Das war die IHM 2019

Vom 13. bis 17. März luden 1.000 Aussteller auf der Internationalen Handwerksmesse in München unter dem Motto »Ist das noch Handwerk?« ein, sich von Innovationskraft und Leistungsfähigkeit des Handwerks zu überzeugen. Gelegenheit dazu gab es beispielsweise bei der Verleihung des Bundes- und Staatspreises für Innovationen im Handwerk und gestalterische Leistungen oder beim Wettbewerb Geplant + Ausgeführt, der Architekten und Handwerksunternehmen gleichermaßen auszeichnete. Sonderflächen wie der Green Campus gaben zusätzlich Inspiration für die wichtigsten Themen des modernen Handwerks. 

IHM Merkel
MESSE­RUND­GANG IM RAH­MEN DES MÜNCH­NER SPITZEN­GESPRÄCHS DER DEU­T­SCHEN WIRT­SCHAFT MIT KANZ­LE­RIN DR. AN­GE­LA MER­KEL . (FOTO: GHM)

„Das Handwerk hat auf der Internationalen Handwerksmesse 2019 eindrucksvoll gezeigt, wie innovativ, modern, digital, überraschend und vielfältig es ist. Und dass es an der Zeit ist, endlich mit den allseits gängigen Klischees über das Handwerk aufzuräumen“, fasst Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, die diesjährige Internationale Handwerksmesse (IHM) in München zusammen. „Deshalb hatten wir in diesem Jahr die Messe unter die provokative Leitfrage gestellt: Ist das noch Handwerk? Dass das so ist, davon konnten sich die Besucherinnen und Besucher überzeugen.“ So zeigte die Messe wie abwechslungsreich, kreativ und zukunftsorientiert das Handwerk ist und wie es sich auf die Herausforderungen der Zukunft einstellt: Bei mehr als 1.000 Ausstellern konnten Besucher aus aller Welt, Wirtschaft und Politik auf 74.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche das ganze Leistungsspektrum des Handwerks kennen lernen, von neuen, digitalen Lösungen und Arbeitstechniken bis hin zu traditionellen technischen Meisterleistungen.

Das Handwerk präsentiert sich

Live Baustelle Kopie
BAU­EN ABER RICH­TIG: AUF DER LIVE-BAU­STEL­LE IN HAL­LE C3 WUR­DE INM­IT­TEN IN DER MESSE­HAL­LE EIN HAUS GE­BAUT. FOTO: GHM

Ein Highlight der Messe war die Live-Baustelle als neue Erlebnisfläche für alle, die sich für die Themen Bauen und Modernisieren interessieren. An den fünf Messetagen entstand so inmitten der Halle C3 ein komplettes Haus. Besucher konnten von einem Aussichtsturm oder während Führungen erleben, wie Gewerke zusammenarbeiten, welchen Möglichkeiten es beim Bauen gibt und was dabei zu beachten ist. Handwerker und Architekten standen dabei für Fragen zur Verfügung.

Miss und Mister handwerk
DIE WAHL ZU MISS & MIS­T­ER HA­ND­WERK 2019 GE­WAN­NEN PRIY­AN­KA BA­LA­MO­HAN (23), KON­DI­TO­R­IN UND BÄCKE­R­IN, SO­WIE ROBERT DITTRICH (22), MAU­RER MEIS­T­ER (Foto: GHM)

Beim diesjährigen Wettbewerb, den das Deutsche Handwerksblatt, die Signal Iduna Gruppe und die IKK Classic unter dem Titel »Germany’s Power People« ausloben, konnten sich im Finale auf der IHM Priyanka Balamohan, Konditorin und Bäckerin bei der Bäckerei Kuhl in Köln und Robert Dittrich,  Maurer Meister bei Ausbau GmbH Liebertwolk in Leipzig, durchsetzten. Mit der Casting Aktion, in der jeweils sechs Handwerkerinnen und Handwerker gegeinander antreten, wird nicht nur der jährliche gleichnamige Kalender gefüllt, sondern auch das Image des Handwerks soll ein junges, attraktives Gesicht erhalten.

Trends im Handwerk: 25 Ideen für 2025

Trendmap
ZUR VOLL­BILD­AN­SICHT BIT­TE KLI­CKEN: DIE TREN­D­MAP LIE­FERT FÜR DIE WICH­TIGSTEN GESCHÄFT­SFEL­DER ZU­K­UNF­T­SFÄHIGE IDE­EN

Die Trendmap Handwerk soll einen Blick in die Zukunft der Branche werfen. Vorgestellt wurde sie auf der IHM. Neue Softwarelösungen, innovative Technologien und digitale Assistenzsysteme sind in den letzten Jahren aufgekommen und verändern das Handwerk. Welche weiteren Veränderungen die Innovationen auf Produktion und Betriebsorganisation haben werden, soll die Trendmap von Trendforscher Wippermann zeigen. Vier große Bereiche zeigt die Trendmap an: Automation, Engagement, Marketing und Networking. Innerhalb dieser Themenfelder zeigen sich bis zu je neun Trends, die in der Zukunft für diesen Bereich aufkommen werden.

