Jedes Jahr kommen zur größten Natursteinmesse Europas MARMOMACC zahlreiche internationale Fachleute in der historischen Stadt Verona in Italien zusammen. Mit 2.000 Quadratmeter mehr Fläche präsentierten vom 28. September bis 1. Oktober 2016 1.650 Unternehmen aus 53 Ländern auf über 80.000 Quadratmetern ihre Produkte. Die Messe für Stein, Design und Technologie wurde zur 51. Auflage von über 67.000 Fachleuten aus 146 Ländern besucht und verzeichnete zum Vorjahr 5% mehr Besucher aus dem Ausland.
Erneut überzeugte die MARMOMACC mit besonders aufwendigen Ständen und beeindruckenden Ausstellungsstücken aus Naturstein. Im „The Italian Stone Theatre“ wurden Projekte präsentiert, die dem Thema „Made in Italy“ gewidmet waren. Gruppiert wurden die Stücke in drei Kategorien: „Power of Stone“, „New Marble Generation“ und „50 years of living marble“. Neben den verschiedenen Ausstellungen erwarteten die Besucher zudem verschiedene Preisverleihungen, wie der Icon Award. Der Best Communicator Award für die außergewöhnlichsten Stände wird in vier verschiedenen Kategorien verliehen. Das deutsche Unternehmen für Natursteinbearbeitung König gewann den Preis in der Kategorie „Werkzeug und Maschinen“. Zum fünften Mal wurde auch die „MARMOMACC & the City“ in Verona organisiert. Hierfür wurden an öffentlichen Plätzen Steinskulpturen aufgebaut, um das Thema Naturstein und seine Bedeutung näher zu bringen. Man kann gespannt sein, was die MARMOMACC nächstes Jahr wieder zu bieten hat.
Nächstes Jahr wird die Messe unter dem neuen Namen MARMO+MAC vom 27. bis 30. September 2017 stattfinden. Durch das Einsetzen eines Pluszeichens in das Markenlogo möchte verstärkt betont werden, dass die Natursteinmesse für eine facettenreiche Industrie steht, die unternehmerische Gegebenheiten mit analytischen Themengebieten vereint.
Entdecken Sie hier die Impressionen der MARMOMACC 2016:
Das „Gothic Heart“ war Teil der „MARMOMACC & the City“. (Foto: Ennevi)Im Außenbereich wurden Rohblöcke verschiedener Natursteinarten präsentiert. (Foto: Ennevi)„The Italian Stone Theatre“ stand unter dem Motto „Made in Italy“ (Foto: Luca Morandini)Eindrücke aus dem Bereich „The Power of Stone“. (Foto: Luca Morandini)In der Ausstellung „50 years of living Marble“ wurden Stücke präsentiert, wie … (Foto: Luca Morandini)… das Waschbecken von Marco Piva aus Lithea … (Foto: Luca Morandini)… oder die Hängeleuchten von Michele De Lucchi aus Piba Marmi. (Foto: Luca Morandini)Architektur und Design verschmolzen im Bereich „New Marble Generation“. (Foto: Luca Morandini)Ein weiterer Einblick in „The Italian Stone Theatre“. (Foto: Luca Morandini)Im Bereich „Technik, Technologie und Werkzeuge“ wurden zahlreiche innovative Maschinen vorgestellt. (Foto: Ennevi)Der Stand der Firma König wurde mit dem „Best Communicator Award“ ausgezeichnet. (Foto: Luca Morandini)Jährlich finden Natursteinexperten aus verschiedensten Ländern auf der MARMOMACC zusammen. (Foto: Ennevi)
STEIN: Herr Löffler, was ist das Besondere an den Löffler-Tischkantenschleifmaschinen?
Tischkantenschleifmaschinen sind unabdingbar für die optimale Kantenbearbeitung von Marmor oder Granit. Im Gespräch mit STEIN erläutert Dieter Löffler, Vertriebsleiter der Firma Löffler Engineering + Service GmbH, die Besonderheiten und Vorteile dieser Maschine und informiert über die Anwendungsmöglichkeiten.
