Mit Batterien zur Baustelle

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Mercedes-Benz Vans hat über einen Zeitraum von drei Monaten gemeinsam mit mehreren Kunden die Integration des eVito in bestehende Betriebsabläufe getestet. Sowohl für das Flottenmanagement der Kunden als auch für den Servicebereich von Mercedes-Benz Vans konnten daraus wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Insbesondere die Reichweite stellte kein Problem dar, so eines der Ergebnisse des insgesamt positiven Fazits.

Mercedes-Benz Vans: Clever Bodybuilder Solutions, Ludwigsfelde 2019Mercedes-Benz Vans: Clever Bodybuilder Solutions, Ludwigsfelde 2019
Drei Monate im Testbetrieb in Unternehmen verschiedener Branchen: Der neue Mercedes-Benz eVito Tourer. Foto: Daimler AG
Der neue Mercedes-Benz eVito Tourer

The new Mercedes-Benz eVito Tourer
Fit für den Einsatz in der Stadt: Der Mercedes-Benz eVito erlaubt lokal emissionsfreie Mobilität. Foto: Daimler AG

Gemeinsam mit den Kunden unterwegs

Elektromobilität beeinflusst zunehmend die Kaufentscheidungen und das mobile Alltagsverhalten gewerblicher und privater Kunden. Mercedes-Benz Vans betrachtet daher auch das Ökosystem rund ums Fahrzeug – zum Beispiel die notwendige Ladeinfrastruktur oder Servicemaßnahmen. Für letztere sind aufgrund der verbauten Hochvolt-Technologie entsprechend ausgestattete Werkstätten und geschultes Servicepersonal notwendig. Welche Servicemaßnahmen und -prozesse den konkreten Anforderungen von Kunden mit Elektro-Transportern entsprechen, hat der Fahrzeuganbieter in einem dreimonatigen Erprobungszeitraum herauszufinden versucht, gemeinsam mit ausgewählten Kunden.

Mercedes-Benz Vans stellte Betrieben und Unternehmen verschiedener Branchen – darunter DHL, Deutsche Bahn, Stadtreinigung Hamburg, Bundeswehr Fuhrpark Services und die Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm – für einen bestimmten Zeitraum einen vollelektrischen Vito zur Verfügung, die diesen in ihre normalen Betriebsabläufe integrierten. Das Fahrzeug war mit einer speziellen Box ausgestattet, welche die notwendigen Fahrzeugdaten erfasste, um sie schnell auswerten zu können. Da es die Reichweite der Fahrzeuge im Alltagsbetrieb zu optimieren galt, stand dabei vor allem die Frage im Fokus, wie sich das Fahrverhalten auf eine möglichst optimale Akkunutzung auswirkt. Bei den Kunden prüften die Servicemitarbeiter von Mercedes-Benz Vans zudem die bereits vorhandene Ladeinfrastruktur oder berieten sie zu deren Aufbau und der notwendigen Anschlussleistung. Optimales Lademanagement hilft durch intelligentes Laden dabei, Lastspitzen zu vermeiden sowie eine für die Flottengröße tatsächlich notwendige Ladeinfrastruktur und Anschlussleistung herauszufinden.

Mercedes-Benz Vans Stuttgart und der Bereich Service des deutschen Mercedes-Benz Van-Vertriebs haben zunächst die technischen Erkenntnisse ausgewertet und anschließend am Ende des Erprobungszeitraums die Kunden umfangreich befragt – mit einem Fragebogen und in einem Abschlussgespräch. Hier berichteten die Fahrerinnen und Fahrer zu ihren Erfahrungen mit dem eVito in der täglichen Einsatzpraxis sowie die Werkstattmitarbeiter, Fuhrparkleiter und Einkäufer zum Thema Ladeinfrastruktur und Flottenplanung. Die Kunden konnten die Erkenntnisse nutzen, um ihre Elektroflotte, die Ladeinfrastruktur und notwendige Servicemaßnahmen sinnvoll zu skalieren. Für Mercedes-Benz Vans lag der Erkenntnisgewinn in der Weiterentwicklung spezieller Serviceangebote und der künftigen Ausrichtung der Elektromobilitätsservices.

