Zum 17. Mal hat der internationale Wettbewerb „Tile of Spain“ stattgefunden. In Castellón, Spanien wurden Preise für die besten Projektideen in den Bereichen Architektur, Innenarchitektur und studentischen Abschlussarbeiten vergeben, die in Spanien produzierte Keramikfliesen einbeziehen

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Im Bahnhof von Palma de Mallorca verbindet das Fliesengitter der Überdachung maurischen Stil mit modernen Formen. Foto: Adria Goula
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Mit dem hellen Terrakottaton passt sich die moderne Form des Bahnhofsdaches perfekt an die umliegenden historischen Gebäude an. Foto: Carlos Gabilondo
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Die Fliesen fungieren als strukturübergreifendes Element im Wohnbereich. Foto: Alejo Bagué
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Der kräftige Farbton der Fliesen sticht aus der dem reduzierten Materialmix des Wohnhauses heraus. Foto: Alejo Bagué
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Licht- und Schattenspiel im Innenbereich der Zeltkonstruktion. Entwurf: Manuel Bouzas Barcala
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Fliesen als experimentelles Baumaterial: Die Gitterkonstruktion aus quadratischen Fliesen bildet die Außenhaut der fließenden Zeltkonstruktion. Entwurf: Manuel Bouzas Barcala

Der Gewinn des Architekturpreises geht nach Mallorca

 

Castellón, Spanien / Die Juryentscheidung des 17. „Tile of Spain“ Wettbewerbs ist gefallen. Der Preis wird jährlich vom Spanischen Verband der Keramikfliesenhersteller ASCER in drei Kategorien vergeben: Die Jury zeichnet die besten Einreichungen aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur und studentischer Abschlussarbeiten aus, zudem darf sie lobende Erwähnungen aussprechen. Der international ausgeschriebene Preis soll ein Bewusstsein für in Spanien hergestellte Keramikfliesen schaffen und Gestalter dazu anregen, sie in ihren Projekten einzusetzen.

Der mit 17.000 Euro dotierte Architekturpreis ging an den Mallorquinen Joan Miquel Seguí Colomarfür die Überdachung des unterirdischen Eingangs zum Bahnhof in Palma de Mallorca. Über der zwischen zwei historischen Bauten in das Untergeschoß führenden Treppe wurde ein quaderförmiger Schirm auf sechs minimalistischen Stahlsäulen gesetzt. Angelehnt an den in die spanische Architektur eingeflossenen maurischen Stil, sind die vier Seiten des Schirms in einem einheitlichen Gittermuster gestaltet. Anders als die im arabischen Stil aus Holz gefertigten Maschrabiyya-Gitter, wurden hier jedoch Fliesen in einem hellen Terrakottaton verwendet, der den Bahnhof in die historische Umgebung einpasst. Colomar hat das Dach auf Höhe der im selben Ton gestrichenen Gesimse angebracht, um einen Dialog zwischen den umstehenden Gebäuden zu schaffen. Die Jury lobte besonders den ungewöhnlichen Einsatz von Fliesen als strukturelles Gitterelement, das die Schwelle zwischen urbanem Außenaum und serviceorientiertem Innenraum bildet. Das Dach ist lichtdurchlässig und die eingesetzten Photovoltaikplatten aus Glas in den Zwischenräumen erzeugen Strom für den Bahnhof.

Eine lobende Erwähnung erhielt das Studentenwohnheim „Laan Van Spartaan Amsterdam Sutdent Housing“ des Amsterdamer Büros Studioninedots. Ebenso erhielt Alberto Campo Baeza eine lobende Erwähnung für die Sporthalle der Francisco de Vitoria Universität in Madrid.

Terrakottabahnen als bestes Innenarchitekturprojekt

Mit dem Preis für das beste Innenarchitekturprojekt, ebenfalls mit 17.000 Euro dotiert, wurden Xavier Martí und Lucía Ferrater von OAB, dem Office of Architecture in Barcelona, für die Sanierung eines Wohnhauses im spanischen Küstenort Port de la Selva ausgezeichnet. Der in allen Räumen verlegte Fliesenboden in Terrakottabahnen hält das minimalistische Interieur zusammen und spiegelt bauliche Strukturen wie Deckenbalken. Dabei entstehen interessante perspektivische Effekte. Die Jury war beeindruckt vom harmonischen Kontinuum, das die Keramikfliesen im Zusammenspiel mit den auf Holz, Wollteppichen und großzügigen weißen Wandflächen reduzierten weiteren Materialien erzeugen.

