Gedenkstein für die jüdischen Zwangsarbeiterinnen

Stein Magazin
Gelsenkirchen

Im 2. Weltkrieg wurden jüdische Zwangsarbeiterinnen in der ehemaligen Gelsenberg-Raffinerie in Gelsenkirchen-Horst gefangen gehalten und getötet. Zu ihrem Andenken nahmen auszubildende Steinmetze und Steinbildhauer an einem Wettbewerb zur Erstellung eines Gedenksteins teil. Der Siegerentwurf wird am 16. September an die Jüdische Gemeinde der Stadt überreicht.

Gedenkstein-juedische-Zwangsarbeiterinnen
Tonmodell der Skulptur: Knieende Frau auf Sockel. Foto: Hans-Schwier-Berufskolleg, Gelsenkirchen
Gelsenkirchen-Steinmetz
Die Azubis bei ihrer Präsentation. Foto: Hans-Schwier-Berufskolleg, Gelsenkirchen
Gelsenkirche-Azubis-Steinmetz
Vorstellen des Tonmodells. Foto: Hans-Schwier-Berufskolleg, Gelsenkirchen

Skulptur einer knieenden Frau

Bei den Teilnehmern des Wettbewerbs handelte es sich um Schüler des Hans-Schwier-Berufskolleg in Gelsenkirchen-Buer. Der Sieger-Entwurf soll das bestehende Grabmal der jüdischen Zwangsarbeiterinnen auf dem Friedhof Gelsenkirchen Horst-Süd ergänzen.

Den ersten Preis erhielt die Gruppe um Marius Feige, Maximilian Böse, Dominik Deuchert und Jan Trampel. Bei ihrem Vorschlag handelt es sich um eine Skulptur aus Bamberger Sandstein: Eine Frau, die mit einem Trümmerstück in den Händen auf einem Steinsockel kniet. Die Skulptur soll grobbehauen eine Frau erkennbar werden lassen, ohne individuelle Gesichtszüge zu zeigen – als Symbol für alle jüdischen Zwangsarbeiterinnen.

Der Gedenkstein wird vor dem bestehenden Grabmal der jüdischen Zwangsarbeiterinnen im Rasenstreifen nahe des Weges aufgestellt. Im Boden wird er von einem Davidstern aus dem dunklem Naturstein Nero Impala eingefasst werden.

Zusammenarbeit mit Zeitzeugen

Der Zeitzeuge Leslie Schwarz ist regelmäßig zu Vorträgen am Hans-Schwier-Berufskolleg zu Gast. Am Rande einer dieser Veranstaltungen entstand im Gespräch zwischen der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde und dem Schulleiter des HSBK die Idee für den Gedenkstein. Zur gleichen Zeit trat das Sandsteinmuseum in Havixbeck für eine Zusammenarbeit an den Bildungsgang heran – daraus entstand der Wettbewerb.

Die Skulptur soll bis Anfang Juni 2018 fertiggestellt und am 16. September 2018 an die Jüdische Gemeinde der Stadt Gelsenkirchen zum Gedenktag überreicht werden.

Könnte dich auch interessieren

Perry World House

Stein Magazin
… Foto: Franken Schotter

Das Perry World House dient als Multifunktionsbau der Universität von Pennsylvania. 1100 Architects mit Sitz in New York und Frankfurt sanierten und erweiterten das Gebäude – nun erhält der Bau eine Auszeichnung vom Natural Stone Institute.

Universitaet-Pennsylvania
Neubau und Bestand bilden ein Ensemble. Foto: Franken Schotter
Perry-World
Die Fassade besteht aus großen Kalkstein-Platten, … Foto: Franken Schotter
Franken-Schotter
… welche der Geometrie des Baus folgen. Foto: Franken Schotter
1100-Architects
Metall bildet einen Kontrast zur ebenmäßigen Fassade. Foto: Franken Schotter
World-Forum-Perry-World-House
Weltforum des Perry World House. Foto: Franken Schotter
Perry-World-House
In den öffentlichen Räumen besteht der Boden aus Kalkstein. Foto: Franken Schotter

Sanierung und Erweiterung

Das Haus stammt von 1851 und befindet sich mitten auf dem Campus. Insofern bildet es nicht nur ein räumliches Zentrum – sondern dient auch als Mehrzweckbau für alle zwölf Fakultäten der Universität.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Lounge für die Studenten, darüber liegt ein Konferenzraum für bis zu 50 Personen. Letzterer ist außerdem die Verbindung zum Anbau – dem sogenannten „Weltforum“. Dabei handelt es sich um ein Atrium, welches als multifunktionaler Veranstaltungssaal für Seminare, Lesungen und Veranstaltungen genutzt werden kann.

Um das Weltforum möglichst flexibel nutzen zu können, entwarfen es 1100 Architects stützenfrei. Der Raum zieht sich über zwei Geschosse und bietet Platz für 150 Personen.

Kalkstein-Fassade

Bei der Sanierung behielten die Architekten die Kubatur des Bestands bei und erweiterten ihn mit einem zweiten Volumen, welches direkt an den Altbau andockt. Beide Gebäudeteile weisen innen und außen helle Oberflächen auf, um eine eine einheitliche Architektur-Sprache zu schaffen. Dabei besteht die Fassade des Neubaus aus großformatigen Kalkstein-Platten von der Firma Franken-Schotter. Sie stammen aus dem Steinbruch Kaldorf. Architektonisch folgen die Fassadenelemente der Geometrie des Baus.

Das Dach wird als „fünfte“ Fassade behandelt – auch hier kommt der Kalkstein zum Einsatz. Die hervorstehenden Metallrahmen der Fenster setzen Akzente in der homogenen Oberfläche. Im Innenraum wird in den öffentlichen Bereichen das Material der Fassade wiederverwendet.

Am 25. Februar wird das Perry World House mit dem „Tucker Design Award“ des Natural Stone Institute ausgezeichnet.

die im Rahmen der Rückvermeisterung mitentschieden werden soll. Foto: carolynabooth/pixabay/COO-Lizenz

Bestatter-Meister wäre rechtlich möglich

Ein Gutachten des Bestattungsrechtlers Tade Spranger sagt, eine Meisterpflicht wäre mit europäischem Recht vereinbar. Nun muss die Politik entscheiden. (mehr …)