Positive Resonanz

Mittlerweile ist die Erprobung in allen Betrieben abgeschlossen – mit durchweg positiver Resonanz. Es zeigte sich, dass die Fahrzeuge reibungslos in die bestehenden Betriebsabläufe integrierbar und beim Fahrzeughandling keine Umstellung im Vergleich zum Vito mit konventionellem Antrieb notwendig sind. Nach anfänglichen Unsicherheiten gewannen die Fahrer mit zunehmender Erfahrung immer größere Sicherheit im Umgang mit Reichweite und Fahrzeughandling. Sie beschrieben das Fahrverhalten, im Vergleich zum Fahren mit Verbrennungsmotor, sogar als noch positiver. Das liegt möglicherweise am niedrigeren Schwerpunkt des Fahrzeuges durch die im Unterboden verbauten Akkus. Die vorhandene Ladeinfrastruktur reichte in allen Fällen aus bzw. konnte durch effizientes Lademanagement sogar noch mit notwendigem Puffer arbeiten.

Als Nächstes wird Mercedes-Benz Vans die Pilotergebnisse daraufhin bewerten, ob für die Fahrzeugentwicklung und den Werkstattservice sowie ggf. die Entwicklung künftiger Vertriebsprodukte Neuerungen abgeleitet werden können. Die an dem Test beteiligten Kunden zeigten sich durchweg angetan. So sagte etwa Waldemar Koch, Fuhrparkmanager der Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm: „Die Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm sind dankbar, dass wir gemeinsam mit Mercedes-Benz Vans den Betrieb von Elektrotransportern testen konnten. In den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, dass sich die Elektrotransporter in unsere bestehenden Betriebsabläufe sehr gut integrieren. Aus der Erprobung konnten beide Parteien wertvolle Erkenntnisse für das künftige Flottenmanagement mit Elektrofahrzeugen gewinnen.“

Und auch Veljko Stojkov ist zufrieden: „Auch Servicemaßnahmen sollten passgenau auf die Ansprüche und Wünsche der Kunden zugeschnitten sein. In vielen Punkten unterscheiden sich Wartung und Service im Elektromobilen Bereich von denen bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor“, so der Key-Account-Manager Service im Mercedes-Benz Vans Vertrieb Deutschland. „Unsere Mitarbeiter und Werkstätten sind gut auf die Elektromobilität vorbereitet, und wir freuen uns, dass wir in diesem Erprobungszeitraum gemeinsam mit unseren Kunden konkrete Erkenntnisse und Erfahrungen in der betrieblichen Praxis sammeln konnten.“

Hier geht es zur Homepage des eVito: https://www.mercedes-benz.de/vans/de/vans-born-to-run/evan-ecosystem

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Spurensuche auf Slate Islands

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Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein. Foto: Suhrkamp

Der Gedichtband „Schiefern“

Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein – eine sinnliche Suche nach Leblosem.

Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein. Foto: Suhrkamp

Der Gedichtband „Schiefern“

Auf der Karte sind es kleine Flecken vor der Westküste Schottlands, so klein, dass es leicht ist, sie zu übersehen. Man muss sie gezielt aufsuchen, um sie zu finden. Man stößt nicht einfach auf sie. Die Inneren Hebriden Schottlands, eine Inselgruppe am oberen Zipfel des Britischen Königreichs, sind eine beliebte Reiseregion. Wer hierherkommt, sehnt sich nach dem Ursprünglichen, dem Wilden, dem Zerklüfteten. Nach salzigem Wind, der sich in Haaren und Kleidung verfängt und sie starr werden lässt. Nach dem Atlantik, dessen Wogen an das schwarze Gestein prallen. Gneise. Granit. Basalt. Schiefer.

Esther Kinsky, Übersetzerin und Lyrikerin und 2018 für „Hain. Geländeroman“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet, hat dem Schiefer und der Region, in dem das Sedimentgestein jahrhundertelang abgebaut wurde, einen Gedichtband mit dem so einfachen wie bezeichnenden Titel „Schiefern“ gewidmet.

