Der Nockherberg ist quasi das Epizentrum der traditionsreichen Paulaner Brauerei München. Auf einer Geländeterrasse rechts der Isar über dem Stadtviertel Au thronend, wo dereinst direkt unter der Anhöhe ab spätestens 1634 im damaligen Kloster Neudeck Mönche Bier brauten. Auch der Hauptsitz des Bräus befindet sich unweit dieser Anlage mit Schwemme, Gast- und Veranstaltungsräumen verschiedener Dimensionen, dem weitläufigen schattigen Biergarten, den man aus der TV-Werbung kennt, und der großen Festhalle, in welcher das berühmte „Politiker-Derblecken“ stattfindet. Paulaner hat hier eine Hausbrauerei für nur vor Ort erhältliche Biere errichtet und das Interieur insgesamt neu gestaltet – mit Naturstein, Keramik, Terrazzo, Holz und Metall.

Rotunde, die der Braukunst gewidmet ist: Die neu geschaffene Hausbrauerei von Paulaner am Nockherberg und die umliegenden umgebauten Gasträume sind mit hochwertigen Materialien ausgestattet. Foto: Christian Christes (www.chrischristes.de)
Rotunde, die der Braukunst gewidmet ist: Die neu geschaffene Hausbrauerei von Paulaner am Nockherberg und die umliegenden umgebauten Gasträume sind mit hochwertigen Materialien ausgestattet. Foto: Christian Christes (www.chrischristes.de)

Generalsanierung

Die fünfte Jahreszeit ist die schönste, und in München gibt es gleich zwei davon. Denn nicht nur das Oktoberfest im Herbst beansprucht diesen Titel für sich, sondern auch der Starkbieranstich zu Beginn der Fastenzeit. Traditionell wird er im Salvatorkeller der Paulaner Brauerei im Stadtteil Au an der Grenze zu Obergiesing begangen. Seit 1634 belegt, wird hier Bier gebraut, seit dem 18. Jahrhundert findet der traditionelle Starkbieranstich mit Gesang und Aufführungen statt.

Das traditionsreiche Wirtshaus liegt am Nockherberg, einer Hangkante des Isarhochufers mitten im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt. Bis 2017 war es direkt an die Stammbrauerei angegliedert. Diese zog damals in eine modernere Anlage am Stadtrand um, die Gaststätte blieb, und mit einem Wirtwechsel sollte auch ein neues Gastrokonzept eingeführt werden. Die beiden neuen Wirte Christian Schottenhamel und Florian Lechner bringen fundiertes Wissen mit: Schottenhamel stammt aus einer der Oktoberfestdynastien. Der Küchenchef Lechner hat im Traditionshaus Käfer in München gelernt und anschließend den Moarwirt in Dietramszell zu einer kulinarischen Spitzenadresse gemacht.

Um weiterhin das Flaggschiff der Paulaner Brauerei zu bleiben, bot sich ein grundlegender Umbau an, der die Bierkultur auch ohne anliegende Brauerei weiterhin ins Zentrum stellt. Es kommen also gleich mehrere Traditionen zusammen, hier am Nockherberg: das in München heilige Brauereihandwerk, die Bierfesttradition und das klassische Wirtshaus. Die sollten auch bei der Generalsanierung des Restaurants berücksichtigt werden. Das stand von Anfang an fest, als das im niederbayerischen Eggenfelden ansässige Architektur- und Innenarchitekturbüro frank architekten die Konzeptentwicklung für das Wirtshaus übernahm.

Es war also schnell klar, dass eine Hausbrauerei in das Gebäude integriert und dessen Herzstück werden sollte. Professor Markus Frank hatte mit seinem Team für Paulaner bereits zwei andere Projekte betreut. Ihm war es wichtig, die altbekannte Gemütlichkeitsarchitektur, wie er es nennt, nicht aufzuwärmen, sondern modern zu interpretieren. Dabei bot es sich an, regionale Materialien mit modernen Gestaltungskonzepten zu verknüpfen.

Heimische Materialien

Schlicht, aber hochwertig ist die Materialauswahl: Holz, Naturstein und Kupfer sind die Leitmaterialien und werden ergänzt durch Böden und Waschtische aus Terrazzo sowie klassische Keramikfliesen. Betont zurückhaltende Stahlelemente als Treppengeländer ziehen sich durch alle Ebenen. Die Funktionalität der Brauanlagen und die moderne Urigkeit des Gastraumes ergeben eine zeitgemäße Interpretation der Münchner Wirtshauskultur.

