Sandsteinreise in den Pfälzer Wald

Stein Magazin
(Foto: Sopro Bauchemie GmbH)

Von der Gesteinskunde bis hin zur Praxisvorführung

Seine warmen Gelbtönen und spannenden Strukturierungen machen den Haardter Sandstein zu einem sehr schönen Werkstoff. Davon konnten sich jüngst die Teilnehmenden des Sopro Naturstein-Expertenseminars überzeugen, das im Pfälzer Wald stattfand.

Mit Neustadt an der Weinstraße hatte die Sopro Profiakademie einen besonderen Tagungsort gewählt. Diese Region ist vom Haardter Sandstein, einem hellgelben Buntsandstein, geprägt. Von seiner Beliebtheit zeugen zahlreiche Kulturdenkmale wie der Dom in Speyer, aber auch weitere bedeutsame Bauten in der ganzen Pfalz und angrenzenden Regionen.

 

 

Gewonnen wird das Material heute vor allem in dem Steinbruch der Firma Leonhard Hanbuch & Söhne in Neustadt-Haardt. Die Firma – so Markus Höbel, der Leiter des Steinbruchbetriebs und des Naturwerksteinwerks Hanbuch – bietet seit 1901 qualitativ hochwertige Sandsteine für verschiedene Arten von Mauerwerk, Bodenbeläge und Stufenanlagen sowie für den Garten- und Landschaftsbau und Steinmetzarbeiten. Der Abbau erfolgt nach gesicherten bergbaulichen und geologischen Erkenntnissen. In Ein- und Mehrblattgattern werden die Rohblöcke von bis zu sieben Kubikmeter und 18 Tonnen Gewicht zu Tranchen in die gewünschte Stärke zugeschnitten.

Bevor es zur spannenden Exkursion in den Haardter Steinbruch der Fa. Hanbuch ging, gab es für die Teilnehmenden des Naturstein-Expertenseminars einen informativen „theoretischen“ Teil in einem geschichtsträchtigen Gewölbekeller in Neustadt an der Weinstraße. Dr. Anette Ritter-Höll, Diplom-Geologin und öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige, erläuterte die Besonderheiten des Haardter Sandsteins. Wie die optimalen „Fugen- und Verlegesysteme für Naturstein“ aussehen – das war Thema des Vortrags von Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Kammerer, Bereichsleiter Anwendungstechnik bei der Sopro Bauchemie GmbH. Auch er ging auf den regionalen Sandstein und dessen Eigenschaften ein. Ergänzt wurden seine Ausführungen zu den „richtigen“ Verlegeprodukten durch eine Praxisvorführung. Fliesenlegermeister Marco Pistner von der Sopro-Anwendungstechnik demonstrierte anhand anschaulicher Modelle den fachgerechten Einsatz von Sopro-Fugenmaterialen sowie Verlege- bzw. Drainagemörtel.

Die Naturstein-Expertenseminare gehören zum festen Bestandteil der Sopro Profiakademie und finden jedes Jahr an zwei unterschiedlichen Steinbrüchen in Deutschland und im Ausland statt. Ziel ist es, die Teilnehmenden über die speziellen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten der dort abgebauten Gesteinsarten zu informieren.

Mehr Infos unter: https://www.sopro.com/de-de/profiakademie/

Könnte dich auch interessieren

Armierte Trennlage

Bei der Verlegung im Außenbereich sind Trennlagen mit Knicken und Falten nicht nur unschön, auch wird der Abfluss von Sickerwasser auf der Abdichtung verzögert. Daher hat Gutjahr die armierte Trennlage AquaDrain TR neu entwickelt. Das Armierungsgewebe ist besonders formstabil und verhindert, dass die Trennlage beim Verarbeiten verrutscht.

Oft verrutschen Trennlagen aus herkömmlichen PE-Kunststofffolien, in der Regel zweilagig verlegt, beim Verarbeiten und sorgen für entsprechenden Ärger beim Verleger. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Falten bilden – und sich dadurch Sickerwasser staut oder der Wasserabfluss auf der Abdichtung verzögert wird.

Auf dieses Problem hat Gutjahr reagiert und eine armierte Trennlage für Abdichtungen nach DIN 18531-5 entwickelt. Die zweilagige PE-Folie verfügt über eine innenliegende Gittergewebearmierung, was sie sehr formstabil macht und eine optimale Planlage gewährleistet. Zudem muss die Trennlage nicht, wie konventionelle PE-Folien, zweilagig verarbeitet werden. Denn sie erreicht die notwendige Materialdicke von 0,2 mm durch ihren speziellen „Sandwich-Aufbau“ aus Folie, Gittergewebe und Folie. Das verhindert, dass die Trennlage beim Verarbeiten verrutscht.

