Dolomit mit Geschichte

Donnernd rollt der Gesteinskoloss in Richtung Weingut. Während seiner rasanten Talfahrt spaltet sich der riesige Felsbrocken in mehrere Teile. Einer davon zerstört das Wirtschaftsgebäude des Weinguts „Freisinger Hof“, alle Maschinen fallen ihm zum Opfer. Ein anderer kommt nur 80 Zentimeter vor dem Eingang des Wohnhauses zum Stillstand. Niemand wird verletzt. Diese unglaubliche Geschichte ereignete sich am 21. Januar 2014 in der Gemeinde Tramin an der Südtiroler Weinstraße.

Das „Traminer Wunder“ machte schnell die Runde. Hans Karl Trojer und Peter Watschinger vom Natursteinunternehmen südtirol.stein in Terlan fuhren sofort los, als sie von dem Felssturz hörten, um die Steine zu begutachten. Die geschockten Eigentümer des Weinguts wollten die Dolomit-Kolosse auf ihrem Grundstück so schnell wie möglich loswerden. Aber so einfach sollte dies nicht geschehen. Etliche Anbieter schlugen vor, die Felsbrocken zu sprengen, um sie abtransportieren zu können. Doch eine Sprengung so nahe am Haus erschien den Bewohnern zu riskant. Nur Trojer bot an, die Blöcke vor Ort zu zerlegen und so für den Transport vorzubereiten. Die Firma südtirol.stein betreibt zwei Steinbrüche und ist zudem auf die Suche und Bergung von riesigen Findlingen spezialisiert. So waren sowohl die notwendigen Gerätschaften als auch das nötige Knowhow vorhanden. Mit mobiler Diamantseilsäge, mehreren Bohrgeräten und einem Bagger gingen die Mitarbeiter von südtirol.stein ihr Vorhaben an. Etwa 230 Kubikmeter Naturstein wurden über einen Monat hinweg abgetragen und in das Lager des Unternehmens nach Terlan gebracht. Doch damit ist die Geschichte des Traminer Dolomiten noch nicht zu Ende. Einige Kalksteinblöcke sollten ihren Weg nach Deutschland finden.

Dolomit ist ein 220 Millionen Jahre altes Kalkgestein, das sich rein aus Fossilien zusammensetzt. Der Naturstein steht sozusagen für die Dolomiten und damit auch für Südtirol. Die wundersame Begebenheit im Januar 2014 verschaffte diesem speziellen Traminer Dolomiten zudem eine Art „Aura“. Kein Wunder, dass regionale Hotels gerne ihre Rezeptionstheken mit diesem außergewöhnlichen Stein gestalten ließen. Auch Florian Widmann von Pure Stone aus München faszinierte die Geschichte des Steins. Ein Kollege zeigte ihm ein Muster und Widmann war sofort begeistert. Das lebendige Farbspektrum mit teilweise grünlichen Nuancen und rötlichen Adern gefiel dem Steinmetzmeister. Für ein Reihenhaus im Raum München, für dessen Sanierung er zuständig war, schien der Naturstein perfekt. In einem Beratungsgespräch mit den Bauherren wurde schnell klar: Das Material hat das gewisse Etwas für eine exklusive Wohnatmosphäre. Nicht nur modern, sondern auch zeitlos schön sollte das Haus gestaltet werden.

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Geplant, getan. Florian Widmann ist nicht nur ausführender Steinmetz, er entwickelt ganzheitliche Konzepte der individuellen Raumgestaltung. So übernahm er im Fall des privaten Einfamilienhauses auch das Projektmanagement und unter anderem Trockenbau, Putz- und Malerarbeiten sowie Elektro- und Rohrinstallation. Mit dem Traminer Dolomit bestückten seine Mitarbeiter und er das Eingangspodest im Außenbereich, die Diele, das Gäste-WC, den Ess- und Küchenbereich, das Wohnzimmer sowie die verbindende Treppe. Zirka 65 Quadratmeter umfassten die gesamten Verlegearbeiten, die vier Mitarbeiter von Pure Stone über zwei Wochen hinweg tätigten. Die Oberfläche der drei Zentimeter dicken Platten für das Eingangspodest wurde sandgestrahlt, um eine rutschhemmende Oberfläche zu schaffen, im Außenbereich spielte auch die Frostsicherheit eine Rolle. Innen sind die Oberflächen der etwa 130 x 43,5 Zentimeter großen Natursteinplatten gebürstet, um die Maserungen auch haptisch erlebbar zu machen.

Erfahren Sie mehr zur Verlegung des Traminer Dolomits in STEIN im Juli 2016.