Wege ins Freie – Der STEIN im Mai 2023

Stein Magazin
Coverfoto: © Jochen Braband Photography
Coverfoto: © Jochen Braband Photography

In unserer Gartenausgabe zeigen wir ausgefallene Terrassen, Wege und Brunnen. Zum Beispiel den Garten des Jahres 2023, in dem jede Menge Grauwacke auf Wegen und für Mauern verbaut wurde. Auch der Panoramaweg Petersberghang ist preisgekrönt und überzeugt durch den gekonnten Umgang mit der historischen Bausubstanz, zu der ein Granodiorit aus Portugal kombiniert wurde.

„Unser Ziel ist es, neue Lebensräume zu schaffen, die sich in Form und Ausdruck in die bestehende Umgebung einfügen, Räume für die Sinne schaffen und auf natürliche Weise Funktionalität und Ästhetik verbinden“, erklärt Landschaftsbaumeister Christoph Feldmann auf seiner Homepage. Mit diesem Ansinnen hat er sich mit seinem Team vor zwei Jahren an den Umbau eines Hanggrundstücks in Bensheim an der Bergstraße begeben. Der fertige Garten hat die Jury des Wettbewerbs „Gärten des Jahres“ so beeindruckt, dass sie ihm den ersten Preis verliehen haben. Lesen Sie ab Seite 6, wie sich Feldmann der Aufgabe genährt hat, welche Rolle Grauwacke im Entwurf spielt und wieso der Gartendesigner fast ausschließlich Naturstein in seinen Freiraumgestaltungen verwendet.

Viel Naturstein im Garten des Jahres 2023

Auch das folgende Thema hat es in die Eindrücke geschafft: Der „Panoramaweg Petersberghang Erfurt“ wurde zusammen mit 33 weiteren Projekten für den „Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2023“ nominiert. Insgesamt wurden 126 Arbeiten zum Wettbewerb zugelassen. Das Berliner Landschaftsarchitekturbüro Franz Reschke ist nicht nur bekannt dafür, den einen oder anderen Preis abzuräumen – wie etwa zur aktuellen Landesgartenschau Höxter. Es taucht auch immer wieder Naturstein in den Entwürfen auf. Was den Panoramaweg anbelangt, entschieden sich die Planer für Granodiorit aus Portugal. Dieser fügt sich sehr gut in die historische Bausubstanz am Petersberg ein. Lesen Sie mehr zum neuen Panoramaweg in Erfurt ab Seite 12.

Wege aus Naturstein: Der Panoramaweg in Erfurt

Unsere Autorin Inge Bett widmet sich urbanen Lebensräumen unter den Gesichtspunkten Wassermanagement und Klimaresilienz. Der Gendarmenmarkt in Berlin ist ein gutes Beispiel für die klimaangepasste Sanierung eines Platzes. Lesen Sie ab Seite 18, wie die Planung urbaner Räume in Zukunft aussehen muss, damit der Mensch dort auch in den kommenden Jahren noch ein lebenswertes Umfeld vorfindet. Denn eines ist klar: Hitzewellen, Trockenheitsperioden oder Starkregen nehmen zu.

Klimaresiliente Städte: Der Gendarmenmarkt in Berlin

Ab Seite 46 gibt Annette Mühlberger Tipps, wie Steinmetze auch bei rückläufiger Konjunktur Aufträge gewinnen können.

Das neue Heft gibt’s im Shop.

In der letzten Ausgabe thematisierte der STEIN das Titelthema „Fassaden“: Wir haben das Bernhard-Lichtenberghaus in Berlin mit imposanter Natursteinfassade sowie eine Villa des Augsburger Architekten Titus Bernhard mit Dietfurter Kalkstein und Wachenzeller Dolomit vorgestellt. Hier geht es zur Heftvorschau.

Außerdem erfahren Sie mehr zum Garten des Jahres auch bei unseren Kolleginnen der G+L: Gärten des Jahres 2023.

In unserer Gartenausgabe zeigen wir ausgefallene Terrassen, Wege und Brunnen. Zum Beispiel den Garten des Jahres 2023, in dem jede Menge Grauwacke auf Wegen und für Mauern verbaut wurde. Auch der Panoramaweg Petersberghang ist preisgekrönt und überzeugt durch den gekonnten Umgang mit der historischen Bausubstanz, zu der ein Granodiorit aus Portugal kombiniert wurde.

Könnte dich auch interessieren

Das Bochumer Architekturbüro soan architekten hat die sandsteinfarbene „Alte Kirche“ in Bochum-Wattenscheid saniert und durch einen Anbau erweitert. Während in dem historischen Gebäude der Boden mit Platten aus regionalem Ruhrsandstein neu verlegt wurde, schmückt dunkler armenischer Basalt die Grundstücksmauer sowie die Fassade und den Boden des Neubaus.