Dieter Löffler: Unsere Kantenschleifmaschinen der Baureihe KSL verfügen über einen stationären Arbeitstisch zum Auflegen der Werkstücke an dem der auf einem Schienensystem geführte Maschinenschlitten mit den Bearbeitungssupporten vorbeifährt. Das unterscheidet die beiden Baureihen KSL 80 und KSL 100 von einem Bandautomaten. Bei der KSL 80 handelt es sich um eine Einscheiben-Maschine für Werkstückstärken von 10 bis 80 mm. Sie verfügt über Stirnflächensupporte für max. Schleifscheiben-Durchmesser von 150 mm. Die KSL 100 MG hingegen ist mit 3-fach Planetenschleifköpfen DSS 250 N ausgestattet und kann damit Werkstücke von 10 bis 120 mm perfekt bearbeiten. Mit oszillierenden Schleifköpfen kann die Schleifstärke sogar bis 250 mm gesteigert werden. Im Zuge der unlängst erfolgten Überarbeitung der KSL-Baureihe wurden übrigens die jeweils besten Löffler-Baugruppen mit denen unserer Schwesterfirma Burkhardt-Hensel kombiniert.
Vertikalkantenautomat Flying Flat von Sasso Meccanica im Düsseldorfer Haus der Steine. (Foto: Michael Spohr)Der Bandkantenautomat Lola 100 von Montresor, bei der Firma Marmor Voss in Delbrück, verfügt über je zwei bis drei Ober- und Unterfas-Supporte sowie eine separate Schleifdruck-Regulierung je Support. (Foto: Michael Spohr)Werkstattleiter Victor Zilinsky poliert zwei Zentimeter starke Bianco-Sardo-Fensterbänke am Montresor-Rundkanten-Bandautomat Luna 740 S bei Naturstein Wiebe in Halver. (Foto: Michael Spohr)
STEIN: Was sind die entscheidenden Vorteile gegenüber einer Bandmaschine?
Löffler: Im Vergleich zum Bandautomaten zeichnen sich Tischautomaten durch größere Flexibilität in punkto Werkstück-Abmessungen aus. So können auch großformatige Werkstücke, die an mehreren Seiten zu bearbeiten sind, auf dem Arbeitstisch mittels Hubrollen sehr einfach gedreht und an einer Anschlagschiene präzise ausgerichtet werden. Auch die Bearbeitung von Köpfen an langen und schmalen Werkstücken ist mit dem Tischautomaten kein Problem. Durch die exakte Ausrichtung und Klemmung der Werkstücke während der Bearbeitung werden stets optimale Polierergebnisse der Stirnfläche und der Fasen erzielt.
Dieser wichtige Vorteil kommt heute vor allem bei der Fertigung hochwertiger Küchenarbeitsplatten zum Tragen. Dies gilt sowohl für Klein- und Mittelbetriebe als auch für die industriellen Hersteller von Arbeitsplatten.
STEIN: Gibt es auch Nachteile der Tischmaschinen und wie argumentieren Sie hier?
Löffler: Im direkten Vergleich mit Bandautomaten wird als Nachteil oft der angeblich größere Platzbedarf der Tischautomaten genannt. Unter Berücksichtigung der jeweils drei Meter langen Einlauf- und Auslaufrollenbahn benötigt ein voll ausgestatteter Bandautomat allerdings fast genau so viel Platz wie die Tischkantenschleifmaschinen der Baureihe KSL.
Ein weiterer Pluspunkt des Tischautomaten ist die viel bessere Zugänglichkeit beim Werkzeugwechsel und bei Wartungsarbeiten, da am Maschinenschlitten an der Vorder- und Rückseite ungehindert gearbeitet werden kann.
Ein Bandautomat bindet zudem permanent einen Maschinenbediener, der die Werkstücke auflegt, den Einlaufvorgang überwacht und die Werkstücke nach dem Durchlauf sogleich abnimmt. Das Arbeiten mit dem Tischautomaten unterscheidet sich insofern, als dass der Bediener nach dem Auflegen der Werkstücke und Starten des Bearbeitungsprogramms die Maschine unbeaufsichtigt laufen lassen kann.
Weitere Kantenautomaten im Vergleich
Weisen technische Besonderheiten auf: CMG-Bandkantenautomaten von L. Hietel
Die Firma Hietel, ein in Deutschland und Österreich tätiger Lieferant und Berater der Steinindustrie sowie des Steinmetzhandwerks, betreut mit „Euro Masiv“ sowohl einen Tischkantenautomaten-Hersteller als auch mit „CMG“ einen Hersteller von Bandkantenautomaten. Die CMG-Maschinen weisen einige technische Besonderheiten auf: So ist etwa der Tischrahmen derart konstruiert, dass das Endlosband ohne Zerstörung ausgetauscht werden kann – ein Zusammenschweißen oder Kleben vor Ort ist nicht erforderlich.
