Keramikfassade von Moeding in Wien


Stein Magazin

Der Hersteller hat für ein Gebäudeensemble des italienischen Architekten Renzo Piano ein neues Produktionsverfahren für abgerundete Ecken entwickelt.



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Feine Linien und Schwünge prägen die Fassade aus Moeding Keramikplatten am Gebäude-Ensemble in Wien. Foto: Michel Denancé
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Insgesamt stellte Moeding für die Fassadenflächen 60.000 Einzelteile her. Foto: Michel Denancé
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Die Keramikfassade in Kombination mit Aluminium und Glas soll einen gestalterischen Übergang zwischen dem historischen Arsenal-Gebäude im Süden und den Glasfassaden des zeitgenössischen Erste Campus im Norden bilden. Foto: Michel Denancé

Keramikfassade mit abgerundeten Ecken

In Wien hat der italienische Architekten Renzo Piano im neuen Stadtteil Quartier Belvedere ein Gebäude mit fünf Wohn- und Hoteltürmen geplant. Es umfasst 346 Parkapartments und 303 Hotelzimmer, die erst im vierten Stock beginnen. Denn das gesamte Gebäude ist auf neun Meter hohe Pylonen aufgestelzt, um weite Fernblicke zu ermöglichen und dem Großstadtlärm zu entgehen. Ursprünglich war für den Standort ein massives Einzelgebäude geplant. Die Säulenkonstruktion und die teils offene Bauweise erlauben nun flexible Grundrisse, Ausblick in mehrere Richtungen sowie Sicht- und Lärmschutz.

Die einheitliche Fassadengestaltung soll ein stimmiges, hausübergreifendes Gesamtbild erzeugen. Neben Aluminium und Glas haben die Architekten von RPBW dafür filigrane, waagerecht gebogene Keramikplatten von Moeding eingesetzt. Sie umrahmen in weichen Formen die Fenster und ermöglichen abgerundete Gebäude-Ecken. Das helle Grau der Platten spielt mit dem Licht und changiert je nach Lichteinfall von grau zu rötlich bis bläulich. Die Fensterfront wird so optisch aufgebrochen. Insgesamt stellte Moeding für die Fassadenflächen 60.000 Einzelteile in sechs Größen und 562 Keramikecken in 32 unterschiedlichen Graden her. Basierend auf dem Alphaton System ist die Fassade vorgehängt und hinterlüftet montiert. Strabag Metallica errichtete sie in einem Jahr Bauzeit.

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Scuola di Scultura öffnet wieder

Stein Magazin
etwa Bildhauen für Fortgeschrittene und Gipsmodelle. Foto: Scuola di Scultura

Am Fuße des Marmorbergs im Tessiner Peccia geht’s wieder los. In Sommer-Kursen wie figürliches Modellieren und Bildhauen für Fortgeschrittene sind Plätze frei.

Im Mai startete die Scuola di Scultura ein Crowdfunding. Denn wegen Corona konnte sie monatelang lang weder Kurse anbieten noch Gäste empfangen. Das angestrebte Fundingziel von 50.000 CHF wurde weit übertroffen. Insgesamt kamen 93.724 CHF zusammen. Seit Anfang Juni gibt die Schule nun wieder Kurse.

In verschiedenen Kursen sind Plätze frei:

Figürliches Modellieren und Gipsabguss

vom 28. Juni bis 3. Juni 2020
Unter der Leitung von  Thomas Hunziker modellieren die Teilnehmenden einen weiblichen Akt in Ton. Sie arbeiten an drei Tagen an dem Modell gearbeitet. Die Figur wird dann mit Gips abgeformt und kann in Gips oder Zement gegossen werden.



Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Resculpting
vom 19. bis 31. Juli
Alle Teilnehmenden bringen eine Fotografie, Zeichnung oder ein Video eines plastischen Werks mit. Unter Anleitung von Kursleiter Roland Hotz meißeln sie die persönliche, soweit wie möglich von Hand, als „Taille-Direct“ in ein Stück Peccia-Marmor.

Gips direkt
vom 2. bis 7. August 2020
In dieser Kurswoche leitet Hansulrich Beer  die Teilnehmenden an, direkt mit Gips Modelle zu gestalten, die später in Stein oder Holz umgesetzt werden können.

Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Drehung

vom 16. bis 28. August 2020
In diesen beiden Kurswochen steht das Thema “Drehung” im Fokus. Kursleiter Hans-Peter Profunser leitet die Teilnehmenden an, ihre individuelle Formensprache zu entwickeln und herauszuarbeiten.



Alle Kurse sowie die Anmeldungsformulare finden sich auf der Seite der Schule.

Kraftprotz mit Geschichte

Stein Magazin
bis auf kleine Bereiche

In der Oktoberausgabe 2017 berichtet die STEIN über die Fassadenrestaurierung des historischen Wasserkraftwerks Raffelberg in Mülheim an der Ruhr. Das fast 100 Jahre alte Querbauwerk ist mit Ettringer und Weiberner Tuffsteinen verkleidet und hatte im Laufe der Zeit schwarze Patina angesetzt. Die erforderlichen Maßnahmen waren vielfältig: Reinigen, Rückverankern, Fugenmaterial erneuern, Vierungen setzen. Wie auch bei der ehemaligen Bahndirektion in Köln (siehe STEIN 04/2017) hat die Firma Denkmalpflege Schorn die fachmännischen Arbeiten durchgeführt.

01-schwarze Patina
Vor der Reinigung: Blick von der Raffelbergerbrücke auf die fast 100 Jahre alte Tuffsteinfassade, die von einer schwarzen Patina überzogen ist. Foto: Denkmalpflege Schorn
02-Fassadenschäden
Nach der Reinigung: Detailfoto von Steinkonsole und Bogenstein sowie fehlendem Fugenmaterial. Foto: Denkmalpflege Schorn
03-neue Bogensteine
Stark beschädigte Steine mussten ersetzt werden. Die neuen Steine, hier ein Bogenstein, wurden in der Werkstatt aus dem gleichen Tuff gefertigt. Foto: Denkmalpflege Schorn
04-alte Balkonbrüstung
Die Balkonbrüstung: Durch Frost-Tau-Wechsel rosteten die Eisenteile und sprengten die Betonabdeckung. Foto: Denkmalpflege Schorn
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Zuerst hat man die brüchige Betonabdeckung und die rostigen Eisenteile mit dem Stemmeisen entfernt … Foto: Denkmalpflege Schorn
06-neuer-Edelstahl
… und neue Edelstahlteile stattdessen eingebaut. Foto: Denkmalpflege Schorn
07-neue Brüstung
Den Abschluss bilden jetzt neue anthrazitfarbene Steine aus Mendiger Basaltlava mit feingeschliffener Oberfläche. Foto: Denkmalpflege Schorn
08-nach Restaurierung
Die Natursteinfassade ist mittlerweile, bis auf kleine Bereiche, gereinigt und restauriert. Foto: Tanja Slasten
09-Innenraum
In der großen Halle, deren Innenwände mit Travertin verkleidet sind, stehen noch die Originalgeneratoren aus den 1920er-Jahren. Foto: Tanja Slasten

Interessierte können bei einer Hafenrundfahrt auf der Ruhr unter anderem auch hinter die Kulissen des denkmalgeschützten Wasserkraftwerks schauen und dabei die Originalgeneratoren aus den 1920er-Jahren bewundern.

Standort:                   Raffelbergbrücke 8 in 45478 Mülheim an der Ruhr

Anmeldung unter:     0208 960 960 oder 0208 960 999 6