Die Steinbrüche auf Slate Islands sind noch da, die Überbleibsel einer inzwischen stillgelegten Industrie auch. Kinsky begibt sich auf Entdeckungsreise und verpackt ihre Naturbeobachtung in Worte, die rätselhaft zu entziffern sind und hinfortreißen in die Entlegenheit der Inneren Hebriden, zum schwarzen tosenden Meer, über dem der Leser wie ein unsichtbar Schwebender im Gedankenraum treibt, den Kinsky mit ihren Worten spinnt.

Genau dort, in diesem Gedankenraum, sind auch die Analogien zwischen etwas durch und durch Leblosem und Menschlichem zu finden. Nur wenige Menschen stecken in diesem dreiteiligen Band, das Menschliche jedoch fehlt ihm nicht. Es ist sogar ganz erstaunlich, wie sinnlich über Gischt tragende Wellen und „platten mit einer / oberfläche wie versteinerter leiser wellengang“ geschrieben werden kann, ohne in kitschige Romantik abzurutschen.

„Nature Writing“

Natur verleitet bereits seit dem 18. Jahrhundert Schriftsteller dazu, über sie als Hauptprotagonistin zu schreiben. „Nature Writing“ nennen sich im Angelsächsischen die ausschweifenden literarischen Beschreibungen von Bäumen, Wiesen, Blumen, Wolkenbrüchen. Auf Deutsch hat sich der Begriff der „Naturpoesie“ oder auch „Naturlyrik“ eingebürgert. Esther Kinsky sticht seit Jahren mit solcher Naturpoesie in der Literatur hervor.

2013 flicht sie in „Naturschutzgebiet“ ausgehend von einem verwahrlosten Stadtpark vier Gedichtzyklen über Verfall und Wachstum. Ordnet man Kinskys Werk nun der Gattung des „Nature Writing“ zu, widerspricht sie gern. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte sie einmal, sie sähe sich nicht in der Tradition des Nature Writing. Zu diffus sei dieser Begriff, zu ausufernd darin, was er umschließt und was nicht. „Nature Writing“ kann alles sein, sagt sie. Warum dann nicht auch ihre neueste Arbeit „Schiefern“, möchte man entgegenhalten?

Die Schichten der Zeit

Früh fällt in „Schiefern“ das Wort der Erinnerung „als raum der abwesenheiten, bewegt von der durchsichtigen hand unberechenbarer synapsen und unwägbarer verschiebungen von ablagerungen in den langsam entstandenen und vertieften furchen und falten des hirns“. Kinsky geht es um die Schichten der Zeit, die sich über Erinnerungen lagern. Erst ganz sacht, dann deutlicher zieht sie sprachliche Parallelen zwischen menschlichem Gedächtnis und der konservierten Geschichte auf der Oberfläche der Gesteinsbrocken, an der die Gezeiten und Zeiten vorübergingen, über Millionen von Jahren hinweg.

Im Stein liegt das Vergangene konserviert, sie müsse nur anhand seiner Falten abgelesen werden, als wäre der Stein ein alter, lieb gewonnener Greis, dessen verwittertes Gesicht die Spuren des Lebens tragen. Kinsky schreibt von „zeichen ohne hand und fuß / im stein auf die sich keiner / einen reim zu machen weiß / als den größtmöglicher vergangenheit“.

„Schiefern“ könnte die moderne Fortsetzung von Adalbert Stifters 1853 erschienenen Erzählungen „Bunte Steine“ sein und sich einreihen in die Titel „Granit“, „Kalkstein“ und „Turmalin“. Doch so tückisch idyllisch die detaillierten, biedermeierlichen Naturdarstellungen Stifters sind, so wenig lieblichheimelig sind auch Kinskys beschriebene Slate Islands. Die Kühle der Umgebung schneit in ihren Worten hindurch. Da liegt eine Härte in ihnen, die man sich nicht wegdenken möchte.

Information zum Buch

Esther Kinsky: Schiefern.
D: 24,00 Euro
A: 24,70 Euro
CH: 34,50 Schweizer Franken
Erschienen: 23.03.2020
Gebunden, 103 Seiten
ISBN: 978-3-518-42921-1

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