Bayreuth statt Verona

Stein Magazin
Corona-Restriktionen: Burkhardt-Löffler-Geschäftsführer Steffen

Enorm breit gefächertes Präsentationsspektrum

Am 2. Oktober fand bei Burkhardt-Löffler die erste gemeinsame Hausmesse mit Weha statt. Laut Weha-Geschäftsführer Stefan Deschler hatten sich 85 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu der Veranstaltung angemeldet. Auf der kurzfristig terminierten Hausmesse konnten sie dann neue Maschinenentwicklungen in natura sehen – und darüber hinaus weitere Neuheiten.

Mit Großmaschinen von Burkhardt-Löffler aus allen Anwendungssegmenten der Steinbearbeitung – allesamt bestückt mit Weha-Werkzeugen – zeigte der Tag der offenen Tür perfekt die Synergien der neuen Partnerschaft. Darüber hinaus präsentierte Weha einige Kleinmaschinen und Transportmittel sowie Transportfahrzeuge aus seinem Sortiment. Und schließlich trug Akemi als dritter Partner mit einer Vorführung seines Produktprogramms zum Gelingen der Veranstaltung bei.

In der Oktoberausgabe der STEIN 10/20 hatten wir schon darüber berichtet, dass Burkhardt-Löffler bereits zuvor explizit zu Maschinenvorführungen und Betriebsbesichtigungen in kleineren Gruppen an die Firmenstandorte in Bayreuth und Langenaltheim eingeladen hatte. Mit der Großveranstaltung Anfang Oktober setzte der Maschinenhersteller zusammen mit seinem neuen Partner Weha jetzt einen wichtigen zusätzlichen Impuls zur Ankurbelung des Investitionsgütergeschäfts.

Ganz besonderes Interesse galt der Wasserstrahlanlage Powerjet 3D mit dem selbst entwickelten neuen Kopf – vor allem deshalb, weil die Maschine den ganzen Tag über in Aktion erlebt werden konnte. Zudem stellte Softwareentwickler Benedikt Maiser die firmeneigene Kalibriereinheit vor, mit der sich der perfekte Tool Center Point (TCP) bestimmen lässt. Die Messeinrichtung gleicht den Taumelfehler der C-Achse aus und ermittelt den exakten Abstand zum Fokussierrohr.

„Wir wissen dann genau, auf wie viele Millimeter wir in jeder Richtung – also bei X-, Y- und Z-Achse – kompensieren müssen“, erläutert Maiser. Die Powerjet 3D richtet er vor der Auslieferung hiermit im Werk ein; später werde die Kalibriereinheit höchstens noch einmal gebraucht, wenn die Maschine versetzt werde oder der Kunde mal einen Crash gefahren habe.

Die Kunden würden es in jedem Fall schätzen, dass sie vor einem Maschinenkauf mit ihren Materialien vorbeikommen und sich genau zeigen lassen könnten, wie diese zu schneiden sind. Maiser und seine Kollegen können anhand der Kundeninformationen und dem Material dann Empfehlungen hinsichtlich der verschiedensten Anlagenparameter abgeben: angefangen von Fokussierrohr- und Düsengröße sowie -art über Sandmenge und -art bis zum Pumpendruck.

Einkaufsleiter Michael Hannweber ergänzt hinsichtlich der Wasserstrahlmaschine, dass die Schneidkopf-Eigenentwicklung insbesondere durch das Hohlwellengetriebe überzeuge. Elektrik und Hochdruck könnten so direkt in den 3-D-Kopf gelangen, und es sei keine Rohrspirale und auch keine Schleifring-Dreheinführung für die elektrischen Signale mehr erforderlich.

Weitere Besuchermagnete bildeten zum einen das Bearbeitungszentrum BAZ 2000, welches laut Burkhardt-Löffler mit einer automatischen Saugerpositionierung und Beladung das Konzept des Bearbeitungszentrums revolutioniert hat, sowie zum anderen der Tischkantenautomat KSL 80. Hier zeigte Weha sein seit mehr als 30 Jahren erprobtes Magnetaufnahmesystem, welches heute über drei Magnete verfügt und sich gegenüber Wettbewerbsprodukten dadurch auszeichnet, dass die VA-Knöpfe des sehr schnell einklickenden Dreierverschlusses am Grundteller statt am Werkzeug befestigt sind.