María Fernández Torrado von Torrado Arquitectura in Buenos Aires, Argentinien, erhielt eine lobende Erwähnung für die Renovierung der Casa Artium in Albacete, Spanien.

Mit Experimentierwille zum Erfolg

Den Preis für den besten Abschlussentwurf erhielt Manuel Bouzas Barcala von der Polytechnischen Universität in Madrid. Sein Projekt „A positive happening“ ist eine fließende Zeltkonstruktion aus quadratischen glänzend weißen Fliesen, die alternierend ein luftiges Schachbrettmuster ergeben und in mehrlagigen Schwüngen einen licht- und schattendurchfluteten Raum abgrenzen. Die Jury bewunderte den Experimentierwillen des jungen Architekten und die originelle Verwendung der Keramikfliesen.

Die beiden lobenden Erwähnungen gingen an Clàudia Calvet Gómez von der Polytechnischen Universität in Barcelona für ihren Entwurf „La Vall, a hallway to Barcelona“ sowie Carmen Martín Hernando für ihr Projekt „The Limit. A School of Arts and Crafts in Chinchón“.

Der argentinischstämmige Architekt Jorge Silvetti leitete die diesjährige Jury. Die Wahl der Gewinner verdeutlicht die Transformation der Keramikfliese zu einem flexiblen Baustoff, der nicht nur in klassischen Einsatzbereichen Fußböden und Wände auskleidet, sondern als strukturelles Gestaltungselement eingesetzt werden kann.

Die Preisgelder wurden von Endesa, der Hafenbehörde von Valencia, Weber Saint-Gobain, Bankinter, PwC, Renault und Cesce gestiftet. Die Preisverleihung findet am 29. Januar 2019 im Rahmen der CEVISAMA, der internationalen Messe für keramische Fliesen in Valencia, statt.

Weitere Informationen zu „Tile of Spain“ finden Sie online unter https://tileofspainawards.com

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Armierte Trennlage

Bei der Verlegung im Außenbereich sind Trennlagen mit Knicken und Falten nicht nur unschön, auch wird der Abfluss von Sickerwasser auf der Abdichtung verzögert. Daher hat Gutjahr die armierte Trennlage AquaDrain TR neu entwickelt. Das Armierungsgewebe ist besonders formstabil und verhindert, dass die Trennlage beim Verarbeiten verrutscht.

Oft verrutschen Trennlagen aus herkömmlichen PE-Kunststofffolien, in der Regel zweilagig verlegt, beim Verarbeiten und sorgen für entsprechenden Ärger beim Verleger. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Falten bilden – und sich dadurch Sickerwasser staut oder der Wasserabfluss auf der Abdichtung verzögert wird.

Auf dieses Problem hat Gutjahr reagiert und eine armierte Trennlage für Abdichtungen nach DIN 18531-5 entwickelt. Die zweilagige PE-Folie verfügt über eine innenliegende Gittergewebearmierung, was sie sehr formstabil macht und eine optimale Planlage gewährleistet. Zudem muss die Trennlage nicht, wie konventionelle PE-Folien, zweilagig verarbeitet werden. Denn sie erreicht die notwendige Materialdicke von 0,2 mm durch ihren speziellen „Sandwich-Aufbau“ aus Folie, Gittergewebe und Folie. Das verhindert, dass die Trennlage beim Verarbeiten verrutscht.

Damit ergänzt AquaDrain TR die Gutjahr-Drainagen und aufgestelzten Systeme. Verarbeiter können das komplette System für Balkone und Terrassen aus einer Hand beziehen.
Eine Reportage zu einer ganz besonderen Herausforderung an praktisch alle Komponenten – so auch die dort verwendete Gutjahr-Drainage in Kombination mit Tubag-Drainagemörtel – finden Sie übrigens in STEIN 02/2020 mit der Geschichte „Fähr-Trade“: Der Neubau des Fährterminals von Norderney steht vor dem Deich auf dem Molenkopf am Wattenmeer und muss enormer Bewitterung und großen Wasserlasten trotzden. Die maßgeschneiderte Lösung des Unterbaus für die Entwässerung der begehbaren im Freien liegenden Natursteinflächen im Obergeschoss bzw. auf dem Dach wurde eigens entwickelt.

