Architektur mit Schwung: Das Montforthaus

Stein Magazin
Berlin)

Im Wettbewerb der Städte ist das kulturelle Angebot ein nicht zu unterschätzender Faktor. Mit dem neuen Montforthaus hat Feldkirch im Voralberg den Rahmen für ein breites Angebot geschaffen. Das neuerbaute Kultur- und Kongresszentrum inmitten des historischen Stadtkerns wurde nach dem Entwurf der Arbeitsgemeinschaft von Hascher Jehle, Berlin, zusammen mit Mitiska Wäger, Bludenz, mit viel Gespür für den Genius loci in die gewachsene Umgebung eingefügt.

Seine moderne Formensprache steht in einem bewussten Gegensatz zu dem klassischen Jurakalkstein, den die Architekten für die Fassadenbekleidung wählten. So wird das Neue behutsam mit dem Bestand verwoben. Doch während der Vorgängerbau aus den 1970er-Jahren direkt an den umliegenden Bestand anschloss, positioniert sich das neue Montforthaus freistehend, ohne Vorder- und Rückseite. Mit umlaufend gleichwertig attraktiven Ansichten behauptet sich der geschwungene Solitär im heterogenen Stadtgefüge. Die bisher isolierten Freiflächen gehen nun ineinander über und verschmelzen zu einem großflächigen Außenraum, der die Altstadt mit dem Stadtpark verbindet.

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Beim neuen Montforthaus harmonieren Jurakalkstein als klassisches Fassadenmaterial und eine moderne Gebäudeform. (Foto: Svenja Bockhop, Berlin)
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Die Kubatur des Gebäudes orientiert sich an den umliegenden Plätzen und der angrenzenden Bebauung. (Foto: Svenja Bockhop, Berlin)
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Das fast 15 Meter hohe Foyer ist über die großzügige Oberlichtverglasung natürlich beleuchtet. (Foto: Svenja Bockhop, Berlin)
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Die umgebenden Freiflächen verschmelzen nun zu einem großflächigen Außenraum, der die Altstadt mit dem Stadtpark verbindet. (Foto: Benjamin Marte, Bludenz )

Ebenso selbstverständlich wie die umliegenden Stadträume das Haus umfließen, werden Besucher in das Innere des Gebäudes geleitet. Dort empfängt sie ein fast 15 Meter hohes Foyer mit skulptural anmutender Treppenanlage und Galerien, das über die großzügige Oberlichtverglasung natürlich beleuchtet wird. Das Atrium mit seinen Galerien und vielfältigen Blickbeziehungen ist insbesondere für offene Veranstaltungen wie Bälle und Messen hervorragend geeignet. Der fließende Charakter des nahezu vollverglasten Raumkontinuums schafft ein Gefühl der Weite, die Aussicht auf die historische Stadtmauer erleichtert Besuchern die Orientierung.

Über die geschwungene Treppe gelangen sie zu den Sälen oder zum Dachgarten, den die Architekten als naheliegende Ergänzung des Raumprogramms gestalteten. Hier befindet sich ein Restaurant, von dem aus Besucher einen beeindruckenden Blick über die Stadt und die schluchtartige Kulturlandschaft „Felsenau“ haben. Der Blick über das Montforthaus hinweg auf das Wahrzeichen von Feldkirch, die höher gelegene Schattenburg, verdeutlicht wiederrum, wie selbstverständlich moderne Architektur und historische Bausubstanz hier miteinander harmonieren.

Für die mehr als 2150 Quadratmeter große Natursteinfassade entwickelten die Architekten ein Konzept mit bis zu 180 Zentimeter langen, 30 Zentimeter schmalen und fünf Zentimeter starken Natursteinplatten. Die Stückliste umfasste nicht weniger als 1880 nummerierte Einzelplatten, jede nach einem exakt vermassten Fassadenplan versetzt. Das Gewicht der größten Platten beträgt rund 70 Kilogramm. Die geschwungenen Fassaden mit ihren anspruchsvollen Geometrien herzustellen, war eine besondere Herausforderung für das ausführende Unternehmen, die Lauster Steinbau GmbH, Stuttgart.

Lesen Sie mehr zur Architektur des Montforthauses in Feldkirch in STEIN im Juli 2016.

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Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland

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Skandinavien ist bekannt für seine Hartgesteine. Darum führt die Stein-Reise des Geokompetenzzentrum Freiberg in diesem Jahr nach Süd-Schweden – und auch in der STEIN wird es im Sommer eine Strecke zum Thema Skandinavien geben.