Betritt man das Gebäude von der Hochstraße kommend durch den raumhohen Windfang aus Glas, gelangt man in ein Foyer, das mit Platten aus Kirchheimer Muschelkalk ausgelegt ist. Ein in den Boden eingelassenes Messinglogo der Brauerei weist den Weg. Rechts und links gehen zwei gemütliche Gasträume weg, die in klassischen Eichendielen und Wandvertäfelungen in geräucherter Eiche gehalten sind, Ahorntische runden den Raumeindruck ab.

„Grundsätzlich haben wir versucht, heimische, regionale Materialien in natürlichen Oberflächen zu verwenden“, so Markus Frank. „Tradition und handwerkliche Qualität in der Verarbeitung dieser Materialien soll in jedem Detail zu sehen und zu spüren sein.“ Der sandgestrahlte und gebürstete Kirchheimer Muschelkalk Blaubank setzt hier bereits im Eingangsbereich den Ton, denn seine blaugraue Färbung wird sich in den angrenzenden Bereichen wiederholen: als Farbtupfer in den abgestimmten Vorhängen der Gasträume über die Fliesen im Braubereich bis hin zu den Steckmetallkonstruktionen in Schwemme und Hausbrauerei.

Das Herzstück

Passiert man die beiden vorderen Gasträume und hebt den Blick vom Messinglogo, steht man bereits vor dem Herzstück des zentralen, kreisrunden Gastraumes: den beiden Sudkesseln der 20 Hektoliter fassenden Brauanlage, die das Zentrum des kreisrunden Raumes einnimmt. Die beiden Kupferkessel strahlen dank eines ausgeklügelten Beleuchtungskonzepts und eines Oberlichts in der Decke des ersten Stockwerks in warmem Rotton, ebenso die vorgelagerte „Schank“, wie die Theke in Bayern heißt. Die Kessel stechen im weiten Treppenauge hervor, das runde Reich der Bierbrauer im inneren Kreis ist am Boden mit hexagonalen steingrauen Zahna-Fliesen belegt (150×173×11 Millimeter, Rutschhemmung R11). Eine geflieste Brüstung grenzt den Braubereich nach außen ab. Sie ist an der Rundung des Rondells ausgerichtet und windet sich schützend vor die Kessel.

Handwerkskunst in den Kesseln und drumrum: Den Boden rechts vor dem Kupfer-Duo etwa zieren hexagonale Zahna-Fliesen. Foto: Philipp Neuman

Ein ganz besonderer „Grant“

Die Mauer ist mit Klinkerfliesen belegt, hier kam das Modell Keravette 319 royal der Firma Ströher in Anthrazitgrau zum Einsatz. Die 71x240x11 Millimeter großen Riemchen ziehen sich zum Boden hinab und bilden dort einen abschließenden Ring um das offene, mit einer Gitterkonstruktion umgebene Treppenhaus. Gefasst von zwei Klinkerfriesen zieht sich ein geschwungener Weg aus Feinsteinzeug-Mosaikfliesen an der Rundung entlang. Hierfür wurden Mosa-Tiles mit einem Maß von 30×30 Millimetern im Farbton Mittelgrau verwendet und auf Kreuzfuge verlegt. Die beiden Fliesensorten setzen in dem stringent aufgeteilten Raum spannende Akzente sowohl was das Farbkonzept als auch die Oberflächenstruktur angeht.

Der Gastbereich greift sowohl die helle als auch dunklere Farbgebung auf: Anthrazitgrauer Bitu-Terrazzo mit hellen Einsprengseln erstreckt sich bis hin zu den holzvertäfelten Rückwänden, an die sich hohe Stehtische mit Barhockern schmiegen. Geht man rechts an der Schank vorbei, ist in die hintere Wandrundung eine urbayerische Vorrichtung eingelassen: Ein Krug-Tresor mit Stahlgittern, in dem Stammgäste ihre persönlichen Bierkrüge aufbewahren können.