Damit ergänzt AquaDrain TR die Gutjahr-Drainagen und aufgestelzten Systeme. Verarbeiter können das komplette System für Balkone und Terrassen aus einer Hand beziehen.
Eine Reportage zu einer ganz besonderen Herausforderung an praktisch alle Komponenten – so auch die dort verwendete Gutjahr-Drainage in Kombination mit Tubag-Drainagemörtel – finden Sie übrigens in STEIN 02/2020 mit der Geschichte „Fähr-Trade“: Der Neubau des Fährterminals von Norderney steht vor dem Deich auf dem Molenkopf am Wattenmeer und muss enormer Bewitterung und großen Wasserlasten trotzden. Die maßgeschneiderte Lösung des Unterbaus für die Entwässerung der begehbaren im Freien liegenden Natursteinflächen im Obergeschoss bzw. auf dem Dach wurde eigens entwickelt.

Designer Sebastian Scherer entwirft und fertigt die extravaganten Couchtische “Fifty”. Sie setzen sich aus verschiedenen Materialien – vorwiegend Marmor und Glas – nach dem „Halb-und-Halb“-Prinzip zusammen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind dabei vielfältig

1
Die Tische „Fifty“ bestechen in ihrer Einfachheit und gleichzeitigen Vielseitigkeit. Hier ein Beispiel aus Nero Marquina und Carrara-Marmor
2
Von oben betrachtet bilden sie die Hälfte eines Kreises…
3_Fifty_Rendering_05
… oder Ovals. Durch die Anordnung zweier Elemente entsteht ein Kreis, ein Oval oder eine Kombination aus beiden
4_Fifty_Rendering_02
Die Tische sind erhältlich in Marmor oder durchgefärbtem Glas, jeweils in weiß und schwarz (hier zu sehen ein Rendering)

Voraussetzung ist die CNC-Bearbeitung

Ein Tisch wie ein Monolith: links eine Kreishälfte in tiefschwarzem, weiß geädertem Nero Marquina. rechts die zweite Kreishälfe in blendend weißem, fein grau schattierten Carrara-Marmor. Auf diesen puristischen Kontrast reduziert Designer Sebastian Scherer das Gestaltungsprinzip der Couchtisch-Serie „Fifty“, die er für sein in Berlin ansässiges Label Neo / Craft entwickelt hat.
Zwar sind die sowohl in Rund wie auch in Oval aufgelegten Tischelemente sowohl in Stein, wie auch in Glas erhältlich; speziell der Steintisch jedoch beruht auf einer Formidee, die Scherer bereits vier Jahre lang im Kopf herum ging: „Die Tischserie ,Fifty‘ ist aus dem Entwurf ,Elements‘ aus dem Jahr 2014 hervorgegangen. Diese Tische waren zunächst aus Stahlblech konzipiert, da ich zu dieser Zeit noch nicht über das erforderliche Knowhow zu der Verarbeitung von Marmor verfügte und auch keinen Kontakt zu möglichen Lieferanten in Deutschland hatte. Mein Debüt mit dem Material Marmor hatte ich dann mit den ,Camo‘-Tischen im Jahr 2017.“

Generell hat sich Scherer bei seinem Label auf die Fahnen geschrieben, traditionelle Handwerkskunst und moderne Herstellungstechnik zu kombinieren – gerade bei der Verarbeitung von Stein eine große Herausforderung. Bei den ,Camo‘-Tischen sind wolkenartige Grundformen aus Glas oder Marmor, die in ihrer Kombination an klassische Camouflage-Muster erinnern, auf Messingfüße montiert.  Für die Entwicklung der „Fifty“-Tische ging Scherer noch einen Schritt weiter: „Durch die Entwicklung der ,Camo‘-Tische hatte ich erste Erfahrungen mit Marmor sammeln können und auch mit verschiedenen Lieferanten in Deutschland Kontakt,“ berichtet Scherer. Voraussetzung für die Produktion der Tische, erklärt er, sei die CNC-Bearbeitung, die eine serielle, äußerst präzise Fertigung auch von komplexen geometrischen Bauteilen ermöglicht.

Fifty-Fifty in der Materialverwendung

„Die Besonderheit bei den neuen ,Fifty‘-Tables ist die auf Gehrung verklebte Tisch- beziehungsweise Fußplatte. Von der einen Seite betrachtet, sieht der Tisch sehr massiv aus, fast wie ein Monolith. Erst von der anderen Seit aus erschließt sich dem Betrachter die Konstruktion des Tisches.“ Der ganz besondere Reiz der Tischserie ,Fifty‘ liegt für den Berliner Designer auch in der Möglichkeit, die Wirkung unterschiedlicher Materialien miteinander zu verbinden: „Die Kombination Marmor mit Glas finde ich sehr spannend: die Leichtigkeit und Transparenz von Glas und die Wertigkeit und Natürlichkeit von Marmor.“ Die ,Fifty‘-Tische gibt es, sowohl rund wie auch oval, in Marmor, Glas und satiniertem Glas. Sie kosten ab 850 Euro (Glas) bzw. 950 Euro (Marmor). Erhältlich über www.neocraft.de.

Alle Fotos: Sebastian Scherer / Neo/Craft