Ausgezeichnetes Handwerk

Für hervorragende innovatorische Leistungen oder für besondere gestalterische und technische Leistungen im Handwerk wurden 32 Aussteller der IHM mit dem Bundespreis oder Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung der Auszeichnungen, die mit je 5.000 Euro dotiert war, fand am Sonntag, 17. März, auf der Messe statt. Unter den Gewinner waren beispielsweise Konditormeister Benedikt Daschner mit seinem 3D-Drucker für Schokolade, er konnte sich über eine Auszeichung mit dem Bundespreis freuen. Mit dem Bayerischen Staatspreis wurde beispielsweise der kollaborative Roboter, kurz Cobot, von Modell- und Formenbauer werk5 ausgezeichnet, er könnte eine Art dritter Arm für Handwerker werden.

Architekten und Handwerker wurden am 14. März auf der IHM für bestes Teamwork und herausragende Bauprojekte mit dem Geplant + Ausgeführt – Preis ausgezeichnet. Unter 30 bemerkenswerten Bauprojekten, konnten sich drei Projekte besonders hervortun.

Geplant und ausgeführt 1. Platz
SIE­GER­PR­OJEKT DES WETT­BE­WERBS GE­PLANT+AUS­GEFÜHRT: DAS KIR­CHENZ­EN­TRUM SE­LI­GER PA­TER RU­PERT MAY­ER IN POING. FOTO: STADT­KR­O­NE (FOTO: FLO­RI­AN HOLZ­HERR)

Mit dem ersten Platz ausgezeichnet wurden meck architekten gmbh und die Baugesellschaft Gebr. Rank GmbH & CO, beide aus München, für das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in Poing. Sowohl die einzigartige skulpturale Plastizität als auch die besondere Lichtgestaltung wurde besonders hervorgehoben. Aber auch die sorgfältige Verarbeitung der Materialien und die präzise handwerkliche Ausführung wurden gelobt.

Geplant und Ausgeführt Platz 2
MIT DEM ZWEI­TEN PLATZ AUS­GE­ZEICH­NET BEIM WETT­BE­WERB GE­PLANT+AUS­GEFÜHRT: DER „FR­AN­K­FURT PA­VIL­LON“ AUF DER FR­AN­K­FUR­TER BUCH­MESSE 2018. (FOTO: KIRSTEN BU­CHER)

Die Architekten schneider+schumacher (Frankfurt) und die Firmen Holzbau Amann GmbH (Weilheim-Bannholz) und Taiyo Europe GmbH (Sauerlach) bekamen für den „Frankfurt Pavillon“ im Zentrum der Frankfurter Buchmesse 2018 den zweiten Preis. „Scheinbar verblüffend einfach und doch raffiniert konstruiert“ nennt die Jury die drei muschelförmigen und schalenartig zu einem Pavillon zusammengefügten Hüllen. Die Schaffung des besonderen Raumgefühls, so die Jury, stellte höchste Anforderungen an Holzbauer, Tragwerksplaner und Architekten.

Geplant + Ausgeüfhrt 3
DAS BAUPR­OJEKT KUL­TUR­HISTO­R­I­SCHES ZEN­TRUM WESTMÜNSTER­LAND WUR­DE MIT DEM DRIT­TEN PREIS BEIM WETT­BE­WERB GE­PLANT+AUS­GEFÜHRT AUS­GE­ZEICH­NET. (FOTO: BRI­GI­DA GONZÁLEZ)

Gleich sechs ausgezeichnete Unternehmen gab es beim drittplatzierten Projekt, dem Kulturhistorischen Zentrum Westmünsterland. Geplant wurde es von Pool Leber Architekten Planung und Bleckmann Krys Architekten Bauleitung (München). Die ausführenden Betriebe waren: Heinrich Temmink GmbH & Co KG, Rohbau, Verklinkerung (Vreden), Schabos GmbH, Dachdecker und Spenglerarbeiten (Nordwalde), das Ziegelwerk Schüring GmbH & Co. KG  (Gescher) und Grosse Frericks GmbH, Fensterbau (Stadtlohn). Das Kulturhistorische Zentrum beeindruckte die Jury durch seinen kraftvollen und plastischen Ausdruck. Altbauten aus diversen Epochen seien hier auf besondere Weise mit dem Neubau zu einem stimmigen Ganzen verbunden.

Die kommende Internationale Handwerksmesse findet vom 11. bis 15. März 2020 in München statt. Weitere Informationen unter www.ihm.de.

Aktuelle Branchennews und Expertenwissen für Fachverarbeiter gibt es auch in der aktuellen STEIN-Printausgabe.