Wie auf einer kleinen Insel, leicht erhöht und von einer langen Grundstücksmauer umgeben, steht die schlichte denkmalgeschützte Alte Evangelische Kirche im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Seit letztem Jahr ergänzt ein moderner anthrazitfarbener Anbau, entworfen vom Bochumer Architekturbüro soan architekten, das historische Gebäude. Das kleine, kontrastreiche Ensemble dient den Gläubigen als Gemeindezentrum.

alte-kirche-bochum-aussen
Die „Alte Kirche“ mit ihrer sandsteinfarbenen Natursteinfassade ist umgeben von einem neuen Anbau und einer Mauer aus armenischem Basalt. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
alte-kirche-bochum-mit-anthrazitfarbenem-neubau
Ein schöner Kontrast: Die helle hammergerechte Ruhrsandsteinfassade und die antrazithfarbene lineare Fassade des Neubaus. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
alte-kirche-bochum-innen-armenischer-basalt
Auch im Inneren des Anbaus findet sich der armenische Basalt in Form von Bodenplatten wieder. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
alte-kirche-bochum-zugang-alte-kapelle
Ein rechteckiger Durchbruch im ehemals zugemauerten Rundbogen dient als neuer Zugang zur alten Kapelle. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
altar-alte-kirche-bochum
Neuer Ruhrsandstein schmückt den Boden der „Alten Kirche“. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)

Der eingeschossige Anbau mit seiner dunklen Fassade aus massiven Basaltsteinen steht in schönem Kontrast zu der kleinen „Alten Kirche“ mit ihrer hellen Außenhülle aus hammergerechten Ruhrsandsteinen. L-förmig konzipiert, scheint der Neubau sich wie ein Arm um das historische Bauwerk zu legen. Der schlichte, lichtdurchflutete Saal der „Alten Kirche“ hat im Zuge der Baumaßnahmen neue Bodenplatten aus regionalem Ruhrsandstein bekommen. Einige noch recht gut erhaltene Steinelemente wurden aussortiert und mit großer Sorgfalt wie ein Puzzle um den Altarbereich wieder neu verlegt. Die restliche Bodenfläche wurde mit neuen Platten ausgestattet. Den hierfür verwendeten Ruhrsandstein haben die Steinbruchbetriebe Grandi aus Herdecke geliefert, während alle Natursteinarbeiten des Projekts von Hanser + Pfafferott aus Kaarst vorgenommen wurden.

Wie die großen anthrazitfarbenen Namenstafeln auf dem „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum kommt auch der Basalt für das neue Gemeindezentrum aus Armenien. Aber nicht nur die Verkleidung der Fassade ist aus armenischem Basalt, sondern auch die verwendeten Bodenplatten – sowohl im Inneren des Anbaus als auch im Außenbereich. Die ursprüngliche Grundstücksmauer aus dem 19. Jahrhundert war statisch instabil geworden und musste abgetragen werden. Das bestehende Bild der idyllischen Kirche, die wie auf einem kleinen Podest thront, sollte beibehalten werden.

Die vereinzelten Ausblühungen, die man momentan vor allem an der Grundstücksmauer sieht und die den idyllischen Anblick etwas trüben, werden durch wasserlösliche Salze aus dem Mörtel verursacht. Sie werden aber durch den Regen im Laufe der Zeit abgewaschen, ansonsten können sie auch einfach abgebürstet werden. Ein kleiner Wermutstropfen sind die in drei verschiedenen Farbtönen verlegten Betonwerksteine links neben dem Eingang. Insgesamt ergibt sich aber, trotz einiger Kleinigkeiten, ein stimmiges, schönes Ensembles, das durch die kontrastreiche, aber dennoch zurückhaltende Gestaltung lebt.

Erfahren Sie mehr über die Sanierung der “Alten Kirche” in Bochum in STEIN im November 2016.

Steinmetz-Symposium in Braunfels im September 2019

Stein Magazin
Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte



Die Steinmetzinnung Hessen-Mitte richtet zum 16. Mal ein Symposium aus und lädt Auszubildende, Gesellen sowie angestellte Meister ein.


Steinmetz-Symposium
Beim Steinmetz-Symposium auf Burg Schwarzenfels 2017, Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte

Die Innung will mit ihrem alljährlichen Steinmetz-Symposium das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Zunft stärken und das Steinmetz-Handwerk einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Vom 6. bis 8. September 2019 findet es auf dem Marktplatz in Braunfels statt. Am 8. September 2019 ereignet sich gleichzeitig bundesweit der nächste Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Die Stadt Braunfels kombiniert die Angebote und bietet im Rahmen einer zweistündigen “Großen Stadtführung” besondere Einblicke.

Beim Steinmetz-Symposium arbeiten die Teilnehmer an Wappensteinen für Partnerstädte der Stadt Braunfels. Oder sie entscheiden sich für Schrifttafeln und Wappen für Spender und Gönner, etwa einem Sockelstein für das Schloss und Familienmuseum des Grafen Obersdorf. Man arbeitet von Hand. Die Teilnehmer bringen entsprechendes Werkzeug zur Sandsteinbearbeitung sowie Sicherheitsschuhe und Schutzbrille mit. Fehlende Werkzeuge werden ausgetauscht.

Die Innung trägt die Übernachtungskosten, Verpflegung sowie die Werkstücke für Teilnehmer aus Mitgliedsbetrieben. Teilnehmer aus anderen Innungen zahlen einen Pauschalbetrag von 50 Euro. Teilnehmer von Nicht-Innungsbetrieben zahlen eine Pauschale von 90 Euro. Die Anmeldung ist noch bis zum 31. Juli 2019 möglich.