Die nach Angaben von Gerald Schwan, Hietel-Vertriebsleiter Maschinen & Technik, sehr stabile und äußerst langlebige Konstruktion verwendet weitgehend erprobte, verfügbare Standard-Elemente der Industrie, was zu geringen Ersatzteilkosten und einem niedrigen Betriebsstundensatz führe. Die oberen Faseneinheiten sind grundsätzlich in der Höhe verstellbar; hierdurch treffe der Schleifachsen-Mittelpunkt immer auf das Werkstück-Eck (senkrechte Materialkante zu waagerechter Materialfläche) auf. Dies führe zu perfekten Fasen durch optimalen Schleifring-Aufsetzpunkt bei allen möglichen Werkstück-Stärken, so Schwan. Zur Grundausstattung gehöre stets auch ein einstellbarer Tiefenanschlag bei den jeweils ersten Supporten von der Seite, bei der Fase oben und unten. Mit Diamant-Werkzeugen ist daher ein Kalibrieren beispielsweise schlecht gesägten Kanten möglich – außerdem sorgt dies für gleichmäßige Fasen.
Vertikalkantenautomat Flying Flat von Sasso Meccanica im Düsseldorfer Haus der Steine. (Foto: Michael Spohr)Der Bandkantenautomat Lola 100 von Montresor, bei der Firma Marmor Voss in Delbrück, verfügt über je zwei bis drei Ober- und Unterfas-Supporte sowie eine separate Schleifdruck-Regulierung je Support. (Foto: Michael Spohr)Werkstattleiter Victor Zilinsky poliert zwei Zentimeter starke Bianco-Sardo-Fensterbänke am Montresor-Rundkanten-Bandautomat Luna 740 S bei Naturstein Wiebe in Halver. (Foto: Michael Spohr)
Optimiertes Steup-Modell Nano
Für Betriebe mit eingeschränkten Platzverhältnissen bietet sich das Modell Nano der Firma Steup-Engineering an, da es kompakt gebaut und dennoch leistungsfähig wie die großen Modelle ist. Angeboten wird die Maschine mit sieben oder acht Flächen- und normalerweise vier Fasen-Schleifaggregaten sowie einem Wasserrillen- oder Multifunktionsaggregat. Die Maschinengesamtlänge von vier Metern wird dabei nicht überschritten. In der größten Ausführung „STKA 8-6 NA“ mit acht Flächen- und sechs Fasen-Schleifaggregaten vergrößert sich die Maschinenlänge auf eine Gesamtlänge von lediglich 4,45 Meter. Die Durchlaufhöhe (Materialhöhe) ist auf cirka 65 mm begrenzt – was aus heutiger Sicht für den Baubereich vollkommen ausreichend ist.
Einen wichtigen Bestandteil der Maschine stellt die zentrale Wasserzufuhr zu den Schleifscheiben stellt dar. Diese Technik wird bereits seit 40 Jahren im Hause Steup eingesetzt und ist für die heutige Bearbeitung von Kompositmaterial ein Garant für optimale Schleifergebnisse. Darüber hinaus kann die Maschine aber um eine externe Wasserzufuhr erweitert werden, wenn hauptsächlich Engineered Stone bearbeitet werden soll.
Eine weitere Optimierung – verfügbar seit dem Modelljahr 2017 – ist das pneumatisch gesteuerte Andruckrollen-System „3-PLUS“ mit je drei Andruckrollen pro Zylindereinheit. Die Rollenpaarung ist konstruktiv so gewählt, dass selbst bei einer Materialbreite von unter 100 mm noch immer zwei Andruckrollen im Eingriff sind.
Erfolgreiche Partnerschaft: Goldschmidt und Marmo Meccanica
Seit mittlerweile mehr als 25 Jahren vertreibt das Dortmunder Unternehmen Goldschmidt die Kantenpolierautomaten der Firma Marmo Meccanica in Deutschland. Das Produktportfolio des italienischen Maschinenherstellers umfasst eine Vielzahl von Kantenpolierautomaten für gerade und runde Kanten bis zu 100 mm Materialstärke.
