Fassaden aus Muschelkalk

Stein Magazin
Fulda

Drei zentrale Gebäude, verkleidet mit Kirchheimer Muschelkalk, bilden das Herz der Hochschule Fulda. Die schlichten Fassaden schaffen einen Ort der Ruhe für Wissenschaft und Forschung.

Ein Campus der kurzen Wege möchte die Hochschule Fulda sein, und das ist sie auch: Fast alle Einrichtungen finden sich in dem Areal an der Marquardstraße, das einen Radius von knapp 500 Metern hat. Das Herz des Campus bilden die Mensa, Hochschulbibliothek und das Student Service Center. Alle drei Gebäude gruppieren sich um einen Vorplatz und wurden nach mehrjähriger Planungs- und Bauzeit im Sommer 2013 eingeweiht. Kirchheimer Muschelkalk an den Fassaden charakterisiert das Ensemble.

Ausgangspunkt für den Umbau von Mensa, Bibliothek und Service Center war die Frage nach einem verbindenden Element für den Campus. Denn die Hochschullandschaft bestand im Wesentlichen aus einem Konglomerat bestehender Gebäude, in denen sich die Hochschule nach ihrer Gründung 1974 einrichtete. Einige Gebäude sind denkmalgeschützte Backsteinbauten, die um das Jahr 1900 als Kaserne eines preußischen Reiterregiments errichtet wurden. Weitere, angrenzende Häuser erwarb die Hochschule 2001 vom Bundesgrenzschutz. Und nach mehreren Neubauten in den 2000er-Jahren, unter anderem der Bau eines Wohnheims, war eine zentrale Campusmitte gefragter denn je.

Die neue Mitte sollte die unterschiedlichen Bauten zu einer miteinander verbundenen räumlichen Struktur zu vereinen – als identitätsstiftendes Zentrum innerhalb der bestehenden baulichen Situation. Der Entwurf für den Neubau sah daher drei Baukörper vor, die sich um eine zentrale steinerne Platzfläche anordnen. Der Platz – zuvor ein Parkplatz – lädt mit 300 Sitzplätzen unter Platanen zum Verweilen ein. Darüber hinaus vernetzt er den Bestand mit der Neubebauung zu einem zusammenhängenden Universitätscampus, indem er bestehende Blickachsen und Wegesysteme aufnimmt und stärkt. Um die Einheit der neuen Campusidee bei den drei Neubauten zu stärken, erhielten sie eine Natursteinfassade, die sozusagen aus dem steinernen Platzboden herauswächst. Die Wahl fiel auf geschliffenen Kirchheimer Muschelkalk C60.

Mehr zum Thema erfahren Sie in STEIN im Juni 2014.
Alle Fotos: Werner Huthmacher Photography

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Steinpflege-Profis gefunden

Stein Magazin

Im Juni hatten wir bereits über die Sommer-Aktion „Best of Steinpflege“ der Finalit Deutschland GmbH berichtet. Das Unternehmen hat mit dem Wettbewerb die besten Vorher-Nachher-Fotos von gereinigten Fliesen, Natursteinen und Kunststeinen gesucht. Voraussetzung war, dass die Steine mit Finalit-Produkten behandelt wurden. Nun stehen die Preisträger fest.

„Die eingereichten Arbeitsbeispiele und die Vielfalt der behandelten Materialen von Betonstein, Schiefer, Granit, Feinsteinzeug, Marmor, Terrazzo, Solnhofener, Sandstein und Cotto hat uns überrascht und gefreut“ so Evangelos Iordanidis, Geschäftsführer Finalit Deutschland GmbH. Aus den zahlreichen Einsendungen kürte die Finalit-Jury die Gewinner des Wettbewerbs:

Die Preisübergabe fand am 21. Juli 2016 im neuen Büro von Finalit in München statt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen über 50 Teilnehmer. Im Anschluss an die Prämierung der besten Fotos wurden Michael Duthoo, Andreas Falkensteiner und alle anderen Preisträger mit kühlen Getränken und einem Abendessen im Biergarten gefeiert.

Innovative Kombination

Erst in den 1980er–Jahren hatte die Ruhrgebietsstadt Castrop-Rauxel den zentral gelegenen Marktplatz neugestalten lassen. Doch in halbgebundener Bauweise ausgeführt, nahmen die Mängel am Belag immer mehr zu. Der Stadt war klar, dass nur eine umfassende Baumaßnahme langfristig helfen konnte. Die erste Planung sah vor, den Platz in gebundener Bauweise zu sanieren. Doch durch die Firma Metten aus Overath bei Köln wurden die Verantwortlichen auf das Verlegesystem ecostone aus Belgien aufmerksam.

Aufgrund der großen Anzahl von auftretenden Schäden am Belag suchte der Bauingenieur Guy Van Camp aus Belgien nach den Gründen der Mängel und einer entsprechenden Lösung. Die Erkenntnis, dass die Fuge bei hoher Belastung die Schwachstelle ist, führte zu einem Umdenken. Anstatt die Fuge immer steifer auszubilden, um sie stabiler zu machen, musste sie entlastet werden. So entstand die Idee von ecostone.

Einfaches Prinzip

Die Verlegearbeiten hat die Garten- und Landschaftsbaufirma Boymann aus Dortmund durchgeführt. Beim Reihenverband mussten die Pflasterer zunächst sorgfältig die rund zwei Meter langen Kunststoffschienen auf der ebenen, unverdichteten Bettung anordnen. Die Straße ist im Ellbogenverband verlegt. Aber die Verlegearbeiten folgen dem gleichen Prinzip, auch wenn sie etwas zeitintensiver sind. Denn bei diesem Muster setzt der Pflasterer immer einen Stein, dann eine Schiene, dann wieder einen Stein und so weiter. Und zwischen diesen Arbeitsschritten muss er auch noch die Abstandshalter richtig platzieren. Das Verfahren war nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Mitarbeiter der Firma Boymann eine Premiere, die problemlos verlief.

Besonderheiten und positive Erfahrungswerte

Das System von ecostone hat etliche Vorteile. Der größte Vorteil liegt in der geringeren Steindicke. Ein weiterer Pluspunkt des Schienensystems ist die sofortige Nutzung nach der Verlegung. Zudem ist die Verlegetechnik schnell zu erlernen. Und die Erfahrungen hinsichtlich der horizontalen Stabilität sind positiv, denn bis heute musste keine einzige Fläche ausgebessert werden.

Erfahren Sie mehr über die innovative Verlegetechnik in STEIN 06/2017.