Bairischer „Grant“ mal anders: In diesem Granittrog können Stammgäste ihre persönlichen Krüge ausspülen. Foto: Philipp Neuman

Ein besonderes Detail, das nicht mehr viele Wirtshäuser haben: Direkt neben dem Sudkessel steht ein sogenannter „Grant“ (Bairisch für „Trog“) mit Wasserzulauf, in dem die Gäste ihre Privatkrüge vor dem Zapfen beim Schankkellner mit klarem Wasser ausspülen können. Der hiesige Grant hat zudem eine eigene Geschichte: „Dieser Granittrog ist ein heimisches Krautfass, das es früher in jeder bayerischen Wirtschaft gab. Wir haben ihn bei einem Händler in der Hallertau gefunden“, so Markus Frank. Das umfunktionierte Fass steht frei im Raum und ist mit seiner rauen Granitoberfläche ein Hingucker.

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Ausgezeichnete Kücheninsel

Stein Magazin

US-Expansionskurs von Strasser Steine trägt Früchte: St-One gewinnt den Preis für die beste Küche auf der Designmesse ICFF.

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Die Naturstein-Kücheninsel St-One ist für Strasser Türöffner für neue Märkte, zum Beispiel die USA. Foto: Strasser Steine
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Die Kücheninseln sind für High-End-kunden konzipiert und individualisierbar. Foto: Strasser Steine

Strasser Steine, laut eigener Aussage Marktführer für Küchenarbeitsplatten in Mitteleuropa, hat schon seit 2018 den US-Markt im Blick. Als erste Maßnahme präsentiert das österreichische Unternehmen seit letztem Jahr in Schauräumen in Florida und in New York seine Produkte. Strasser will vor allem High-End-Haushalte, Architekten und Designer ansprechen. Dass auf der renommierten Design-Messe ICFF nun die extravagante Naturstein-Kücheninsel St-One ausgezeichnet wurde, passt in den Plan von Geschäftsführer Johannes Artmayr. Rund 25 Kücheninseln will er in den nächsten drei Jahren in den USA verkaufen.

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Weitere Informationen unter www.strasser-steine.at

Weitere Informationen zum ausgezeichneten Küchenblock St-one von Strasser gibt es in der STEIN-Ausgabe 06/2019: www.stein-magazin.de/stein-06-2019

Erfolgreiches Eventmanagement

Stein Magazin

446 Aussteller und 15.161 Besucher waren 2015 auf der internationalen Fachmesse für Naturstein und Natursteinbearbeitung Stone+tec in Nürnberg. So ein Großevent will gut organisiert sein. Veranstaltungsleiterin Beate Fischer von der NürnbergMesse weiß, worauf es bei der Planung ankommt und gibt uns einen kleinen Einblick in das Thema „Eventmanagement“.

 

STEIN: Was sind Ihre Aufgaben als Veranstaltungsleiterin der Stone+tec?

Beate Fischer: Als Veranstaltungsleiterin ist man für die gesamte Planung des Events verantwortlich. Das fängt schon mit der Hallenbelegung an. Die Hallen müssen nicht nur während der Laufzeit frei sein, sondern auch zur Vor- und Nachbereitung. Umrüstzeiten müssen eingeplant werden. Im nächsten Schritt muss geklärt werden, was die Messe abbilden soll. Daraufhin wird das Produktverzeichnis erstellt, Themen für mögliche Sonderschauen definiert. Bereits diese ersten Schritte erfolgen in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Interessensvertretern. Da gehören natürlich die Austeller dazu, aber auch Verbände, die Fachpresse und die Besuchergruppen. Daraus wird dann ein Veranstaltungskonzept entwickelt. Im nächsten Schritt folgt die Erstellung eines Zeitplans mit den nächsten Meilensteinen. Ab diesem Zeitpunkt steigt der Vertrieb aktiv ein. Natürlich kann man erst organisieren, wenn man die Aussteller auf seiner Seite hat. Das Vertriebskonzept ist ausschlaggebend für alle weiteren Schritte. Dann geht es in die Hallenplanung. Wenn es unterschiedliche Branchenschwerpunkte gibt, stellen sich die Fragen: Macht man eine Mixplanung? Teilt man die Hallen nach Branchen auf? Wie viel Volumen ist von welcher Branche zu erwarten? Entsprechend muss man die Hallen dann inhaltlich konzipieren. Und schließlich geht es natürlich auch in Ausstellergespräche für die konkreten Platzierungen.

Wie viele Leute arbeiten an einem Großevent wie der Stone+tec mit?

