Stonetec 2020: CNC-Designwettbewerb “Stone for Future” fordert Mensch und Maschine

Stein Magazin



Wettbewerb mit Maschinen-Fokus

Die Messe Nürnberg, der BIV und der DNV loben für die Stonetec 2020 einen Designwettbewerb für CNC-gefertigte Naturstein-Objekte aus.



Die NürnbergMesse lanciert gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Steinmetze und dem Deutschen Naturwerkstein-Verband einen Designwettbewerb. Bei “Stone for Future” können Bewerber Projekte in den Kategorien Badgestaltung, Stadtmöbel und Gartengestaltungselemente, Accessoires für Innenräume sowie Sakralarchitektur einreichen. Die Aspekte Materialität und Emotion sollen im Mittelpunkt stehen, schreibt die NürnbergMesse: “Naturstein erfüllt einerseits hohe technische und ökologische Anforderungen. Sie machen ihn zu einem herausragenden und dauerhaften Werkstoff für Gestaltungen im Innenausbau und in Außenräumen. Zugleich besitzt Naturstein seit der Antike eine emotionale Komponente, indem er für repräsentative Projekte herangezogen wird.”

Die Entwürfe sollen auf mehrachsigen CNC-Maschinen ausführbar sein. In der Ausschreibung heißt es dazu: “Eine wirtschaftlich durchführbare, handwerkliche Nacharbeit kann berücksichtigt werden. Die grundsätzliche und überwiegende Formgebung muss jedoch maschinell möglich sein.” Bei bereits am Markt eingeführten Objekten zählt ebenfalls die maschinelle Reproduzierbarkeit. Kombinationen mit Metall und anderen Werkstoffen sind zulässig, der Naturstein muss allerdings im Mittelpunkt der Gestaltung stehen. Neben Massivgestaltungen sind auch Ausführungen aus zusammengefügten Platten erlaubt. Sie sollen “Innovationskraft und eine ersichtliche Schöpfungstiefe beweisen”. Materialseitig fordern die Auslober Natursteine aus dem deutschsprachigen Raum.

Bewerbung für “Stone for Future” bis April

Berechtigt zur Teilnahme sind Steinmetzgesellen, Naturwerksteinmechaniker, Steintechniker, Steinmetz- und Steinbildhauermeister, Meisterbetriebe und Naturwerkstein-Fachbetriebe aus Deutschland und Österreich. Die erstplatzierten Projekte werden vor Messebeginn auf CNC-Maschinen von Kooperationspartnern ausgeführt. Auf der Stonetec können die Besucher sie auf der Design-Sonderschau anschauen. Die Einreichungsfrist läuft bis 12. April 2020. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Stonetec 2020. Die kompletten Vorgaben und Ausschreibungsunterlagen stellt die NürnbergMesse auf der Webseite bereit.

Könnte dich auch interessieren

LIV-Tagung in Lochau

Stein Magazin

Am 22. Juli 2016 fand die Tagung der Mitglieder des Landesinnungsverbands Bayerischer Steinmetze (LIV) im Seehotel Kaiserstrand im österreichischen Lochau statt. Die Teilnehmer erwartete neben interessanten Themen ein breites kulturelles Rahmenprogramm und eine Studienfahrt in den Bregenzer Wald.

Gruppenbild im Steinbruch
Gruppenbild im Steinbruch des Schwarzachtobler Quarzsandsteins. Foto: LIV
Hermann Rudolph begrüßt  Ernesto Ghenzi
Landesinnungsmeister Hermann Rudolph (rechts) begrüßt Ernesto Ghenzi, Präsident des VSBS, als Ehrengast. Foto: LIV
Johannes Braun Landeslehrlinswart
Lehrlingswart Johannes Braun berichtet von seiner Arbeit und ruft zu Nachwuchskampagnen auf. Foto: LIV
Ausstellung Grenzgänger Hotel Kaiserstand
Ausstellung „Grenzgänger“ des LIV und des VSBS im Garten des Hotels „Kaiserstrand“ in Lochau. Foto: LIV
Die Werke der Künstler können bis Ende August im Garten des Seehotels „Kaiserstrand“ besichtigt werden. Foto: LIV
Besuch des Werkraums in Andelsbuch
Besuch im „Werkraum Bregenzerwald“ in Andelsbuch. Foto: LIV

Zunächst begrüßte Landesinnungsmeister Hermann Rudolph die Teilnehmer und Ernesto Ghenzi, den Präsidenten des Schweizer Steinmetz- und Bildhauerverbands (VSBS). Im Anschluss machte Rudolph auf die Ausstellung „Grenzgänger“ aufmerksam, die gemeinsam mit den Kollegen aus der Schweiz organisiert wurde und bis Ende August auf dem Hotelgelände zu besichtigen ist.