Daneben stellte Burkhardt-Löffler mit der LDZ 2000 K erstmals die gemeinsam mit Partner Weha entwickelte kompakte Drehkopfsäge in Monoblock-Bauweise aus, die wir in STEIN 10/2020 bereits vorgestellt hatten. Diese Kompaktmaschine kann auch in Betrieben mit wenig Platz aufgestellt werden. Auf der Hausmesse wurde die Maschine mit der Naturstein-Diamanttrennscheibe 400/60 UNIV-2 gezeigt.

Zudem empfiehlt Weha seine speziell für Quarzit und für alle Keramiksorten geeigneten beiden neuen 400er Blätter Pro-Q und Weramic-gelb. Noch nicht in Aktion erleben konnten die Besucher*Innen den geplanten neuen Bandkantenautomaten KDL-B, für den es nach Aussage von Stefan Deschler aber schon viele Anfragen gebe. Weha verfügt aufgrund der langjährigen Vertretung von Comandulli-Maschinen über gute Branchenkontakte gerade zu Steinverarbeitern mit Interesse an einer bandgetriebenen Kantenschleifmaschine.

Viele Besucher*Innen interessierten sich aber auch für die von GTech-Firmeninhaber Boris Malacko präsentierte Graviermaschine Pantograph 1215. Und auch der mit einem Ferrari-Ladekran ausgestattete Fuso Canter sowie das kompakte Raupenfahrzeug Roboman Junior – ebenfalls mit Ferrarikran – im Außengelände waren den ganzen Tag über von Interessenten umlagert.

Für das i-Tüpfelchen eines erlebnisreichen Ereignisses sorgte Aussteller Akemi. Anwendungstechniker Otello Piroddi und seine Kollegen zeigten unter anderem das neue Akepur 250 High Tack für das sichere und temperaturbeständige Verkleben einer Vielzahl von Unterkonstruktionsmaterialien unter Keramik, Natur- und Kunststein.

Ein weiteres Highlight des Bauchemie-Herstellers: das besonders für kleinere Betriebe und sehr aufwendige Fertigarbeiten geeignete neue Farbpastensystem, welches zusammen mit dem Platinum-Kleber eine nahezu unerschöpfliche Farbvielfalt ermöglicht. Der Spectrum-Pastes-Koffer für bis zu 60 Einfärbepasten in 45-Gramm-Tuben kann leer gekauft und individuell bestückt werden. Trockenentstaubungssysteme von Weha sowie die Seilsäge BSS 600 und die industrielle Bandsägeanlage CSA 598 von Burkhardt-Löffler rundeten die umfangreiche Hausmessepräsentation ab.

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Gestaltungswettbewerb Grabzeichen

Stein Magazin

Der Landesinnungsverband Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk Baden-Württemberg führt seit 1965 jährlich den Gestaltungswettbewerb „Grabzeichen“ durch. Seit knapp 20 Jahren wird der Wettbewerb auch bundesweit ausgeschrieben. Die nächste Einreichungsrunde endet im Februar 2017.

Steinmetze aus ganz Deutschland können sich mit ihren Arbeiten bewerben. Die Jury legt dabei besonderen Wert auf die gestalterische Qualität der Grabzeichen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die eingereichten Arbeiten bereits auf einem Friedhof stehen müssen. Am Ende des Wettbewerbs darf sich der Gewinner über ein Preisgeld bis in Höhe von 1.000 Euro freuen. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Arbeiten zu fördern und die zeitgenössische Bestattungskultur zu stärken.

Erfahren Sie mehr über den Gestaltungswettbewerb und reichen Sie Ihre Arbeiten noch bis zum 28. Februar 2017 ein.

Grabpflege muss man sich leisten können. Das Problem betrifft nicht nur viele zeitgenössische Normalsterbliche, auch für die anstehende Ertüchtigung des Florentiner Grabmals von Michelangelo fehlen derzeit die Mittel. Daher lief ursprünglich bis zum 30. Oktober 2017 eine Spendenaktion der zuständigen gemeinnützigen Organisation Opera di Santa Croce. Weil der notwendige Betrag leider noch nicht zusammengekommen ist, wurde die Kampagne aktuell verlängert, die Arbeiten am Grabmonument und dem dazugehörigen Altar sollen baldmöglichst beginnen.