Designer Sebastian Scherer entwirft und fertigt die extravaganten Couchtische “Fifty”. Sie setzen sich aus verschiedenen Materialien – vorwiegend Marmor und Glas – nach dem „Halb-und-Halb“-Prinzip zusammen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind dabei vielfältig

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Die Tische „Fifty“ bestechen in ihrer Einfachheit und gleichzeitigen Vielseitigkeit. Hier ein Beispiel aus Nero Marquina und Carrara-Marmor
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Von oben betrachtet bilden sie die Hälfte eines Kreises…
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… oder Ovals. Durch die Anordnung zweier Elemente entsteht ein Kreis, ein Oval oder eine Kombination aus beiden
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Die Tische sind erhältlich in Marmor oder durchgefärbtem Glas, jeweils in weiß und schwarz (hier zu sehen ein Rendering)

Voraussetzung ist die CNC-Bearbeitung

Ein Tisch wie ein Monolith: links eine Kreishälfte in tiefschwarzem, weiß geädertem Nero Marquina. rechts die zweite Kreishälfe in blendend weißem, fein grau schattierten Carrara-Marmor. Auf diesen puristischen Kontrast reduziert Designer Sebastian Scherer das Gestaltungsprinzip der Couchtisch-Serie „Fifty“, die er für sein in Berlin ansässiges Label Neo / Craft entwickelt hat.
Zwar sind die sowohl in Rund wie auch in Oval aufgelegten Tischelemente sowohl in Stein, wie auch in Glas erhältlich; speziell der Steintisch jedoch beruht auf einer Formidee, die Scherer bereits vier Jahre lang im Kopf herum ging: „Die Tischserie ,Fifty‘ ist aus dem Entwurf ,Elements‘ aus dem Jahr 2014 hervorgegangen. Diese Tische waren zunächst aus Stahlblech konzipiert, da ich zu dieser Zeit noch nicht über das erforderliche Knowhow zu der Verarbeitung von Marmor verfügte und auch keinen Kontakt zu möglichen Lieferanten in Deutschland hatte. Mein Debüt mit dem Material Marmor hatte ich dann mit den ,Camo‘-Tischen im Jahr 2017.“

Generell hat sich Scherer bei seinem Label auf die Fahnen geschrieben, traditionelle Handwerkskunst und moderne Herstellungstechnik zu kombinieren – gerade bei der Verarbeitung von Stein eine große Herausforderung. Bei den ,Camo‘-Tischen sind wolkenartige Grundformen aus Glas oder Marmor, die in ihrer Kombination an klassische Camouflage-Muster erinnern, auf Messingfüße montiert.  Für die Entwicklung der „Fifty“-Tische ging Scherer noch einen Schritt weiter: „Durch die Entwicklung der ,Camo‘-Tische hatte ich erste Erfahrungen mit Marmor sammeln können und auch mit verschiedenen Lieferanten in Deutschland Kontakt,“ berichtet Scherer. Voraussetzung für die Produktion der Tische, erklärt er, sei die CNC-Bearbeitung, die eine serielle, äußerst präzise Fertigung auch von komplexen geometrischen Bauteilen ermöglicht.

Fifty-Fifty in der Materialverwendung

„Die Besonderheit bei den neuen ,Fifty‘-Tables ist die auf Gehrung verklebte Tisch- beziehungsweise Fußplatte. Von der einen Seite betrachtet, sieht der Tisch sehr massiv aus, fast wie ein Monolith. Erst von der anderen Seit aus erschließt sich dem Betrachter die Konstruktion des Tisches.“ Der ganz besondere Reiz der Tischserie ,Fifty‘ liegt für den Berliner Designer auch in der Möglichkeit, die Wirkung unterschiedlicher Materialien miteinander zu verbinden: „Die Kombination Marmor mit Glas finde ich sehr spannend: die Leichtigkeit und Transparenz von Glas und die Wertigkeit und Natürlichkeit von Marmor.“ Die ,Fifty‘-Tische gibt es, sowohl rund wie auch oval, in Marmor, Glas und satiniertem Glas. Sie kosten ab 850 Euro (Glas) bzw. 950 Euro (Marmor). Erhältlich über www.neocraft.de.

Alle Fotos: Sebastian Scherer / Neo/Craft