Insbesondere das Ausstattungs- bzw. Modulkonzept der Kantenpolierautomaten ermöglicht eine individuelle Anpassung an die jeweiligen Kundenbedürfnisse. So können beispielsweise die Modelle LCV und LCH in jeweils über 40 Modellvarianten geliefert werden. Diese Kantenpolierautomaten sind mit 6,7,8 oder 9 Schleifsupporten – mit und ohne Oszillation – für den Stirnflächenschliff ausgestattet. Bei der Ober- und Unterfase können jeweils 1,2 oder 3 Supporte konfiguriert werden. Durch weitere zusätzliche Supporte besteht die Möglichkeit des Gehrungsschnitts, des Fräsens bzw. Sägens einer Tropfkante (Wassernase), des Sägens von Einklinkungen, des Kalibrierens und vieles mehr.
Die PLC-Steuerung erlaubt das automatische individuelle Ansteuern eines jeden pneumatischen Supportes und ermöglicht somit auch eine partielle Bearbeitung des durchlaufenden Werkstückes, was ideal für die Anfertigung von beispielsweise Arbeitsplatten in T- oder U-Form oder für Wendelstufen ist. Ebenso ist die Herstellung von Nuten und gestockten Bereichen auf dem vorab individuell gewählten Werkstück-Teilbereich möglich. Mittels eines eingangsseitig liegenden Sensors werden nicht rechtwinklige Werkstücke erkannt und die Supportsteuerung erfolgt automatisch. Die Bedienung der Kantenpolierautomaten erfolgt über einen selbsterklärenden Touchscreen mit Memory-Funktion.
Auto-Dynamische Positionierung für horizontale Kantenautomaten
Das Unternehmen Marmo Meccanica als einer der drei weltweit größten Hersteller für Kantenpolierautomaten entwickelt sein Maschinenprogramm ständig im Hinblick von anwenderspezifischen Wünschen weiter. So können neuerdings die horizontal arbeitenden Modelle LCH und LCG mit einer elektronischen Komponente, der Auto-Dynamischen Positionierung des oberen Fasensupportes auf den Feststellpunkt ausgestattet werden. Der Ausgleich von bis zu 5 mm Schwankung in der Materialstärke (min. Länge 50 cm) wird automatisch ausgeglichen. Das von der Säge kommende Werkstück kann ohne Drehen mit der polierten Seite in den Kantenpolierautomaten eingeführt werden. Die Auto-Dynamische Positionierung der oberen Fase garantiert eine gleichbleibende Stärke der Fase auf der polierten Seite.
Nach 3 Jahren intensiver Lehrzeit ist die Steinmetz-Ausbildung am Steinzentrum in Wunsiedel für 40 Auszubildende beendet. Im Zuge einer traditionellen Freisprechungsfeier werden die Lehrlinge von Vertretern des Europäischen Fortbildungszentrums (EFBZ) in die Gesellenpraxis entlassen.
Bei der Freisprechungsfeier 2016 wurden 40 Auszubildende des Steinmetzhandwerks am Steinzentrum in Wunsiedel nach erfolgreicher Beendigung ihrer Abschlussprüfungen geehrt. Im Rahmen einer jahrtausende alten Tradition beorderte der Zeremonienmeister und Leiter des EFBZ Erwin Hornauer die angehenden Steinmetze und Steinbildhauer feierlich in den Gesellenstand. Bei der zunftgerechten Freisprechungsfeier erfahren die Lehrlinge symbolisch durch einen Schlag mit dem Richtscheit eine letzte Züchtigung ihres Meisters. Vor der endgültigen Entlassung muss jeder Geselle zwei schnelle und einen festen Probeschlag an einem Steinblock vorführen – diese spiegeln Eifer und Bedächtigkeit bei der Handwerksarbeit wider. Der Abschied der Lehrzeit endet mit der Übergabe der Gesellenbriefe und Zeugnisse. Dieser Ablauf ist das Ergebnis einer traditionsreichen Zunftgeschichte. Schon seit Jahrhunderten werden Steinmetz-Lehrlinge mit einem Eintrag in das Gesellenbuch der Zunft und der Übergabe des Gesellenbriefs vom Familienverband des Meisters freigesprochen.
Erwin Hornauer betonte während der Feierlichkeiten, wie wichtig eine kontinuierliche Weiterbildung für die jungen Gesellen sei. Zu diesem Zweck werde das Fortbildungszentrum auch zu einem Kompetenzzentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk ausgebaut. Nach der geplanten Fertigstellung des Neubaus Ende diesen Jahres können sich Steinmetze und Steinbildhauer an einer Erweiterung des Bildungsangebotes und Spezialkursen, wie beispielsweise der Steinbearbeitung mit modernster CNC-Technik, erfreuen.
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