Fit für die Digitalisierung

Die Corona-Krise ist in vielerlei Hinsicht ein Trendbeschleuniger – auch für die Digitalisierung. Ziel ist es, die betrieblichen Abläufe optimal in Richtung Kunde auszurichten.

Digitalisierung macht das Handwerk kundenorientierter und effizienter. Fachkräftemangel und veränderte Kundenansprüche treiben den Wandel. Foto: pexels-bongkarn-thanyakij
Digitalisierung macht das Handwerk kundenorientierter und effizienter. Fachkräftemangel und veränderte Kundenansprüche treiben den Wandel. Foto: pexels-bongkarn-thanyakij

Wie das Krisen so mit sich bringen, hat auch Corona das Zeug zum Trendbeschleuniger. Sowohl für die Digitalisierung, als auch für eine Unternehmensführung, die zwischen online und offline nicht mehr differenziert und alle Kanäle gleichermaßen nutzt, um mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern zu kommunizieren. Wer diesen Ansatz schon vor der Krise verfolgt hat, hatte selbst im Lockdown Spielräume, neue Aufträge – online wie offline, regional wie überregional – zu generieren. Anfang 2020 wollten der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Digitalverband Bitkom genauer wissen, wie es um die Digitalisierung im Handwerk steht. Die Umfrage unter 502 Unternehmen im Januar und Februar 2020 zeichnet ein sehr gutes, repräsentatives Bild zur digitalen Situation des Handwerks kurz vor dem Lockdown.

„Damals“ begriffen zwei Drittel (66 Prozent) der Betriebe die Digitalisierung bereits als Chance, 19 Prozent sahen durch die Digitalisierung keinen Einfluss auf ihren Geschäftserfolg, 13 Prozent empfanden den Wandel zu Jahresbeginn als Risiko. Dabei sagten 56 Prozent der Inhaber: „Die Digitalisierung ist für uns eine Herausforderung“, und mehr als ein Drittel (36 Prozent) gibt Anfang 2020 zu, Probleme zu haben, die Digitalisierung zu bewältigen: So empfinden die allermeisten (79 Prozent) viele Anwendungen als völlig überdimensioniert. Auch von Kammern und Verbänden erwartet die Mehrzahl (67 Prozent) mehr Unterstützung. 58 Prozent fehlt der Überblick, was es alles gibt und was überhaupt möglich ist. 47 Prozent geben an, sich viele digitalen Anwendungen gar nicht leisten zu können.

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Dabei sind die getätigten Investitionssummen überschaubar: Im Mittel 2.130 Euro haben Handwerksbetriebe 2019 in die Anschaffung von Computern, Smartphones, Software sowie weitere digitale Güter und Leistungen investiert. Für 2020 planen die Befragten eine durchschnittliche Investitionssumme von 2.110 Euro. Am weitesten verbreitet sind mit 52 Prozent Kundendatenbanken (CRM-Anwendungen), gefolgt von Lösungen zum Dokumentenmanagement (32 Prozent) sowie zum Personalmanagement. Mit 18 Prozent an letzter Stelle stehen moderne, integrierte ERP-Systeme für Einkauf, Fertigung, Lagerhaltung, Buchführung, Rechnungslauf und Personal. 27 Prozent der Betriebe sind bereits in der Cloud.

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