Ergebnisse der Steinmetze und Fliesenleger bei den WorldSkills 2019

Stein Magazin

Der 45. Wettbewerb der Berufe fand vom 22. bis 27. August im russischen Kasan statt. 1.350 Fachkräfte aus über 60 Ländern trafen aufeinander. Aus Deutschland waren 39 Teilnehmende dabei, Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin für das Team Germany. STEIN berichtet, wie Team Deutschland insgesamt abschnitt und speziell, wie die Ergebnisse bei den Steinmetzen und Fliesenlegern aussehen.

WorldSkills Vorbereitungstreffen Berlin
Teambild der deutschen Berufe-Nationalmannschaft. Foto: WorldSkills Germany
WorldSkills 2019 in Kasan ist beendet
Fliesenleger-Weltmeister Janis Gentner während des Wettbewerbs der WorldSkills 2019 in Kasan. Foto: obs/ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe/Jonas Reidel
WorldSkills Kasan 2019
Julian Wally, deutscher Vertreter für das Steinmetz-Handwerk, während des Wettkampfs. Foto: WorldSkills Germany

Die duale berufliche Bildung ist spitze!

Das Team Deutschland reiste mit 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in 34 Disziplinen an. Vier Tage lang mussten sich ausgewählte Fachkräfte aus Deutschland mit schweren Arbeitsaufgaben in ihrem Beruf einer internationalen Jury stellen und gegen die Besten der Welt kämpfen.

Wenn man die Ergebnisse der Länder Deutschland, Schweiz und Österreich betrachtet, ist die duale berufliche Bildung Weltspitze. Die drei Ländern belegten gemeinsam vordere Plätze. Deutschland stellte zwei Weltmeister, drei Bronzemedaillengewinner und 19 Exzellenzmedaillen. Fünf Teilnehmern fehlten nur wenige Punkte für einen Medaillenplatz. Gold ging an Zimmerer Alexander Bruns (21 Jahre) aus Rheinland-Pfalz und Fliesenleger Janis Gentner (21 Jahre) aus Baden-Württemberg. Bei den Fliesenlegern folgten auf den Plätzen Renato Leo Meier (Silber / Schweiz) und Daniil Schmydov (Russland / Bronze).

„Ein sehr gutes Ergebnis, wenn wir das gesamte Team anschauen,“ so Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany und Delegationsleiter: „Alle haben grandios gekämpft und zusammen große Leistungssprünge hervorgebracht. Es hätten alle von ihren Fähigkeiten und ihrem Potenzial her verdient, auf der Treppe zu stehen. Sie waren hervorragend vorbereitet!“

Julian Wally vertritt das Steinmetz-Handwerk

Mit dabei für das Steinmetz-Handwerk war der 22-jährige Julian Wally aus Siegelsbach. Er arbeitet derzeit bei der SDC Steinsanierung Denkmalpflege Crailsheim GmbH & Co. KG. „Der Beruf ist ideal, um sich selbst zu verwirklichen. Zudem ist er sehr abwechslungsreich und vielseitig.“ Die Herausforderungen, die Arbeit mit dem Material Stein und die Kollegialität gefallen ihm an seinem Beruf. Der zielstrebige Julian Wally gilt als einer der besten Steinmetze Deutschlands und hat schon beim Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks und den Wettbewerb „Die Gute Form“ gewonnen. Auch wenn er das Turnier in Kasan medaillenlos auf Platz 9 beendete, war die Teilnahme an dem Wettbewerb der Berufe bestimmt ein eindrucksvolles Erlebnis.
Bei den Steinmetzen errang Quan Zheng aus China Gold, Silber ging an Sebastian Rudolf Wienerroither aus Österreich und Bronze nahm Allan Bontemps nach Frankreich mit.

Info: WorldSkills Germany e.V. ist eine Förderinitiative für berufliche Leistungswettbewerbe bzw. Lernen im Wettbewerb. Sie organisiert nationale und internationale Berufsweltmeisterschaften, durch die berufliche Qualifikationen von Auszubildenden verglichen werden können. Ziel ist, zu zeigen, wie wichtig und facettenreich Handwerk sein kann. Unterstützt wird WorldSkills Germany durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, durch die Fachverbände und seine Mitglieder.

