Freiräume – Der Stein im Juni 2023

Stein Magazin
Coverfoto: © Arne Vollstedt
Coverfoto: © Arne Vollstedt

Asphalt weicht, Naturstein kommt: In der Juniausgabe von STEIN stellen wir grosse Flächen im öffentlichen Raum vor, die im Hinblick auf den Klimawandel umgebaut wurden. Das Prinzip der Schwammstadt kommt immer öfter zur Anwendung, genau wie gepflasterte Plätze als Oasen der Ruhe und Entspannung. Das neue Zentrum in Hechingen ist beispielsweise ein gelungener Treffpunkt für Jung und Alt, genau wie der Gyula-Trebitsch-Platz in Hamburg.

„Hitze und mehr Starkregen – die Folgen des Klimawandels spüren die Menschen besonders in dicht bebauten, innerstädtischen Quartieren. Beim klimaresilienten Stadtumbau geht es aber nicht nur um bautechnische Maßnahmen an Gebäuden, sondern auch um klimaangepasste Maßnahmen im Freiraum“, sagt Harald Herrmann, Direktor und Professor des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Der Bund hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Klimaanpassungsmaßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung berücksichtigt werden können. Davon zeugen unter anderem auch die städtischen Plätze, die wir ab Seite 6 vorstellen. Dort weicht der Asphalt zugunsten von Natursteinpflaster, häufig wird das Prinzip der Schwammstadt umgesetzt. Die neuen Plätze in Deutschland zeigen, dass bei aller Kritik doch etwas vorangeht in unserem Land. Und das ist auch notwendig, wenn es um die Weichen für eine lebenswerte Zukunft geht – und die zweite gute Nachricht: Naturstein – hoffentlich immer öfter auch aus deutschen Steinbrüchen – spielt dabei eine wichtige Rolle.

Klimaresilienter Umbau von Freiräumen

Um die Alltagshelfer in der Werkstatt eines Steinmetzes geht es in unserer Maschinenstrecke ab Seite 38. Unser Maschinenexperte Michael Sport nimmt hier neue Tools unter die Lupe und fragt danach, ob sie eine wirkliche Arbeitserleichterung bringen.

Alltagshelfer für Steinmetze

Wie Handwerker innerhalb von Kooperationen gut miteinander arbeiten können, erklärt unsere Autorin Annette Mühlberger. Besonders in der Denkmalpflege und Restaurierung, so ihr Credo, ist eine gute Abstimmung wichtig. Aber auch mit Kunden, Architekten und Behörden kommt es auf konstruktives Miteinander an. Wie das funktioniert, lesen Sie ab Seite 46.

Hier geht’s zum neuen Heft.

Die letzte Ausgabe drehte sich übrigens um das Thema „Garten“: Der STEIN zeigt Ihnen ausgefallene Terrassen, Wege und Brunnen, wie zum Beispiel den Garten des Jahres 2023, in dem jede Menge Grauwacke auf Wegen und für Mauern verbaut wurde. Auch der Panoramaweg Petersberghang ist preisgekrönt und überzeugt durch den gekonnten Umgang mit der historischen Bausubstanz, zu der ein Granodiorit aus Portugal kombiniert wurde. Sehen Sie selbst in der Heftvorschau.

Denkmalpflege und Restaurierung: Miteinander vereinbar?

Asphalt weicht, Naturstein kommt: In der Juniausgabe von STEIN stellen wir grosse Flächen im öffentlichen Raum vor, die im Hinblick auf den Klimawandel umgebaut wurden. Das Prinzip der Schwammstadt kommt immer öfter zur Anwendung, genau wie gepflasterte Plätze als Oasen der Ruhe und Entspannung. Das neue Zentrum in Hechingen ist beispielsweise ein gelungener Treffpunkt für Jung und Alt, genau wie der Gyula-Trebitsch-Platz in Hamburg.

Könnte dich auch interessieren

Negro Marquina

Stein Magazin
der auf die enthaltenen organischen Kohlenstoffverbindungen zurückzuführen ist
der auf die

Petrologie, auch Steinkunde, ist die Lehre von der Entstehung, den Eigenschaften und der Nutzung der Gesteine. In unserer Online-Serie stellen wir Steinsorten und ihr Vorkommen vor: Diesmal Negro Marquina.

