische Diamantseilsäge auf einem Roboterarm. (Foto: Julia Wolpert)
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Vor den Messehallen der Marmomacc 2016 werden wieder Rohblöcke und Unmaßplatten der wichtigsten Natursteinarten aus aller Welt gezeigt. (Foto: Ennevi Veronafiere)
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Das Marmorregal „CAVALLETTO“ von Angelo Mangiarotti ist ein Design von 1955 und kommt nach über 60 Jahren im „Italian Stone Theatre“ wieder zur Geltung. (Foto: Ennevi Veronafiere)
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Dank neuester Technik und digitaler Integration können heutzutage die komplexesten Formen aus dem Stein herausgearbeitet werden. (Foto: Ennevi Veronafiere)
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Im Messekatalog sind dieses Jahr wieder über 1.200 Aussteller aufgelistet, darunter auch die Bauchemie-Spezialisten von Akemi: Halle 7 Stand E10. (Foto: Akemi)
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Die Firma ECS Eich GmbH präsentiert in diesem Jahr wieder branchenorientierte Lösungen zur Wasserreinigung und Schlammtrocknung: Halle 5 Stand B3. (Foto: ECS Eich)
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Auch die Firma König zeigt spannende Neuheiten wie Werkzeuge und Verarbeitungslösungen auf der Marmomacc 2016 in Verona: Halle 7, Stand F6. (Foto: König)

Giovanni Manotvani, CEO und Generaldirektor der Veronamesse hebt besonders die Internationalität als Stärke der Veranstaltung hervor: „2015 machten Einkäufer aus 150 Ländern 61 Prozent der Gesamtbesucherzahl aus.“ Ein weiteres Markenzeichen der Messe ist auch dieses Jahr das Thema „Made in Italy“. Die Ausstellungsstücke sind in drei Gruppen untergliedert:

Ein weiteres zentrales Thema der diesjährigen Marmomacc sind wieder die zahlreichen Preisverleihungen. Besonderes Highlight und Neuigkeit ist die Zusammenarbeit der Marmomacc-Veranstalter mit dem renommierten Architekturpreis Archmarathon Award. In der neuen Kategorie „Stone“ kämpfen zahlreiche Designstudios während der Messe um die begehrten Finalistenplätze für den nächsten Archmarathon im Jahr 2018. Eine weitere Neuheit ist der ICON AWARD.

Und letztlich kommt auch der Messe selbst ein besonderes Wiedererkennungsmerkmal zugute: nämlich ihr Veranstaltungsort – die historische Stadt Verona. Denn wie in vergangenen Jahren ist das Weltkulturerbe Verona wieder Bühne für herausragende Werke und Installationen namhafter Naturstein verarbeitender Unternehmen.

Erfahren Sie mehr über die Marmomacc in STEIN im September 2016.