Weitere Informationen unter: www.worldskillsgermany.com

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Schweizer Sandstein

Stein Magazin

Die Schweiz ist ein Land der Vielfalt. Die Einwohner sprechen vier Amtssprachen – Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Multikulti ist kein Fremdwort: 24 Prozent der Schweizer sind ausländische Mitbürger. Und doch gilt die Schweiz als bodenständige Nation mit Traditionsbewusstsein. Man möchte seine Eigenheiten bewahren. Und so zeigt sich auch Schweizer Sandstein gern als alter Werkstein in neuem Gewand.

Foto© Bärlocher Steinbruch Steinbildhauerei

Im Steinbruch der Firma Bärlocher zum Beispiel, oberhalb der Rorschacher Bucht am Bodensee gelegen, bauen zwölf Mitarbeiter jährlich etwa 10.000 Kubikmeter Rorschacher Sandstein ab und spalten oder sägen ihn vor Ort auf die gewünschten Maße.
Erst kürzlich kam dieser Schweizer Sandstein im Wohnpark Giessen in Meilen zum Einsatz. Zwischen den Sichtbeton-Fertigelementen der Wohnhäuser befindet sich bruchraues Mauerwerk aus Rorschacher Sandstein. Die Sichtflächen und Stoßfugen sind gespalten, die Lagerflächen gespalten oder geflammt. Die Umsetzung des Vorsatzmauerwerkes im Schottischen Verband dauerte auf der Baustelle rund zehn Monate. Die Stoß- und Lagerfugen sind zwischen zwei Millimetern und maximal fünf Millimetern groß. Nach außen sind die Fugen offen, was den Eindruck eine Trockenmauer vermittelt, nach innen sind sie – aus Gründen der Stabilität – mit einem Spezialkleber für Naturwerksteinbeläge vollflächig verklebt.

Foto© Müller Naturstein AG

Am oberen Zürichsee, zwischen Schmerikon und Eschenbach, baut der Natursteinbetrieb Müller in dritter Generation Bollinger Sandstein ab. Der Name des Molassesandsteins leitet sich von der Ortschaft Bollingen ab, in deren Nähe die relativ großen Lagerstätten liegen. Diese Lagerstätten stehen heute nahezu senkrecht und werden daher im Schachtbetrieb, durch in die Tiefe getriebene Brüche, abgebaut. Die wirtschaftliche Abbautiefe liegt bei etwa 50 Metern. Dieser Aufwand lohnt sich nur, weil die Sandsteinschichten sehr mächtig und kaum gestört sind.
Der Abbau ist allerdings nicht das einzige Arbeitsgebiet der Müllers: 1992 investierten die Gebrüder Müller in eine Werkhalle, in der die Rohblöcke mittels Gattersägen, Diamantfräsmaschinen, an der Drehbank oder in der hauseigenen Steinbildhauerei weiterverarbeitet werden.


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Fotos© Emilio Stecher

Etwas weiter südwestlich am Höhenzug Rooterberg gewinnt seit über 65 Jahren die Firma von Emilio Stecher Rooterberger Molassesandstein im eigenen Steinbruch Wiesweid. Rooterberger Sandstein, ehemals eine beliebte Steinsorte, wird heute nur noch dort gewonnen. Nach seiner Blütezeit im 19. Jahrhundert konnte die Region um die Ortschaft Root mit der fortschreitenden Industrialisierung der Branche nicht mithalten.
Der Abbau unterliegt strengen Auflagen und wird mit Sprengstoff durchgeführt. Die großen Lagerflächen des graublauen Steins lassen sich hervorragend spalten und verleihen ihm ein charakteristisches Aussehen. Dieser Schweizer Sandstein hat seine Nische gefunden und dient, dann auch in geschliffener Ausführung, besonders oft als dezenter und neutraler Bodenbelag.

