Mitten im Herzen von New York steht ein archaisch anmutendes Denkmal. Eingebettet in einen Park bilden tonnenschwerer Granit einen Gedenkraum zur Erinnerung an Franklin Delano Roosevelt und seine Rede über die vier Grundfreiheiten.

Foto/©Franklin D. Roosevelt Four Freedoms Park/Iwan Baan

Vor knapp einem Jahr war es soweit: Der auf den Entwurf des amerikanischen Architekten Louis Isadore Kahn zurückgehende Franklin D. Roosevelt Four Freedoms Park wurde für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Entwürfe waren bereits in den Jahren 1973 und 1974 entstanden, wegen Kahns Tod und zahlreicher anderer missgünstiger Umstände jedoch bis heute nicht umgesetzt worden. Jetzt, vierzig Jahre später, thront das steinerne Zeugnis aus tonnenschweren Granitblöcken an der Spitze von Roosevelt Island im Herzen von New York. Mit millimetergenauer Präzision bilden gewaltige Granitblöcke einen stimmungsvollen Raum, hinter dessen Wänden die Skyline der Mega-City zur Nebensache degradiert wird. Stattdessen wird der Blick frei auf den Fluss, die Brücke, den Himmel. In einem spitz zulaufenden Park wird der Besucher durch Alleen geführt und dem Trubel der Stadt entzogen. Seine Aufmerksamkeit richtet sich ganz von selbst auf das Monument jener Rede, mit der Präsident Roosevelt am Vorabend des amerikanischen Kriegseintritts im Jahre 1941 um die moralischen Voraussetzungen eines militärischen Eingreifens rang.

Foto/© Rober Schäfer

Dreißig an der Nord-, West- und Ostseite der Plattform postierte Blöcke aus Granit, 3,70 Meter hoch und je 36 Tonnen schwer, erzeugen einen nur 18 Quadratmeter großen, mit Granitplatten ausgelegten Gedenkraum. Dieser öffnet sich zur Südseite hin, um, als Bugspitze ausgebreitet, vor den in Stein gemeißelten Worten des Präsidenten das großartige Panorama des East Rivers zu entfalten.

Foto/©Franklin D. Roosevelt Four Freedoms Park/Iwan Baan

Louis Kahn suchte den Granit für das Denkmal selbst aus. Der Stein sollte möglichst rein sein – ohne Einschlüsse – und eine absolut homogene Oberfläche aufweisen. Der Architekt legte besonderen Wert darauf, dass die Steinoberfläche nicht ge­ädert ist, um eine möglichst gleißende weiß-graue Fläche zu erhalten. Deshalb fiel seine Wahl schließlich auf den Granit des Mount Airy in North Caro­lina. Dieser Steinbruch ist der weltweit größte Übertage-Steinbruch. Die Granitblöcke und Granitplatten wurden entsprechend der Vorgabe Louis Kahns weitestgehend sägerau belassen und deshalb nicht oder nur minimalstisch nachbearbeitet.

Foto/© Rober Schäfer

Lesen Sie mehr zum »Four Freedoms Memorial« in STEIN 5/2014.
Mehr über Franklin T. Roosevelt, seine Präsidentschaft und seine berühmte Rede über die »Vier Freiheiten« erfahren Sie auf der »Digital Resource«-Website des Four Freedom Parks unter fdr4freedoms.org.

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