Johannes Braun, Landeslehrlingswart, sprach den Lehrlingsmangel im Steinmetzhandwerk an und appellierte an seine Kollegen, professionelle Außenauftritte wie Nachwuchsmessen zu nutzen. Abschließend gab Hermann Rudolph den nächsten Termin der LIV-Tagung bekannt, die am 1. und 2. Juli 2017 in Landshut stattfinden wird.

Nach der Tagung bestand die Möglichkeit die Oper „Turandot“, eine Vorstellung der Bregenzer Festspiele, zu besuchen. Am Samstag fuhren die Teilnehmer gemeinsam zum „Werkraum Bregenzerwald“ nach Andelsbuch und zum Abschluss besichtigten sie den Steinbruch des Schwarzachtobler Quarzsandsteins.

Ausgezeichnetes Steineschichten

Stein Magazin

Die UNESCO erklärt das Handwerk des Trockenmauerbaus zum immateriellen Kulturerbe.

 

In ihrer Sitzung vom 28. November auf Mauritius hat die UNESCO die Kunst des Trockenmauerbaus zum immateriellen Kulturerbe erklärt. In der Begründung heißt es: „Trockenbaumauern verhindern Bergrutsche, Überschwemmungen oder Lawinen und sichern den Boden vor Erosion oder Verwüstung. Außerdem verbessern sie die Biodiversität und schaffen für die Landwirtschaft ein günstiges Mikroklima.“ Darüber hinaus würdigt die UNESCO die Herstellung von Trockenmauern, die „in perfekter Harmonie mit der Natur“ entstehen. Denn bei dieser Bautechnik, die ohne Mörtel oder ähnliche Bindemittel auskommt, werden bevorzugt Steine aus der direkten Umgebung verwendet. Muss eine Mauer restauriert werden, wird das ursprüngliche Baumaterial wiedereingesetzt.

Besonders in Frankreich, Griechenland, Italien, Slowenien, Spanien, in der Schweiz und auf Zypern prägen Trockenmauern die Landschaft. Aus diesen Ländern kam die Initiative zur Anerkennung der Handwerkstechnik. Die Schweizer Stiftung Umwelteinsatz, die den Antrag unterstützte, betont die kulturhistorische Bedeutung und nennt die Mauern „Landschaftselemente mit hohem ökologischen Potenzial“. Aber auch in anderen europäischen Ländern gibt es historische und neue Trockenmauern. In Deutschland sind sie vor allem in Weinbaugebieten, die an Hängen liegen, verbreitet.

Die ältesten Trockenmauern sind über 5000 Jahre alt

Den Menschen vor 5000 Jahren, aus dieser Zeit stammen die ältesten heute bekannten Trockenmauern, boten diese Mauern einen hervorragenden Schutz für ihre Felder und Tiere. Bauern in der Provence rettete eine Trockenmauer sogar das Leben. Sie errichteten 1721 eine 25 Kilometer lange Mauer als Schutzwall gegen die Pest. Heute gibt jede Gartenzeitschrift Tipps zum Bau von Trockenmauern. Das hat nicht nur mit deren optischer Attraktivität und der relativ einfachen Herstellung zu tun. Für viele Pflanzen und Tiere, deren Überleben bedroht ist, bieten sie beste Bedingungen.

Nachdem die Technik des Trockenmauerns Ende des 20.  Jahrhunderts fast vergessen war, werden heute in verschiedenen Ländern Ausbildungen angeboten. Auf Mallorca gibt es beispielsweise seit 1986 eine Ausbildung für Trockenmaurer, in Deutschland lernen Landschaftsgestalter diese spezielle Mauertechnik.