Foto© Carlo Bernasconi AG

Der Vierte im Bunde ist die Carlo Bernasconi AG aus der Berner Region. Der Betrieb gewinnt den Berner Sandstein in den Steinbrüchen Ostermundigen und Krauchthal. In Ostermundigen gewinnt man diesen Schweizer Sandstein schon seit dem 15. Jahrhundert, praktisch alle historischen Bauten der Berner Altstadt bestehen aus ihm. Doch während im 19. Jahrhundert Ostermundigen den größten Steinbruch der Schweiz beherbergte, ist die Familie Bernasconi heute die letzte, die dort ihren Stein gewinnt. Er kommt vor allem für die Denkmalpflege zum Einsatz. Eine wichtige Marktnische, denn passendes Ersatzmaterial für historische Bauten liefern meist nur die schon damals genutzten Lagerstätten.

Mehr über die Schweizer Sandstein erfahren Sie in STEIN im Juli 2014.

Schon lange war der Friedhof nicht mehr so populär wie im Moment. Die Kommunen haben begriffen, dass es Zeit ist, zu handeln, wenn sich Friedhöfe auch in Zukunft noch wirtschaftlich tragen sollen. Chancen für Konzepte, die den Friedhof als Raum wieder attraktiv machen und den Bedürfnissen der Hinterbliebenen gerecht werden.

Konzept Memoriamgarten:

Der erste Memoriam-Garten bereicherte 2009 die Bundesgartenschau in Schwerin. Die Idee dazu hatten Friedhofsgärtner. Das Konzept erhielt unmittelbar nach der BUGA den Deutschen Innovationspreis Gartenbau. Seitdem wird es auf jeder Gartenschau mit immer neuen Gestaltungsvarianten gezeigt. In vielen Bundesländern entstanden derartige Gärten der Erinnerung. In Hessen wird dieses Konzept von der Treuhandstelle für Dauergrabpflege gefördert, acht Gärten gibt es dort bislang.

Allein 2013 wurden vier Memo­riam-Gärten umgesetzt. Die Städte Lich und Offenbach weihten entsprechende Anlagen im Sommer 2013 ein. Anfang November 2013 wurde ein Memoriam-Garten in Dillenburg eröffnet, die jüngste Anlage befindet sich in Hofheim-Marxheim. Die sogenannten Memoriam-Gärten sind Gemein­schaftskonzepte der jeweiligen Kommune, der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen GmbH und Steinmetzen sowie Gärtnern vor Ort.

Ziel ist es, eine harmonisch gestaltete Anlage mit bezahlbaren Grabstätten zu schaffen, die Hinterbliebene von der Grabpflege entbindet. Mit einem Grab und seiner Nutzungsdauer erwerben diese gleichzeitig einen Grabstein, der von dem kooperierenden Steinmetz bearbeitet und versetzt wird, sowie eine dauerhafte Grabpflege mit jeweils nach Saison wechselnder Bepflanzung. In Offenbach stehen drei unterschiedliche Urnengrabstätten zur Wahl, in Hofheim-Marxheim, Dillenburg und Lich gibt es darüber hinaus auch Erdgrabstätten.

Konzept »Andenken«:

Mit der Zeit nach der Ruhefrist beschäftigt sich das Konzept »Andenken« des Bildhauers Timothy Vincent. »Andenken« möchte einen dauerhaften Erinnerungsort bewahren und geht dabei einen ungewöhnlichen Weg. Kernstück des Projekts ist eine Natursteinstele (220 x 45 x 45 Zentimeter), auf der die Namen derjenigen eingehauen sind, deren Gräber nach dem Ablauf der Ruhezeit eingeebnet werden und deren Erinnerungsorte dadurch unauffindbar sind. Auf den vier Seiten des Steins, der je nach Standort aus regionalem Gestein bestehen soll, haben die Namen von insgesamt 140 Verstorbenen Platz. Die Stele, die Steinmetzarbeiten und das Versetzen werden durch Sponsoren finanziert.

Lesen Sie mehr zu neuen Konzepten für den Friedhof in STEIN im Februar 2014.