Das lässt sich nicht genau beziffern. Es arbeiten ja nicht nur wir, das Projektteam der NürnbergMesse, daran. Wir haben innerhalb der NürnbergMesse auch eine Kommunikationsabteilung mit Pressevertretung. Wir haben eine Werbeabteilung, die die Gestaltung, das Layout und Drucksachen macht. Das digitale Marketing kümmert sich um alles, was den Webseitenauftritt umfasst. Wir haben ein Besuchermarketing, die sich speziell um die Besuchergruppen und die Mailings kümmern. Wir haben Techniker im Haus: Veranstaltungstechnik und Logistik. Dazu kommen noch viele Servicepartner, mit denen wir Hand in Hand arbeiten: Messebauer, die Energieversorger, Gastronomie, Parkplatzbewachung und so weiter.

Wie viel Vorlaufzeit muss man für eine Messe wie die Stone+tec für Planung und Organisation einkalkulieren?

Je nachdem welchen Rhythmus eine Veranstaltung hat, beginnt man mit der Planung zwei bis sechs Jahre im Voraus. Die Schritte sind je nach Projektphase unterschiedlich intensiv. Gerade befasse ich mich natürlich mehr mit der Stone+tec 2018 als mit der 2020, aber für 2020 hat schon die Hallendisposition und –abstimmung hier am Gelände stattgefunden.

Bei der Stone+tec wollen wir wieder gemeinsam einen StudentDay auf die Beine stellen – sozusagen eine Veranstaltung während der Veranstaltung. Welche Erfahrungen haben Sie mit Events gemacht, die Sie gemeinsam mit einem externen Partner geplant haben?

Sehr positive Erfahrungen, insbesondere was die Stone+tec angeht. Als Messeveranstalter ist es für uns wichtig, die richtigen Partner zu haben, mit denen man Höhepunkte während des Events setzen kann. Und dazu gehört natürlich auch ein StudentDay, der gut vorbereitet sein will und entsprechend vermarktet werden muss. Wir arbeiten mit vielen Multiplikatoren zusammen, um ein Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Wir als Veranstalter können thematisch gar nicht so tief drin sein. Deshalb sind Partner wie Fachzeitschriften oder Verbände extrem wichtig.

Wie wird ein Event zu einem echten Erfolg?

Ausschlaggebend ist, dass man die Veranstaltung zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat und mit den richtigen Partnern zusammenarbeitet. Ein Erfolg ist das Event für uns dann, wenn alle Seiten – Aussteller und Besucher – zufrieden sind und es für die nächsten Jahre ein fixer Termin wird.

Glauben Sie, dass auch kleine Handwerksbetriebe Kundenveranstaltungen oder Hausmessen als Marketing-Instrument nutzen sollten?

Events bieten natürlich die Möglichkeit, viele Kunden an einem Ort zu treffen mit überschaubarem Aufwand. Sie treffen Kunden, die sie sonst vielleicht nie angesprochen hätten. Auch kleine Handwerksbetriebe sollten diese Plattform, die ihnen da geboten wird, nutzen. Was das Handwerk noch mehr nutzen sollte, sind Branchenevents – sei es nun eine Messe oder eine andere Veranstaltung. Branchenevents bringen die Branche wirklich zusammen und haben großes Potential.

Gibt es Hilfsmittel, die bei der Planung eines Events unverzichtbar sind?

Ohne kleine Helferchen geht es in der heutigen Zeit natürlich gar nicht mehr. Wir arbeiten mit Programmen, die für Organisatoren ausgelegt sind. Wir planen beispielsweise mit einem CAD-Programm, das verbunden ist mit unserer Ausstellerdatenbank. Auf Ausstellerseite sind aber natürlich andere Tools notwendig, um so ein Event gut zu planen.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Punkte, an die man bei der Planung eines Events denken sollte?

Zunächst sollte man wissen, was man mit der Veranstaltung erreichen will. Daran macht sich fest, welche Maßnahmen man umsetzt. Ob man eine Abendveranstaltung daraus macht, oder ob es eine Messebeteiligung ist oder die Teilnahme an einem anderen Event. Man muss frühzeitig mit der Planung anfangen und sich Meilensteine setzen. Eine langfristige Planung ist zu empfehlen, um wirklich ans Ziel zu kommen.

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