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Er hat schon bessere Zeiten gesehen: Die Grablege Michelangelos und seiner Familie muss dringend gesäubert und restauriert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Doppelter Andachtsort: Links der Familienaltar der Buonarroti, rechts das Grabmal. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vor dem Sarkophag aus Breccia di Seravezza (auch Breccia Medicea genannt) trauern die personifizierten Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei um Michelangelo. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Die Nahaufnahme zeigt: Die Skulpturen aus Bianco di Carrara müssen dringend gesäubert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Erst 2016 entdeckt: Am linken Bildrand etwa auf halber Höhe hat Vasari den verstorbenen Michelangelo als Pharisäer Nikodemus im Altargemälde versteckt. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Seit der Überschwemmung von Florenz 1966 weist das Gemälde des Familienaltars der Buonarroti gravierende Schäden auf, dazu kommen die Ablagerungen der Jahrhunderte. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vormals Weiß trifft Purpur – Carrara-Marmor und Breccia di Seravezza am Grab Michelangelos und der Seinen. Noch bis 30. Oktober kann für die Restaurierung gespendet werden. (Foto: Opera di Santa Croce)

Es steht nicht gut um das Familiengrab der Buonarroti. Zusammen mit 66 Verwandten ruht Michelangelo in der Basilika Santa Croce zu Florenz, das Andenken an den berühmtesten Sohn des Geschlechts steht im Fokus des Grablege-Ensembles bestehend aus steinernem Monument und angrenzendem Altar. Für die dringenden erhaltenden Maßnahmen werden insgesamt 100.000 Euro benötigt, 15.000 stehen bis dato noch aus.

„Die Skulpturen aus Carrara-Marmor wurden zum letzten Mal vor 22 Jahren gesäubert und haben seither wieder viele Ablagerungen angesetzt“, erklärt Paola Vojnovic, zuständig für die Spendenaktion #InTheNameOfMichelangelo bei Opera di Santa Croce. „Aufgrund der porösen Struktur des Steins können diese eindringen und ihn zerbröseln lassen.“ Eine Säuberung des Ensembles, das im Zentrum eine Büste des Meisters aus Bianco di Carrara auf einem Sarkophag aus purpurner Breccia di Seravezza zeigt, vor dem weiße Carrara-Marmor-Allegorien seiner drei Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei trauern, ist unbedingt sinnvoll.

Direkt links neben dem Grabmal, 1570 von Michelangelos Freund Giorgio Vasari entworfen, findet sich der Familienaltar der Buonarroti mit einem Altargemälde, geschaffen vom selben Künstler. Hier reichen die Schäden weiter – und das seit vielen Jahren. Das Bild (Öl auf Pappelholz, 1572) wurde durch die große Überschwemmung in Florenz 1966 stark beschädigt. Weil der gesamte Reparaturbedarf in der Stadt immens war, wurde das Gemälde damals nur notdürftig gesichert. Zudem ist es durch Staub und Schmutzablagerungen der Jahrhunderte stark eingedunkelt. So entdeckte man erst kürzlich eine Darstellung Michelangelos in der Figurenkomposition, der zu seiner eigenen letzten Ruhestätte hinüberblickt. Säuberungs- und Sicherungsarbeiten sind dringend durchzuführen.

Für das Projekt werden noch 15.000 Euro benötigt, spenden kann man online über den Donate-Button auf http://santacroceopera.it/michelangelo/. Auch Kleinbeträge helfen, wie Paola Vojnovic unterstreicht: „Wir freuen uns über jeden, der vielleicht auch nur 25 oder 50 Euro beisteuert.“ Alle Spender werden übrigens ebenfalls in Santa Croce verewigt: In einem Buch der Spender im Archiv dieser Basilica minor. Für größere Zuwendungen von Privatpersonen oder Firmen (5.000, 10.000 oder gar 15.000 Euro) sind noch speziellere Ehrungen vorgesehen, wie z. B. eine Plakette am Eingang des Gotteshauses.

 

Zu Carrara-Marmor, aus dem Michelangelo zu Lebzeiten herausragende Kunstwerke schuf und welchen auch Vasari für das Grabmal des Meisters heranzog, lesen Sie übrigens mehr in STEIN 11/17 in Teil 3 unserer Serie „Italiens Klassiker“.