Der tiefschwarzer Grundfarbton des Negro Marquina, der auf die enthaltenen organischen Kohlenstoffverbindungen zurückzuführen ist, kommt am besten bei polierten Oberflächen zur Geltung. Foto: Abraxas Stone Experts/Giesen

Um es vorwegzusagen: Nero Marquina ist kein Marmor, sondern ein Kalkstein. Dennoch wird dieser Stein immer wieder in Prospektunterlagen als Marmor bezeichnet. Und das nicht nur bei Lieferanten, die aus Übersee stammen, sondern, auch bei Lieferanten deren nationale Normungsinstitute der CEN-Geschäftsordnung unterliegen.

In EN 12440 „Naturstein – Kriterien für die Bezeichnung“ lautet die Forderung für die Bezeichnung der jeweiligen petrografischen Familie gemäß Ziffer 3.2.: „Wissenschaftliche Bezeichnung des Gesteins, die aus der petrographischen Untersuchung nach EN 12407 und EN 12670 erhalten wird.“ Um ein Gestein als Marmor bezeichnen zu können, ist es notwendig, dass bei diesem Gestein eine metamorphe Umwandlung stattgefunden hat. Diese ist beim Negro Marquina nicht erfolgt.

Der Stein hat sich im Brackwasserbereich gebildet. Hier entstand durch den geringen Sauerstoffgehalt und abgestorbene Pflanzen und Tiere, die nicht sofort verwesten, Faulschlamm. Seine Herkunft kann man bei der Bearbeitung auch heute noch feststellen, denn derartige Gesteine werden nicht umsonst als Stinkkalke bezeichnet. Aber keine Angst: Im fertig eingebauten Zustand gehen von diesem Stein keinerlei Geruchsbelästigungen aus.

Lesen Sie mehr in der STEIN 2/2021.

Die Problemlöser aus Diamant

Stein Magazin

Jeder Anwender hat eigene Kriterien und Ansprüche an ein Werkzeug. Vor allem keramische Werkstoffe sind für viele Steinverarbeiter eine große Herausforderung. Herkömmliche Diamantwerkzeuge für Naturstein sind für die spröden Materialien ungeeignet. Inzwischen bieten Werkzeughersteller “Diamant”-Lösungen, die die empfindlichen Platten sicher bearbeiten.

Mit Dekton von Cosentino ist ein besonders anspruchsvoller Werkstoff hinzugekommen. Er ist hart und unnachgiebig gegenüber Verarbeitungsfehlern, so das einhellige Urteil der Anwender. Der anfänglichen Ratlosigkeit ist die Erkenntnis gewichen: Das gesinterte Material lässt sich nicht nur profilieren, sondern auch sicher schneiden, wenn man die Vorgaben der Werkzeughersteller akribisch beachtet.

Welcher Hersteller hierbei die Nase vorne hat, wird in der Steinmetzbranche eifrig diskutiert. Das optimale Schneidergebnis hängt neben der geeigneten Abstimmung von Bindung und Körnung auch von der Disziplin der Anwender ab. Regelmäßig anschärfen ist Pflicht, viel Kühlwasser und eine hohe Drehzahl ebenso. Doch nicht nur die Werkstoffeigenschaften fordern die Werkzeughersteller; oft sind es auch die Anwender selbst, die die Möglichkeiten von Maschine und Werkzeug voll ausreizen. Kurvenschnitte zum Beispiel; Gebogene Schnitte mit dem Sägeblatt auszuführen stresst Blattkerne und Segmente. Trennscheiben für Firmen, die Blätter nicht jedesmal extra umspannen wollen, besitzen daher gelaserte Segmente und einen verstärkten Kern.

Bei König hat man auf den Ruf nach mehr Tempo mit den sogenannten UHS-Werkzeugen reagiert. Das Akronym steht für Ultra High Speed. Wie sich das in der Praxis auswirkt, erklärt König-Produktmanager Stefan Nichter: Waren bei drei Zentimeter starkem Granit früher 200 bis 300 Millimeter Vorschub in der Minute mit dem Fingerfräser üblich, erreichen die UHS-Fräser 400-500 Millimeter. Besonders deutlich werden laut Nichter die Fortschritte in der Werkzeugherstellung bei den Parametern für Kunststein. Erreichte ein Fingerfräser im zwei Zentimeter starken Engineered Stone früher 300 bis 350, leisten die UHS-Werkzeuge bis zu 600 Millimetern in der Minute. Wie fordernd dagegen Keramik ist, zeigen die derzeit empfohlenen Werte von 150 bis 250 Millimetern in der Minute.

Lesen Sie mehr zum Thema “Empfindliche Werkstoffe sägen”mit vielen Beispielen aus der Praxis in STEIN im März 2015.