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Bei der Exkursion werden unter anderem Steinbrüche besucht. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Abbau von Braennhult-Granit. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Arbeit im Steinbruch Sjöström. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.

Schwedisch Schwarz

Die sechstägige Exkursion hat sich als feste Größe im jährlichen Exkursionskalender für die Steinmetzbranche etabliert. Wie in jedem Jahr bekommen Fachinteressierte einen Überblick über Natursteinvorkommen, -abbau und -referenzen des Landes. Besucht werden Firmen, Steinbrüche, Orte und Objekte in Kristianstad, Vanga, Borgholm (Öland), Gotland und Malmö.

Hilke Domsch vom Geokompetenzzentrum Freiberg erklärt: „In Südschweden gibt es Granite wie Bjärlöv, Bohus oder Flivik, Gneise wie Halmstad oder Vanga und natürlich die als ‚schwedisch Schwarz‘ bekannten Basalte. Etwas unbekannter und dabei traditionell sehr verankert sind die Kalksteine von den Ostseeinseln Öland und Gotland und auch Marmor wie der grüne Brännlykan.“

Auf Öland wird die Firma Naturstenkompaniet besucht – sie gewinnt und verarbeitet den Ölandkalkstein. Unter den Orten sticht die Ostseeinsel Gotland hervor, so Hilke Domsch: „Der Gotland-Kalkstein ist ein wunderschöner heller und harter Kalkstein mit einer einzigartigen Textur. In Verbindung mit der Geschichte der Hanse wird dies ein Highlight der Reise.“

Reiseinformationen

Die Exkursion findet vom 30. April bis 6. Mai 2018 statt – auf Wunsch kann der Reisezeitraum verkürzt werden. Anmeldeschluss ist der 28. März 2018.

Hier finden Sie den interaktiven Informations- und Anmeldeflyer zum Ausfüllen und Versenden.

Europäische Steinestapler starten eine Ausstellung

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram

Im schottischen Dunbar stapelten Künstler im April Steine bei einem Festival zu kunstvollen Skulpturen. Im Mai geben sie ihr Können an Interessierte weiter.

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram
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James Craig Page (Mitte links), Veranstalter des Festivals, mit der Jury. Foto: Laurence Winram
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Ein Teil der Gewinner-Skulptur von Pedro Duran. Foto: Laurence Winram
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Die Steinestapler überlegen gemeinsam, wie sie ihre Kunstform bekannter machen können. Foto: Laurence Winram
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Teil der Ausstellung in Summer Hall. Foto: Laurence Winram

Steinestapler stellen gemeinsam mit Land-Art-Künstlern aus

Steine sind ein tolles Baumaterial – nicht nur für Treppen, Säulen und Co., sondern auch für gestapelte Kunstwerke am Strand. Das zeigen die Ergebnisse des 2. Europäischen Wettbewerbs der Steinestapler, der Ende April für zwei Tage in Dunbar in Schottland stattgefunden hat. 30 Künstler haben angespülte Kiesel und größere Steine aus der Natur mit ruhiger Hand kunstvoll auf Felsen und Sand gestapelt und sich in den Kategorien “Die meisten Steine ausbalanciert”, “Juniormeisterschaft”, “künstlerischer Gewinner” und “Stapeln gegen die Zeit” gemessen. Der Gesamtgewinner ist – wie bereits im letzten Jahr – Pedro Duran aus Spanien. Er bekommt einen finanziellen Zuschuss für seinen Flug nach Texas, wo 2019 der weltweite Wettbewerb in Llano stattfindet.

Die Kunst besteht beim Steinestapeln darin, die Schwerkraft für sich zu nutzen, denn sie ist das einzige, was die Skulpturen zusammenhält. Versierte Künstler bauen zum Beispiel komplette Torbögen ohne eine einzige Kelle Mörtel. Seriöse Stapler verändern die natürliche Umgebung oder gar historisch bedeutende Stätten dabei nicht – beides sind Kritikpunkte von Naturschützern. Sie stapeln besonders gern an Stränden, Flüssen und Seen, weil sie dort häufig besonders schöne Steine finden. 
Noch ist die Steinestapler-Szene eher klein und familiär – und sie könnte ein bisschen mehr öffentliche Aufmerksamkeit gebrauchen. Um die mediative Kunst in Europa noch bekannter machen, stellen deshalb bis 28. Mai bekannte Steine-Stapler, Land-Art-Künstler und Maler gemeinsam in der Summerhall Gallery in Edinburgh aus und geben an allen Mai-Wochenenden Workshops.